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USA-Urlaub in einer Minute

Bitte nicht…

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Control-R im El Rio und Die Erkenntnis vom überall sich fast gleich anhörenden Stimmengemurmel

Es war der letzte Abend in San Francisco. Live-Musik sollte schon sein, dazu ein paar eisgekühlte Bier. Nicht all zu schwer, in San Francisco. Die Auswahl war deshalb auch etwas größer. Die Entscheidung fiel für das El Rio. Eine Live-Musik-Kneipe am Rande des Mission-Districtes. Negra Modello aus der Flasche, Guinness und Red Hook vom Hahn. Im Hof ein Biergarten, in dem Rauchen erlaubt war, Kiffen zumindest geduldet. Gemessen an den süß duftenden Rauchschwaden, die sich im Hof verbreiteten, muss es sogar erwünscht gewesen sein. Eigentlich alles wie auch hier, nur ein bisschen anders eben. Wie auch der Einlasser, der, um die Langeweile zu vertreiben, in einem Buch las.

Die Bands , Acacia Collective, The Campbell Apartment sowie Control-R, ließen noch auf sich warten und so starteten wir mit nem frisch gezapften Red Hook (und genannten anderen Bieren) in den Abend. Wir suchten uns einen freien Tisch am Ende des Hofes, mit Blick auf die Bühne in der Kneipe, um das Konzert nicht zu verpassen. Und dann, beim zweiten Red Hook, kam die Erkenntnis: Die Sprache eine andere, das Bier ganz anders. Doch das Stimmengemurmel im Hintergrund klang genauso wie jedes andere Stimmengemurmel in einem beliebigen Kneipenhof Deutschlands. Mit geschlossenen Augen hätte man den Ort nicht ausmachen können. Es hätte durchaus auch das Objekt 5 in Halle, der Schleusenkrug in Berlin oder der Biergarten vom Noah in Erfurt sein können. Stimmenmgemurmel ist eben international. Naja, zumindest das vom El Rio in San Francisco.

Für eine Handvoll Dollar

Der letzte Tag des Urlaubs ist angebrochen. Hinter uns liegen 7000 Kilometer durch den Westen der USA, durch acht Bundesstaaten. Von San Francisco aus ging es die Westküste hoch durch Oregon bis Seattle, dann Richtung Osten nach Spokane, Gardiner. Durch den Yellowstonepark, Grand Teton, Craters of the Moon, Crater Lake und viele andere mehr oder weniger sehenswerte Orte. 17 Übernachtungen in 16 Motels und Hotels. Vom feinen Marriott mit Pool und Spa bis hin zum abgefuckten Motel Royal Scott in Spokane oder der Absteige in Soda Springs. Zum Abschluss gabs noch ein Konzertabend im El Rio in San Franciscos Mission District. Mit mehr oder weniger hörenswerten Bands. Und jeder Menge Red Hook Bier. Sowie einem Barspiel ähnlich dem Eisstockschießen. Nur eben in der Kneipe auf einem langen Holztisch. Heute früh für eine Handvoll Dollar in Centstücken den letzten Kaffee im H Café gekauft. Ich werde ihn vermissen. Den Kaffee für umgerechnet 1,50 Euro. Jetzt geht´s zum Flughafen. Kalifornien, wir sehen uns wieder.

Church Street Café

Church Street Café, San Francisco, 8.30 Uhr. In Deutschland ist es jetzt schon später Nachmittag, hier geht gerade die Sonne auf. Ich sitze draußen in kurzen Hosen und genieße den smarten Lärm der kleinen Großstadt. Neben mir eine Mutti, die ihre zwei kleinen Mädchen mit Donuts und Kaffee (?) versorgt. Daneben der alte Mann, der schon vor drei Wochen hier saß. Den Espresso in linken, seinen Krückstock in deer rechten Hand, murmelt er ständig irgendetwas vor sich hin. „Wohnt gegenüber, ist jeden Morgen hier“, erzählt die Bedienung im Café. Auf Deutsch. In Stuttgart geboren, in Berlin gelebt und „irgendwann in San Francisco hängen geblieben“. Kann ich gut verstehen.

