Kinderquatsch & Kifferlatein

Oh, oh, oh. Da läuft es einem ganz kalt über den Rücken. Die Angst kriecht langsam die Socken hinauf und wenn man nicht aufpasst, schwupps, schon ist man indoktriniert. Oder aber man schaut mal genauer hin und vor allem dahinter. Dann sieht man doch gleich, dass auf dem Video ein Deal abläuft. Es sind die Kinderdealer von der Hasenheide, die hier die Bestellung aufnehmen. Fünf Gramm Koks, zehn Gramm Gras und ein bisschen Speed. Muss man aber auch einsehen: Schließlich ist es nicht einfach, den ganzen Tag umsonst Leute anzuquatschen.Das geht nur unter Drogen.

Und überhaupt. Scientology. Dafür interessieren sich doch in Berlin schon lange nur noch die Medien. Und selbst da nur einzelne Redakteure, die mit ihren Oh-Wir- Müssen-Angst-Vor-Scinetology-Haben-Büchern Jahr für Jahr ihre Kassen aufbessern. Der real existierende Scientolismus ist, in Berlin zumindest, Geschichte. Auch mit Deutschlandzentrale. Ja, gut. Tom Cruise kommt noch ab und an in die Hauptstadt. Und auch die Piraten freuen sich über die Zuwächse aus der Drogenkirche. Aber auch nur, weil die Neu-Parlamentarier Sekt und Sekte verwechselt haben. Das werden die aber auch noch mitbekommen.

Was mich wirklich nervt

Wissen Sie, was mich wirklich nervt? Was mir Angst macht? Nein, die Hochzeit des englischen Prinzenpaares nicht. Solln sie doch. Ich muss ja nicht zum Public Viewing gehen. Und eingeladen bin ich auch nicht. Ja, meine Nachbarn wollen am Freitag wohl vor dem Fernseher sitzen. Zum Public-Wedding-Viewing. Es soll aber auch noch ein paar Biergärten und Kneipen geben, die kein TV haben. Ja, wirklich.

Sarrazin? Nö, der nervt mich auch nicht. Höchstens das Thema Sarrazin. Und die SPD. Und die ganzen verlogenen SPD-Wähler. Die endlich ein Thema gefunden haben, übner das sie reden können. Weil sie sonst nichts zu sagen haben. Die nun ihre ach so sozialdemokratische Partei nicht mehr wählen wollen. Und dann doch ihr Kreuz heimlich in der Kabine wieder dort machen, wo sie es schon immer gemacht haben. Dass ich nicht lache. Sozialdemokratisch, wie es im Statut steht, sind die Damen und Herren schon lange nicht mehr. Das bezweifeln Sie? Sei Ihnen gegönnt.

Wie bitte? Ich? Nein, ich habe mit denen nichts zu tun. Das einzige, was mich mit der Partei verbindet, ist meine alte Wahlheimat Erfurt. Ja, Erfurt. Ach, das wissen Sie nicht? Sie als SPD-Wähler sollten das aber wissen. Ach, Sie sind gar kein SPD-Wähler? Ach so, Sie waren mal einer. Also auch einer von den Bevor-Thilo-Sarrazin-Sein-Buch-Veröffentlichte-SPD-Wähler. Die kann ich ja besonders gut leiden. Wie auch immer. Erfurt sollte Ihnen schon etwas sagen. Erfurter Parteitag? Kaisersaal 1891? Immerhin 120 Jahre her. Nichts? Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Aber Bebel, Liebknecht, Ebert sagen Ihnen schon etwas, oder? Na, da bin ich aber beruhigt.

Ob ich das mit Scientology gelesen habe? Warten Sie. Scientology, Scientology. Das war doch dieser seltsame Verein aus Amerika. Der seit Jahren versucht, in Berlin Fuß zu fassen. Richtig. Scientology. Die hatten früher auch mal Werbe-Stände am Kudamm stehen. Aber das ist lange her. Interessiert ja auch niemanden. Sie schon? Na, wenn Sie meinen. Gefährlich? Sekte? Beeinflussung? Verfassungsschutz? Hören Sie, wie gefährlich kann denn eine Sekte schon sein, die in einer Drei-Millionen-Stadt 100 Mitglieder hat? Jeder Kaninchen-Züchter-Verein hat mehr Mitglieder. Jede Dart-Spielgruppe hat mehr Einfluss als dieser lahme Haufen Geistesverwirrter. Sie sind da anderer Meinung? Auch das sei Ihnen gegönnt.

Aber Sie wollen nun wirklich wissen, was mich nervt? Was mir Angst macht? Kann ich Ihnen sagen: Leute wie Sie.

