Schlagwort-Archive: Fußball

Bilder aus der Fotokiste X

carneval_club_01Kein Bild, aber immerhin aus ner alten Fotokiste. Ich weiß es noch wie heute: Wir hatten dazu einen Super-8-Film gedreht. Einen richtigen Western. Sind dazu in den Harz gefahren, nach Wettin und sonstwo hin. Nur, um diesen Karnevals-Western zu drehen. Und dann war alles im Arsch. Der Film war doppelt belichtet. Man sah unseren Haupthelden Festus, wie er von der Klippe sprang. Aber gleichzeitig sah man ein Fußballspiel. Der Film wurde dann aber trotzdem so gezeigt. Und an dieser Stelle waren es dann „die Träume“, die unseren Haupthelden durcheinander brachten. So wurde das damals gemacht. Keine Chance für eine Wiederholung. Weder zeitlich noch materiell. Aber Fußball und der Wilde Westen – auch damals schon zwei unzertrennliche Dinge. Was ich nicht mehr weiß: Warum es 6. ODER 7. März hieß… Konnte man es sich aussuchen? Oder waren wir uns nicht sicher, an welchem Tag wir im BALTIC Karneval feiern durften…???

 Mehr Bilder aus alten Kisten

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Ulis erster Stuhlgang

hoeneß_wurst_02aEs wird seit vielen Jahren mein erster ohne Loch. Mein erster Sommer. Ohne Sommerloch. Also, nicht, dass es dieses Jahr nicht nicht existent sein wird. Aber ich muss mich nicht aktiv daran beteiligen. Ich muss es nicht außreißen und schon gar nicht buddeln. Dieses Jahr bin ich endlich einmal auf der anderen Seite der Macht. Muss nicht längst überholte Statistiken aufmöbeln, nicht uralte Storys aufwärmen, keine Interviews des Vorjahres mit einem Telefonanruf auf den neusten Stand bringen, nicht tagelang im Archiv wühlen, um relevante Schlagzeilengeschichten vorproduzieren zu können. Seit langer Zeit (etwa 22 Jahre) endlich mal raus aus dem Geschäft der ach so tiefgründigen Sommerlochmediengeschichten. Die meinen Kollegen und mir so oft den Sommer verregnet haben. Weil man aus Scheiße Bonbons machen musste. Immer wieder. Und immer wieder die gleichen Bonbons aus der gleichen Scheiße. Das ist nun vorbei. Dieses Jahr darf ich endlich einmal nur zusehen und schauen, welche Bonbons es zu kaufen gibt. So richtig kann ich mich allerdings nicht darauf freuen. Denn wenn der erste Knast-Tag von Uli H. fast allen Medien die Schlagzeile wert war, dann habe ich Angst. Angst vor „Ulis erster Stuhlgang hinter Gittern“. Und die ganze Scheiße danach.

 

Miesmacher Medien

Screenshot01Sie müssen immer alles mies machen. Das ist das große Problem der Medien. Besonders der deutschen Medien. Ich denke, die Briten und Amis und Franzosen und Spanier sind da etwas anders. Die können einer Niederlage auch mal etwas abgewinnen. Nur die Deutschen nicht. Die müssen immer alles nieder, alles mies, alles schlecht machen. Aktuelles Beispiel: Mehr als 12 Mio. sehen die bittere Niederlage der Bayern. Woher wollen die das wissen? Vielleicht sahen ja zwei Millionen von den zwölf Millionen einen Sieg von Real? Gut, zwei Millionen ist vielleicht ein wenig übertrieben. Mir ist schon klar, dass die Mehrheit der deutschen Fußballfans zu Bayern hält, weil man gern zu Gewinnern hält. Das gibt einem das Gefühl, selbst ein Sieger zu sein. Meistens zumindest. Gestern war es dann doch wohl eher eine Niederlage.

Aber zurück zum Miesmachen. Warum titelt man nicht mit einem Super Sieg für Real? Realer Sieg gegen Bayern?  Weil das eben nicht geht. Die deutschen Medien sind dazu nicht in der Lage. Das Glas ist immer halb leer, die Staus immer lang, das Wetter immer Scheiße. Man könnte ja auch melden, die meisten Autobahnkilometer sind ohne Stau und übermorgen scheint wieder die Sonne. Nee. Um Jottes Willen. Das geht gar nicht. In Deutschland ist eben alles schlecht. Und was nicht mies ist, wird von den Medien so gemacht. Und nicht nur von BILD & Co. Nein, da machen alle mit. Von taz bis Süddeutsche, von tagesschau bis RTL News. Alles eine gleiche Miesmacherei. Der Sommer ist zu kurz, dann zu heiß, mal zu kalt, der Frühling zu nass, oder zu trocken, im Winter zuviel Schnee oder es gibt gar keinen Winter. Das Wetter ist eben, wie der Fußball, wie die Politik oder wie der Zustand der Straßen, immer schlecht in Deutschland.  Vom Klima ganz zu schweigen. Allerdings denke ich, dass dies nicht an der globalen Klimaerwärmung liegt. Sondern eher am eisigen Klima in den deutschen Redaktionsstuben. Und an der Unfähigkeit, einer Niederlage etwas Positives abzugewinnen.

