Der Osten zeigt, wo es lang geht

Während sich Deutschland nur noch für Chilenisches Metall, Popstars und die Kapriolen eines schweizerischen Wetterfrosches interessiert, haben gewitzte Ost-Unternehmer die Gunst der TV-Glotzstunden genutzt. Als im Fersehen bei parallelen Live-Schaltungen Gerichtsverhandlung, Klimavorghersage, Frauentausch und Minenarbeiter-Rettung liefen, filmte Laura Jedebuisch aus Halle die ganze Stadt. Nach Berlin Street View, was in der Hauptstadt schon für Furore sorgte,  gibt es somit nun auch Halle Street View. Nachdem immer mehr, plötzlich vom Foto getroffene, Deutsche nicht wollten, dass man ihre schmutzige Wäsche und nciht versicherten Luxuskarossen auf Google-Street-View sieht, ergreifen nun andere Deutschewie Jedebusch  die Initiative und filmen selbst.    

„Nur weil hier kaum noch Menschen leben und diese Menschen dann auch nicht über so viele Smartphones und Computer verfügen, klinkt sich Google einfach aus der Einbeziehung alter Kulturstädte wie Halle in sein Street-View-Projekt aus“, ärgerte sich Jedebusch, eine schmucke Brünette, der man die beinharte Geschäftsfrau im ersten Moment kaum ansieht, auf dem Straßen- und Kachelmann-Überwachungsportal ppq. Da zeigt doch der Osten wieder einmal, wo es langgeht.

Besonderes interessiert, an Jedebusch und ihren Filmen, sind nun die Genossen und Brüder vom Stammtisch „Operativer Einsatz“. „Dit müssen wir nutzen. Da ha ick och noch alte Kontakte“, bemerkt Günter P., Stasi-Major a.D. beim dritten Pils in der „Frohen Aussicht“. Und erinnerte seine Stammtisch-Genossen damit an Operation Mimi. P. weiter: „Karl-Jünta heißta. Der war damals unsa Mann in der Eissporthalle an der Peißnitz. Hatte Kellna und Jäste in der Gaststätte Pirouette als operative Ziele. Gleich jejenüba von unsa Einsatzzentrale an der Saale, damals.“ „Juta Mann. Deckname Saaleaue“, erinnert sich auch Stasi-Strateje Herbert K., der Karl-Günter kennengelernt hatte, als beide sich ihre ersten Stasi-Sporen als Informanten bei Kirchentreffen auf dem Petersberg bei Halle verdient hatten.  „Also, schnellstens Kontakt aufnehmen. Und bitte üba die alten Weje“, mahnt Ex-NVA- Oberstleutnat Eberhard W., der Handytelefonaten und E-Mails immer noch nicht traut, seine Stammtisch-Genossen. „Und Du, Herbert, kümmerst Dich um die Personaljen diesa Jederbusch, oder wie die heißt. Also wie imma: Schlechte Anjewohn heiten, wechselnde Sexpartna, na du weest schon.“ „Klar“, antwortet Herbert und hebt das Glas in die Runde. „Und wenn wa nüschd finden, dann sorcht Jünta dafür, dat wir wat finden. Prost, Jenossen!“

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