Ostrock meets Classic

Ach, was war das für ein wunderbarer Abend in der Berliner Kulturbrauerei. Grandiose Musiker, phantastische Menschen. Und Musik die nicht nur an die Jugend erinnert, sondern die vor allem einfach großartig ist. Immer noch und immer wieder. Ein Konzert mit vielen wunderbaren Momenten der Erinnerung und der Gegenwart. Schnell war klar, dass da auf der Bühne Musiker stehen, die ihr Handwerk nicht nur bestens verstehen und zu meistern wissen, sondern dass sie gemeinsam Mucke machen können, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Die Rocker wie auch die Klassiker. Allesamt eine phantastische Bigband. Ein Konzert, das jede und jeder hier (und auch „drüben“) gesehen und gehört haben sollte. Meine persönlichen Favoriten des Abends: „Blutrot“ (Mike Kilian), „Albatros“ (Karat) und „Nach Süden“ (Lift). Danke, danke, danke! (Fotos zum Vergrößern anklicken)

Ein Abend mit Dresen, Prahl & Ehle und (leider) mit Gundi-Fans

Es hätte so ein richtig schöner Abend werden können. War´s ja auch. Eigentlich. Muss ja auch. Bei diesen Musikern auf der Bühne kann eigentlich nichts schief gehen. Neben Regisseur Andreas Dresen und Schauspieler Axel Prahl, die seit dem 10. Todestag-von-Gundermann-Konzert in der Columibiahalle zusammen spielen, waren Pankow-Gitarrist Jürgen Ehle, Tobias Morgenstern, Judith Holofernes, Hans-Eckard Wenzel und Gisbert zu Knyphausen mit von der Partie. Allein schon des virtuosen Spiels Jürgen Ehles wegen hätte sich der Weg ins Kesselhaus der Kulturbrauerei gelohnt. Natürlich gab es Gundermann-Lieder. Linda (Dresen), Vater (Prahl), Fährmann (Dresen), Brunhilde (alle) und viele andere mehr. Aber es gab eben auch Songs von Prahl. Und von Wenzel und auch von Knyphausen, ja, und auch Frau Holofernes hatte eigene Songs dabei. So war das geplant. So war´s gut. Wären da nicht diese Gundi-Fans gewesen. Weiblich, ledig, jung. Naja, nicht mehr ganz so jung. Mit (schlecht) nachgemachten Fleischerhemden aus dem Westen. Mit West-Jeans. Mit Fielmann-Nickelbrille. Die der Meinung waren, sie hätten Tickets für ein Gundermann-Gedächtnis-Konzert mit Gundermann-Liedern erworben. Und weil sie das dachten, skandierten sie jedes Mal, wenn auf der Bühne kein Gundermann-Lied lief, „Gundi, Gundi, Gundi“ im Chor und lauthals. So hatte ich mir bis dato Pegida vorgestellt: Keine Ahnung aber meckern.

Ich (und andere) haben es ihnen dann gesagt: Hallo, hallo? Hallo! Das ist hier kein Gundermann-Konzert. Sondern ein Konzert von Musikern anlässlich des 60. Geburtstages von Gundermann. Nirgendwo steht geschrieben, Dresen und Prahl singen Gundermann. Weder auf den Tickets, noch auf Plakaten, noch sonst irgendwo. Nirgendwo. Aber sie ließen sich nicht belehren. Gundermann würde sich angesichts solcher Fans im Grabe rumdrehen. Ich hab mich dann woanders hingestellt. Und da kam es dann noch schlimmer: Ein von denen stand dort und versuchte krampfhaft zu Gundermanns „Kommen und Gehen“ die zweite Stimme zu singen. Ganz schlimm. Klang n bisschen wie Oktoberclub. Hab ich ihr dann auch gesagt. Hat sie geantwortet: Kann ja gar nicht sein. Bin ich viel zu jung für. Ach? Zu jung? Da wurde mir einiges klar.

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