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Najana: Was ist denn da bei Herrn Adolphi los?

Die Mucke stimmt, die Instrumente auch.  Nur die Kleidung fällt aus der Rolle (Blaumann statt Folk-Anzug) und dann auch noch … der TEXT! Was ist da los, Herr Adolphi? Statt der gewohnten irischen Folktexte der Aberlours so ganz im heimatlichen Dialekt? „Najana“ klingt zunächst wie eine Name von irgendwas/wer – ist aber eben nichts anderes als „naja na“, also soviel wie „nun – dann ist das eben so“ – nur im Dialekt eben. Aberlours- und Horch-Frontmann Klaus Adolphi nennt das den „offiziellen Ausflug in mitteldeutsche Sprachniederungen“.  Najana ist jedenfalls ein Bonustrack des neuesten Aberlours-Albums und zu hören jetzt auf Youtube und live demnächst auf Adolphis Fluchtburg in Elben.  Ungewohnt aber gut wie immer und ein Grund mehr, sich die Band mal wieder live anzusehen/hören. Darauf einen Singlemalt!

Tourplan The Aberlours

Getting Away With It All Messed Up

Musste mal sein hier an dieser Stelle…

Freunde

feuer_himmelfahrt_01Nun ist es also (fast) soweit. Ein halbes Jahrhundert auf der Welt. Geteilt fast genau in der Mitte durch Ost und West. Knappe 25 Jahre in der DDR. Die folgenden dann in dem, was daraus wurde. Viel Gutes wurde daraus. Persönlich sowieso.  Auch davor gab es Gutes. Die Musikschule in Merseburg zum Beispiel. Gerade heute denke ich an die ersten Geigen-Stunden, die nur noch blass im Gedächtnis haften. 45 Jahre ist das her. Als ich 1972 in die (Polytechnische) Viktor-Koenen-Oberschule in Merseburg Süd eingeschult wurde, hatte ich schon fast zwei Jahre Geigenunterricht hinter mir.

Unsere Nachbarn damals tun mir heute noch leid. Kaum ein anderes Instrument erzeugt in den ersten Lehrjahren dermaßen schiefe und nervende Töne wie dieses Instrument. Aber es hat sich gelohnt. Ich kann es noch heute. Dazu gekommen sind dann später noch die Gitarre. Das Akkordeon. Die Mandoline. Viel Musik wurde auch daraus. Zuerst bei „Fliegenpilz“ in Haneu. Später dann mit „Schreihals“ in Erfurt. Heute noch mit Freunden. Immer dann, wenn man sich sieht. Und die sind übrigens das Wichtigste von damals.

Freunde. Freunde, die es geblieben sind. Freundschaften, die gewachsen sind. An ihr selbst und an den Reibungen, die dabei entstehen.  Gewachsen in vielen gemeinsamen Stunden. Gewachsen in der Nähe. Größer geworden in der Ferne. Größer geworden aus Sorge um den Freund, um die Freundin.  Tiefer geworden aus Achtung und Dankbarkeit. Und aus Trauer und Schmerz. Gemeinsam wurde so einiges erträglicher. Wenn auch oft ohne die richtigen Worte. Aber auch Schweigen kann etwas ausdrücken. Schweigen wiegt oft schwerer als ein Wort.

Es sind Freundschaften, die ein Leben begleiten. Die ältesten bringen es auf weit über 30 Jahre. Die jüngsten, nicht minder tiefen, auf gerade mal drei Jahre. Das prägt. Das macht stolz. Und glücklich. Denke ich an Euch, verspüre ich große Achtung. Auch Dankbarkeit. Ohne auch nur ein bisschen zu übertreiben. Ihr habt mich geprägt. Unbezahlbar.  Mit Euch kann man alles meistern. Auch den 50. Und alles, was noch folgen wird. Danke dafür!

 

 

Austin City Limits: Foo Fighters

In Austin war ich letztes Jahr, die Fighters hab ich bisher vier Mal gesehen. Die Foo Fighters in Austin hab ich noch nicht erlebt. Aber kann ja noch kommen. Oder?

Alternativ? Grunge? Hipsterpunk?

