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Pearl Jam ist Eddie Vedder ist Pearl Jam

Mit neuen Alben von guten Bands ist es manches Mal wie mit guten Freunden, die man lange nicht gesehen hat. Eines Tages stehen sie vor der Tür, klingeln Sturm, rütteln an der Tür, weil man nicht gleich aufmachen will. Dann dauert es noch eine Weile, weil man anfangs nicht so recht weiß, was man dem anderen erzählen soll. Ist die Aufwärmphase dann aber vorbei, kommt man aus dem Erzählen gar nicht mehr heraus und will immer mehr hören. Der zweite Besuch geht dann schon besser und beim dritten hat man die Tür bereits geöffnet und kann die Ankunft gar nicht erwarten. So ging es mir die letzten Tage mit der neuen Pearl-Jam-Scheibe Lightning Bolt.

Sie startet ungewöhnlich und doch, dann beim dritten Mal hören, ziemlich vertraut. „Getaway“ heißt der Opener, der einen spätestens beim fünften Mal komplett mitnimmt. Und schon hat man seinen Platz gefunden. Wieder mal. But I found my place/And it’s alright/We y’all searching for a better way/Did you top my plate?/It’s alright/I got my own way to relate/Find a lighthouse in the dark stormy weather/We y’all could use a sedative right now/Holy rollers sitting with their backs to the middle/“Oh,that’s what that singing is about…

Bei den ersten Takten von Song Nummero zwo dachte ich zuerst, ich hätte eine Foo-Fighters-Scheibe im Player. Aber wenn dann Eddie bei „Mind Your Manners“ loslegt, ist wieder alles klar: Pearl Jam wie in den guten alten Zeiten: Hey’ve taken your innocence/And then they throw them on a burning fire/All along they’re sayin’/Mind your manners. Ohne Unterbrechung geht es zum nächsten Song und „My Father´s Son“ ist so gar nicht psychopathisch, sondern der dritte Knaller an dritter Stelle: I come from a genius/I am my father’s son/Yeah, too bad he was a psychopath and now I’m the next in line/(Lonely nest), dear mother, yes, surely she’s a work of art/I never got top dollar/ but she gave us all a star.

Was dann folgt ist DER Burner. Nicht nur, weil sich in Zukunft auf Konzerten so mancher seine Fiunger verbrennen wird, wenn er sein brennendes Feuerzeug zu „Sirens“ in der Höhe schwenken wird. Sonders es ist DIE neue Hymne der Band. Für mich. Zunächst. Und bald schon für alle. Besser kann man For fear that someday we’ll be over/I pull you close/So much to lose/Knowing that nothing lasts forever/I didn’t care before you were here/I danced with laughter/With the ever-after/But all things change/Let this remain nicht interpretieren. Eddie singt die Poesie, dass man vor Ehrfurcht weinen könnte.

Im direkten Anschluss gleich der Titelsong „Lightning Bolt“. Eddies Stimme dominiert die ersten Takte und so steigt die Band nach und nach mit ein um den Kracher hinauszudonnern. Ohne Zweifel zu Recht der Titelsong. Es folgen weitere sechs Songs, die sich ergänzen und doch so tun, als ob sie nichst miteinander zu tun hätten. Da klingt es mystisch und dann kommt auf einmal der Blues durch. Noch gefangen von dieser exzellenten Mixtur feinster Musik ertönt beim letzten Lied zu Beginn  ein Klavier. Noch eine Hymne. „Future Days“. Ein Song, der nur aus Vedders Feder sein kann. Und eigentlich auf eine Solo-Scheibe gehört. Aber das wissen wir ja schon. Pearl Jam ist Eddie Vedder ist Pearl Jam. We may die/but in us they live on/I believe, and I believe cause I can see our future days/Days of you and me. Yes. Days of Pearl Jam and me.

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Lightning Bolt

Noch zwei Wochen warten, dann liegt die Neue von Pearl Jam im Briefkasten. Vorfreude. Ich zähl die Tage (auch, weils kurz danach in den Urlaub geht).

Eddie

Eddie Vedder beim Pearl Jam Konzert am 5. Juli 2012 in der O2 World Berlin

Mother (PearlJamPinkFloyd)

Was für ein Konzert. Danke, Pearl Jam!

Nur noch 20 Tage…

…dann sehen wir sie live.

Pearl Jam & Gotano-Tonic bei Otto Bauke

Ich habe ja auch schon ne Menge ausprobiert. Was Drogen betrifft. Angefangen hat alles mit Halleschen Hell, Sternburg Pils und Pfeffi. Und Goldi und Kiwi. Später kamen dann diverse Mixgetränke dazu, heute auch Longdrinks genannt. WC, also Wodka- oder Weinbrand-Cola, Wodka-Bitterlemon, seltener Wodka-Orangensaft. Besonders auf Montage waren die Kollegen und ich nicht abgeneigt, auch mal ne Bierbowle zu trinken. Als dei Freunde aus dem Westen, die wir in Rumänien kennengelernt hatte, zum ersten Mal nach Erfurt kamen, gab es die ersten Tequila Sunrise. Und die erste Buddel Johnnie Walker.

Geraucht wurde im Osten damals aber nur Tabak. Karo, Alte Juwel, F6, Semper, Cabinet. Auch mal Club, selten Duett. Oder selbst gedrehte. Was aber meistens an dem oft vertrockneten Tabak scheiterte. Wenn Geld da war, gab´s Zigaretten aus der Schachtel. Karo 1,60; Semper, Cabinet und F6 3,20; Club 4,00; Duett 7,00; Alte Juewl 2,50. Alles in Ostmark. Die Kiste Bier kam 14,40; Goldi „zehn vor drei“ 14,50. Glücklich war, wer Freunde in der Bergarbeiterzunft oder bei Jenapharm hatte. Da gab´s dann billigen Grubenfusel oder Turi Vital (wurde das so geschrieben?).

