Archiv der Kategorie: Gelesen & Gehört

GENQUOTIENT 8713

Liebe bpb-Leser, es gibt Neuigkeiten zu meinem Buch: Der Titelschutz ist durch, ich kann den Titel also schon einmal verraten: „Genquotient 8713“.  Dahinter verbirgt sich ein Code, der die Identität schützen soll. Aber auch der ist in der heutigen Zeit nicht mehr sicher… Zudem gibt es „hot codes“ und „cold codes“. Dazu später jedoch mehr…

Auch das Cover ist noch weiß bzw. grau. Aber auch da wird fleißig dran gearbeitet. Außerdem kamen einige Anfragen: Was machst Du jetzt eigentlich? Wo doch dein Manuskript beim Verlag liegt und der sich um alles Weitere kümmert? Immerhin sind es ja noch fünf Monate bis zum Erscheinendes Buches. Nun, die Frage kann ich relativ schnell und leicht beantworten: Ich schreibe an Teil zwei. Das Gerüst des zweiten Buches steht schon lange, auch habe ich das Ende schon vor einiger Zeit geschrieben (wie ich auch beim ersten Buch zuerst das Ende geschrieben hatte). Nun sollte ich eigentlich vorn beginnen und mich zum Ende hinschreiben. Das funktioniert bei mir allerdings, wie auch schon beim ersten Teil, nicht so richtig.

An manchen Tagen habe ich eine Idee, wie die eine oder andere Szene ablaufen könnte, die sich aber nun einmal nicht am Anfang des Buches, sondern eher in der hinteren Mitte abspielt. Also schreibe ich das auf und füge es dann später, wenn ich jene Stelle erreicht habe, dort ein. Natürlich wird die Szene dann nicht mehr komplett passen, weil sich die Story anders entwickelt hat, als es ursprünglich geplant war. Aber so ist das, wenn ich schreibe. Andere mögen es anders machen. Ich bleibe bei meiner Art. So komme ich auch recht gut voran, am Jahresende werde ich mit der ersten Fassung fertig sein. Dann aber gibt es zunächst einmal Wichtigeres: Lesungen, Lesungen, Lesungen. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

Ding des Monats

Aus dem Tagespiegel-Ckeckpoint vom 6. Juli 2017:

Das war zu erwarten – es gibt Krach ums Klo: Der Senat verschiebt das Konzept zur Finanzierung der öffentlichen „City Toiletten“ (sollte im Juli fertig sein) auf September. Bisher betreibt die Firma Wall ihre 175 Häuschen kostenlos für das Land und vermarktet im Gegenzug kostenlos Werbeflächen des Landes – ein gutes Geschäft. Da dachte sich der Senat: Das können wir doch selbst! Zumal ja auch die Schulklos im Land Berlin schon seit Jahren so fantastisch in Schuss sind. Also wurde der Wall-Vertrag gekündigt – und schon ging der Ärger los: Wer macht was und was machen die Bezirke, wer kümmert sich – und wer kassiert? Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey fasst den aktuellen Stand der Debatte so zusammen: „Ich möchte nicht, dass wir einen Toiletten-BER bekommen“ (Zitat: „B.Z.“) – das klingt dann auch noch nach zusätzlichen Problemenmit der Entrauchungsanlage.

Erinnert an damals, als der Senat auf die Idee kam, den Bau des Flughafens selbst zu koordinieren.

Nur eben keine Westautos

Freitagabend in der „Frohen Aussicht“ in Marzahn-Hellersdorf. Wirtin Karin hat viel zu tun, das Lokal ist voll und im Hinterzimmer hat sich der Stammtisch Operativer Einsatz eingefunden. Walter Z. (78), der alte Plattenbau-IM, der einstige Führungsoffizier Herbert K. (75), Günter P. (77), Major a.D. des Ministeriums für Staatssicherheit, NVA- Oberstleutnant a.D. Eberhard K. (80)  und natürlich Illjuschin (Alter und Nachname unbekannt), der Kopf der alten Kämpfer. Seit einem Jahr ist Franz D. (81) dabei, einst Generalmajor des Ministeriums für Staatssicherheit und dort enger Mitarbeiter Schalck-Golodkowskis in der AG BKK (Arbeitsgruppe Bereich Kommerzielle Koordinierung) im Zuständigkeitsbereich der Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. D. war nach dem Tod seiner Frau vor zwei Jahren nach Berlin gezogen und hatte in alten Akten (die er 1989 persönlich gerettet hatte) herausgefunden, wohin man in Berlin als alter Stasi-Kämpfer ziehen muss: fußläufig zur „Frohen Aussicht“.