Ding des Monats V

Beichte

Ja, ich muss es zugeben. Ich habe es wirklich getan. Ich bin dahin gegangen. Naja, eher gefahren. Mit dem Rad. Ich war dort. Mittendrin. Im Wahnsinn. Im Fußball-Wahnsinn. Ich habe mich hin getraut. Auf die Fanmeile. Heute früh. Auf dem Weg zur Arbeit.

Somos Los Campeones

Auch das noch

Nun, mit Fußball kann ich ja noch leben. Mit den Randerscheinungen schon weniger. Und dass sie jetzt auch noch Serien wegen des Spektakels unterbrechen, passt mir gar nicht in den Kram. Da gibt es endlich mal eine, die ich mir gern ansehe, und dann das. Wirklich toll!

Blitzkrieg der Hirnfußballokraten

Es ist der Blitzkrieg der Hirnfußballer. Angriff, Sturm, Tipp, Tor. Berlin ist wieder Reichshauptstadt, hier werden Pläne fürs Tippangriffsspiel geschmiedet. Die selbsternannten Endrunden-Profis liefern sich das Gefecht auf den Büroetagen, am Schreibtisch. Dreimal täglich geht es ums Ganze, dreimal täglich schalten Hirne ein, zwei Gänge runter. Dann gibt es nur noch den Tipp für das Spiel. Sportliche Ziele der Kämpfer sind außen vor, schließlich geht es um die Ehre. Um die Ehre im Tippspiel.

Der Anfang war schlimm. Ganz schlimm. Eine Niederlage nach der anderen mussten die Ich-war-schon-beim-Fußball-als-Du-noch-mit-der-Trommel-um-den-Chistbaum-gerannt-bist-Tipper einstecken. Tipp, Gegentor, Niederlage. Größer noch die Schmach, als einige der Du-hast-doch-überhaupt-keine-Ahnung-Tipper nach Punkten vor den Profi-Tippern lagen. Schmerz verzerrte zerknautschte Gesichter waren noch die harmlosen Reaktionen. Und es kam noch schlimmer.

Einer hatte gar gewagt, die Spiele der WM-Endrunde blind zu tippen. Er deckte beim Tippen die Paarungen ab und schrieb wahllos Ergebnisse in die Kästchen. Welch ein Unglück, welch Unfairness in der Welt. Platz 3 für den blinden Tipper. Einer aus dem Osten. Auch noch. Was hatte die Fußballwelt denn ihnen bloß angetan? Wo war er geblieben? Der Fußballgott? Womit hatten sie das verdient? Die Checker und Blicker, die Opinhos, Xavinhos.

Unterdessen haben die Profi-Blicker doch den einen oder anderen Punkt geholt. Wenn auch Sieben-zu-Null-Ergebnisse nicht in den Angriffsplänen vorgesehen waren. So gab es doch wenistens zwei Punkte für den getippten Sieg. Doch noch sind nicht alle Netzer-Messen gesungen, der Tipper-Krieg geht erst noch richtig los. Und auch ich werde weiter tippen. Im Achtelfinale und weiter bis zum Schluss. Blind, natürlich.

Fuß(ball)volk Deutschland

Alle vier Jahre kommt sie wieder. Diese eine Frage. Wie ein wiederkehrender Horror, eine Heimsuchung. Es ist, als ob alle vier Jahre die Geister aus der Vergangenheit wieder kommen würden, um sich zu rächen. Sie sind im Kopf, in den Träumen und in machen Momenten spürbar im Raum. Und alle quälen sie mich mit jener einen Frage: Warum nur? Warum nur geht mir Fußball grundsätzlich und meistens am Arsch vorbei?

Ist es eine angeborene Störung im Kleinhirn? Oder liegt die Ursache, wie in anderen Fällen, weit zurück in der Kindheit? Das könnte es sein, denk ich mir manchmal. Denn damals, als Freunde und Schulkamerade das Leder kickten, ging ich zur Musikschule. Violine lernen. Wenn Freundschaftspiele hinter dem Haus stattfanden, quälte ich mein Instrument. Wenn die Jungs sich zum Torwandschießen trafen, büffelte ich Noten und Takte.

Oder aber liegt es an meinen Fußball-Live-Erlebnissen in der Jugend? Immerhin war ich jahrelang bekennender HFC-Fan. Mit Schal. Mit Aufnäher auf der Ein-Strich-Kein-Strich-Jacke. Jeden zweiten Samstag ging´s ab ins Kurt Wabbel Stadion, ab und an sogar zum Auswärtsspiel. Doch eigentlich waren das die schönsten Tage der Woche. Daran kann es also nicht liegen.

Oder ist die Ursache in der Gegenwart zu suchen? Hier, im Jetzt? Vielleicht ist ja das Volk nicht ganz unschuldig? Das Fuß(ball)volk Deutschland. Das sich alle vier Jahre in Gesicht und Auto schwarzrotgold schminkt und schmückt, bei jedem Tor Silvesterböller zündet und so tut, als es ein Volk wär? Ich glaube, da kommen wir der Sache schon näher. Das Volk ist es, was mich zum psychisch gestörten Außenseiter macht. Ja genau, das ist es!

