Leserbrief 1957

P1030229Briefe von Lesern an die Zeitung. Oft banal, manchmal interessant, selten originell. Wie dieses Fundstück hier. Geschrieben am 1. Februar 1957 von einer 25jährigen Lehrerin an die Redaktion der FREIHEIT in Gräfenhainichen:

In Gräfenhainichen gibt es einen Konsum, in dem an einem Verkaufsstand Berufstätige ab 17.00 Uhr bevorzugt werden könnten! Ja, richtig gehört, könnten! Obwohl der Aushang sagt, Berufstätige werden hier ab 17.00 Uhr bevorzugt bedient. Neulich wollte ich, es war gerade 17.40 Uhr, die Bevorzugung mal in Anspruch nehmen, doch oweh! Sechs oder sieben Frauen, ältere und jüngere Nichtberufstätige standen davor. Als ich nach 10 Min. Wartezeit (ich stand wie auf Kohlen, denn für 18.30 Uhr war die Versammlung angesetzt) wagte, höflich anzufragen, ob es vielleicht möglich wäre, daß ich ……. wich keine der Frauen, deren Minen eisern geworden waren. Die Verkäuferin reagierte in der Weise, in dem sie schnippig sagte: „hausfrauen sind auch berufstätig.“

So stand ich denn da, und vermied der Ruhe halber jedes weitere Wort. Liebe Freiheit, wie verhält sich das? Warum gibt es in diesem Konsum so einen Einrichtung? Dafür, daß sie von Seiten der Verkaufsstelle gar nicht beachtet wird? Es kann jeder guten hausfrau passieren, daß sie kurz vor ladenshcluss noch einmal schnell ein Brot, Streichhölzer oder Kaffee holen muß. Das alles ist verzeihlich. Abder daß sie an diesem Verkaufsstand kurz vor 18.00 Uhr mit sechs Lebensmittelkarten steht und den Wocheneinkauf an Fettigkeiten, Zucker, Wurst usw. tätigt, ist nicht zu verstehen.

Das ist eine Nichtachtung unserer berufstätigen Frauen, die neben ihrer 8-stündigen Arbeitszeit in Betrieben oder Verwaltungen auch noch „Hausfrauen“ sind.

Ich bitte hierzu eine Stellungnahme der Verkaufsstelle des Konsum Nr. 1 in Gräfenhainichen.

G.W.

Probleme? Postbank und deutsche Frauen!

Manchmal bekomme ich Angst. Pure Angst. Mal abgesehen von so manchen politischen Entscheidungen dieses Landes und dieser Stadt, mal abgesehen vom Verfassungsschutz und von Internetüberwachung. Abgesehen von prügelnden und schießwütigen Polizisten, von aberwitzigen Entscheidungen überbezahlter Manager. Abgesehen von Überwachungsstaat, Musikantenstadel und Volksmusik. Abgesehen von rechten und linken Radikalen, von Dummen und Doofen, von Frauentausch und Lena Meyer-Landrut. 

So richtig Angst bekomme ich, wenn mir Briefe wie folgender zugespielt werden. Namen und hinweisdienliche Pasagen habe ich ge-xxxxx(t).

Liebe Spandauer/in, liebe Berliner/in!

Mein Name ist Xxxxx Xxxxxx. Ich bin seit dem 1.08.1988 Leser dieser Zeitung! Ich bin seit dem 1.12.1994 Mitarbeiter der Berliner xxxxx und seit dem 1.10.2004 Mitglied der Spandauer SPD. Außerdem nin ich letztes Jahr 50 geworden. Leider, gibt es immer noch Genossen/in die der Meinung sind, daß, ich Xxxxx Xxxxx, ein Alkohol Problem habe. Dies ist aber nicht der Fall. Ich habe eine amerikanische Schulausbildung und eine deutsche Berufsausbildung. Ich habe auch eine gescheiterte Ehe, mit einer Thailänderin hinter mir und eine Gescheiterte Verlobung einem meiner High School Mitschülerin. 

Normalerweise sind das genug Gründe um sich umzubringen! Ich habe mich aber für das Leben entschieden. Mein Hausarzt, Herr Doktor Xxxxx, kann jeder Zeit bestätigen, daß ich, Xxxxx Xxxxx, ein gesunder Mensch bin. Meine einzigen Probleme sind 1) die deutsche Postbank und 2) die deutschen Frauen. Daher, sehe ich mich gezwungen mit meinen Problemen an die Öffentlichkeit zugehen.

Noch eins, ich habe vor mindestens 100 Jahre altzu werden, endlich Papa zuwerden und eines Tages ein VIP von Spandau zu sein. Ich hoffe Ihr versteht mich jetzt, und daß, wir uns vielleicht am 29.08.10 beim Sommer Fest der SPD in Spandau Kennenlernen werden. Bis dann, Euer, Xxxxx Xxxxx, Don Xxxxx