Immer wieder mal ist sich die Kritik uneins. Die einen meinen dies, die anderen das. Und meistens gibt es noch eine dritte Meinung. Nun, beim neuen The Gaslight Anthem Album Get Hurt sind sich zumindest fast alle einig, dass es was ganz anderes ist als erwartet. Düsterer Grunge, schreiben die einen. Album der Woche, die anderen. Soviel steht fest: Es ist gewöhnungsbedürftig. Ein wenig Alternativrock. Und auch Grunge. Hipsterpunk? Ja. Könnte man auch durchgehen lassen.  Get Hurt ist vor allem eins: düster. Im Vergleich zu den Vorgängeralben geradezu beängstigend. Kein 59-Sound, keine Brüller für Mädchen in Jeans und T-Shirts. Warum das so ist, haben die Experten von ppq herausgefunden: Sänger und Frontmann Brian Fallon hat im neuen Album seine Scheidung verarbeitet. Da wird einiges klar. Und man hört es gleich mit anderen Ohren.

Kann ja sein

Kann ja sein, dass ich alt werde. Kann ja sein, dass ich sentimental werde. Kann auch sein, dass Beides zutrifft. Kann auch sein, dass mich die Ereignisse der letzten Monate schwach gemacht haben. Kann auch sein, dass mich eine Nachricht von heute euphorisch gemacht hat. Sicher, es kann auch sein, dass ich zu nah am Wasser gebaut bin. Und ja, es kann sein, dass ich nicht immer New Model Army, Creed, Foo Fighters, Queens Of The Stone Age, Macbeth oder ähnliches höre. Manchmal ist es eben etwas anderes. Was mich berührt. In diesem Fall ist es Ella Henderson. 16 Jahre jung. Kommt auf die Bühne bei dieser fetten Show. Und singt ein Lied. Ein eigenes Lied. Geschrieben für ihren verstorbenen Großvater. Wow. Das hat mich umgehaun. So ist das. Kann ja sein.

R.I.P. Paco

Es war Mitte der 80er. In Erfurt. Die Partywohnung von Freunden hatte ihrem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und am Morgen danach lagen geschätzte zwanzig bis dreißig trunken-verschlafene Leute in der Wohnung in ihren Schlafsäcken. Bei dem einem im Zimmer, bei dem anderen. Und auch im Flur, der, so groß wie manche Bar, mit Tresen, zu besten Zeiten gefühlte 100 Gäste aufnehmen konnte. An einem Morgen jedenfalls, es war ein Samstag, die Party also noch lange nicht vorbei, legte einer der beiden Wohnungsmieter „Friday Night In San Francisco“ auf den Plattenteller. Nach und nach wurde die Partygemeinde wach. Was ist das? Das geht doch nicht. So schnell kann man nicht spielen. Oder doch?

Besonders beeindruckt, ich werde es nie vergessen, war einer der Musikerfreunde. Selbst Gitarrist, und kein schlechter, saß halb noch in seinem Schlafsack, rieb sich Augen (und wahrscheinlich besonders die Ohren), sah zu mir herüber und sagte: „Ich schmeiß meine Klampfe weg. Am besten gleich hier in den Ofen.“ Er hat es nicht getan. Spielt auch heute noch in ner Band. Hört auch heute noch „Friday Night In San Francisco“. Auf so mancher Party. Und nun ist Paco gegangen. Wieder einer der Guten, der zu früh diese Welt verlässt. R.I.P. Paco!

Keine Ahnung, aber (unqualifiziert) tanzen

Sie verfolgen mich. Immer wieder. Bei fast allen Konzerten. Seit mehreren Jahren. Egal wo, eine ist immer da. Bei New Model Army, Rockhaus, Them Crooked Vultures.  Bei den Eagles of Death Metal, Monster Magnet. Bei den Foo Fighters, The Gaslight Anthem, Soundgarden,  Und jetzt gerade wieder bei Pearl Jam. Aber nicht genug damit , dass sie mich verfolgen. Sie stehen, bzw. bewegen sich auch immer wieder, genau vor mir. Die, die ich die Unwissenden nenne.

Es sind junge Frauen. Die meisten tragen, seltsamer weise oder auch nicht, schmale viereckige Brillen. Oft sind sie allein da. Manchmal auch mit anderen. Die Kleidung variiert. Eins aber ist immer gleich: Sie fallen am Anfang der Konzert nie auf. Sie stehen ruhig irgendwo im Publikum. Sie verziehen keine Miene. Beschäftigen sich mit ihren Smartphones, schlürfen Prosecco auf Eis. Tun so, als ob ihnen die Musik sonstwo vorbei ginge. Machen den Eindruck, als hätten sie diese oder jene Band noch gehört. Geschweige denn live gesehen. Unauffällige, unerhörte Anwesende.