„Karin, mach mal ne Runde auf meinen Zettel“, sagt Franz D. ganz im alten Befehlston, den er sich partout nicht abgewöhnen kann. Die Wirtin kennt das aber und hat sich längst daran gewöhnt. Dafür schauen ihn alle anderen OE-Stammtischler verwundert an. „Wat n mit Dir los, Franz? Haste im Lotto jewonnen?“, fragt Walter Z. „Oda jibs die Runde uff dein neues Auto. Ick habs jestan jesehn. Schämste dir wenigstens ein bisschen?“, fügt er an. Franz D. nickt. „Zu meiner Verteidigung: Ich habe es nicht gekauft. Es ist ein Erbstück.“ Eberhard K. schüttelt ungläubig den Kopf. „Wat und vor allem von wem willst du denn erben? Mit deinen 80 Lenzen?“ Bevor Franz D. antworten kann, kommt Karin dazwischen und stellt sechs 0,3er Pils und sechs einfache Nordhäuser Doko auf den Tisch. „Alles auf mich“, sagt Franz D. und schiebt seinen Bierdeckel an den Tischrand, damit Karin die Runde anstreichen kann.

„Also, dann auf deine Schande“, sagt nun Illjuschin, der sonst wenig sagt oder eigentlich gar nichts. Es gibt jedoch Themen, da kann er sich nicht zurückhalten. „Naja, Schande ist wohl ein bisschen übertrieben, oder? Und jetzt erst einmal Prost“, sagt Franz D, der dabei an das Auto denkt, das seit drei Tagen ihm gehört. „Eine Cousine im Westen hat mich als Erben eingesetzt, da ich ihr letzter Verwandter war“, begründet Franz D. nun die Neuanschaffung. „Du meinst Klara?“, hakt Günter P. nach. „Die meine ich. Aber woher kennst du denn die Klara?“, fragt Franz D. und wird sich im gleichen Moment wieder bewusst, mit wem er am Tisch sitzt. Günter P. runzelt die Stirn. „Klara, geborene Schultze, verheiratete Peters. Keine Kinder. Lehrerin für Staatsbürgerkunde und Geschichte an der Polytechnischen Oberschule Klement Gottwald in Halle Neustadt. 1992 Republikflucht, also Umzug nach Rendsburg. Richtig, oder?“ fragt Günter P. und klopft dabei Franz D. auf die Schulter. „Wir wollen doch wissen, mit wem wir am Tisch sitzen“, sagt Herbert K. und zwinkert Franz D. zu.

„Und wat willste nun damit machen? Mit dem Westauto?“, fragt jetzt Walter Z. und zeigt mit dem halbleeren Bierglas auf Franz D. „Äh, ich werde, ähm, den Mercedes natürlich schnellstmöglich verkaufen. Und der Erlös, ähm, wird zum Teil, ähm, in die Stammtisch-Kasse fließen“, stottert Franz D. und bestellt zum Zeichen seiner Einsicht noch eine Runde Pils und Doppelkorn für die Lada und Saporoshez fahrenden Genossen vom Stammtisch Operativer Einsatz. Ein Stammtisch, bei dem fast alles (aus dem Osten) erlaubt ist. Nur eben keine Westautos.

Mehr vom Stammtisch gibt es hier.

 

Keep on rockin´ in (for) a free world

Aus aktuellem Anlass #freedeniz

Zehn Jahre berlinpankowblogger

Irre. Unglaublich. Nicht zu fassen. So etwa dachte ich neulich, als mir bewusst wurde, dass mein Zehnjähriges näher rückt. Nun ist es soweit: Heute vor zehn Jahren ging berlinpankowblogger online. Wahnsinn. Zehn Jahre, in denen viel passiert ist in der Welt, in Deutschland, in Berlin. Zehn Jahre, in denen sich mein Blog entwickelt und gewandelt hat. Bevor ich anlässlich dieses Jubiläums ein paar Statistiken posten möchte – Vielen Dank allen Lesern und besonders den Stammlesern, die mir die Treue gehalten haben!

