Gewicht > IQ oder: Woher der Hass wirklich kommt

Das Schöne an freien Tagen mitten in der Woche sind die freien Tage mitten in der Woche. Alle anderen sind schuppern oder klechen und man selbst kann sich eine ruhigen Tag gönnen. Zum Beispiel mit einem heißen Bad nach dem Besuch der Schwimmhalle. Die, nebenbei bemerkt, zu Tageszeiten in der Woche auch etwas leerer ist als zu den verbilligten Früh- oder Spätzeiten, wenn die Nazi-Opas und ihre schwergewichtigen, frisch eingedieselten, Freundinnen auf den Schwimmbahnen im Wege stehen. Nur hier und da ein verirrter Senior in Rückenlage auf dem diagonalen Weg durchs Schwimmbecken.

Das Schlechte an freien Tagen mitten in der Woche ist das schlechte TV-Programm. Wobei das nicht unbedingt vom Tag abhängt. Weil es ja eher ein Dauerzustand ist. Aber besonders an Wochentagen kommen Sendungen im deutschen Fernsehen, die mir sehr suspekt und vor allem zuwider sind. Sendungen, die ich, bisher zumindest, nicht verstanden habe. Beziehungsweise hatte ich bisher den Sinn nicht wirklich verstehen können. Oder wollen. Vor allem bei den sogenannten Reality Soaps war mir lange Zeit unklar, warum jene produziert und ausgestrahlt werden. Und was dahinter steckt. Nun hab ich es aber kapiert.

In jener Reality Soap, die ich mir, an meinem freien Tag, angesehen habe, befinden sich Menschen, deren Intelligenzquotient weit unter ihrem Körpergewicht liegt, in fernen Ländern, die sie auf normalen Weg nie hätten erreichen können, und sollen sich dabei nach Regieanweisung so verhalten, als würden ihre unbeholfenen Bewegungen und ihre unterbelichteten Dialoge mit eben solchen (aber meist schlankeren) Ureinwohnern des jeweiligen Landes, echt sein.  Was natürlich komplett daneben geht. Weil sich unterbelichtete, übergewichtige Sozialempfänger und unterbezahlte arbeitslose Einheimische vor der Kamera natürlich nicht natürlich verhalten können. Sollten sie das doch einmal tun, fällt es nicht weiter auf. Denn man nimmt jeder und jedem ab, die und der da mitmacht, dass sie pder er oder sie alle sich im normalen Leben genauso idiotisch verhalten würden.

Und es funktioniert. Denn sie passen ins Konzept. Weil die Zuschauer, die nicht nach spätestens fünf Minuten genervt umschalten, jene sind, die zwar genauso fett und unterbelichtet sind wie die, die so tun, als ob sie nur so tun würden, aber eben nicht so tun dürfen. Ist ja nicht schlimm. Schlimm ist, dass jene, die das sehen, was die da unten am Mittelmeer tun, bzw. was die da im TV vorgeben, zu tun, denken, das wäre die reale Welt. Da unten, in Südeuropa. Und dann fragt sich die Politik, und der Verfassungsschutz, woher bei manchen Bevölkerungsgruppen eine gewisse Distanz zu Ausländern herkommt. Ja, woher kommt denn dieser Hass? Nicht nur aus der DDR. Das weiß ich nun. Denn ich habe die wirklich wahren Reality Soaps gesehen. Danke, RTL2!

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