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NMA GENIAL

Ach, hätte ich sie doch mitgenommen. Die Geige. War es vor zehn, oder schon vor 15 Jahren? Egal, irgendwann damals, nach einem Konzert der Army im Taubertal, hab ich mir die Violinen-Stimme von „Vagabonds“ eingeübt. Immer wieder, bis ich den Part im Schlaf spielen konnte. Danach hatte ich das Instrument bei einigen Konzerten dabei. Immer misstrauisch vom Einlass beäugt, aber mit meiner Begründung immer durchgekommen: Falls, ja falls Justin Sullivan nun doch mal wieder „Vagabonds“ spielen sollte und keinen Geiger dabei hat – dann melde ich mich einfach und spiele mit. Das ist – natürlich – nie passiert. Wenn ich auch immer ein klein wenig Hoffnung hatte.

Die Geige habe ich nun schon lange nicht mehr dabei. Schade eigentlich. Beim Konzert am Donnerstag in Berlin spielte Justin dann tatsächlich jenen Song. In der dritten Zugabe-Runde. Und, was soll ich sagen: Er wollte erst nicht, da ja der Geiger fehlt. Aber unter einer Bedingung hat er es dann doch getan: Das Publikum sollte den Geigenpart übernehmen. Mhm. Und ich ohne Geige. So ein Mist. Aber so ist das eben. Und ob ich mich überhaupt getraut hätte – wer weiß. Es war jedenfalls so mit das beste Konzert von New Model Army, bei dem ich bisher dabei sein durfte. Und das sind schon einige. Eigentlich war ich jedes Jahr bei einem. Seit 1990.

Doch so viel Power auf der Bühne, das war eher selten. Die Army rockte wie noch nie. Inklusive der Songs vom neuen Album. Songs wie Paukenschläge, voller Kraft und Energie. Justin, mittlerweile auch 57, war nicht zu bremsen und schmetterte einen Knaller nach dem anderen in den C-Club. Von den bekannten Hits abgesehen, haben sich besonders die neuen „March in September“, „I need more Time“, der Titelsong  „Between Dog and Wolf“ sowie die typisch NMA-balladesken „Learn Back an Fall“ sowie „Knievel“ in Ohr und Hirn gebohrt. Phantastisch. GENIAL. Auf ein Neues!

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New Model Army im (meinem) Rampenlicht

Damals war es, 2001. Hardy hatte mich eingeladen. Zum Taubertal Festival. Ein kleines, aber feines Open Air unterhalb der und von Rothenburg. Ob der Tauber. Klar, ich bin hingefahren. Spielte doch meine Lieblingsband. New Model Army. Hardy war  T.L. Wie man im Jargon der Roadies sagt. Technischer Leiter. Ein Freund von ihm war der Chef vom Licht. Thronte das ganze Festival da oben auf seinem Turm. Mit dem besten Blick.

Und die beiden erfüllten mir einen Traum. Einmal „Spot fahren“ bei New Model Army. Also den Spot im richtigen Moment auf den richtigen Musiker richten. An und Aus. Hell und Dunkel. Gelb und Blau. Grün und Rot. Nach Anweisung. Über Kopfhörer. Es gab aber eine Bedingung: Also, wenn Du bei der Army Spot fahren willst, musst Du es auch bei Travis tun. Okay, warum nicht? Gesagt, getan. Na, jedenfalls fast. Nie werde ich den Licht-Boss von Travis vergessen. Der da in seinem Sessel thronte und seine Anweisungen gab. Yellow on Stage! Five, four, three, two… and go. Wehe, wenn dann auf der Bühne das gelbe Licht nicht anging. Dann war Polen offen. Beziehungsweise das Taubertal.

Und es kam, wie es kommen musste. Auf das Kommando „Go Yellow“ war auf einmal die ganze Bühne in blaues Licht getaucht. Und in den Kopfhörern aller Light-Hands war nur noch eins zu hören: Das Brüllen des Licht-Chefs: What the fuck is the blue light on stage? Yellow, I need Yellow!!! Now!!! Vor lauter Aufregung schwenkte ich meinen Spot kurz weit über die Köpfe der Band. Dachte, ich hätte das Blue Light verzapft. Aber ich war es nicht. Es war Hardys Kumpel. Der da den blauen Mist gebaut hatte.  Welch ein Glück. Dachte ich. Und Glück hatte ich wirklich. Denn wegen der Blauen-Licht-Affäre hatte niemand meinen kurzen Ausreißer nach oben mitbekommen.

