Ding des Monats XIV

verfschutz_01Ausgerechnet türkische Decknamen soll die Polizei in Berlin nach Informationen der Zeitung „Hürriyet“ V-Leuten aus der Neonazi-Szene gegeben haben. So sei der V-Mann Thomas S., der der Polizei zehn Jahre lang Erkenntnisse über die Neonazi-Musikszene geliefert hatte und mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe liiert war, unter dem Namen „Ibrahim 562“ geführt worden, berichtet die Europa-Ausgabe von „Hürriyet“ online unter Berufung auf ein als geheim eingestuftes Papier des Landeskriminalamtes. Zwei weitere V-Leute hätten die Decknamen „Murat 620“ und „Adnan 672“ verpasst bekommen, ohne dass sie selbst davon gewusst hätten.

Überraschend: NSU war größer

nsu_trio_01Die rechtsextreme Terrorzelle NSU war nach Überzeugung des Berliner Politikwissenschaftlers Hajo Funke kein Trio, sondern eine größere Gruppierung. „Es gibt klare Hinweise, dass der NSU aus mehr als drei Leuten bestand“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Klar, Herr Funke. Da waren mindestens noch 15 V-Männer vom Verfassungsschutz dabei. Und noch ein paar verdeckte Ermittler. Und Helfershelfer. Und Mitläufer. Und Mitwisser. Und sicher auch noch der eine oder andere Agent. Nicht zu vergessen alle anderen.

Noch eine Affäre: Innensenator wird vom Staatsfernsehen bezahlt

 

Ich habe es ja schon immer geahnt. Die meisten sind gekauft. Die einen vom Verfassungsschutz, andere von der Industrie. Und noch andere lassen sich gleich mal vom Staatsfernsehen bezahlen. Nun also auch Berlins Innensenator Henkel. Ein rbb-Politiker! Nach dem Rücktritt der Berliner Verfassungsschutz-Chefin Schmid hat Innensenator Frank Henkel scharfe Kritik an den Strukturen im Verfassungsschutz geübt, heißt es da auf der Seite vom Rundfunk Berlin BRandenburg. Und weiter: Dort seien die Fehler zu suchen, die für die Schredder-Affären verantwortlich seien, sagte der rbb-Poliitiker am Mittwoch dem rbb. Die Behörde sei im personellen Bereich in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt worden. Warum er aber nun ein Poliitiker sein soll, versteh ich nicht. Aber das wird das Staats-TV schon noch klären.

Offiziell inoffiziell

Am Wochenende auf einer Geburtstagsparty eines Parlamentariers in Erfurt (Thüringen). Gastgeber, schon etwas lallend, fragt einen späten Gast: „Sag mal, Heinsss, bissdu heude Ahmd als Enbedeeler hier oder als Verfassungsschützer oder als Ennessuuuhler, haaa, haaa, haaa.“ Antwort von Heinz F. (nüchtern): „Du, ich muss mal in meinen Terminplaner schauen. Ob ich heute hier bei dir privat oder dienstlich eingeladen war.“

NSU vs. RIXE

Heute war der Tag der Entscheidung. Lange hatte ich mit mir gerungen, welches neues Fahrrad es denn nun sein soll. Nicht so einfach, heutzutage. Bei der Auswahl. Aber heute musste es denn  sein. Also zum Radladen gefahren. Dort stand die Entscheidung an: NSU oder BULLS? Oder doch lieber RIXE? Es ist ein RIXE Toulouse XXL geworden. Mit (fast) wartungsfreier 8-Gang-Nabenschaltung, Magura-Hydraulik-Bremsen, edlem verstärkten Alurahmen, einstellbarer Federgabel uvam. Warum? Erstens sieht es wahnsinnig gut aus (mattschwarz), zweitens fährt es sich hervorragend und drittens bin ich froh, mich gegen ein Rad von NSU entschieden zu haben. Denn immer wieder habe ich mir vorgestellt, wie es denn wäre, wenn ständig ein V-Mann vom BND auf dem Sattel sitzt. Muss ja nicht sein. Und nun steht mein neues Rad erstmal noch im Arbeitszimmer, bevor es dann morgen zum ersten Einsatz in Richtung Arbeit kommt.