Konzert & Lesung

Es war meine zweite Lesung und es war wieder mal ein großartiger Abend. Gelesen habe ich aus meinem Buch „Genquotient 8713“ dort, wo ich den Großteil des Buches geschrieben habe: In Sagers Kaffeerösterei in Berlin Charlottenburg. Der Hammer war Lorenz & Das Taschenbluesorchester mit Gast-Sängerin Sylvia Oswald aus Magdeburg. Einen herzlichen Dank an alle Musiker, an das Team der Rösterei sowie an alle Freunde und Gäste, die an einem Samstagabend den Weg zu unserem Konzert&-Lese-Abend gefunden haben. Das war sicher nicht die letzte Lesung an diesem wunderbaren Ort. Und in zwei Tagen geht es schon weiter. Dienstag lese ich in Halle (Kaffeeschuppen), Mittwoch in Jena (brandmarken) und am Donnerstag in Erfurt (Tikolor). Am Ende noch ein Dankeschön an Charles Yunck, der diese phantastischen Fotos gemacht hat:

taz braut Kaffee

taz_braut_kaffeeSchön, dass uns unsere Medien nicht nur bilden, sondern taz sie uns auch ab und an mal wieder überraschen. Dachte ich bisher, Kaffee würde gebrüht, weiß ich es nun besser: Kaffee wird gebraut. Zumindest im All. Oder doch nur bei der taz?

60 Cent

l005Sechzig Cent kostet ein Espresso hier. Hier in Lissabon. Manchmal auch 70 oder 80 Cent. Aber nicht mehr. Den besten, den ich bisher getrunken habe, gibt es gleich hier bei uns im Haus. Im Erdgeschoss unseres Hauses, wo in der vierten Etage unsere Ferienwohnung ist, gibt es gleich zwei Lokale: Eine Pastelaria und eine Cervejaria. Hier Kaffee, Nata und frische Brötchen. Da Bier und eine Spezialität, die ich eher in den USA verortet hätte. Das Steak-Sandwich ist aber wohl in Lissabon zuhause. Doch dazu später. Hier geht es um den Kaffee. Den kleinen Kaffee. Hoch konzentriert wie ein Espresso. Und verdammt lecker. Das Beste aber ist, dass man kaum jemanden sieht, ja, dass es kaum jemanden gibt, der sich seinen Kaffee in einen Becher füllen lässt. Kaffee zum Mitnehmen oder, to go, wie es  neudeutsch heißt, ist hier nicht angesagt. Man trinkt den Kaffee im Café. Oder davor. Im Sitzen. Oder im Stehen. Aber man nimmt ihn nicht mit. Man nimmt hier etwas anderes: Man nimmt sich die Zeit, den Kaffee im  Café zu trinken. Schon wieder so etwas, das diese Stadt verdammt sympathisch macht. Lissabon, du wirst immer besser.

Loorke (BlaWüLo)

„Jibds hier irjendwo n Becher Loorke?“ Fragte jüngst ein aus Bad Dürrenberg Angereister am Morgen nach einem vergnüglichen Himmelfahrtsabend, bzw. nach jener Himmelfahrtsnacht. Einige schauten verdutzt und fragend, andere wiederum nickten wissend in Richtung Küche. Dort fand unser Freund einen Becher (eine Tasse) und auch die Loorke-Mach-Maschine, den Kaffeeautomaten. Lorke, endlich wieder ausgekramt aus dem Deutschen Demokratischen Wortgut (DDW). Loorke (auch Lorke) fand früher und findet auch heute noch Anwendung für schlechten, dünnen, ungenießbaren, kalten, versauten, zu heeßen oder auch widerlich schmeckenden Kaffee. Oder auch manches Mal für den „juden alden Malzkaffe“. Kaffe, nicht Kaffee. Was man glücklicherweise heute eher selten findet, es sei denn, man bestellt sich Kaffee in ner Imbissbude, war in den alten Ost-Zeiten doch eher mal die Regel. Und deshalb wurde mit so mancher Loorke auch nicht lange gefackelt. „Mach ma n Schuss in de Loorke, das Zeich gann ja geener so saufn“, hieß es dann oft. Und schon waren neue Getränke geboren: WoLo (Wodka-Loorke), WeiLo (Weinbrand-Loorke) oder auch, in ganz miesen Zeiten, BlaWüLo (Blauer-Würger-Loorke). Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte in der bpb-Serie Deutsches Demokratisches Wortgut.

Weitere Schätze aus dem DDW:

Mokchen; Schichtbrot; Aast; Schnongs, Runksen, Hornzje