Najana: Was ist denn da bei Herrn Adolphi los?

Die Mucke stimmt, die Instrumente auch.  Nur die Kleidung fällt aus der Rolle (Blaumann statt Folk-Anzug) und dann auch noch … der TEXT! Was ist da los, Herr Adolphi? Statt der gewohnten irischen Folktexte der Aberlours so ganz im heimatlichen Dialekt? „Najana“ klingt zunächst wie eine Name von irgendwas/wer – ist aber eben nichts anderes als „naja na“, also soviel wie „nun – dann ist das eben so“ – nur im Dialekt eben. Aberlours- und Horch-Frontmann Klaus Adolphi nennt das den „offiziellen Ausflug in mitteldeutsche Sprachniederungen“.  Najana ist jedenfalls ein Bonustrack des neuesten Aberlours-Albums und zu hören jetzt auf Youtube und live demnächst auf Adolphis Fluchtburg in Elben.  Ungewohnt aber gut wie immer und ein Grund mehr, sich die Band mal wieder live anzusehen/hören. Darauf einen Singlemalt!

Tourplan The Aberlours

Mittelalternativ

Gegeben hat es damals viele. Folkbands gab es in der DDR in jeder größeren Stadt. Die einen erfolgreicher, die anderen weniger. Übrig geblieben sind sehr wenige. Einige haben zur Wende aufgegeben, andere einige Zeit später. Vor allem die neuen Jobs haben einige der damaligen Amateur-Folkies auseinander gebracht.

Eine der überlebenden (und herausragenden) Folkbands aus dem Osten ist Horch aus Halle. Immer noch in der (fast) gleichen Besetzung, immer noch erfolgreich. Ein Schlagzeuger ist hinzugekommen. Er macht nun die Mugge der halleschen Folkband perfekt. So kommen die Studenten-, Straßen- und Gassenlieder in einem noch besseren Groove rüber. Mittelalternative Musik vom Feinsten.

Gesehen und vor allem gehört letztes Wochenende zum Krämerbrückenfest in Erfurt. Kaum hatten die fünf Herren ihren ersten Song begonnen, war das Publikum schon hin und weg. Sänger und Frontman Klaus Adolphi führte die Erfurter gekonnt und vor allem gewitzt durchs fidele Programm.

Selten hat man Folkmusik so auf den Punkt gebracht. Selten sieht man solche Flöten-Soli bei einer Folkband. Selten hört man so gute vertonte Sachen von Johann Christian Günther, Edgar Allan Poe oder Francois Villon. Das ist schon etwas besonderes. Kann ich nur empfehlen.

Nächstes Jahr feiern Horch ihr 30-Jähriges. Ich hoffe es gibt ne dicke Party nebst einer angemessenen Mugge (vielleicht mit Gästen aus der alten Folk-Garde).