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Aguardiente de La Palma

Heute nun wollte ich es genau wissen, denn morgen enden vorerst die wunderschönen Tage auf La Palma.  Seit knapp zwei Wochen steh ich morgens, nach dem Brötchen holen, am Kiosko, genauer gesagt an der Autobar von La Punta, und trinke meine ein, zwei Cortados. Und beobachte seitdem interessiert, wie die „Senores local“ sich Brandy, Whisky und eine durchsichtiges Getränk aus einer blauen Flasche hinter die Binden kippen. Alles kostet zwischen 80 Cent und einem Euro. Außer der Cortado natürlich, der wie überall auf der Insel 60 Cent kostet (drei Elektrokerzen in Tijarafe).

Also fragte ich heute el chefe: Una ultima pregunta: Que es en botella azul? Die Antwort kam in Form eines Gläschens davon mit der Aufforderung: Probar! Nun, was soll´s, dachte ich mir, schließlich ist es der vorletzte Morgen an der Bar. Erstens: Das Zeuch brennt. Im Rachen, auf der Zunge. Zweitens: Der Abgang ist trotzdessen sehr mild. Kein Brennen mehr im Magen, nur ein wohliges Gefühl. Das ist er also, der Aguardiente, ein Zuckerrohrschnaps von der Insel. Gebrannt wird er in allen Ländern, die Zuckerrohr anbauen. So also auch hier. Nur so ohne Etikett, warum? Por que no se nombre en la botella? frage ich el chefe. Er lächelt etwas verschmitzt und blinzelt mit den Augen. Mi produccion, sagt er noch und will nachschenken. Ich lehne dankend ab (wollen doch heute noch in die Cumbrecita) und verspreche aber, morgen vor dem Abflug nochmal vorbeizuschauen. Zahlen darf ich heute auch nicht, war doch eine Probe. Hasta la manana!

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Iglesia Candelaria Electro

Strom ist knapp hier auf der Insel, energia nuclear ein Fremdwort, Wasser ist auch nicht reichlich vorhanden. Zwar ziehen immer mal wieder ein paar Wolken über die Cumbre, verfangen sich (glücklicherweise) auf der Ostseite der Insel, doch Regen haben wir hier auf La Palma noch nicht erlebt. Feuer gab es dafür schon des öfteren. Mehrmals schon haben Horden von Piraten und Eroberer ganze Städte und Dörfer niedergebrannt. Es ist also wohl nicht der Mangel an Wachs, sondern eher die Feuerbrunsterfahrungen, die in der Kirche von Tijarafe, in der Iglesia de Nuestra de Senora de la Candelaria, für einen doch für die kanarische Insel recht ungewöhnlichen Einfall sorgte. Wer hier, zu Ehren der Verstorbenen, oder auch um die Senora de la Candelaria (candelar = Kerze) zu huldigen, eine Kerze anzünden möchte, wird enttäuscht. Keine Kerzen, keine Feuerzeuge.

Dafür gibt es 172 Elektrokerzen unter Plexiglas. Zünden kann man jene mit dem Einwurf eines Geldstückes in einen Tresor direkt daneben. Wirft man wenigstens 20 Cent ein, leuchtet eine weitere Kerze hinter Glas. Aber bitte keine 1, 2 und 5-Centstücke! Steht da geschrieben. Ich hab´s probiert, es funktioniert. Zwei 20-Centstücke und schon ging der Kirche ein Licht auf. Nein, zwei. Der Barockaltar aus dem 17. Jahrhundert, in seiner Art der einzige auf den kanarischen Inseln, der auch ein Grund für unseren Besuch war, ist allerdings mit einer große roten Decke verhangen. Er wird nur zu örtlichen Feierlichkeiten gelüftet. Ist ja auch gefährlich, solch ein Holz-Altar, neben all den Elektro-Kerzen. Und außerdem „brennen“ Elektrokerzen natürlich nur so lange, wie es die Zeitschaltuhr zulässt. Da freut sich die Kirche…

