The New Hard Rock Black Cafe

Es gibt die guten und die schlechten. Die schlechten Ohrwürmer sind meist irgendein Schlager oder eine nervige Melodie, die einem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Das haben die guten Ohrwürmer zwar auch an sich, aber da ist es eben nicht ganz so schlimm. Zu den guten gehört „The King I Was“ von The New Black. Seit gestern geistert das Lied durch meinen Kopf. Denn am Donnerstagabend spielten die Herren aus Würzburg im Hard Rock Cafe Berlin, wo sie ihre neue CD „II Better In Black“ vorstellen durften. Zwischen Burger, Pommes, Cola und Bier gab es dann so richtig was auf die Ohren. Naja, zumindest wie es so ein Hard Rock Cafe eben zulässt. Es war eindeutig nicht laut genug und auf den hinteren Plätzen verloren sich nicht die Höhen in den Tiefen des Tresens, sonder auch Bässe und Gesang waberten zu sehr in Richtung Kaffeehausathmosphäre.

Das tat der Musik aber keinen Abbruch. Schon nach den ersten Takten war klar: Da stehen Musiker auf der Bühne. Nicht irgendwelche Möchtegern-Gitarreros, sondern eben Mugger. Mies gemachte aber gut verkaufte Mucke fällt mir eben immer wieder auf. Nicht zuletzt, weil ich auch mit ein paar Instrumenten umgehen kann, durchaus weiß, wie man G Major 7 greift und Noten lesen besser als Spanisch beherrsche (noch, jedenfalls). Fludid (Gesang), Fabian (Gitarre), Christof (Gitarre und Chefredakteur eines nicht ganz unbedeutenden Metal-Magazins), Günt (Bass) sowie Chris (Schlagzeug) gehören nicht zu denen mit mieser Mucke. The New Black spielen ehrlichen, handgemachten, metal-angehauchten Hardrock.

Was im Kaffeehaus leider ein bisschen verloren ging. Die Jungs auf einem Festival oder einer großen Bühne zu erleben, macht sicher mehr her. Aber selbst von der kleinen Bühne aus kam der größte Teil gut rüber. Die „Röhre“ von Sänger Fludid ließ leider nach einer knappen Stunde etwas nach. Und dass es an der einen oder anderen Stelle mal ein wenig mit Takt und Harmonien haperte, hat (außer mir) eh keiner mitbekommen. Aber so ist das bei neuen Songs. Die wachsen erst mit der Zeit in die Saiten und Drums, das dauert eben manchmal. Oder es mag an den vor der Mugge zu viel gegessenen Burgern gelegen haben. Oder am Bier oder eben an der Cola-Stimmung der Gäste, die sich zum Teil während des Konzertes weiter ihre Pommes in sich reinstopften. Besonders gruselig war dann auch noch eine Schulklasse, die direkt vor der Bühne zuerst gemampft hatten um dann mitten im Konzert laut Stühle und Tische schiebend den Kaffekonzertsaal zu verlassen. Das hat keine Band verdient.

The New Black ließen sich nicht aus dem Takt bringen und spielten weiter ihre knallharten Songs vom neuen Album. Und auch vom ersten Album gab es ein paar Leckerbissen. Besonders „Welcome to Point Black“ und „Ballad Of Broken Angels“ hatten es nicht nur mir angetan. Vergleiche sind ja immer schwierig und meistens falsch. Trotzdem, so eine Prise Metallica und eine Messerpitze Staind und vor allem ein paar Gramm Creed waren (für mich) dabei schon zu hören. Was ja nicht schlecht ist. Jungs, haut weiter in die Saiten und lasst es noch mit ein paar Alben mehr krachen. Und zum Schluss: Beim nächsten Konzert zieh ich wieder Jeans und Lederjacke an.  (War wegen einer Folgeveranstaltung in Anzug und Krawatte beim Hardrock-Konzert. Sah bestimmt total bescheuert aus. Macht man ja aber auch nicht alle Tage).

Hard Rock, Wodka & Amy Macdonald

Das war doch mal ne Party. Mittwochabend lud das Hard Rock Cafe Berlin zur Eröffnung des neuen Ladens ein. Gerade einmal 100 Meter vom Alten entfernt, schmückt sich das Neue nun mit der Adresse „Kurfürstendamm 224“. Schräg gegenüber vom Neuen Kranzlereck kann man nun auf zwei Etagen Burger und Spare Ribs schlemmen, Bier und Cocktails kippen und hat von der Terrasse im ersten OG einen schönen Blick auf den Kudamm und die Gedächtniskirche.

Zur Eröffnung kamen sie alle. Die Schönen und Reichen, die Models und Möchtegerne, Schauspieler, Musiker, Politiker, normale Gäste und natürlich die Journalisten. So durfte auch ich dabei sein. Und ich war dabei. Bei Bier und Wodka und mit Amy Macdonald und Evil Jared und Mini-Burger-Häppchen konnte ich es mir so richtig gut gehen lassen. Normalerweise nicht so mein Ding, war diese Promi-Party jedoch mal ein Volltreffer. Danke, Hard Rock Cafe.

Und noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Das Hard Rock Cafe schreibt sich wirklich OHNE accent aigu – es sind Amis. Wenn das auch die meisten Qualitätsjournalisten nicht begreifen wollen.

„Amy, here, here, here“