Berlin glüht auf

Da hat sie uns nun wieder. Die Weihnachtsmärktezeit in Berlin. Und da hatten wir noch nicht einmal den ersten Advent, kein Lichtlein noch nicht brennt. Im Gegensatz zu den Märkten. Da glitzert und fackelt alles. Budenzauber nannte sich das, als ich noch als Schlosser bei der HO jedes Jahr den Erfurter Weihnachtsmarkt mit aufbauen durfte. Buden wegen der Buden, klar. Zauber wegen der Fertigkeiten, die wir haben mussten, um jene Marktbuden Jahr für Jahr wieder aufzubauen. Denn statt sie vom Bratwurstfett zu reinigen, bekam so manche Rückwand jährlich eine neue Farbschicht. Und wurde dadurch entsprechend schwerer. Mal angesehen davon, dass die Wände irgendwann nicht mehr zusammen passten. Der Vorschlaghammer war deshalb unser meist gebrauchtes Werkzeug. Beim Budenzauber der HO. Aber ich schweife ab.

Jetzt sind die Buden alle schick. Wenn man sich auch über die eine oder andere Tanne oder Bude streiten könnte. Aber der Mensch freut sich, wenn er bei Minustemperaturen und im Idealfall weißer Schneepracht seinen Glühwein schlürfen darf. Eines der wenigen Dinge, die auch mich in der Advents- und Weihnachtszeit erfreuen. Den Rest könnte man weglassen. Aber darum soll es heute nicht gehen. Heute geht es ums Glühen. Genauer ums Glühweintrinken. Das früher einfach und schön war. Denn früher gab es Glühwein. Mit oder ohne Schuss. Basta. Da hat das Glühen noch Spaß gemacht. Das ist leider Weihnachtsgeschichte. Heute gibt es, so werben die Märkte, viele Sorten. Was für Sorten? Warum? Ich hab es mir (nur) angesehen. Zum Glühen war es zum einen noch etwas früh. Und zum anderen: Wer will sowas?

Also natürlich gibt es Glühwein. Den richtigen von früher. Der heißt nun „Klassik“. Dann gibt es aber noch Kirsch-Glühwein. Und Heidelbeer-Glühwein, Dornfelder-Glühwein, Holunder-Glühwein, Erdbeer-Glühwein, Schlehen-Glühwein – und, mein absoluter Favorit, der mir jeden künftigen Weihnachtsmarktbesuch endgültig versaut, Glühwein aus Weißwein. Richtig gelesen! Glühwein aus Weißwein. Aber damit nicht genug. Der Höhepunkt sind die wunderbaren Apfelkreationen, die allein in Berlin angeboten werden. Wahrscheinlich ist überall das Gleiche drin. Nur der Name, der ist anders. Es gibt: den Glüh-Apfelwein, den Apfel-Glühwein, den Apfel-Glühpunsch, den Apfelpunsch-Glühwein, einen Glühpunsch-Apfelwein, einen Apfelpunsch, einen heißen Apfelwein, natürlich einen Äppelglühwoi wie auch einen Äppelwoipunsch,  einen Apfel-Heidelbeer-Punsch sowie den heeßen Äppelwoi. Prima. Da wird einem warm ums Herz. bei soviel Apfelherzlichkeit. Nur trinken, trinken mag ich ihn nicht. Ich will Glühwein. Mit viel Schuss. Damit ich das alles ertragen kann. Ich geh gleich mal los.

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Eine Antwort zu “Berlin glüht auf

  1. Glühweißwein? Klingt verlockend.

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