Und alles war erlaubt, nichts illegal. Drogen gab´s immer und meistens auch genug. Sonst wären wir schon lange vor 89 auf die Barrikaden gegangen. Erzählt man sich heute. Beliebt war auch Gotano. Ein Wermut aus Ostproduktion. So begab es sich einem Macbeth-Konzert (da hießen sie wohl schon Caiman, oder auch nicht) in Gotha, dass im Backstage-Bereich eine ganze Palette von diesem Zeug rumstand. Die hatte da nichts verloren, konnte also nur beseite geschaftte Ware sein. Nach kurzer Unterredung von Band, Roadies und mitreisenden Fans wurde „ein paar“ Flaschen kurzerhand geköpft und ausgetrunken. Wenn ich mich recht entsinne, ging es mir den kompletten nächsten Tag ziemlich schlecht.

Gotano gab es in rot und weiß. Den weißen haben wir „auf Arbeit“ mit Tonic gemischt getrunken. Als ich noch Handwerker bei der HO war. Wenn man über den Hof unserer Werkstatt von der Erfurter Grafengasse aus (heute C&A) ging, gelangte man durch eine Hintertür in das Geschäft „Otto Bauke & Nachfolger“. Wo es heute Schreibwaren gibt, konnte man bis 89 Schnaps und Zigaretten erwerben. Aber nicht nur das. Im hinteren Bereich, geschützt durch einen Vorhang, war ein kleiner Tresen, an dem der Chef an diverse Stammkunden und an die Handwerker der Stadt Schnaps, Wein und eben Gotano-Tonic ausschenkte. Für ein kleines Geld. Billig für uns. Aber genug für einen kleinen Zusatzverdienst für Bauke. Ab Freitag Mittag stand die komplette Handwerkerschaft der HO hinterm Vorhang und gab sich die Kante. Ein Glück, dass meine Wohnung in der Marstallstraße nur ein Katzensprung entfernt war. Obwohl es wiederum oft genug von da noch ins „Café S“ in der Schillerstraße ging. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zu den Drogen. Die illegalen kamen, wer hätte das gedacht, natürlich erst nach der Wende. Die ersten Menschen aus den alten Bundesländern, die sich rüber trauten, brachten nicht nur überteuerte Versicherungen und Gebrauchtwagen in den Osten. Der eine oder andere hatte auch Gras dabei, oder Dope, oder Speed, oder Kokain, oder Pilze. Nicht jeder wurde mit allem beschissen. Aber jeder Ossi schloss entweder ein Versicherung ab oder kaufte einen Westwagen. Manche machten auch beides. Oder aber man griff gleich zu den Drogen. Ja, ich habe auch Gras geraucht. Ja, ich habe Kekse mit Dope gegessen. Und so manchen Muntermacher und Durchhalter gab es auch.

Heute nun habe ich eine weitere Droge entdeckt. Musik gehört ja sowieso schon immer dazu. Besonders, wenn man selbst Mucker ist. Dann geht es ohne gar nicht mehr. Heute nun war ich wieder mal joggen. Nach meinen obligatorischen zehn Runden im Kissingen-Stadion hing ich noch Liegestütze sowie Rumpfbeugen dran. Dann lag ich da, komplett aus der Puste, glotzte in den Himmel. Auf dem Musikplayer fing im gleichen Moment „Unthought Known“ von Pearl Jam an. Man, da sah ich auf einmal einen grünen Himmel voller roter und blauer Linien. Der Air-Berlin-Airbus im Anflug auf Tegel sah wie ein altmodisches Luftschiff aus. Ich dachte an den bevorstehenden USA-Urlaub und auf einmal war alles perfekt und schön. Das kann nur ne Droge sein. Das muss ich gleich morgen noch einmal probieren.

Jetzt gibt´s aber erst mal n Glas Wein. Schließlich sollte jeder bei seinen gewohnten Drogen bleiben.

Ein freier Tag & Pearl Jam

Ein freier Tag. Früh schwimmen. Im Freibad Pankow. Herrliches Wasser. Und die , die immer hier sind. Die Schwimmer. Die Gaffer. Am Tisch vor dem Imbiss die alten Herrn. Braungebrannt wie nach einem sechswöchigen Karibik-Urlaub. Sitzen sie da, trinken Bier, rauchen Zigarillos und spielen Doppelkopf. Welch herrliches Rentner-Dasein.

1500 Meter geschwommen, ausnahmsweise. Weil im iPod die Mucke wieder mal gepasst hat. Danach in die Stammkneipe auf ein Wasser, ein Kaffee. Am Nachbartisch erholen sich zwei Handwerker bei Bier und Korn. In der Mittagshitze. Anschließend eine Runde mit dem Rad. Pause am Plattenladen. Die Fächer durchgewühlt. Mal hier, mal da reingehört. Mitgenommen die letzte von Creed sowie das 2009er Album von Pearl Jam.

Nach Hause. Ab auf den Balkon. Die Sonne ist schon um die Ecke. Die hellen Abende werden schon wieder verdammt kurz. Aber es ist ja mein freier Tag. Also Pearl Jam in den Player, eine Weinschorle dazu und ab auf den Balkon. So könnten von mir aus alle freien Tage enden.