Wir haben den Wulff verdient

Bundespräsident Christian Wulff muss Bundespräsident bleiben. Er passt so gut zu Deutschland. Zu einem Land, in dem es an der Tagesordnung ist, dass Politiker die Bürger anlügen. Besonders vor Wahlen und vor Untertsuchungsausschüssen. Ein Land, in dem Korruption kein Fremdwort ist, in dem der Missbrauch öffentlicher Macht gesellschaftsfähig ist.

Deutschland, ein Land voller krummer Geschäfte, Steuerhinterziehungen und dubioser Parteispenden. Ein Land gekaufter Gewerkschaftsbosse, bestechlicher Industriemanager, korrupter Beamter. Deutschland, das Land der V-Männer, der Abhörspezialisten und der kruden Thesen. Deutschland, das Land von Flick, Kießling und Barschel. Das Land von Schreiber, Käßmann und Guttenberg.

Dieses Land kann nur einen Wulff zum Bundespräsidenten haben. Alles andere wäre gelogen. Jeder andere wäre Fehl am Platze. Es sei denn, ein neuer Präsident hätte dann auch die eine oder andere Leiche im Keller. Das wäre etwas anderes. Das würde auch passen. Denn wie heißt es doch passend: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Deutschland hat (noch) den Wulff, den es verdient. Und danach den nächsten.

Ein bisschen Lügen

Nun, Filmtitel mit BP Wulff gibt es ja nun genug. Der mit dem Wulff tanzt. Oder Ich weiß, was du letzten Sommer gekriegt hast. Und so weiter. Was ich bisher vermisst habe, sind Schlagertitel. Da muss doch auch was gehen. Geht. Die Kollegen von ppq haben nun einen vorgelegt: Eine neue Lüge ist wie ein neues Leben. Passt perfekt. Ich hätte da auch noch die eine oder andere Idee. Da war Geld auf Deinem Konto. Ein bisschen Lügen. Tür an Tür mit Edith. Die Lüge ist ein seltsames Spiel. Wer hat noch mehr? Bitte im Kommentarfeld posten!

DDR 2.0

Das kannte ich bisher nur aus tiefsten Ost-Zeiten. Da schreibt einer privat ein Buch und wird deshalb seinen Job verlieren. Natürlich mit Zustimmung, oder gar im Auftrag der Regierung. Tiefster Sozialismus, dunkles Land. Thilo Sarrazin muss sich vorkommen wie in Erfurt vor der Wende. Berufsverbote für Bands standen damals dort auch an der Tagesordnung. Was kommt als Nächstes? Die Ausweisung? Oder besser wäre da noch die Auslieferung in ein Land, das eine private Meinung akzeptiert? Ein Land, in dem man Bücher schreiben kann, ohne dass es auf dem Scheiterhaufen und man selbst am Pranger landet. Nun gut, das wäre noch das Beste. Glücklicherweise gibt es einen, wenn auch nur einen einzigen, Unterschied zu damals. Sarrazin hat die Möglichkeit, sich juristisch zu wehren. Bleibt zu hoffen, dass er das tut. Oder, dass Wulff anders entscheidet.