Zehn Jahre berlinpankowblogger – das sind knapp 400.000 Besuche, also im Schnitt etwa 40.000 pro Jahr. Wobei es klein anfing. 2007 freute ich mich über 1843 Besuche, ein Jahr später waren es schon 18.738. So steigerte sich das weiter bis zu 80.000. Pro Tag kommen hier zwischen 150 und 500 Leser vorbei. Ich habe 1307 Beiträge verfasst, eine Liste der Top 10 steht unten. Wie viel ich inzwischen über Reisen poste, zeigt die Topliste der Suchwörter, mit denen mein Blog gefunden wurde: Platz eins geht an New York (12.159 Suchanfragen), zwei an San Francisco (6108), Rang drei an „Regenbogen“ (3045). Insgesamt gab es 175.432 Suchanfragen im Netz, die hier endeten.

"New York" - über 12.000 Leser fanden mit diesem Suchwort zu meinem Blog

„New York“ – über 12.000 Leser fanden mit diesem Suchwort zu bpb

In den Jahren habe ich insgesamt fünf Designs bzw. WordPress-Themes ausprobiert, das aktuelle gibt es jetzt unverändert seit sieben Jahren. Ich habe 943 Follower, die Hälfte hier per RSS-Feed, die anderen bei Facebook und Twitter.  Als ich anfing, hieß das noch Weblogbuch und eigentlich sollte Block330 mein Hauptblog werden. Nun, es ist anders gekommen. Zu meiner Medien– ähm Blog-Gruppe gehören außerdem noch der berlinpankowknipser und seit einem Jahr das Online-Magazin Yachtblog – mein neuestes Projekt, das ich gemeinsam mit einem Freund betreibe. Hier aber nun ein Prosit! sowie die Top 10 der bpb-Leser:

  1. Kannst Du „Als ich wie ein Vogel war?“
  2. Freitags
  3. Kasse mit 465
  4. Ins linke Licht gerückt
  5. Als Penner
  6. Food Koop – Shoppingparadies & Arbeitshölle
  7. Radulf-Kevins Kinderkotze
  8. …und keiner fragt nach Bruno Gröning
  9. Badekappe Pflicht
  10. Ich bin so wild nach deinem Erdbeerhof

Vermisst: Der Kiezneurotiker

kiezneurotiker_offline_01Wer hat den Kiezneurotiker gesehen? Also seinen Blog? Seit ein paar Tagen, oder vielleicht auch schon länger, ist sein Blog nicht mehr zu finden. Dort, wo einst die besten Gastro-Kritiken der Stadt standen, wo mit spitzer Zunge das Kiezleben in Prenzlauer Berg verfolgt und dokumentiert wurde,  wo immer wieder auch meine Posts verlinkt wurden – da ist nichts mehr zu lesen, nichts mehr zu sehen.  Der Kiezneurotiker hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern regelmäßig meine düsteren Tage gerettet.  Doch nicht nur das. Zwischen berlinpankowblogger und kiezneurotiker gab es eine, zumindest aus meiner Sicht, besondere Beziehung. Nicht nur, dass wir uns regelmäßig verlinkt haben. Wir hatten haben ähnliche Interessen, was gastronomische Einrichtungen und Urlaubsziele betrifft. So waren wir 2015 zur gleichen Zeit in Binz, ohne uns jemals zu begegnen. Allein anhand geposteter Fotos mussten wir feststellen, dass wir beide auf Rügen sind. Auf eine persönliche Begegnung habe ich seitdem immer wieder gehofft. Leider ist es nie dazu gekommen. Wo bist Du? Melde Dich doch mal. Viele Leser vermissen Dich und Dein Blog!

Edit: Es gibt (unbestätigte) Informationen, nach denen der kiezneurotiker seine Blogposts als eBook herausbringen wird und das Blog deshalb offline ist.

