NYC 2+3+4

NYC 2+3+4

Tag zwei. New York

Die beste Nachricht zuerst: Wir haben unser Gepäck wieder. Entgegen dem Chaos auf dem Flug hierher verlief mit dem Gepäck dann alles easy. Lufthansa kündigte an, unsere Koffer am nächsten Morgen zu liefern und das fand dann auch so statt. Eine Mail von LH mit der Nachricht, dass das Gepäck um 10:58 ausgeliefert worden sei, konnten unsere Freunde bestätigen und somit waren wir wieder komplett.

Der zweite Tag hier verlief dann wie gewohnt: Kurzes begrüßen der Gegend hier, also eine Zwei-Stunden-„Wanderung“ durch Brooklyn und Park Slope, gefolgt von einem Kurz-Besuch am Broadway/Manhattan. Am Abend dann meine erste Lesung außerhalb Deutschlands. Es war grandios – Freunde von mir, die derzeit hier leben, waren gekommen und Freunde unserer Freunde – ziemlich ausnahmslos Journalisten. Sogar eine echte New Yorkerin war dabei – obwohl sie gar kein Deutsch versteht. Egal, da wurde einiges simultan übersetzt und so war ein ein phantastischer Abend. Alle Bücher, die ich mit hatte, gingen über den „Ladentisch“. Natürlich signiert und gewidmet.

Tag drei Stand diesmal im Zeichen des Greenwood Cemetery – einer der berühmtesten Friedhöfe New Yorks sowie der Mile Long Opera.

Der Friedhof wurde in South Slope auf dem höchsten Punkt Brooklyns errichtet. Schon das neogotische Tor ist beeindruckend und der Friedhof an sich dann noch mehr. Es ist ein aktiver Friedhof und so stiegen auch gerade dunkle Rauchwolken aus dem Kamin des Krematoriums, als wir eintrafen. Aber das änderte nichts an der Schönheit dieses Ortes. 600.000 Gräber soll es da geben.  Lage und Höhe gestatten immer wieder neue Ausblicke auf Manhattans Skyline, von der man sich sowieso nicht satt sehen kann. Die Zahl der Prominentengräber ist ebenso groß, wie der Friedhob an sich. Hier liegen zudem viele Opfer diverser Kriege. An Prominenz seinen Leonard Bernstein, Jean-Michel Basquiat oder Charles Clyde Ebbets genannt.

Die New York Times brachte es 1866 auf den Punkt: „Es ist der Ehrgeiz der New Yorker auf der Fifth Avenue zu leben, ihre Spaziergänge im Central Park zu unternehmen und sich zu seinen Vätern in Green-Wood zur (letzten) Ruhe zu legen. (Wikipedia)

Zur Mile Long Opera werde ich extra etwas posten – denn das verdient diese Veranstaltung.

Ach so: Ich sitze beim Schreiben traditionell bei Starbucks um die Ecke. Habe mir am ersten Tag für zwei Dollar einen Mehrwege-Becher gekauft, damit man hier nicht so viel Müll produziert. Tolle Idee. Ich hoffe, das setzt sich auch in Deutschland bald flächendeckend durch.

Bisher gelaufene Kilometer: 19

Tag vier. New York

Der Wetterbericht sagte für heute den heißesten Tag (28 Grad) voraus und somit war klar, was wir machen: Mit der Subway bis DUMBO, dort am East River bis zur New York Ferry schlendern und mit dieser nach Rockaway brausen. Wenn diese Jet-getriebenen Fähren mit 25 bis 30 Knoten (45 bis 55 km/h) über River und Atlantik jetten – dann bläst das einem nicht nur die Haare aus dem Gesicht, sondern vermittelt einem auch ein besonderes Gefühl. Auf Rockaway haben wir dann die Füße in die Atlantik-Wellen getaucht und den John Riis Statepark besucht, Ein wenig Sonnen verbrand aber glücklich ging es am späten Nachmittag zurück nach Brooklyn, wo wir den Tag in einem mexikanischen Restaurant ausklingen ließen. Diese Tour können wir allen empfehlen, die wiederholt in New York sind und mal einen Tag die Füße schonen wollen.

 

Bisher gelaufene Kilometer: 28

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Park Slope in SWR / NYC 1

Park Slope in SWR / NYC 1

Finally here! Park Slope / Brooklyn / New York in black white red

Tag eins in New York: Wie fast schon traditionell Rundgang durchs Viertel – Park Slope – und dieses Mal mit nem Abstecher zum Broadway in Manhattan.

Gelaufene Kilometer: 8

Lost

Auf dem Weg vom Flughafen zu unserer Unterkunft in Park Slope – allerdings ohne Gepäck

Hat uns nun also auch mal erwischt. Nach ziemlich viel Chaos auf dem Flug nach New York kamen wir am Montag gut hier an, allerdings ohne Gepäck. Als wir es im Baggage Claim vom Band nehmen wollte, war da nichts. Jedoch stand unser Name auf einem Schild. Kein gutes Zeichen. Hier käme jetzt das F-Wort, das ich aber während meines Urlaubs weder sagen noch schreiben möchte, das habe ich den Kindern meiner Freunde hier versprochen.

