R.I.P. Paco

Es war Mitte der 80er. In Erfurt. Die Partywohnung von Freunden hatte ihrem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und am Morgen danach lagen geschätzte zwanzig bis dreißig trunken-verschlafene Leute in der Wohnung in ihren Schlafsäcken. Bei dem einem im Zimmer, bei dem anderen. Und auch im Flur, der, so groß wie manche Bar, mit Tresen, zu besten Zeiten gefühlte 100 Gäste aufnehmen konnte. An einem Morgen jedenfalls, es war ein Samstag, die Party also noch lange nicht vorbei, legte einer der beiden Wohnungsmieter „Friday Night In San Francisco“ auf den Plattenteller. Nach und nach wurde die Partygemeinde wach. Was ist das? Das geht doch nicht. So schnell kann man nicht spielen. Oder doch?

Besonders beeindruckt, ich werde es nie vergessen, war einer der Musikerfreunde. Selbst Gitarrist, und kein schlechter, saß halb noch in seinem Schlafsack, rieb sich Augen (und wahrscheinlich besonders die Ohren), sah zu mir herüber und sagte: „Ich schmeiß meine Klampfe weg. Am besten gleich hier in den Ofen.“ Er hat es nicht getan. Spielt auch heute noch in ner Band. Hört auch heute noch „Friday Night In San Francisco“. Auf so mancher Party. Und nun ist Paco gegangen. Wieder einer der Guten, der zu früh diese Welt verlässt. R.I.P. Paco!

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Gitarre im Ofen, Mandoline im Feuer

Ein Freund, der meines Erachtens sehr gut Gitarre spielen kann, sagte einst nach Anhörung dieses Songs: „Das bringt doch eh nichts, das hat doch alles keinen Zweck. Ich schmeiß meine Gitarre weg. Ich steck sie gleich nachher in den Ofen.“ Da ist sie zum Glück nie gelandet.

Einzig eine Mandoline landete einst, wenn auch nicht im Ofen, so doch im Lagerfeuer. Ein Freund und gleich auch Besitzer der selbigen hatte sich einst, während einer Party in Oberüttfeld auf jene gesetzt. Nach dem Genuss einiger alkoholischer Getränke. Es gab einen kurzen Knack, dann sprangen die Saiten vom Brett und hinüber war es, das gute Instrument. Da es nun eh nur noch Brennholz war, warf er die Überreste ins Lagerfeuer. Samt dem Instrument und der Mechanik zum spannen der Saiten.

Am nächsten Morgen war das Feuer erloschen, ein wenig Glut war noch unter der Asche. Es qualmte so vor sich hin. Von der Mandoline war nicht mehr viel übrig. Außer der Metallteile, die von der Hitze der Glut lediglich etwas verbogen waren. Dann kam auch der einstige Besitzer jenes Instruments hinzu. Er steckte sich eine Zigarette an, sah in die Asche und fragte verwundert: „Welcher Idiot hat denn die Mandolinen-Mechanik ins Feuer geschmissen?“

Die Mandoline war hin, die Gitarre lebt noch. Und „Mediterranean Sundance“ ist immer noch eines der größten Gitarren-Stücke aller Zeiten. Es hat uns Jahre lang bei jeder unserer Partys begleitet. Es war in der Party-Wohnung der Aufweck-Song. Und das ohne West-Besuch. Denn Friday Night In San Francisco gabs auch von Amiga. Und die Gänsehaut gibt´s immer noch gratis dazu…