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Kuck mal, wer da zu Oktern beim Erdbeben mit Sindbad am Airport bei American Pie spricht

Oktern (Emil Steinberger) steht bevor und viele fragen sich mal wieder: Familie oder Fernsehen, Fernsehen oder Familie. Also ich würde mich in diesem Jahr fürs Fernsehen entscheiden. Wieder einmal haben die Sender in die tiefsten Klamottenkisten gegriffen, um auch den letzten Ostergläubigen zu läutern.

Allen voran VOX. Pünktlich zur “Feier Auferstehung Jesu Christi, nachdem dieser den Tod überwunden hat”, beginnt der Sender sein besinnliches Feiertagsprogramm bereits am Karfreitag in der Früh. Start ist um 5.05 Uhr mit “Erdbeben” (1974), gefolgt vom Katastrophenfilm “Airport” um 7.05 Uhr (1970). Weil das noch nicht reicht, folgt um 9.45 Uhr “Airport 75 – Giganten am Himmel” (1974) sowie im Anschluss eine weitere Katastrophe: “Airport 77 – Verschollen im Bermudadreieck” (1977) um 11.50 Uhr. Der Vormittag am Karfreitag ist also gerettet.

Dann könnte man langsam aber sicher zu SAT1 wechseln. Hier beginnt um 14.50 Uhr “Kuck mal, wer da spricht” (1989). Danach folgt um 16.40 Uhr “Kuck mal wer da spricht 2″ (1990 – die Filme werden merklich jünger). Und weil es gerade so schön ist, sehen wir uns um 18.20 Uhr noch “Kuck mal, wer da jetzt spricht” (1993) an. Wer das Pech hatte, diese drei Spitzenfilme zu verpassen, muss sich nicht ärgern. SAT1 bringt alle drei in der richtigen Reihenfolge noch einmal am Ostermontag. Dann allerdings für Frühaufsteher bereits ab 7.15 Uhr.

Zurück zum Karfreitag. Der Tag ist geschafft. Was bringt uns der Abend? Da würde ich RTLII empfehlen. Um 20.15 Uhr startet der Kracher “American Pie 2″, gefolgt von “American Pie – Jetzt wird geheiratet” um 22.10 Uhr. Interessant geht es weiter. Direkt danach beginnt um 0.05 “American Pie 2″, gefolgt von “American Pie – Jetzt wird geheiratet” um 1.55 Uhr. Abwechslungsreicher kann man sich ein Abendprogramm wohl kaum wünschen.

Die Gesamtauswahl ist natürlich noch viel größer. Nur die Filme sind dann noch etwas älter. Kabel eins beginnt sein Okterprogramm am Karfreitag um 6.10 Uhr mit einer “Robin Hood”-Verfilmung von 1958, gefolgt vom “Dschungelbuch” aus dem Jahre 1942 um 7.45 Uhr. Weiter gehts mit “Jason und die Argonauten” von 1963. Dann wird´s spannend. Um 11.30 Uhr beginnt “Sindbads siebente Reise” von 1958, selbstverständlich im Doppelpack mit “Sindbads gefährlichen Abenteuern” um 13.05 Uhr von 1973 (na immerhin). Nun muss man sich nur noch entscheiden…

Tätowierte Legastheniker und doofe Nutten

Ein leicht verschnupfter aber freier Vormittag verleitete mich einmal wieder zum TV-Zapping. Doch wo ich auch hinzappte, überall sah ich die gleichen Gesichter, die gleichen Figuren. Ein “schlimmer Verdacht” (RTL) drängte sich auf: Ist inzwischen das Vormittags-Prekariats-TV eine einzige Sendung? Mit unterschiedlichen Kulissen?

Da war zuerst diese eine fette Frau, die mit der anderen dicken Frau die Wohnung und den Mann und die Kinder tauschte.Und beide hatten ein großes Problem. Ein Problem mit der Küche. Denn die eine Fette kannte sich in der Küche nicht aus, weil sie sich und ihrer Familie mit ihrem schmalen Hartz-IV-Etat nur Fastfood leisten konnte. Die andere Dicke konnte auch nicht kochen, weil sie dazu bei sich eine Haushaltshilfe hat. Nun standen beide recht blöd und dicke da.

Nur einen Sender weiter war dann die eine fette Frau in einer ganz anderen Sendung zu sehen. Sie saß vorm TV-Gericht als mutmaßliche Täterin. Der Vorwurf der Staatsanwältin (die ich wiederum in der Tausch-Sendung als irre Tochter der fetten Frau gesehen hatte): Die Dicke habe mit einer Pfanne ihre Schwiegermutter erschlagen wollen, um an das Versicherungsgeld zu kommen, mit dem sie ihre Auswanderung nach Kanada bezahlen habe wollen.  Das aber bestritt die Dicke mit der Begründung, gar nicht zu wissen, was eine Pfanne sei, weil sie doch gar nicht kochen könne (was Insider natürlich schon aus der anderen Sendung wussten). Und außerdem wolle sie nicht nach Kananda, sondern nach Norwegen auswandern. Weil, das sei doch landschaftlich und sprachlich eh das gleiche, aber eben nicht ganz so weit.

Noch einen Sender weiter sah ich dann die bebrillte Richterin, den tätowierten Mann der fetten Frau und auch den Rest der Zeugen aus dem Gerichtssaal von eben wieder. Alle saßen, von Kameras beobachtet, in einem Wohn-Container und schrien sich mehr oder weniger die ganze Zeit an. Dazu gesellten sich noch ein paar asoziale Schläger und ein, zwei Prostituierte. Alle hatten eins gemeinsam: Das Nicht-Beherrschen auch nur einer Sprache. Asoziale, dicke, tätowierte Legastheniker und doofe Nutten beim täglichen Versuch, sich mit den wenigen Worten, die sie beherrschen, gegenseitig zu beleidigen. Da schlägt das Herz eines jeden Hellersdorfer Plattenbau-Prekariaten höher.

Genug davon, dachte ich mir, und schaltete auf den erstbesten GEZ-Bezahl-Kanal. Um was zu sehen? Genau, auch hier die gleichen Fratzen. Die Fette, die Richterin, den Tätowierten, die Staatsanwältin, die Nutte, den Mann der fetten Frau, die Tochter der dicken Frau sowie deren Haushaltshilfe. Nur diesmal nicht beim Partnertausch sondern beim Gänseschmaus. In der Super-Duper-Mega-Koch-Show.