NSU vs. RIXE

Heute war der Tag der Entscheidung. Lange hatte ich mit mir gerungen, welches neues Fahrrad es denn nun sein soll. Nicht so einfach, heutzutage. Bei der Auswahl. Aber heute musste es denn  sein. Also zum Radladen gefahren. Dort stand die Entscheidung an: NSU oder BULLS? Oder doch lieber RIXE? Es ist ein RIXE Toulouse XXL geworden. Mit (fast) wartungsfreier 8-Gang-Nabenschaltung, Magura-Hydraulik-Bremsen, edlem verstärkten Alurahmen, einstellbarer Federgabel uvam. Warum? Erstens sieht es wahnsinnig gut aus (mattschwarz), zweitens fährt es sich hervorragend und drittens bin ich froh, mich gegen ein Rad von NSU entschieden zu haben. Denn immer wieder habe ich mir vorgestellt, wie es denn wäre, wenn ständig ein V-Mann vom BND auf dem Sattel sitzt. Muss ja nicht sein. Und nun steht mein neues Rad erstmal noch im Arbeitszimmer, bevor es dann morgen zum ersten Einsatz in Richtung Arbeit kommt.

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Härte ist nicht meine Stärke

So sehr ich mich auch darauf gefreut habe. Letzlich ist es ganz schön hart. Das Fahrrad fahren. Nicht etwa des Fahrens wegen. Immerhin über zehn Kilometer früh zur Arbeit, abends die gleiche Strecke zurück. Doch das macht mir nichts mehr aus. Es sind die Verlockungen am Wegesrand, die mir zu schaffen machen.

Start am Kudamm. Auf dem Weg Richtung Pankow komme ich zuerst am Schleusenkrug vorbei. In dem Biergarten im Tiergarten sind fast alle Tische besetzt, man trinkt Pils oder Weißbier, hinten bollert der Grill und es duftet nach gegrillten Steaks. Bloß schnell weiter. Da lauert schon die nächste Prüfung: eine herrliche Kneipe, die Tiergartenquelle. Zum Glück keine Außenplätze, hier radle ich schnell vorbei.

Dann weiter durch Moabit. An der ersten Ecke die „Quelle“, an der nächsten „Die Ecke“, dann das „Chicken-Kebab-Haus“. Man, sieht das lecker aus, da auf dem Spieß. Nichts wie weiter. Vorbei am „DürümDöner“, am „Imbiss bei Elke“, am „House of Noodles“, an der „Curry Perle“. Davor Bänke, alle besetzt mit Feierabendlern, alle mit Bier, alle mit Currywurst. Hart bleiben, weiter fahren.

Dann Wedding. „The Kiez of Döner“. An jeder Ecke einer. Und dazwischen jeweils drei. Und Pizza-Läden. Und Curry-Wurst-Stände. Und Pasta-Läden. Und noch ein Döner, noch einer, noch einer. Da, wo keiner ist, ist eine orientalische Bäckerei.

An der Ecke Prinzen/Osloer ist der größte Döner vom Wegesrand. Mit Biergarten dran. Ausgerechnet hier. An der Ampel ist immer rot, wenn ich komme. So dass ich stehen bleiben und zugucken muss. Wie Döner-Pommes-Salat und Halbes-Hähnchen-Krautsalat auf Tellern angerichtet den Gästen gebracht wird. Schmacht.

Dann, kurz bevor es zu spät ist, wird grün. Gerade noch einmal davon gekommen. Jetzt noch ein Stück durch Pankow. Hier sind nicht mehr ganz so viele Wegesrand-Verlockungen. „Nur“ drei italienische Restaurants, zwei Dönerbuden, acht Kneipen, darunter die Stammkneipe (heute mit Nudeln und Gulasch für 4,50 im Tagesangebot), diverse Imbissbuden und, kurz vor dem Ziel, das Grillhaus. Mit den vielen knusprig goldgelbraunen Grillhähnchen im Fenster. Und dem Dönerspieß daneben. Ich widerstehe. Daheim gibt es ja noch Obstsalat. Für heute habe ich es wieder einmal geschafft. Aber Härte ist trotzdem nicht meine Stärke.

Einer von etlichen Pizza-Läden an der Strecke, oben einer der orientalischen Bäcker