Alle Jahre wieder

Sehr geehrte Damen und Herren, Vollpfosten, Idioten, Blödmänner, rechte & linke Spinner + der Rest vom asozialen Hass-Volk: Auch zum Ende des Jahres 2016 wieder einmal ein Hinweis in eigener Sache. Wer hier etwas kommentieren möchte, muss sich an Regeln halten. Keine besonderen, nur die ganz normalen Regeln im Umgang mit ganz normalen Menschen. Mir ist bewusst, dass dies viele von Ihnen und von Euch überfordert. Es ist eben nicht so einfach, ohne Schulabschluss, ohne jemals Zeit in der wahren Arbeitswelt verbracht zu haben,   nach über zehn Jahren Frauentausch auf RTL auch nur einen Satz geradeaus zu schreiben. Sollten Gebildete unter Ihnen sein: um so schlimmer. Hass-Tiraden und dumme Sprüche könnt Ihr weltweit in den sozialen Netzwerken hinterlassen. Jedoch nicht hier. Dies ist mein Blog, hier gelten meine Regeln. Ihr habt ja noch nicht einmal den Arsch in der Hose, eine gültige Mailadresse oder einen richtigen Namen zu hinterlassen. Ihr traut Euch das nur anonym. Kein Arsch, keine Eier, kein Rückgrat. Nichts. Ein besonderer Hinweis an jene(n), die/der mich hier immer mal wieder als „Zecke“ bezeichnet (ROFL): Ich empfehle Ihnen dazu ein Expertengespräch. Eine Liste derer finden Sie hier:

http://www.psychiatrie-in-berlin.de/mitglieder.php

9½ Wochen – ähm – Jahre

elbphil_03Neuneinhalb Jahre hat der Bau der Elbphilharmonie in Hamburg gedauert. Das sind sechs Jahre mehr als geplant. Man hat also die Bauzeit in etwa verdreifacht. Was aber gar nichts ist im Vergleich zu den Baukosten: 787 Millionen statt 77 Millionen Euro. Das ist mehr als das Zehnfache. Ich nehme das jetzt mal persönlich und rechne das auf meine Arbeit um: Ich bekomme von einer Firma den Auftrag, einen Text für deren Webseite zu schreiben. Ich habe dafür eine Woche Zeit und bekomme 500 Euro. Im Normalfall wäre der Text nach drei Tagen fertig für Korrekturen und spätestens am Tag fünf fertig zur Abgabe. Alles gut, zwei Wochen später sind 500 Euro auf meinem Konto.

Im Falle der Elbphilharmonie würde das anders aussehen: Nach einer Woche würde ich meinen Auftraggeber um Aufschub bitten und würde gleichzeitig mein Honorar auf 1000 Euro aufstocken, da ich nun viel mehr Zeit brauche. Eine weitere Woche später teile ich der Firma mit, dass ich noch nicht fertig bin und weitere 1000 Euro verlange.  Der Text wird dann erst nach drei Wochen fertig, mein Honorar liegt inzwischen auch etwas höher. Mein Auftraggeber freut sich jedoch über den fertigen Text und überweist ohne Einwand und Beschwerde 5123 Euro auf mein Konto. So lässt´s sich arbeiten und leben. Ließe.

Tschüss Manne

Auf dem Weg zu meinen Großeltern in Mühlanger bin ich mit meinen Eltern etliche Mal durch Coswig gefahren. Dort, in der Ortsmitte, haben meine Eltern immer wissend genickt und zum Marktplatz geschaut. Als Kind habe ich es nie so richtig verstanden. Erst später habe ich begriffen, welche Bedeutung der Platz hatte: Dort gab es einen Feuerlöschteich, der in dem Defa-Film „Spur der Steine“ eine Rolle spielt: Die Zimmermänner um Brigadier Hannes Balla, gespielt von Manfred Krug, baden dort nackt, nachdem sie sich in der Kneipe nebenan betrunken haben. Einer der Männer will zunächst nicht mitmachen und meint, das wäre Erregung öffentlichen Ärgernisses. Manne Krug alias Hannes Balla antwortet daraufhin: „Die Ballas sind immer ne öffentliche Erregung. Ob sie sich nun ärgern oder nackend sind.“

Später, als ich dann mit dem Auto meine Eltern in Wittenberg besuchte, nickte ich oft wissend am Marktplatz von Coswig und musste dabei stets an Manne Krug denken. An seine Filme, seine Songs (Gestern war der Ball), seine Geschichte. Nun ist Manne von uns gegangen. Ich werde weiter an ihn denken. Falls ich mal wieder durch Coswig fahre.