Doch dann kommt ihre Stunde. Auf einmal hören sie ein Lied, das sie doch schon einmal irgendwo gehört haben. Im Radio, bei Freunden oder in der Dsikothek. Und dann springen sie auf. Beginnen unqualifiziert zu tanzen. Zu Winken. Nicht aber etwa, wie man das so bei Konzerften macht. Sondern so, wie man das in der Diskothek macht. Nur eben auf der Stelle. Sie wackeln mit dem Hintern, bewegen die Schultern nach links, nach rechts, den Oberkörper samt Kopf. Dazu wippen sie auf und ab und heben den Arm zum Winken, als ob sie einen imaginären Bekannten auf der Bühne grüßen würden.

Warum machen die das? Warum passiert mir das immer wieder? Sind das Radio-Hörerinnen, die bei jedem Gewinnspiel mitmachen? Egal, um welche Tickets es sich handelt? Und die dann gelangweilt, weil sie ja die Band gar nicht kennen, fast das ganze Konzert im Wege rumstehen? Um dann, zum Beispiel bei Alive (Pearl Jam), auf einmal aufwachen? Und mit ihren Diskozuckungen anfangen? Keine Ahnung, aber (unqualifiziert) tanzen. Ich glaub, ich fange langsam an, sie zu hassen.

Hohe Maßstäbe an den Wert gesetzt

Es kommt ja immer mal wieder vor, dass man nicht nur von den guten alten, sondern auch von den weniger guten alten Zeit spricht. So war ich dieser Tage mit einem Freund aus Erfurt bei einem Metalkonzert in einem Berliner Club, währenddessen wir eben auch auf jene Zeit zu sprechen kamen. Und nun, zwei Wochen später, fiel mir auch noch beim aufräumen ein Teil meier Akte in die Hände. Schön, dass man heute darüber lachen kann. Für alle die mitlachen wollen, hier ein paar der schönsten Sätze eines Autors, dessen Authentizität ich bis heute nicht klären konnte. Ich habe Vermutungen, aber die wurden nie so richtig bestätigt. Inzwischen ist es aber auch egal (in Klammern kommentiere ich falsche Behauptungen). Und ab und an kann einem das Lachen auch heute noch vergehen:

Ermittlungsbericht. Halle, den 25. Januar 1988

Politische Haltung, gesellschaftliche Aktivitäten

Der K. erhielt durch seien Eltern eine positive Erziehung im Sinne der gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR. Als Schüler in der Oberschule gehörte er der FDJ an. An der Bezirksmusikschule Halle, dem Konservatorium „Georg-Friedrich-Händel“, erhielt er eine abgeschlossene Ausbildung auf dem Instrument Violine (FALSCH. Violine lernte ich in Merseburg, in Halle lernte ich Gitarre). Während dieser Ausbildung wurde er zu vielen gesellschaftlichen Höhepunkten in der DDR delegiert, um als Musikschaffender teilnehmen zu können (hihihi)…

…Seit ca. 1986 änderte er sich zunehmend ins einem Charakter und in seiner politischen Haltung. Während seiner Lehrzeit war er mit zwei weiteren Lehrlingen mehrere Tage in der VR Ungarn. Im Jugendclub erzählte der K. dann, daß er von dem Konsumgüterangebot in Ungarn erfreut war und er wäre der Meinung daß alles dort viel besser wäre als in der DDR, zumal die vieles aus der Produktion westlicher Länder haben.

In weiteren Gesprächen mit dem K. kam dann zum Ausdruck, daß er sich durch negative Meinungen beeinflussen lässt, ohne dabei die Hintergründe zu erkennen. Zu Veranstaltungen von Volkloregruppen (Folklore mit V geschrieben lässt vermuten, dass es ein Volkspolizist geschrieben hat) reiste der K. oft nach Erfurt (FALSCH. Nach Erfurt fuhr ich meistens zu Feten in der Partywohnung). Selbst erzählte er, daß in seiner Musikgruppe 72 Musiker aus der ganzen DDR mitwirken (da hat einer das Folkfestival mit der Band verwechselt). Viele Teilnehmer sind konfessionell gebunden.

