Was für ne Scheißkarre

Ich war, mal wieder, warum auch immer, mit der Bahn unterwegs. Es muss wohl ein kurzer Augenblick geistiger Umnachtung gewesen sein, als ich mich dazu entschlossen hatte. Berlin – Dessau. Dessau – Berlin. Keine Strecke. Eigentlich. Es sei denn, man ist mit der Deutschen Bahn P1050527unterwegs. Am Sonnabend nach Dessau mit der Regionalbahn. Nur zwanzig Minuten Verspätung. Alles im grünen Bereich also. Wenn man nicht zum Anschluss-Zug muss. Musste ich nicht. Ich war zum Geburtstag in Dessau, eine schöne Party im Bauhaus. Sonntag dann retour. Um 13.09 Uhr sollte der Zug abfahren. Da war aber kein Zug zum Abfahren. Nicht einsteigen. Stand am Zug. Und auch auf der Bahnhofsanzeige. Die Leute dort stiegen aber trotzdem ein. So auch ich. Schließlich war es die richtige Zeit und der richtige Bahnhof. Im Zug kein Licht. Keine Anzeige. Zehn Minuten nach geplanter Abfahrt kam dann ein Lokführer und ein Schaffner. Das Licht ging an. Die Anzeige auch. Einer der Fahrgäste fragte den Schaffner: Fährt dieser Zug nach Berlin? Ja. Antwortete der Schaffner. Wenn er fährt, dann fähret er nach Berlin. Wenn er fährt? Wie sollen wir das verstehen? Fragte ich. Tja, wenn ich das wüsste. Sagte der Schaffner.

Zwanzig Minuten nach der geplanten Abfahrt setzte sich dann das Bombardier-Gefährt vom Typ Talent 2 (der Name sagt nicht alles) in Bewegung. In Richtung Berlin. Erst langsam. Dann etwas schneller. Zwischendrin kam der Schaffner. Nicht aber um Tickets zu kontrollieren. Sondern um an zwei Türen Schilder zu befestigen. Tür unbenutzbar. Stand darauf. Nun, das sollte der Fahrt keinen Abbruch tun. Tat es dann aber doch. Mitten auf der Strecke. Stillstand.Da wurde es dann langsam unruhig im Zug. Ein paar dörfliche Ökomuttis samt Kinderschar bedauerten es sehr, dass sie „so etwas wie Handys“ nicht hatten. Sonst hätten sie nun auf dem Ökokinderweihnachstmarkt in Berlin anrufen können. Um zu sagen, dass es später wird. Aber eine Nummer hätten sie sowieso nicht gehabt.

Dann kam der Lokführer aus seinem Führerstand nach hinten gelaufen. Unterdessen war die Verspätung auf eine Stunde angewachsen. Er schüttelte leicht mit dem Kopf und sagte in die nun nicht mehr so fröhliche Adventsreisegruppenrunde: Was für ne Scheißkarre. Und ging wieder nach vorn. Bis Michendorf hat er es noch geschafft. Dort war dann endgültig Schluss. Dieser Zug fährt wegen einer technischen Störung nicht weiter. Sagte der Schaffner über die Lautsprecher. Die noch funktionierten. Voraussichtlich in einer halben Stunde gehe es mit einem anderen Zug weiter. Ging es aber nicht.

P1050530Ein Zug der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (es ist nicht alles schlecht) hat dann die meisten Liegengebliebenen aufgenommen und uns sicher bis Wannsee gefahren. Dort stiegen dann die meisten M;itgenommenen in die S-Bahn Richtung City um. Einige jedoch schafften die Bahn nicht. Sie standen vor der falschen S-Bahntür. Tür unbenutzbar. Stand daran. Dabei hätten sie es doch wissen müssen.

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5 Kommentare zu “Was für ne Scheißkarre

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