n-su-tv

Es geht um Das letzte Gefecht der Bismarck, Mengeles Geheimnis, Hitlers Kinder, Die Gestapo – Hitlers stärkste Waffe oder die auf HD getrimmten Bewegtbilder zeigen den Angriff der Wolfsrudel – Auf Feindfahrt. Nur fünf von schier unendlich vielen Filmchen, die dem deutschen Volke täglich zeigen, wie es damals gewesen ist. Mit dem Führer und ohne ihn. Hauptsächlich aber mit Hitler. Denn kein Film vergeht, ohne dass dieser einmal mit gestrecktem Arm, Schäferhund oder mit Eva Braun ins Bild rückt.Und wenn nicht der Führer, dann sind seine Adjudanten zu sehen, oder aber der Goebbels oder der Göring. n-su-tv ist angesagt, denn n-su-tv bringt Einschaltquote.

Und während auf dem einen Nachrichtensender der Generalbundesanwalt seine neuesten Erkenntnisse über den Braunen Untergrund verlauten lässt, ruft im anderen Sender auf dem Nachbarkanal der Führer zum totalen Krieg. Dazwischen nur ein kleiner Klick auf der Fernbedienung. Und wer schnell genug zappt, kann innerhalb von wenigen Sekunden Beate Zschäpe, Adolf Hitler, Hermann Göring, die gesamte deutsche U-Boot-Flotte sowie den Untergang der Bismarck sehen. Das zappt, das quotet. Und den drei führenden Führer-Nachrichtensendern n-tv, n24 und phoenix ist nichts zu braun, um es im totalen Krieg um Zuschauerquoten ins Rennen zu schicken.

Die richtig guten Sendungen, wo es nicht nur ordentlich kracht, sondern wo auch der Führer und seinesgleichen ausreichend zu Wort kommen, werden gleich mehrfach ausgestrahlt. Gemessen, gezappt und gezählt an einem Tag im November 2011 kamen allein auf die drei führenden Führer-Nachrichtensendern 13 Führerstunden. Macht wöchentlich 91, monatlich etwa 365 Stunden braunes TV. Zusammen mit den anderen, meist Führer-losen, deutschen Volkssendern, sind das also pro Jahr wenigstens 5000 Volks-TV-Stunden. Und wem das zuwenig Reich ist, der kauft sich eine von Hunderten DVDs, die neben reichlich Zusatzmaterial wie Zeitzeugen-Interviews nützliche Tools wie Bauanleitungen für U-Boote oder Bomben enthalten.

Erschüttert

Während man anderswo begeistert, oder, naja, zumindest froh ist, wenn Terroristen gefasst werden, sind andere eben erschüttert. Nun ja, so sind sie, die Brandenburger…

Potsdam/Mühlenfließ (dpa/bb) – Die Festnahme eines weiteren verdächtigen Neonazi-Terroristen in Mühlenfließ (Potsdam-Mittelmark) hat in der Gemeinde Bestürzung ausgelöst. Man sei „erschüttert“ über die Nachricht, sagte der stellvertretende Direktor des zuständigen Amtes Niemegk, Thomas Griesbach, der Nachrichtenagentur dpa.
 Spezialkräfte der GSG 9 hatten am Donnerstag in dem Mühlenfließer Ortsteil Grabow den 32 Jahre alten Andre E. aus Sachsen festgenommen. Er wird beschuldigt, in zwei Fällen die terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) unterstützt zu haben.
 Andre E. ist nach dpa-Informationen der Zwillingsbruder eines im Land bekannten Rechtsextremisten. „Ich persönlich kenne ihn nicht“, sagte Vize-Amtsleiter Griesbach. Auf die Frage, ob die rechte Szene in Mühlenfließ und Umgebung aktiv sei, sagte er: „Nein.“ Wenn sich der Verdacht einer Verbindung zu der Neonazi-Terrorgruppe erhärte, werde man sich aber sicherlich mit dem Ordnungsamt zusammensetzen und über Konsequenzen beraten.
 Die Gemeinde Mühlenfließ liegt am Tor zum Fläming. In der Region südwestlich von Berlin war bis zum Frühjahr die rechtsextreme Vereinigung „Freie Kräfte Teltow-Fläming“ aktiv. Im April wurde sie von Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) verboten.