Genau! Ich werde Chef! So!

Nach einigen Gerüchten über die Zukunft meines Arbeitgebers (und somit meines Arbeitsplatzes) habe ich mir Gedanken über meine berufliche Zukunft gemacht. Es gibt glücklicherweise viele Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen. Die beste Idee ist jedoch folgende:

Ich werde mich bei einem großen öffentlichen Unternehmen als Geschäftsführer, Chef-Manager, Direktor, CEO oder wie immer ich dann genannt werde, bewerben. Den Job bekomme ich mit Vitamin B, denn ich kenne die wichtigen Leute dort persönlich. Ich werde ein exorbitantes Gehalt verlangen und somit klarstellen, dass nur ich für den Posten in Frage komme. Im Unternehmen werde ich dann mindestens ein Jahr lang mit Inkompetenz, Unwissenheit und Fehlentscheidungen glänzen. Ich werde jedoch andere dafür verantwortlich machen, die Schuld weit von mir weisen. Am Ende jedoch sind die Auswirkungen meiner Dummheit so fatal, dass sie dem Steuerzahler Milliarden kosten werden. Deshalb soll ich entlassen werden. Daraufhin werde ich einen oder mehrere Monate lang öffentlich in allen Medien dagegen protestieren und andere für meine falschen Entscheidungen verantwortlich machen. „Die Fehler machen immer die anderen“ wird mich eine große deutsche Tageszeitung zitieren. Letztlich werde ich aber so tun, als ob ich ein Einsehen habe. Ich werden die Millionen-Abfindung unter Protest annehmen und gleichzeitig Anwälte beauftragen, um das Doppelte herauszuschlagen. Sollte das nicht klappen – auch kein Problem. Denn nach diesem Jahr werde ich bei allen großen Stadt-, Landes- und Bundesunternehmen mit Kusshand genommen.

So, nun fang ich mal an mit dem Kauf eines Doktortitels. Danach regelt sich alles von allein.

Schwarz-Kasse

Weder überraschend noch neu und schon gar nicht im Zusammenhang mit dem Flughafen aber trotzdem immer wieder beeindruckend, wie gefallene Manager in Landesbetrieben weiter von Steuern durchs Leben finanziert werden…

Kleine Anfrage
des Abgeordneten Martin Delius (PIRATEN) vom 06. März 2013 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 08. März 2013) und Antwort

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Frage 1: Trifft es zu, dass der entlassene Sprecher der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Bran- denburg GmbH, Herr Rainer Schwarz, auch nach seiner Entlassung ein monatliches Gehalt bezieht? Wenn ja, in welcher monatlichen Höhe?

Frage 2: Auf welcher Grundlage findet diese Gehalts- zahlung statt?

Antwort zu Frage 1 und 2: Der Aufsichtsrat der Flug- hafen Berlin Brandenburg GmbH hat die Bestellung von Herrn Prof. Dr. Rainer Schwarz zum Sprecher der Ge- schäftsführung widerrufen. Der Dienstvertrag von Herrn Prof. Dr. Schwarz bleibt davon zunächst unberührt und endet erst mit dem Abschluss eines Auflösungsvertrages oder einer Kündigung. Ob eine Kündigung möglich ist, soll im Rahmen einer Ursachenanalyse zu den verschobe- nen Eröffnungen ermittelt werden. Der Aufsichtsrat hat hierzu eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt und wird darüber hinaus eine Rechtsanwaltskanzlei ein- schalten.

Berlin, den 13. März 2013

Klaus Wowereit Regierender Bürgermeister

(Eingang beim Abgeordnetenhaus am 15. Mrz. 2013)