eins und eins

text: ole pankow, irgendwann zwischen 1983 und 1985

vertont: ole pankow, 2015

 

eins und eins / ist nicht zwei / manchmal drei

und ein weg zum ziel / führt mal an uns vorbei

nicht ein boot / folgt dem sinn / den wir suchen

denn es folgt den fischen / und manchmal dem wind

 

doch es bleibt / was uns treibt

egal wohin / egal wie weit

auf den wegen / die wir gemeinsam gehn

 

nicht jeder tag / ist so gut / macht uns mut

dass wir ohne zweifel / ohne ängste sind

manches mal / sind wir schwach / verzweifeln wir

ohne hoffnung / an uns selbst / vergeht die kraft

 

doch es bleibt / was uns treibt

egal wohin / egal wie weit

auf den wegen / die wir gemeinsam gehn

 

einmal kommt / es so weit / dass ich sag

es ist zeit / den letzten weg zu gehn

und es wird / mir ein schmerz / meine hand

legt sich schwer / und meine liebe in dein herz

 

bis dahin bleibt  / was uns treibt

egal wohin / egal wie weit

auf den wegen / die wir gemeinsam gehn

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Najana: Was ist denn da bei Herrn Adolphi los?

Die Mucke stimmt, die Instrumente auch.  Nur die Kleidung fällt aus der Rolle (Blaumann statt Folk-Anzug) und dann auch noch … der TEXT! Was ist da los, Herr Adolphi? Statt der gewohnten irischen Folktexte der Aberlours so ganz im heimatlichen Dialekt? „Najana“ klingt zunächst wie eine Name von irgendwas/wer – ist aber eben nichts anderes als „naja na“, also soviel wie „nun – dann ist das eben so“ – nur im Dialekt eben. Aberlours- und Horch-Frontmann Klaus Adolphi nennt das den „offiziellen Ausflug in mitteldeutsche Sprachniederungen“.  Najana ist jedenfalls ein Bonustrack des neuesten Aberlours-Albums und zu hören jetzt auf Youtube und live demnächst auf Adolphis Fluchtburg in Elben.  Ungewohnt aber gut wie immer und ein Grund mehr, sich die Band mal wieder live anzusehen/hören. Darauf einen Singlemalt!

Tourplan The Aberlours

Freunde

feuer_himmelfahrt_01Nun ist es also (fast) soweit. Ein halbes Jahrhundert auf der Welt. Geteilt fast genau in der Mitte durch Ost und West. Knappe 25 Jahre in der DDR. Die folgenden dann in dem, was daraus wurde. Viel Gutes wurde daraus. Persönlich sowieso.  Auch davor gab es Gutes. Die Musikschule in Merseburg zum Beispiel. Gerade heute denke ich an die ersten Geigen-Stunden, die nur noch blass im Gedächtnis haften. 45 Jahre ist das her. Als ich 1972 in die (Polytechnische) Viktor-Koenen-Oberschule in Merseburg Süd eingeschult wurde, hatte ich schon fast zwei Jahre Geigenunterricht hinter mir.

Unsere Nachbarn damals tun mir heute noch leid. Kaum ein anderes Instrument erzeugt in den ersten Lehrjahren dermaßen schiefe und nervende Töne wie dieses Instrument. Aber es hat sich gelohnt. Ich kann es noch heute. Dazu gekommen sind dann später noch die Gitarre. Das Akkordeon. Die Mandoline. Viel Musik wurde auch daraus. Zuerst bei „Fliegenpilz“ in Haneu. Später dann mit „Schreihals“ in Erfurt. Heute noch mit Freunden. Immer dann, wenn man sich sieht. Und die sind übrigens das Wichtigste von damals.

Freunde. Freunde, die es geblieben sind. Freundschaften, die gewachsen sind. An ihr selbst und an den Reibungen, die dabei entstehen.  Gewachsen in vielen gemeinsamen Stunden. Gewachsen in der Nähe. Größer geworden in der Ferne. Größer geworden aus Sorge um den Freund, um die Freundin.  Tiefer geworden aus Achtung und Dankbarkeit. Und aus Trauer und Schmerz. Gemeinsam wurde so einiges erträglicher. Wenn auch oft ohne die richtigen Worte. Aber auch Schweigen kann etwas ausdrücken. Schweigen wiegt oft schwerer als ein Wort.

Es sind Freundschaften, die ein Leben begleiten. Die ältesten bringen es auf weit über 30 Jahre. Die jüngsten, nicht minder tiefen, auf gerade mal drei Jahre. Das prägt. Das macht stolz. Und glücklich. Denke ich an Euch, verspüre ich große Achtung. Auch Dankbarkeit. Ohne auch nur ein bisschen zu übertreiben. Ihr habt mich geprägt. Unbezahlbar.  Mit Euch kann man alles meistern. Auch den 50. Und alles, was noch folgen wird. Danke dafür!

 

 

Austin City Limits: Foo Fighters

In Austin war ich letztes Jahr, die Fighters hab ich bisher vier Mal gesehen. Die Foo Fighters in Austin hab ich noch nicht erlebt. Aber kann ja noch kommen. Oder?

Alternativ? Grunge? Hipsterpunk?

Immer wieder mal ist sich die Kritik uneins. Die einen meinen dies, die anderen das. Und meistens gibt es noch eine dritte Meinung. Nun, beim neuen The Gaslight Anthem Album Get Hurt sind sich zumindest fast alle einig, dass es was ganz anderes ist als erwartet. Düsterer Grunge, schreiben die einen. Album der Woche, die anderen. Soviel steht fest: Es ist gewöhnungsbedürftig. Ein wenig Alternativrock. Und auch Grunge. Hipsterpunk? Ja. Könnte man auch durchgehen lassen.  Get Hurt ist vor allem eins: düster. Im Vergleich zu den Vorgängeralben geradezu beängstigend. Kein 59-Sound, keine Brüller für Mädchen in Jeans und T-Shirts. Warum das so ist, haben die Experten von ppq herausgefunden: Sänger und Frontmann Brian Fallon hat im neuen Album seine Scheidung verarbeitet. Da wird einiges klar. Und man hört es gleich mit anderen Ohren.

Kann ja sein

Kann ja sein, dass ich alt werde. Kann ja sein, dass ich sentimental werde. Kann auch sein, dass Beides zutrifft. Kann auch sein, dass mich die Ereignisse der letzten Monate schwach gemacht haben. Kann auch sein, dass mich eine Nachricht von heute euphorisch gemacht hat. Sicher, es kann auch sein, dass ich zu nah am Wasser gebaut bin. Und ja, es kann sein, dass ich nicht immer New Model Army, Creed, Foo Fighters, Queens Of The Stone Age, Macbeth oder ähnliches höre. Manchmal ist es eben etwas anderes. Was mich berührt. In diesem Fall ist es Ella Henderson. 16 Jahre jung. Kommt auf die Bühne bei dieser fetten Show. Und singt ein Lied. Ein eigenes Lied. Geschrieben für ihren verstorbenen Großvater. Wow. Das hat mich umgehaun. So ist das. Kann ja sein.