R.I.P. Paco

Es war Mitte der 80er. In Erfurt. Die Partywohnung von Freunden hatte ihrem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und am Morgen danach lagen geschätzte zwanzig bis dreißig trunken-verschlafene Leute in der Wohnung in ihren Schlafsäcken. Bei dem einem im Zimmer, bei dem anderen. Und auch im Flur, der, so groß wie manche Bar, mit Tresen, zu besten Zeiten gefühlte 100 Gäste aufnehmen konnte. An einem Morgen jedenfalls, es war ein Samstag, die Party also noch lange nicht vorbei, legte einer der beiden Wohnungsmieter „Friday Night In San Francisco“ auf den Plattenteller. Nach und nach wurde die Partygemeinde wach. Was ist das? Das geht doch nicht. So schnell kann man nicht spielen. Oder doch?

Besonders beeindruckt, ich werde es nie vergessen, war einer der Musikerfreunde. Selbst Gitarrist, und kein schlechter, saß halb noch in seinem Schlafsack, rieb sich Augen (und wahrscheinlich besonders die Ohren), sah zu mir herüber und sagte: „Ich schmeiß meine Klampfe weg. Am besten gleich hier in den Ofen.“ Er hat es nicht getan. Spielt auch heute noch in ner Band. Hört auch heute noch „Friday Night In San Francisco“. Auf so mancher Party. Und nun ist Paco gegangen. Wieder einer der Guten, der zu früh diese Welt verlässt. R.I.P. Paco!

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