Tagesarchiv: 2. Juni 2009

Wo das Warten noch lohnt

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Ein Haus am Meer, das wäre die richtige Beschreibung für unser Ferienhaus in Zingst. Da, wo wir die letzten acht Tage verbracht haben. Und doch wäre es nicht ganz richtig. Denn das Meer, die Ostsee, war immerhin fünf Minuten Fußweg entfernt, Richtung Norden. Richtung Süden waren wir dafür in der gleichen Zeit am Bodden. Oder auch am Hafen.

Richtung Westen, zwei Straßen weiter, ein alter Bäcker. Mit Brötchen ganz ohne Luftblasen. Dafür mit Warte-Schlangen wie vor 1989. Manchmal zehn, ein anderes Mal fünfzig Menschen im Warte-Kollektiv. Keiner beschwerte sich, alle warteten geduldig, bis sie dran waren. Man hatte ja Urlaub. Und die Brötchen waren´s alle Mal wert.

Noch eine Straße weiter der Fischer. Der letzte mitten im Ort, der noch den eigenen Fang anbietet. Frischer Fisch zum Braten oder frisch geräuchert aus dem Ofen gleich hinterm Haus. Auch hier Warteschlangen, auch hier geduldig Wartende. Denn sie wissen ja, was sie tun, wofür es zu Warten lohnt. Wir wissen es jetzt auch. Und freuen uns schon aufs nächste Mal Warten.

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