Der K. erzählte dann auch, daß er nur noch seinen Grundwehrdienst ableisten will. Er wäre davon überzeugt, daß man nur noch „Frieden schaffen kann ohne Waffen“. Er will seinen Grudnwehrdienst ohne Waffe ableisten. Auf Hinweise von Jugendlichen, die ihn auf seinen Fehler aufmerksam machten, ging er nicht ein. Es wird von einer Auskunftsperson vermutet, daß der K. von seinen Eltern zu streng erzogen wurde…

…Die Familie K. bewohnt eine 4-Raum-Wohnung in einem Neubau. Alle Zimmer sind modisch und wohnlich eingerichtet. Beim Kauf der Möbel wurden hohe Maßstäbe an den Wert gesetzt. Die Familie ist im Besitz eines PKW Typ „Wartburg“ und eines Gartens (FALSCH. Haben wir nie besessen). In den Sommermonaten an den Wochenenden über hält sich vorallem das Ehepaar im Garten auf. Nähere Angaben hierzu wurden nicht festgestellt. Der K. H. (mein Vater) ist oft außerhalb der Stadft Halle beschäftigt und kommt deshalb unregelmäßig und spät nach Hause. Schwatzhafte Situationen wurden bei den Eltern des K. nicht bekannt…

…Seit ca. Oktober 1987 wohnt der K. ständig in Erfurt. Er soll dort bei einem Mitglied der Volkloregruppe wohnen, der ihm auch eine berufliche Tätigkeit verschaffte (FALSCH). Der K. soll jetzt in einer LPG als Reparaturschlosser arbeiten (FALSCH)…

…Eine Auskunftsperson aus seinem näheren freundschaftlichen Umfeld in Erfurt erzählte, daß der K. bei mehreren Gelegenheiten immer wieder davon gesprochen hätte, daß er den Grundwehrdienst verweigern will. Der Auskunftsperson erzählte der K. außerdem, er hätte Kontakte nach dem NSW. Es würde sich um den L. T. und die V. D. aus Limburg handeln. Hierzu hat die Auskunftsperson weitere Ergebnisse erarbeitet und Ermittlungen durchgeführt…

Schluss mit lustig in Bayern

Nun gibts gar nix mehr zu Lachen bei den Bayern. Die Biermösl Blosn hat zum letzten Moi geblosn.

Ein schönes Lied zum Fest

Unerträglicher Krach

Ich habe es auch getan damals. Als ich sechs Jahre alt war. Als die Lederhose gerade so passte und ich so stolz auf mein erstes Fahrrad war. Ein 22er (siehe oben). Während dieser Zeit und noch viele Jahre danach habe ich außerdem noch ein Instrument geübt. Ich habe es aber immer so getan, dass es niemanden außerhalb stören konnte. Also bei geschlossenem Fenster. Denn wenn man anfängt Geige zu spielen, klingt das weder schön noch verlockend noch überhaupt nach was. Es klingt wie jammernde Katzen oder gequälte andere Tiere. Also Fenster zu und nur die Familie musste durch. Aber meist hab ich das eh schon am Nachmittag getan. Wenn die meisten Nachbarn noch arbeiten waren. Und auch die Familie. Schließlich musste ich ja auch irgendwann einmal ins Bett.

Heute ist das anders. Zumindest in dem Haus gegenüber. Dort, in einer geschätzt 180-Quadratmeter-Wohnung im dritten Stock, wird seit einem Jahr auch Geige geübt. Sicher heißt die bei denen Violine.  Doch nicht am Nachmittag, nicht bei geschlossenem Fenster. Sondern am Abend. Bei offenen Fenster. Samstagabend, 20.50 Uhr. An einem der letzten (heute) und an vielen anderen Sommerabenden. Dann, wenn man eigentlich so schön draußen sitzen und die Ruhe genießen könnte. Nicht aber mit denen, die da wohnen. Scheiß auf die Nachbarn. Müssen die sich denken.

Oder sie meinen, ihr Kleiner oder die Kleine hat es schon so drauf, dass es Zuhörer erfreut. Macht es aber nicht. Es nervt. Es ist nicht zu ertragen. Es ist einfach nur unerträglicher Krach. Die startenden und landenden Fliegeer von und nach Tegel sind ein Scheidreck dagegen. Warum machen die das? Samstagabend kurz vor neun? Die sind eben anders. Da wohnt doch die Upperclass, sagt meine Frau. Naja, Geld scheint wirklick genug da zu sein. Es ist die einzige Wohnung der Straße, wo spätestens nach Einbruch der Dunkelheit in allen Zimmern Licht brennt. Konzertsaalathmosphäre von Küche bis Wohnzimmer. Vom Klo bis ins Bett.