Streetview Barranco de las Angustias

Die Isla de La Palma, nicht nur grüne und schöne Insel (isla verde, isla bonita), sondern auch die steilste Insel der Welt. In der Mitte 2400 Meter, am Rand immer noch 500 Meter hoch. Nur kleine Gebiete drängeln sich auf Meereshöhe. Unsere Finca liegt diesmal auf 630 Meter Höhe. Wollen wir in Richtung Osten oder Süden fahren, müssen wir immer durch den Barranco de las Angustias, den Barranco der Angst. Es ist der einzige Zugang zur Caldera de Taburiente und außerdem die rasanteste Ab- und Auffahrt der Insel. Noch, denn Politik und Behörden wollen das Tal überbrücken. Was nicht nur Milliarden verschlingen, sondern vor allem die Natur hier verschandeln wird. Hier schonmal ein Eindruck, wie es ohne Brücke aussieht. Mehr und ein eigenes Streetview-Video demnächst an dieser Stelle.

¡Hola! ¿Como estais?

¡Hola, amigos, senoritas y senores! ¿Como estais? Yo, mui bien. La Isla de La Palma es en isla bonita, isla verde. Aqui se puede caminar, tomar el sol y tambien comer bien. La gente en los pueblos en las ciudades muy simpatica. Ademas, aqui hace mucho calor.  A mi me gustan senderismo, practicar vela y los viajes a las montanas. Pero, a mi me gustan mas beber vino, cerveza y cortado tambien. Ayer visitamos Santa Cruz de La Palma, la capital de Isla. Hoy hemos hecho una excursión a las tallas de piedra antigua. Manana vamos a la playa. Yo creo que, la Isla de La Palma de nuevo pronto. Hasta la viernes o sabado! (Wenn hier schon keiner Spanisch mit mir sprechen will, dann will ich wenigstens so in Übung bleiben.)

Sie sind gelandet

Wer oder was es auch war. Es geschah am 3. April 2011 westlich von La Palma über dem Atlantik, 20.34 Uhr Ortszeit…

Auch auf La Palma…

Spritpreis La Palma…ist der Sprit teurer geworden. Schon über ein Euro…

Trauma in Deutsch

Es ist schon ein wenig pervers. Da ist man als deutscher Tourist auf La Palma und das einzige, das einen stört, sind die deutschen Touristen. Oder die Deutschen an sich. Die sich hier niedergelassen haben. Mit ihren Bio-Anbau-Feldern und ihren Strickhosen. Leben seit zehn Jahren hier und sind immer noch nicht fähig, ihre Brötchen auf spanisch zu bestellen. Wie heute auf dem Markt in Puntagorda/El Fayal. Er mit bunter Hose, buntem Shirt, Sandaletten. Die Hosen sind irgendwie oben zusammen geschnürt und sehen aus wie, ich weiß nicht. Ich nehm zwei von den Brötche da, ja, genau die. Nee, die daneben. Die daneeeben! Hamse mich nich verstanden, oder was? Ich meinte die mit dem Knoblauch drin. Acho, ja, wenn sie´s Acho nennen wollen. Ich meine jedenfalls die Brötchen mit dem Knoblauch drin.

Und dann nehm ich noch…, Martina, was wolltest du haben? Brötchen? Hab ich schon. Ach so ja. Geben Sie mir doch n och von den Oliven da drüben. Nein. Nicht doch die. Ich meine die dahinter. Ja genau. Nee, nich so viele. Ja, das haut hin. Was kostet das? Zeigen se mal her den Zettel. Drei Euro zweiundvierzig? Für fünf Brötchen und 300 Gramm Oliven? Man, das is aber auch nicht mehr billich hier. Martina? Martina! Martiiiinaaaa! Hast Du das Geld? Gib mal her. Die ham Preise hier neuersdings, das sach ich Dir. Kuchen? Was für Kuchen? Kannste vergessen. Bei den Preisen hier. Nee, da backen wir wieder selbst. Schmeckt ja auch besser.