Immer wieder kommen Jogger vorbei, die Straßenbahn klingelt laut, als wolle sie die Stadt nun endlich aufwecken. Der Verkehr läuft mäßig vorbei, die, meiste, Fahrerinnen, machen alle das gleiche: Auto fahren, Kaffee trinken und telefonieren. Gerade parkt ein Transporter der „Urban Bakery“ ein, bringt Gebäck und Brot ins Café. Die Sonne kitzelt sich über die gegenüberliegenden Häuser in meine Nase und ich überlege, wie es wohl wäre, wenn ich hier irgendwann einmal hängen geblieben wäre.

Café-Gespräche & Straßenbahn-Entertainer

Es ist wieder wie vor zwei Jahren. Dieses Gefühl in dieser Stadt, in San Francisco. Ich mag es. Ich liebe diese Supermärkte, wo neben dem Regal mit den 50 Biersorten das Regal mit den 150 verschiedenen Schmerzmitteln steht. Wo eine Mitarbeiterin die Brötchen einpackt und mir einen schönen Tag wünscht. Wo es am Zigarettenstand auch Visa-Prepaidkarten gleich im Doppelpack gibt. Ich liebe die alten Straßenbahnen aus aller Welt, die von den Piers die Marketstreet hoch bis Castro fährt. Für zwei Dollar. Mit den Straßenbahnfahrern, die mehr Entertainer als Fahrer sind. Die jeden fragen, wo er aussteigen will, wo es hingehen soll. „What`s your name?“ „Alex“. What´s your station?“ „Eight“ „Okay, next station Eight. Next station Alex.” Ich mag diese Cafés, in denen man früh am Morgen eigentlich nur einen Kaffee holen wollte und dann doch erst zwanzig Minuten später wieder rauskommt. Weil man sich mit der Bedienung über die Stadt, über Kalifornien und anderes unterhalten hat. Man weiß, hier kaufst du auch morgen früh wieder deinen Kaffee. Ich mag diese Stadt. Und ein Haus haben wir dann auch schon gefunden. Oben am Telegraph Hill. Mit Blick über die Bay. Und einem Restaurant im Erdgeschoss. Das auf seine neuen Betreiber wartet…

Morgens in San Francisco

Nach über elf Stunden Flug von Düsseldorf gestern endlich angekommen. Im Urlaub, in San Francisco. Den ersten Kampf gegen neun Stunden Zeitunterschied gewonnen. Am Abend ein erstes Dinner und natürlich ein erstes Bier – Samuel Adams. Es schmeckt immer noch.

Spruch der Woche

„Also muss man dahin gehen, wohin sie einem nicht folgen können“

Raymond Chandler

Widerstand

Bald ist wieder Widerstand gefragt. Im Music Center von Haight Ashbury in San Francisco. Mal sehen, ob wir dieses Jahr standhaft genug sind, KEINE Gitarren zu kaufen. Beim letzten Mal hat´s geklappt. Naja, zumindest bei mir…

Street View & Das erste Frühstück

Es ist wie immer, wie jedes Jahr. So kurz vor dem Urlaub, in diesem Falle vier Wochen, steigt die Spannung, die Vorfreude ins Unermessliche. Bei mir spielt allein schon die Vorfreude auf den Flug über den Wolken ins ferne San Francisco eine große Rolle. Endlich im Flieger sitzen, endlich die Welt wieder von oben sehen. Musste gerade wieder heute daran denken. Sprach mit einem Kollegen über San Francisco. Und Street View. Zeigte ihm das Haus, in dem wir wieder wohnen werden. Er war ganz erstaunt. Was man da so alles sehen kann. Ich war auch ganz erstaunt. Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass er Street View noch nicht kannte. Jedenfalls nicht, was man da sehen kann. Wie man das nutzen kann. Deshalb frage ich mich, ob die, die dagegen sind, überhaupt wissen, wogegen sie sind. Und warum.