Und sicher gehört auch eines der schicken, noch nicht abgefackelten  SUVs, die neuerdings in der Straße parken, zu ihnen. Damit Geige und Konzertflügel auch in den Kofferraum passen. Letztes Jahr glänzte der Geigen übende Spross immer mal wieder mit einer bisher unbekannten Version der Deutschen Nationalhymne. Eine Art Freejazzversion. Während der Fußball-WM. Natürlich auch da schon bei geöffneten Fenstern. Selbstverständlich. Und immer nach Spielen mit deutscher Betiligung. Also dann abends, gegen 22.30 Uhr. Meine Frau sagt gerade, mach doch das Fesnter auf. Und spiel Geige. Gar keine schlechte Idee.

Dann würden sie viellicht einsehen, dass es keinen Zweck hat noch weiter das schöne Instrument zu quälen. Denn zwischen letztem und diesem Jahr halten sich die Fortschritte des Spielers oder der Spielerin sehr in Grenzen. Es dauert also noch etliche Jahre, bis da hörbare Töne rauskommen. Und eigentlich wollten wir noch ein paar Jahre hier wohnen bleiben. Also werd ich mal das Instrument auspacken…

The Mystic´s Dream

Das Video zum Wochenende;-)

Best of the West

Rückflug San Francisco – Berlin. Das mulmige Gefühl anfallender Traurigkeit über das nun endgültige Ende unseres Urlaubs wurde durch die Vorfreude auf deutsches Roggenbrot, Hackepeter aus dem Glas und das eigene Bett etwas gemildert. Auch die Auswahl deutscher Zeitungen und Zeitschriften im Flieger trug dazu bei. Um so mehr war ich gespannt auf die Seite-1-Ankündigung des Rolling Stone auf „Die 50 besten deutschen Alben“.

Klar war mir natürlich vorher schon, dass eine solche Auwahl immer die subjektive Auswahl der Autoren ist. Deshalb erwartete ich auch nicht all zu viele Ost-Deutsche Alben. Sicher würde Udo Lindenberg nicht fehlen, vielleicht eines der ersten HRK-Alben, Kraftwerk, Nina Hagen, Ärzte, Ideal, Grönemeyer, Rio Reiser, die Hosen. Und sie sind natürlich auch alle dabei. Gleich vier Alben von Tocotronic gehören laut Rolling-Stone-Bundesrat zu den 50 besten deutschen Alben. Nun gut, da kenne ich mich so gut aus, um dies beurteilen zu können. Die Nummer eins ist „Monarchie und Alltag“ der Fehlfarben. Das kann ich noch einigermaßen nachvollziehen.

Unverständlich jedoch, warum kein einziges ostdeutsches Album den Weg in die heiligen 50 des Magazins gefunden hat. Vor allem, weil der Untertitel „Zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung“ mehr versprochen hatte. Was ist mit Renft? Gerhard Gundermann, Karussell, Stern Combo Meissen. Ganz zu schweigen von Silly. Oder City, Pankow, Feeling B? Ob nun aus Inkompetenz oder Ignoranz – wieder einmal hat der Qualitäts-Musikjournalismus versagt. Sicher sind die Genannten alles beste Alben. Sicher haben die Jury-Mitglieder ihre Lieblinge ehrlich angekreuzt. Jedoch wirkt es für jeden, der sich auch nur ein bisschen mit Ostrock auskennt, ziemlich unglaubwürdig. Die Jury hat versagt. Oder aber, sie kommt aus dem Westen. Wäre nichts Ungewöhnliches. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung. Aber es ist eben wieder einmal so, wie mit den meisten anderen gesamtdeutschen Dingen. Wir sind denen immer ein Schritt voraus. Denn wir kennen Beides. Da macht die Musik keine Ausnahme.

HR 3 wünscht Guten Morgen

Eigentlich hab ich Schorschi ja genau mit dem Lied kennengelernt. Beziehungsweise hat er mich genau mit diesem Lied überzeugt. Überzeugt davon, selbst Musik zu machen. Und so fing also mit Bernies Autobahnband alles an damals. Mit Fliegenpilz, später Schreihals. Sollte man sich an dieser Stelle eigentlich mal bedanken. Danke, Bernie!