60 Cent

Nicht nur La Palma hat uns wieder, sondern auch Cortado hat uns wieder in seinen Bann oder besser gesagt in seine Abhängigkeit gezogen. Cortado, das Getränk der Insel. Ein starker Mokka, der entweder mit geschäumter Milch oder aber traditionell mit gezuckerter Kondensmilch serviert wird.  Cortado con leche condensata heißt das dann oder wie hier unten, am Kiosk in La Punta, einfach nur Cortado Condensata. So kommt das kleine Leckere zweifarbig auf den Tisch. Unten die weiße Kondensmilch, darüber der dunkle Mokka. Ein, zweimal umgerührt, verbinden sich die beiden Zutaten zu einem Getränk, das zuhause wohl längst auf der Liste der abhängig machenden Suchtmittel stehen würde. Auch hier scheint jede und jeder ohne nicht zu können.

Ob früh in den Bars, mittgas in den Restaurants oder zu jeder Zeit an den herrlichen Kiosken, die neben Cortado meist eine kleine Auswahl an Tapas anbieten, Cortado bekommt man überall auf La Palma. Die Männer in La Punta trinken morgens um neun auch schon mal einen Whisky dazu, einen Rum oder ein durchsichtiges Getränk aus einer blauen Flasche ohne Etikett, das mit Sprite gemischt wird. Auch ich stehe morgens mittendrin und trinke meinen Cortado. Oder auch zwei. Eine gute Gelegenheit, mein Spanisch aufzubessern. Und wirklich, jeden Morgen verstehe ich ein wenig mehr. Un poco. Heute mrogen ging es um Preise, die in der benachbarten landwirtschaftlichen Vereinigung irgendeine wichtige Rolle spielen. Welche, das hab ich nicht verstanden. Verstanden habe ich, was hier ein Cortado kostet. 60 Cent. Wie übrigens überall auf La Palma. Ob im Restaurant in Mazo, in der Bar von Tijarafe oder eben hier am Kiosk.

Vulkansand

Am Horizont, oben am Rand der Caldera de Taburiente, versammeln sich Wolken und kühles Nass zum Stelldichein. Scheitern immer wieder bei dem Versuch, sich über den Rand hinweg auf die Westseite der Insel zu schlagen. Bleiben doch gefangen und so bleibt auch Tazacorte seinem Ruf treu. Immer sonnig, immer heiß. Der Bade-Ort, auch Klein Rimini genannt, glänzt auch an diesem Sonnabend mit all seinen Vorzügen. Die Sonne brennt Bräune und so manche Röte auf die Körper der Urlauber, die faul am Strand liegen. Manche haben sich schon unter die schützende Schirme der umliegenden Bars geflüchtet. Wir laufen barfuß durch den heißen Vulkansand, der hier, wie sollte es auch anders sein, genauso schwarz ist wie anderswo auf der Isla de La Palma.

Caldera de Taburiente

Da werden wohl noch ein paar Monate ins Land gehen müssen, bevor ich das alles verstehen werde (warum reden die nur so schnell?). Ein bisschen aber habe ich schon mitbekommen. Jedenfalls habe ich mein Spanisch-Unterricht verlängert. Bisher war es ja eher ein Schnupperkurs. Und was mich am meisten tröstet: In fünf Tagen sind wir genau dort… En la isla bonita, la isla verde, en la isla de La Palma.