Also: Flug LH177 Tegel-Frankfurt, Sonntag, 30. September 2018. Ein SONNTAG! Also, was soll schon sein? 8.45 Uhr ist Abflug, also reicht die Taxe 7 Uhr ab Pankow. Und siehe da: Wir sind 20 Minuten später am Check in. Zusammen mit etwa 500 anderen Fluggästen. Was ist da los? Hat die Lufthansa wieder den 747-Jumbo aus der Oldtimer-Garage geholt? Mitnichten. Hier werden an drei besetzten Schaltern (angeblich Schalter 24 bis 31) alle Passagiere aller Lufthansa-Flüge der nächsten drei Stunden abgefertigt. Was soll das? Was für ne idiotische Idee verbirgt sich dahinter? Scheinbar keine.

Es geht voran, aber langsam. Ganz langsam. Gibt es eine Steigerung von ganz langsam? Stillstand? So sieht´s jedenfalls aus. Als das Boarding näherkommt, wird glücklicherweise unser Flug bevorzugt bedient. Check In geschafft.  45 Minuten bis zum geplanten Abflug.

Nun weiter zum Sicherheits-Check. War klar: Auch dort eine Schlange, so lang wie damals im Osten, wenn´s ausnahmsweise mal keine Kuba-Orangen, sondern essbare Apfelsinen in der HO-Kaufhalle gab. Dort das gleiche Spiel wie eben: Es geht nicht voran. Scheinbar gar nicht. Warum? Weil in der Schlange vor dem Tegel-Gate A06 wiederum alle Passagiere der fünf Flüge stehen, die in den nächsten Stunden von A06 starten. Wir werden langsam nervös. Das geht schief, denken wir. Noch 20 Minuten bis zum geplanten Abflug.

Ich gehe zum Beginn der Schlange, um mehr zu erfahren. Was ich höre, ist nicht lustig: Es gibt nur zwei Sicherheits-Menschen, die die Schleuse dort und alles andere bedienen. Jetzt weiß ich definitiv: Das geht schief. Wir verpassen unseren Flug. Keine Frage. Bis sich eine Stewardess in der Schlange etwas traut. „Alle Passagier von Lufthansa 177 nach Frankfurt folgen mir jetzt“, ruft sie und hält einen Arm in die Luft gestreckt, während sie sich an den anderen Wartenden vorbei drückt.

Dann schallt es auch schon aus den Lautsprechern: „Letzter Aufruf für…“ Fünf Minuten später sitzen wir im Flieger, minus zehn Minuten bis zum geplanten Abflug.

Wer hätte das gedacht: Punktlandung in Frankfurt. Allerdings kurvt der Airbus mehrfach ums Rollfeld, macht zwischendrin ne Vollbremsung und wird zu einem ganz anderen Gate geleitet, als geplant. Folge: Wir müssen einmal den kompletten Flughafen durchqueren. Inklusive Sicherheits-Check, Kontrolle Bundespolizei, zweite Kontrolle der US-Behörden. Irgendwann sitzen vollkommen fertig im Flieger. Zeit bis zum geplanten Start: Null Minuten.

Der Flug im A380 der Lufthansa war dann ganz angenehm, außer einigen Verhaltensweisen anderer Passagier. Aber das ist eine andere Geschichte. Folge des ganzen Tegel- und Frankfurt-Chaos: Wir kommen auf dem JFK in New York an, unser Gepäck nicht. Wie es weiter ging? Dieser Tage an dieser Stelle.

New York

Das beste an New York? Für mich das Dortsein. In vier Tagen ist es mal wieder soweit: Wir fliegen in meine Lieblingsstadt. Für mich das achte Mal. Mit meiner Frau zusammen das vierte Mal. Besuch bei Freunden. Montagabend gar eine Lesung in deren Wohnung. Was will man mehr? Als Autor eigentlich nichts. Aber es kommt natürlich mehr. Die Highline Opera werden wir uns anhören und -sehen. Ein Kurztrip den Hudson hinauf. Bier in der Bronx Brewerie testen. Die Brooklyn Bridge mal in umgekehrter Richtung zu Fuß überqueren. Mit der East River Ferry fahren. DUMBO besuchen. Brooklyn Lager trinken. Burger essen. Mindestens ein Whisky Sour als Sundwoner auf einer der vielen Rooftop-Bars. Im Prospekt Park rumhängen. Queens besuchen. Mit der Bahn nach Brighton Beach & Coney Island. Mal wieder nach Williamsburg und Bed Style. Den neuen Domino Park ankieken. Hudson Yards bewundern. Soup Dim Sums essen in Chinatown. Shopping im Lieblingsjackenladen in Harlem. Schuhe koofen in SOHO. Ein Nachmittagbierchen am Union Square. Governors Island. Streetfood. Wenn Zeit bleibt Jersey City. Eine Radtour durch den Central Park. Vielleicht. Auf jeden Fall wird es wieder einmal New York alternativ. Abseits der Touristenpfade. Mit Ausnahmen. Logo. Manhattan kann man nicht nicht besuchen. Und wenn es diesmal vorbei ist, tut´s nicht ganz so weh: Es geht dann weiter nach Florida. Eine Wochen on the road zwischen Miami, Everglades City, Naples und Sarasota. Eine weitere Woche Airbnb-Home in St. Petersburg. Sonntag geht´s endlich los.

Reiseberichte gibt es wieder hier. Nicht täglich. Aber regelmäßig.