Der nächste ist dran. Nein, die nächste. Anfang siebzich, Strohhut, bunte Bluse, Hosen bis über die Knie. Die Sandaletten sehen aus wie selbst geklöppelt. Ja ich nehm, was wollte ich denn, ich nehm, Harald? Haraald? Harrrraaaalllldddd!!! Ach hier bist du. Renn doch nich immer weg, wenn ich dran bin. Also, was essen wir heute? Ach ja, ich nehm mal von dem Weißkohl dort drüben. Nein, den daneben. Ja, genau den. Was kostet da das Kilo? Ja gut, das ist in Ordnung. Und dann, was wolltest du nochmal, Harald? Ja, geben sie mir doch nochmal so ne handvoll von den erdbeeren. Ja, genau von denen. Ein bisschen mehr sollte es schon sein. Das reicht doch dicke, sagt Harald. Was weißt du schon vom Kuchenbacken? Also, ja, das ist genug. Und nun die Rechnung. Ja, hier mase zehn Euro, das stimmt so. Nein, lassense mal, das geht schon so in Ordnung. Aber ne Tüte, ne Tüte brauchen wir noch. Zwanzich Cent? Extra? Na hier hamse zehn Cent, die andern hamse ja wohl schon mit den zehn Euro kassiert.

Ich möchte gern ein Brot und von den Erdbeeren hätte ich auch ganz gern dreihundert Gramm. Und weil ich gerade Spanisch lerne und hier auf La Palma bin, bestelle ich: Quiero un pan y fresas, trescientos gramo. Die Verkäuferin schaut mich ungläubig an und fragt: Was wolln Sie? Fresas? Was issn das? Ach sie meinen die Erdbeeren hier. Sagen Sie das doch gleich. Ich kann mich beherrschen, denn schließlich habe ich Urlaub. Und unterhalte mich weiter mit der deutschen Obstverkäuferin auf deutsch. Bin ja schließlich auch ein deutscher Tourist.  A mi me interesan habla espanol, pero aquí no interesado en la.

Primer templo del orbe catolico…

…en el pueblo Todoque/Isla de La Palma

El Bar

Die Luft ist sauber und klar, Hunde bellen, irgendwo kräht ein Hahn ununterbrochen. Morgens um neun sind es in der Sonne schon knapp 20 Grad. In der Bar in Tijarafe ist bereits Hochbetrieb. Die Männer des Ortes, der jüngste Anfang 20, der älteste um die 90, sitzen vor oder in der Bar bei Kaffee Cortado. Frauen sind auch da. Jedoch nur hinter dem Tresen als Bedienungen. Mittendrin ich. Natürlich, ich bin ja im Urlaub und für meine Verhältnisse ist es wunderbar warm, in kurzen Hosen und T-Shirt. Ob mir nicht kalt ist, fragen die Männer, die allesamt lange Hosen und dicke Jacken tragen. Frio? fragen sie und dank meines Spanischkurses weiß ich nun, was sie meinen. Auch meinen Cortado, ein göttliches Getränk aus gezuckerter Kondensmilch und starkem Kaffee, kann ich nun selbst ohne Probleme bestellen. Quiero un cortado, por favor. Und auch einen zweiten – una mas. Frio? Kalt? No, en alemana es el frio, si. Aqui, no. Aqui esta caliente. Die Männer lachen und wenden sich wieder dem TV zu, wo Fußball läuft und zwischendurch das Wetter vom Wochenende abgesagt wird. Auf den Kanaren 24 Grad, sonnig. Das kann ich mir gefallen lassen und muss auch jetzt los, um im Supermercado frische Brötchen fürs Frühstück auf unserer Terrasse zu holen. Hasta luego!

Morgen-Blick von unserer Terrasse auf den Atlantik

Habla usted español?

Am Dienstag beginnt er endlich, mein Spanischkurs. Bin mal gespannt, wie es so ist, nach 30 Jahren wieder auf der Schulbank zu sitzen. Und vor allem, ob ich bis zum La-Palma-Urlaub Ende März ein bisschen Spanisch sprechen kann. Erste Erfolge, Niederlagen und mehr dann demnächst an dieser Stelle.