Und dann Ankommen. In den Mietwagen steigen, ins unterdessen schon vertraute Haus des Freundes fahren. Weil ich nicht schlafen kann, wache ich schon sehr früh auf, am ersten Morgen. Auf in den Supermarkt, der Safeway hat ja schließlich 24 Stunden geöffnet. Brötchen kaufen (ja, die gibt es dort auch), Butter, Marmelade, Käse, etwas Wurst. Kaffee und Milch. In Ruhe zurück schlendern, vielleicht ein Abstecher in die Church Street, dort ins Café, wo sie den herrlichen Kaffee machen. Für ein Dollar 99. Inklusive freundlicher Bedienung. Vielleicht ein Foto machen, vom frühen Morgen in der Stadt. Wieder ins Haus schleichen, Frühstück vorbereiten und warten, dass die Freunde wach werden. Dann gibt´s das erste Frühstück. im Urlaub. Nur noch vier Wochen.

Diese Urlaubsroute oder doch besser die andere?

Fragen über Fragen. Ist es die richtige Urlaubsroute? Oder fahren wir besser auf der Interstate? Ist der Híghway am Pazifik wirklich so schön wie beschrieben? Oder verlieren wir dadurch nur zuviel Zeit? Die uns dann im Nationalpark fehlt? Wie lange brauchen wir für Yellowstone? Für Seattle? Für Oregons Küste? Unbeantwortet alles, ungelöst. Aber das ist es doch, was die Vorfreude auf einen Urlaub ausmacht, oder? Und wir werden es wieder, wie auch in den anderen Jahren, Tag für Tag neu entscheiden. Denn nur so ist es der Urlaub, auf den wir uns wirklich freuen…

Was ich gern mal wieder tun würde

Mal wieder ins Kino gehen. In ein Kino mit Visionsbar. Wie damals in Merseburg. Kino Völkerfreundschaft – der Renner schlechthin. Man saß hinter allen anderen, vor sich ne Glaswand und während der Film lief, wurde man bedient. Von ner Kellnerin oder vom Oberkellner persönlich. Da gab´s dann Wernesgrüner Pilsener. Oder Rotkäppchen Sekt. Oder man bestellte gleich das Herrengedeck und bekam beides zusammen.

Mal wieder mit Freunden auf der Peißnitz in Halle Tischtennis spielen. Auf den Steinplatten dort. Dazu ein Hallesches Helles aus der Flasche. Später dann an den Schachtischen sitzen und Skat spielen. Dazu die neuesten Lieder von Queen, Deep Purple, Status Quo und den Stones hören. Natürlich vom Kassettenrecorder Sony oder Annett. Oder auch vom tragbaren Magnetspultonbandgerät. Karo rauchen dabei und nebenbei heimlich von den Mädchen träumen.

Mal wieder am und im Kanal schwimmen gehen. Mit dem Fahrrad hinfahren. Bis zur verabredeten Stelle. Ganz hinten, kurz vor dem Ende. Dann Klamotten runter und schwimmen, baden, Feuer machen. Bockwürste auf Stöcke aufspießen und in der offenen Flamme grillen (oder eher kohlen). Zwischendurch Karten spielen. Die ersten Griffe auf der Gitarre lernen. Ruby Tuesday üben. Und Heart Of Gold.

Mal wieder mit Freunden in die Erfurter Engelsburg gehen. Aber so wie damals eben. Mit einer Stunde anstehen. Hoffen, dass man auch ohne Studi-Ausweis eingelassen wird. Beruhigt sein, weil ja mindestens einer einen Med-Ak-Ausweis hat, obwohl schon lange kein Student mehr. Unten im Keller dann den Aromatique Flaschenweise kaufen und trinken. Oder zwischendurch mal ein „Gehirn“ oder ein „Geschwür“ runterwürgen (Eierlikör mit Kiwi oder Aro). Viele Blicke auf die heißen Studentenbräute werfen. Am Ende aber doch mit den Kumpels sturzbetrunken durch die Altstadt wanken.

