Verrückter Kachelmann oder Neonazis oder was?

Landgericht Berlin: Kachelmann darf Vertreter der „Chemtrail-Theorie“ weiterhin nicht als „Neonazis oder Verrückte“ bezeichnen (PM 08/2012)

Pressemitteilung
Berlin, den 17.02.2012

Die Präsidentin des Kammergerichts
Pressestelle der Berliner Zivilgerichte
Elßholzstr. 30-33, 10781 Berlin

Das Landgericht Berlin hat heute über den Fortbestand einer einstweiligen Verfügung vom 27. Oktober 2011 verhandelt und seine damalige Entscheidung durch Versäumnisurteil bestätigt.

In der einstweiligen Verfügung hatte es dem Meteorologen Jörg Kachelmann die Verwendung der Formulierung untersagt, bezüglich der Thematik der sogenannten Chemtrails habe man es mit „Neonazis oder Verrückten“ zu tun.

Ein Befürworter dieser Theorie hatte sich in einer E-Mail zu diesem Thema an verschiedene Behörden und Organisationen gewandt und die Nachricht auch an Kachelmann übermittelt. Dieser hatte das mit einer E-Mail an denselben Empfängerkreis kommentiert und dabei die beanstandeten Formulierungen verwendet. Das war Auslöser für die Eilentscheidung, gegen die Kachelmann Widerspruch eingelegt hat.

Im heutigen Verhandlungstermin konnte der Anwalt von Kachelmann auf entsprechendes Bestreiten der Gegenseite keine Prozessvollmacht vorlegen. Daraufhin erging ein Versäumnisurteil zu seinen Lasten.

Landgericht Berlin, Az. 22 O 376/11

Und wie ist das mit mir? Darf ich noch Verrückte sagen? Oder schreiben? Oder Neonazis? Ich habs ja noch nie getan. Aber nun würde ich gern. Ist doch verlockend: Kachelmann, Verrückte, Chemtrails und Neonazis in einer Geschichte zu nennen. Da lass ich mir mal was einfallen…

Geheimnisvoller Kachelmann

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Er (oder sie) klebt Kacheln. An Häuserwände in Halle (Saale). Dort tauchen immer wieder bemalte Fliesen und Kacheln auf. Die aufmerksamen Blogger von ppq haben die geheimnisvollen Botschaften nicht nur entdeckt, sie verfolgen und veröffentlichen auch jedes neue Kachelkunstwerk, das auftaucht. Sogar ein Kachelverzeichnis mit den Werken „Kachel Gotts“ (ppq) wurde jetzt angelegt. Doch der Kachelmann oder die Fliesenfrau bleiben weiter unerkannt. Denn die Botschaften tragen keine Signatur. Jedenfalls keine, die den Urherber/die Urheberin erkenntlich macht. Im Gegensatz zu funk25. Dessen Kacheln tragen immer sein spezielles Signum. Kacheln, die indessen auf der ganzen Welt Häuserwände verzieren.

Der vermutlich aus Weimar stammende Streetart-Kachel-Künstler antwortete in einem Interview mit der Süddeutschen auf die Frage, wo seine Kacheln denn überall hängen würden: Frag lieber, wo sie nicht hängen. Ich klebe überall in Deutschland. In Tokio, Istanbul, Kopenhagen, Belgrad, Krakau, Budapest. Zuletzt war ich in Tel Aviv. Auch in Leipzig kleben funk25-Kacheln. In Leipzig, ganz in der Nähe von Halle.