Spuk im Schloss

halloween_schloss_01Nein, es handelt sich hier nicht um den Spielfilm von 1947, auch nicht um ähnlich genannte DDR-Serien. Kein Spuk im Hochhaus, nicht unterm Riesenrad, sondern im Schloss. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um Halloween-Spuk im Shoppingcenter „das Schloss“ in Steglitz. Bis Tegel ist es gar nicht sooo weit, aber mit dem Spuk dort hat´s auch nichts zu tun. Dafür spukt es im Steglitzer Schloss ganz gewaltig – und zwar hauptsächlich an der Decke. Von dieser tönt es gruselig in alle Etagen des Centers, Gespenster und Gruselclowns treiben ihr Unwesen. Niemand kann fliehen, niemand kann sich diesem Schauspiel entziehen. Hahahoho… Und dann wartet da auch noch Mister Nee Wollah! 

 

 

Neue bpb-Serie: Wörter mit allen Vokalen in Reihenfolge. Teil 1

Magermilchjoghurt

Bild

So sieht´s aus

pegida_031016Die Zahl der Pegida-Demonstranten am 3. Oktober betrug weniger als ein Prozent der Dresdner.

Heute mal eine Schleuse

Heute gibt es hier mal eine ganz andere Geschichte und ein bisschen Eigenwerbung ist es auch. Das Team unseres neuen Yachtblogs  war letzte Woche in der Mühlendamm-Schleuse in Berlin Mitte zu Gast. Was dabei herausgekommen ist, kann man hier sehen:

Jedes Kind würde schreiend fliehen

Was zeichnet einen Musiker aus, der journalistisch tätig ist? Oder anders gefragt: Was zeichnet einen Journalisten/Blogger aus, der auch Musiker ist? Richtig! Wir Musiker-Journalisten-Blogger können recht gut einschätzen, ob eine Mucke wirklich eine Mucke ist oder eben nicht. On die Musiker Musik machen oder nicht. In den meisten Fällen jedenfalls kann ich das recht gut einschätzen. Außerdem akzeptieren sich Musiker untereinander und respektieren die Arbeit des jeweils anderen.

Darum fühle ich mich jetzt nicht schlecht, wenn ich diesen Song schlecht mache. Denn immer, wenn ich ihn mir anhöre, wird mir übel und auch schlecht. Es begann mit einem leichten Unwohlsein und hat sich unterdessen zum Brechreiz entwickelt. Was soll das? Wie kann man so etwas lächelnd und ohne mit der Wimper zu zucken (das liegt wohl an den Botox-Spritzen) singen/präsentieren/filmen?  Wer hat das zugelassen? Zu so einem heiklen und sensiblen Thema? Und hier geht es nicht um Geschmack und Streitigkeiten. Hier geht´s einfach nur um schlecht (nach)gemachte Musik mit grottigen Reimen und dazu noch einer emotionslosen Sängerin (wie gesagt, das liegt wohl an den Spritzen in Stirn und Kinn und Wangen und und und). Was sagt der (vermeintliche) Absender – der Kinderschutzbund – dazu? Wie konnte der so etwas zulassen? Oder steckt er mit drin? Dann wäre es ein Skandal!

Es beginnt mit dem Beginn: Der Anfang ist geklaut – von CREED. Etwas umgewandelt, damit es nicht sofort auffällt – aber es ist eine Mischung aus On my Sleeve und One last breath.  Produziert von Frank Nimsgern. Da ist der Name wohl Programm (Warum Frank? Warum nur?)  Dann folgt der Text: „Kinder in Not. Augen so groß.“ Sängerin Krause hält dabei ihre aufgespritzte gefühllose Fratze in die Kamera. Jedes Kind würde schreiend vor ihr fliehen.  Und weiter geht´s im 0815-Rockbeatsound: „Kinder ohne Schutz/Die Du behüten musst/Ihr seid nicht allein/Wir öffnen Herz und Heim.“ Sorry, mir grad wieder schlecht. Ich kann nicht mehr. Warum landet DAS nicht auf dem INDEX?  Ich muss schon wieder kotzen. Und doch – meine Lieblingsstelle muss ich noch erwähnen: Ein Kind inmitten von Trümmern (Syrien? Afghanistan? Erfurt vor der Wende? Berlin nach Kriegsende?) zeichnet das Botox-Gesicht der Sängerin… Noch Fragen?

Zitat des Tages

Aus dem Checkpoint (Tagesspiegel) von heute (15.08.16):

„Hanfparade bleibt friedlich“, meldete die Morgenpost am Sonntag. Wer hätte denn was anderes erwartet? Das Zeug wirkt ja auch verboten gut.