Und so durfte ich dann auch bei der Army den „Spot fahren“. Natürlich den wichtigsten: Der auf Justin. Welch ein Erlebnis. Unvergessen. Und nun hab ich auch noch ein Video davon entdeckt…

You Weren´t There

via ppq

You Weren´t There

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Dieser Song. Von der Army. Von der New Model Army. Im Urlaub fast täglich gehört. Im Urlaub dort drüben, in Amerika. Bei Freunden in San Francisco. Mit Freunden aus Halle. Ein schöner Urlaub. Wahrscheinlich sogar der beste bisher.

Und dann das Konzert. Vier Wochen später. Im Kesselhaus Berlin. Die Army auf der Bühne. Gut wie immer. Lang wie immer. Vier Zugaben. Eben wie immer in Berlin.

Zwei junge Typen neben mir. Beide so um die 20. NMA kamen grad auf die Bühne. Sagt der eine: „Wat machst Du denn hier. Dit is doch jar nicht deine Musik.“ „Det stimmt“, sagt der andere. „Aba ick wollte mal seh´n, wat meine Oll´n so für Musik hör´n.“

Aha. Seine Oll´n. Also bin ich wohl auch… Naja, wenn ich´s mir recht überlege. Dann bin ich wohl jetzt seit wenigstens 20 Jahren NMA-Fan. Und wenn ich seit 20 Jahren Fan bin, muss ich wohl auch einer von den „Oll´n“ sein.

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Wie auch immer. Das Konzert wischte alle anderen Gedanken weg. Die Army einfach nur Spitze. Mit Gänsehaut. Und mit der einen oder anderen Träne. Die sich einfach so mittendrin im Kesselhaus aus meinen Augen schmuggelte. Bei „Green & Grey“ zum Beispiel. Oder „Vagabonds“.

Und dann der Abgang. Nach der dritten Zugabe. Das Saal-Licht (auch wie immer) schon an. Die Fans fordern weiter. Und sie kommen noch einmal zurück. Frontman Sullivan nuschelt was ins Mikro. Etwa „I have a flash. Berlin going never finish.“ Sprach´s und läutete die nächste Runde ein. I was there.

Nur meine Video-Aufnahmen gingen alle (audio-technisch) daneben. Deshalb hier ein 2005er Ausschnitt eines Konzertes in Leeds.

Green & Grey

Stell Dir vor es ist Bush und keiner geht hin

George W. Bush in Berlin und keinen interessiert es. Keine Proteste, keine Demos. Vorbei die Zeiten, in denen jeder seiner Besuche von Antikriegs-Kundgebungen und Krawallen begleitet war. Vorbei die Sit-Ins, die Bed-Ins, die Schrammel-Gitarren-Friedenslied-SängerInnen, die „Völkermord-Zentrale U.S.A.-Rufe“. Ach, was waren das für Zeiten.
Stattdessen geht es im Hubschrauber zum Schloss Meseberg. Dort sagen ihm die Füchse Gute Nacht und Bush trifft sich am Morgen danach zum Spaziergang mit der Kanzlerin. Naja, die muss wohl. Aber sonst hält sich das Interesse für den scheidenden Präsi ganz schön in Grenzen. Man Bush, Du taugst ja nicht mal mehr als Feindbild. Aber ich habe einen schönen Song für Dich:

Das Video zum Wochenende

Immer wieder Gänsehaut…

51st State

Man, ist das schon wieder lange her. Und wie die damals noch aussahen! Echt coole Matten.

NMA im Columbia Club

Da war sie wieder mal, die Volksarmee. In den USA durften sie u.a. wegen ihres Namens nicht spielen. Dafür war das Konzert von NEW MODEL ARMY am 9. November 2007 im Columbia Club Berlin um so besser. Laut, aggressiv und lang war es. Ein Kracher nach dem anderen schlug im ausverkauften Club ein. Ein Konzert ohne Wenn und Aber, keine Frage blieb offen. Außer einer: Wieso nicht in der Columbia Halle? Die wäre auch locker voll geworden.


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foto by olek