New Model Army im (meinem) Rampenlicht

Damals war es, 2001. Hardy hatte mich eingeladen. Zum Taubertal Festival. Ein kleines, aber feines Open Air unterhalb der und von Rothenburg. Ob der Tauber. Klar, ich bin hingefahren. Spielte doch meine Lieblingsband. New Model Army. Hardy war  T.L. Wie man im Jargon der Roadies sagt. Technischer Leiter. Ein Freund von ihm war der Chef vom Licht. Thronte das ganze Festival da oben auf seinem Turm. Mit dem besten Blick.

Und die beiden erfüllten mir einen Traum. Einmal „Spot fahren“ bei New Model Army. Also den Spot im richtigen Moment auf den richtigen Musiker richten. An und Aus. Hell und Dunkel. Gelb und Blau. Grün und Rot. Nach Anweisung. Über Kopfhörer. Es gab aber eine Bedingung: Also, wenn Du bei der Army Spot fahren willst, musst Du es auch bei Travis tun. Okay, warum nicht? Gesagt, getan. Na, jedenfalls fast. Nie werde ich den Licht-Boss von Travis vergessen. Der da in seinem Sessel thronte und seine Anweisungen gab. Yellow on Stage! Five, four, three, two… and go. Wehe, wenn dann auf der Bühne das gelbe Licht nicht anging. Dann war Polen offen. Beziehungsweise das Taubertal.

Und es kam, wie es kommen musste. Auf das Kommando „Go Yellow“ war auf einmal die ganze Bühne in blaues Licht getaucht. Und in den Kopfhörern aller Light-Hands war nur noch eins zu hören: Das Brüllen des Licht-Chefs: What the fuck is the blue light on stage? Yellow, I need Yellow!!! Now!!! Vor lauter Aufregung schwenkte ich meinen Spot kurz weit über die Köpfe der Band. Dachte, ich hätte das Blue Light verzapft. Aber ich war es nicht. Es war Hardys Kumpel. Der da den blauen Mist gebaut hatte.  Welch ein Glück. Dachte ich. Und Glück hatte ich wirklich. Denn wegen der Blauen-Licht-Affäre hatte niemand meinen kurzen Ausreißer nach oben mitbekommen.

Und so durfte ich dann auch bei der Army den „Spot fahren“. Natürlich den wichtigsten: Der auf Justin. Welch ein Erlebnis. Unvergessen. Und nun hab ich auch noch ein Video davon entdeckt…

Wheels – Dave Grohl

Zuerst kam die Sonne. Während halb Berlin im Regen ertrank, tat sich am Sonnabendabend direkt über der Kindl-Bühne in der Wuhlheide ein Wolkenloch auf. Und die Sonne schien auf das ausverkaufte Rund, auf 17.000 Fans.

Dann kam er. Dave Grohl. Und natürlich seine Band, die „Foo Fighters“. Grohl wie gewohnt wie auch beim letzten Berlin-Konzert vor drei Jahren mit seiner blauen Gibson. Wie gewohnt auch die Begrüßung des Publikums: Die Fans trommeln die angeheizte Luft über sich wild durcheinander, eine Reminiszenz an Grohls Zeit als „Nirvana“-Drummer.

Nun, das ist lange her und der FF-Frontmann scheint sich nach seinen Schlagzeug-Ausritten bei den „Them Crooked Vultures“ sichtlich wohl mit seiner Gitarre zu fühlen.

Schon die beiden Opener, „Bridge Burning“ und „Rope“ vom neuen Album „Wasting Light“, lassen erahnen, was dieser Abend schon lange vorher versprochen hatte: weiter

Spaßbremse ausgebremst

Ab und zu gibt es auch gute Nachrichten aus dem Gericht:

Konzerte in der Zitadelle Spandau gehen weiter

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Klage einer Anwohnerin gegen eine Konzertveranstaltungsreihe in der Zitadelle Spandau abgewiesen.

Gegenstand des Verfahrens war die Rechtmäßigkeit mehrerer den Veranstaltern von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz erteilter lärmschutzrechtlicher Genehmigungen für die Veranstaltungsreihen der Jahre 2009, 2010 und 2011. Gegenwärtig findet erneut auf dem Gelände der Zitadelle Spandau in der Zeit vom 29. Mai bis zum 20. August 2011 das sog. ‚citadel music festival‘ statt. Die Klägerin hat mit ihrer Klage insbesondere die Häufigkeit und die Dauer der Konzertveranstaltungen gerügt sowie eine Unzumutbarkeit der zugelassenen Lärmpegel  bzw. eine Belastung durch tieffrequente Geräusche geltend gemacht.  Das Gericht, das in der Sache bereits am  20. Mai 2011 verhandelt und anlässlich einer Konzertveranstaltung am 7. Juni 2011 den Veranstaltungsort sowie die Wohnung der Klägerin in Augenschein genommen hatte, ist dem nicht gefolgt. Die Klägerin sei durch die Konzertveranstaltungen nicht in ihren Rechten verletzt. Keiner der Richter habe am 7. Juni 2011 in der Wohnung der Klägerin bei geschlossenem Fenster störende Geräusche irgendwelcher Art wahrnehmen können, obschon ein vorhergehender Besuch der Konzertveranstaltung gezeigt habe, dass innerhalb der Zitadelle Spandau mit erheblicher Lautstärke eine stark basslastige, rhythmische und schlagzeugbetonte Rockmusik dargeboten worden sei. Es sei der Klägerin zuzumuten, an den 22 Veranstaltungstagen des Jahres 2011 für die Dauer der Veranstaltungen die bereits im Jahre 2008 in der Wohnung eingebauten Schallschutzfenster geschlossen zu halten.

Gegen das Urteil ist ein Antrag auf Zulassung der Berufung bei dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zulässig.

Urteil der 10. Kammer vom 16. Juni 2011 (VG 10 K 175.09)