So ein Puppentheater

Herrlich anzusehen und ein Besuch auf dem Alex wert: Die Puppenshow der Schauspielschule Ernst Busch in den Schaufenstern der Galeria Kaufhof… Mit dabei: Unser Star Ach Goood

Entschuldigen Sie…

…ist das der Sonderzug nach Pankow. Da denkt doch jeder sofort an Udo. Und an Erich. Vielleicht auch an Ulbricht. Und das Mädchen aus Ost-Berlin. Ich nicht. Ich denke bei diesem Lied immer an die Entschuldigung vor der Frage. Vor der Frage nach dem Weg. Oder nach dem Sonderzug. Und daran, dass sich die meisten Deutschen immer und überall entschuldigen. Nur dann nicht, wenn es angebracht wäre.

Neulich in der U-Bahn. Eine Frau fährt mir mit ihrem Fahrrad über den Fuß. Eine Entschuldigung habe ich ja eigentlich gar nicht erwartet. Aber ein bisschen Hoffnung hatte ich doch. Stattdessen wurde ich noch blöd angemacht: „Sie hätten ja ooch ma Platz machen könn.“ Klar doch. Hätte ich. Wenn nicht noch hunderte andere Fahrgäste im gleichen U-Bahnwagen gestanden hätten. Dicht an dicht. Aber egal. Diese Art der fehlenden Entschuldigungen kann ich verkraften. Immer wieder, immer öfter.

Schlimmer sind die Entschuldigungen dort, wo sie nicht hingehören. Sondern nur Zeit kosten und andere Leute aufhalten. Wie am gleichen Tag in einem großen Kaufhaus am Alexanderplatz, in der Lebensmittelabteilung. Die freundlichen Damen an der Kasse fragen jede Kundin und jeden Kunden, ob sie oder er denn eine Kundenkarte haben würde. Ein einfaches Ja oder Nein würde die Sache klären und für ein zügiges Abkassieren sorgen. Doch wir sind ja in „Entschuldigung, ist das der Sonderzug nach Pankow“-Land. Und gerade die Nein-Sager fühlen sich bei uns so richtig schuldig. Also wird sich ordentlich entschuldigt.

„Naja, wissen Sie junge Dame, ich würde ja gern. Die Kundenkarte bei Ihnen, das wäre ja auch etwas für mich“, äußert sich eine ältere Dame, die lediglich eine Tafel Schokolade und einem Päckchen Kaffee kaufen möchte. „Aber wissen Sie, ich wohne weiter weg, komme also selten in Ihr schönes Kaufhaus. Und das lohnt doch nicht? Oder was sagen Sie? Also entschuldigen Sie noch einmal, aber ich habe leider keine Kundenkarte. Obwohl ich natürlich gern… Entschuldigen Sie, aber wo kann ich bitte so eine Karte? Natürlich nur, wenn es Ihnen nichts ausmacht.“ Die Kassiererin fängt an, der Dame den Weg zum Informations-Und-Kunden-Karten-Beantragungs-Stand zu erklären. Ich wechsle die Kasse.

Dort stößt mein Einkaufswagen mit dem Einkaufswagen einer jungen Frau zusammen. „Entschuldigen Sie bitte, es war nicht meine Absicht“, höre ich mich sagen, obwohl ich eigentlich keine Entschuldigung mehr hören kann. „Ja wat erlauben Sie sich denn? Det kann ja wohl nich war sinn“, sagt daraufhin jene Dame. „Ick steh hier schon länger an. Und vordrängeln jibt´s bei mir sowieso nich.“ Ich überlege, ob ich mich jetzt noch einmal entschuldigen soll, da ist die Schnepfe auch schon dran. Und bevor die Kassiererin auch nur ein Wort sagt, fängt Schnepfe auch schon an: „Also ick muss mer entschuldigen. Aba ick habe imma noch nich den Antrach mit de Kundenkarte losjeschickt. Det müssen sie aba ma entschuldijen. Det tut mir echt leid jetze.“

Mir auch. Mir tut sowieso alles leid. T´schuldigung!

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Farbenspiele

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Solch Farbenspiele wird es wohl am Alexanderplatz die nächsten Tage nicht geben. Das kann lediglich der Photoshop. Dafür aber wird es genau so leer werden. Denn bei den Berliner Verkehrsbetrieben wird zehn Tage lang gestreikt. Die U-Bahnhöfe bleiben also geschlossen. Und so wird auch über diese Treppenstufen am Alex tagelang niemand gehen. Schade eigentlich. Ist doch immer wieder ein schöner Anblick, wenn man dort aus den U2-Katakomben ans Tageslicht steigt. Für mich zumindest.