Weil auf einmal die Glatzen Pankows beim Türken sitzen, sich bei den richtigen Toren um die Arme fallen, gegenseitig auf die Schulter klopfen, während im TV die dazu passenden Sprüche kommen. Weil in den Augen der Kollegen nur noch das runde Leder glänzt, jeder Arbeitstag mit Fußball beginnt und endet, jedes andere Thema mit einem müden Lächeln quittiert wird. Weil Freunde gemeinsam geplante Treffen zur Vorbereitung von Geburtstagsfeiern absagen („Ist doch den ganzen Tag WM“). Weil es immer wieder nervige Lieder gibt, die das deutsche Fuß(ball)volk auch noch gut findet. Und, weil es die Fankurve fürs iPhone gibt.

So, muss jetzt mal hier aufhören. Deutschland-Serbien fängt an.

Nordkorea

Entdeckt bei Nusenblaten:

  • Fußball-WM, Brasilien gegen Nordkorea. Beim Abspielen der nordkoreanischen Hymne weinte der angebliche Stürmerstar Jong Tae Se – auch „roter Rooney“ genannt – bitterlich. Was Helene (wird im Juli 4), ansonsten dem Fußball-Turnier in Südafrika nicht sonderlich zugeneigt, natürlich sofort auffiel. „Papa, warum weint der so?“ „Keine Ahnung.“ „Ist der wütend oder traurig?“ „Ich glaube, er ist eher traurig.“ „Warum ist er traurig?“ „Vielleicht, weil er gern woanders leben würde als in Nordkorea.“ „Was ist Nordkorea?“ „Ein Land, das schrecklich ist zu seinen Menschen und niemanden rein oder raus lässt.“ „Kann man da nicht mit dem Flugzeug hinfliegen?“ „Doch, aber das ist schwierig und dauert sehr lange.“ „Dann können wir ja mit dem Auto dort mal hin fahren.“ „Das dauert noch länger. Außerdem ist das ganze Land von einem Zaun umgeben. Und hinter dem Zaun stehen Menschen mit Pistolen.“ „Hm, schießen die Männer auch?“ „Ja, auf die, die einfach abhauen wollen aus dem Land.“ „Schießen die auch auf mich?“ „Nein, Du wohnst ja nicht in dem Land.“ „Ich will da nicht hin, wenn die schießen.“ „Ja, besser Du bleibst hier.“ „Wird der Fußballer auch erschossen, wenn er zurück kommt in sein Land?“ „Wenn er heute gewinnt nicht, dann freuen sich die Menschen in seinem Land. Dann wird er auch nicht erschossen.“ „Und wenn er nicht gewinnt? Hört er dann nie wieder auf zu weinen?“

Bauchtricks & Billigflüge

Werbung im Internet, immer wieder für Überraschungen gut. Oder eben auch nicht. So gibt es aktuell nach dem blutigen Anschlag auf die Fußballmannschaft von Togo gleich mal Billigflüge in deren Heimat. Oder man clickt daneben auf den Link „Wenn Fußballer sich daneben benehmen“. Da kann man sich gleich mit daneben benehmen. Falls man oder frau nicht vorher noch den „kleinen Bauch Trick“ anwenden möchte.

Denn sie wissen nicht, wer da spielt

gepostet von binladenhueter via ppq

Ein ganzer Kontinent im Banne des Balls, ein ganzes Land im Fieber um Jogis Elf. 23 Millionen Deutsche sehen jedes Mal zu, wenn die deutsche Nationalmannschaft bei der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz aufläuft, sie fiebern mit und zittern und bangen und hoffen, fahren mit Fähnchen am Auto herum und schmücken ihre Fenster mit der Nationalflagge. Auch die deutschen Medien kennen in diesen Tagen der Entscheidung über das schicksal der Nation kein anderes Thema mehr: Seitenweise werden Spieler porträtiert und bewertet, Trainer vorgestellt, Taktiken erörtert und Strategien beschrieben.

Was aber machen die 60 Millionen Deutschen, die nach den aktuellen Einschaltquoten von ARD und ZDF nicht zuschauen, wenn es gegen Polen, die Kroaten oder Österreich geht? Was wissen die von der EM, die keine kleine deutsche Fahne am Auto stecken haben? Die Jens Lehmann für den Sohn des Bäckers gegenüber, Lukas Podolski für einen polnischen Pop-Literaten, Oliver Pocher für einen Stürmer der Schweiz und Jogi Löw für einen ungarischen Kungfu-Lehrer halten?

Sie wundern sich darüber, dass die Holländer orangefarbene Leibchen tragen, sich aber französische Fahnen auf die Wangen malen. Dass es draußen in der Welt offenbar mehr Kroaten gibt als Deutsche, und dass die alle eine Vorliebe für T-Shirts mit Schachbrettmuster haben. Dass die USA nicht mitspielt. Und sie glauben, dass Brasilien nach der Vorrunde immer noch die größten Chancen auf den Titel hat.