Volksschwimmhalle

schwimmhalle_paint_01Es gibt Tage, da sollte man eben nicht schwimmen gehen. Vor allem dann, wenn mehr Badegäste als Schwimmer da sind. Oft sperrt die Schwimmhalle im Erst-Thälmann-Park zwei Bahnen ab, damit Schwimmer ihre Bahnen ziehen können. Oft aber eben auch nicht. Wie es heute war, zeigt die Grafik, die das Schwimmbecken in der Halle darstellt…

Spanner, Schwätzer & Senioren

Es gibt Tage, da wäre ich besser im Bett geblieben. Anstatt frühmorgens dreiviertel sechs aufzustehen. Um pünktlich halb sieben in der Schwimmhalle zu sein. Eintausend Meter wollen ja schließlich geschwommen sein. Vor der Arbeit. Bis acht Uhr. Wegen des preiswerteren Eintritts. Letzten Mittwoch hätte ich besser ausgeschlafen.

Denn am Mittwoch war im Stadtbad Berlin Tiergarten Senioren-Schwimmen. Nicht offiziell und ohne Ansage! Und ein „Spanner treffen sich mit Schwätzern mitten im Schwimmbecken“-Treff. Es war grausam. Normalerweise kann ich den Großteil meiner zwanzig Bahnen einfach durchschwimmen. Ab und an mal muss man ausweichen. Das geht in Ordnung. Nicht aber letzten Mittwoch.

Die Seniorengruppe „Wir heben das linke Bein und dann das rechte Bein und dann strecken wir die Arme zum Himmel“ hatte sich im Schwimmbecken versammelt. Dort, wo andere Leute einfach nur schwimmen wollen. Geradeaus, hin und her. Das ging am Mittwoch nicht. Mal davon abgesehen, dass es spezielle Zeiten für solcherlei Senioren-Gymnastik gibt. Nein, sie müssen 6.45 Uhr Frühgymnastik machen. Schrecklich.

Und dann die Spanner. Herren, so um die Anfang/Mitte fuffzich. Selbstverständlich mit Tiger-Tanga. Da stehen ja die Frauen drauf. Wenn der Bauch sich über dem Tiger wölbt. Die bringen es fertig, ungeduscht (!) ins Schwimmbecken zu springen. Widerlich. Dann schwimmen sie eine Bahn. Oder auch zwei. Und dann machen sie eine ganz lange Pause. 40 Minuten lang.

Sie stehen die ganze Zeit am Beckenrand. Eine Hand unter Wasser, wo auch immer drin oder dran (nähere Beschreibungen verbietet der Jugendschutz), die andere Hand lässig übers Wasser streichend. Und dann glotzen sie. Meist übers Wasser. Nur wenn sich etwas schwimmendes Weibliches nähert nicht. Dann tun sie so, als wollten sie gerade los schwimmen. Und tauchen unters Wasser. Und glotzen. Ekelhaft.

Dann die Schwätzer. Da, wo ich herkomme, trifft man sich zum Schwatzen und Schwafeln in der Kneipe. Oder auf ner Parkbank. Oder in der Wohnung von Freunden. Die hier treffen sich zum Schwatzen und Schwafeln in der Schwimmhalle. Morgens um halb sieben. Die blockieren wenigstens zwei Bahnen. Tun so, als würden sie schwimmen. Schwimmen aber nicht. Sie bewegen Arme und Beine gerade so, dass sie nicht absaufen. Und reden und schwatzen und schwafeln über dies, das und jenes. Schrecklich.

Deshalb fordere ich hier und jetzt:

1. Zutrittsverbot in allen Berliner Schwimmhallen (und anderswo) für Senioren vor acht Uhr!

2. Schwimmbeckenverbot für alle Schwätzer bis acht Uhr!

3. Komplett-Schwimmhallen-Verbot für alle Spanner für immer und überall!

So, das musste ich mal loswerden.