Mal wieder den Grand Canon fahren. In den ohne Ypsilon. In unseren „Canyon“. Zwischen Rübeland und Hüttenrode verbotenerweise auf dem Reichsbahngelände zelten. Morgens in den Blauen See springen. Ins Dorf laufen. Bier, Brot und Büchsenwurst kaufen und hinaufschleppen. Ne Wasserleitung bauen. In Jeansweste und mit Ledermütze Tütensuppe aus dem Campingkochtopf löffeln. Abends zusammen mit Schorschi Musik machen. Dazu die lauschenden Freunde, ne Semper und einen Schluck Kreuz des Südens.

Oder was ganz anderes tun. Mit meiner Liebsten und den besten Freunden in den Urlaub. Mit dem Flugzeug weit weg. Über den Teich. Nach San Francisco zum Beispiel. Mit nem Mietwagen über die Golden Gate und dann die Küste hoch. Bis Seattle, weiter nach Vancouver. Von Vancouver Island aus Wale kieken. Dann in die Rockys fahren. Geysire im Yellowstone Nationalpark anschauen. Abends gemütlich vor dem Motel ein paar Bierchen kippen und über die Welt labern. Genau das ist es. Das werd ich tun.

E-Mail aus San Francisco

Hallo,
ein Gruss aus San Francisco. Bin Samstagmorgen aus Deutschland eingetroffen. Hier ist mittlerweile der schoenste Fruehling ausgebrochen. Mit jeder Menge Sonne und Waerme, die richtig Spass machen. Es ist alles schoen hier. SF erwartet Euch! Gruss, T.

Kneipen-Ausblick auf die Haight Street in San Francisco

Die präsenile Bettflucht & das H Café in SF

Jetlag und „präsenile Bettflucht“ (Stefan aus L.) waren Schuld daran. Schuld daran, dass ich im Herbst 2008 während unseres Urlaubs in San Francisco regelmäßig im Café an der Ecke war. Morgens um sieben, als alle anderen noch schliefen, drängte es mich raus. Am ersten Morgen entdeckte ich dann gleich das Café.

Nicht sehr groß, nicht spektakulär. Aber eben in San Francisco. Ein Tresen mit Kaffeemaschine, ein Kühlschrank mit Getränken in Büchsen, eine Schale mit Cookies, ein kleiner Küchenbereich zum Sandwich-Zubereiten, ein paar Tische, drei Rechner mit Internet-Anschluss. Ich bestellte mir einen Kaffee, wie ich ihn am liebsten mag. „Regular“ mit etwas Milch-Schaum obendrauf und ein Löffel Zucker. Zwei Dollar die große Tasse.

Schon am zweiten Morgen musste ich den Kaffee nicht bestellen. Er stand, genau wie ich ihm mochte, bereits fertig auf dem Tresen. Am dritten Tag wieder und da begrüßte man mich schon wie einen Freund. „Welcome, new Neighbor“, sagte die Bedienung und auch ein paar Gäste nickten wissend. Ich grüßte zurück und ließ sie in ihrem Glauben. Denn nicht ich, sondern ein Freund war der neue Nachbar, in dessen Haus wir für ein paar Tage zum Start unseres Kalifornien-Urlaubs untergekommen waren.

Dann waren wir 14 Tage unterwegs. Yosemite, Death Valley, Shoshone, Las Vegas, Joshua Tree, Hollywood, Manhattan Beach und über den Highway Nr. 1 zurück. Kaum zurück, ging ich natürlich morgens wieder ins Café. Und – das gleiche Spiel wie zwei Wochen zuvor: „Ah, the new neighbor, here is your Coffee, you´re welcome.“ Selten hab ich mich morgens um sieben in einem Café so wohl gefühlt. Nun gibt es auch endlich eine Homepage vom Café. Und die Vorfreude, diesen Spätsommer wieder dort zu sitzen zu dürfen;-)

Blick vom Dolores Park (ganz in der Nähe vom H Café) Richtung Down Town San Francisco


Ein Foto…

…vom letzten Urlaub (weil ich mich gerade so sehr auf den nächsten freue)

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