Loorke (BlaWüLo)

„Jibds hier irjendwo n Becher Loorke?“ Fragte jüngst ein aus Bad Dürrenberg Angereister am Morgen nach einem vergnüglichen Himmelfahrtsabend, bzw. nach jener Himmelfahrtsnacht. Einige schauten verdutzt und fragend, andere wiederum nickten wissend in Richtung Küche. Dort fand unser Freund einen Becher (eine Tasse) und auch die Loorke-Mach-Maschine, den Kaffeeautomaten. Lorke, endlich wieder ausgekramt aus dem Deutschen Demokratischen Wortgut (DDW). Loorke (auch Lorke) fand früher und findet auch heute noch Anwendung für schlechten, dünnen, ungenießbaren, kalten, versauten, zu heeßen oder auch widerlich schmeckenden Kaffee. Oder auch manches Mal für den „juden alden Malzkaffe“. Kaffe, nicht Kaffee. Was man glücklicherweise heute eher selten findet, es sei denn, man bestellt sich Kaffee in ner Imbissbude, war in den alten Ost-Zeiten doch eher mal die Regel. Und deshalb wurde mit so mancher Loorke auch nicht lange gefackelt. „Mach ma n Schuss in de Loorke, das Zeich gann ja geener so saufn“, hieß es dann oft. Und schon waren neue Getränke geboren: WoLo (Wodka-Loorke), WeiLo (Weinbrand-Loorke) oder auch, in ganz miesen Zeiten, BlaWüLo (Blauer-Würger-Loorke). Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte in der bpb-Serie Deutsches Demokratisches Wortgut.

Weitere Schätze aus dem DDW:

Mokchen; Schichtbrot; Aast; Schnongs, Runksen, Hornzje

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