Wie ein Bockwurst-Imbiss in Nevada

Das interssiert schon lange niemanden mehr, keiner bleibt da stehen. Hier in Berlin, Kurfürstendamm/Ecke Joachimsthaler Straße, wo sich an Werk- und Wochenendtagen eine kleine Sekte mit einem Klapptisch breitzumachen versucht. Der mit roten Tüchern eingefasste Tisch erinnert immer wieder an einen schlechten  Wahlwerbespot linker Parteien. Die drei bis vier Hanseln, die mit Stress-Tests Ron-Hubbard-Bücher an Frau und Mann bringen wollen, tun dies seit langem schon vergeblich. Einzig betrunkene Fußball- und andere Fans, die grad eben aus der benachbarten Sportsbar taumeln, lassen sich ab und an noch für ein Gespräch breitklopfen.

Aber meist nur mit dem Ergebnis, dass sie den Hubbard-Jüngern Dresche androhen oder ihnen vor die Füße kotzen. Dianetik ist nichts für Fans, die schon mit der Dialektik ihre Schwierigkeiten haben. Nüchtern betrachtet werden die Scientologen und ihr Klapptisch derzeit nur noch von amerikanischen Touristen. Aber selbst diese schauen auf den Sektentisch wie deutsche Touristen auf ein Bockwurst-Imbiss in Nevada. Ein leichtes wissendes Lächeln im Vorrübergehen, aber sich doch peinlich berührt abwendend.

Seit heute sind jedoch sie da. Die Kämpfer der Geächteten Sekten-Opfer, die Warner, die Aufklärer. Fünf Meter entfernt von der Klapptisch-Sekte stehen sie und warnen vor den Machenschaften Scientologys. „Da vorne steht die Psychosekte. Vorsicht, gehen Sie da bloß nicht hin“, rufen die JüngerInnen hinter Masken versteckt und und wedeln dabei mit „Vorsicht Scientology“-Schildern. Jede und jeder, der vorbei kommt, wird angesprochen, angerufen. „Sie da! Sie wollen doch nicht etwa?“ Doch, der eine oder die andere will! Auf einmal. Vorher wollte gar keiner. Schon gar nicht Scientology.

Es  kam aber (zum Glück), was kommen musste. Mitten in der Touristen-Schar am Kudamm kam zufälligerweise auch ein echter Balina des Wegs. Verlaufen oder Absicht, das lässt sich nicht mehr klären. Etwa 70 Jahre jung, Cordhose, weißes Hemd, Jacket. Goldrahmenbrille und Krückstock inklusive. „Junge Frau“, sprach der Alte, “ nu mach ma nich so´n Jeschrei hier, wa? Dit mit die komische Sekte da vorn, dit interessiert hier keen Aas. Also musste hier nich so rumschrein, wir sinn nich doof.  Du kommst mit vor, Kleene, als wennste hier Werbung für die machst, oder wat? Ick werd Dir Beene machen, Froillein.“

Kurze Zeit später war der Bockwurst-Hubbard-Stand wieder das, was er vorher war. Ein rotbetuchter Klapptisch ein paar Hanseln auf Weltraumtour zu Ron Hubbard. Jenseits des Kudamms und jeglicher Realität. Und vor allem ohne Interesse. Jede Bockwurst hat mehr zu erzählen.

Der Letzte macht die Erleuchtung aus

Die Tom-Cruise-Fans unter den Spatzen pfiffen es schon lange vom Dach, nun wollen es auch die Experten gehört haben: Die in Berlin maßlos überschätzen Anhänger der Irren-Gemeinschaft von Scientology wollen die deutsche Hauptstadt aufgeben. Der ganze Aufwand umsonst, alles Geld in den märkischen Sand gesetzt. Während Gegner und Kenner immer noch warnen, soll im Sekten-Haupthaus in der Berliner Otto-Suhr-Allee nun bald die L.-Ron-Hubbard-Erleuchtung ausgehen.

Auf dem Kudamm wird schon lange nicht mehr Stressgetestet. Zuerst lag die Vermutung nahe, dass es selbst den Dianetikern zu kalt geworden war. Temperaturen bei minus zehn Grad und kälter; Schnee, Eis und Glätte sind wohl keine guten Voraussetzungen um Lügenromane auf offener Straße zu verkaufen. Und wer will sich bei solchen Temperaturen ausgerechnet von diesen Rotjacken erklären lassen, dass er Stress hat?

Ein kleines Ufo wollten die Jünger Hubbards noch einmal mit Werbung bei den jüngsten Berlinern landen. Aber auch das war eher eine Bruchlandung, wenn nicht sogar ein Total-Absturz. An den erinnert übrigens auch die aktuelle Homepage. Der aktuellste Eintrag unter dem Link „Nachrichten“ bezieht sich auf die 5. Gipfelkonferenz für Menschenrechte in New York.  Er beginnt mit den Worten. „Am vergangenen Wochenende trafen sich…“ Die Konferenz fand im September 2008 statt… Tschüssikowski und Good Bye! Wir werden Euch nicht vermissen. Aber auch Eure Anwesenheit hat nicht wirklich wen interessiert.

Weiber mit Glatze

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Scientology ist also doch auf dem Vormarsch. Zumindest im Zusammenhang mit Pennern, Arschlecken und Schwachsinn.