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Erinnerungen an die Zukunft

bpb_neues_jahrBei mir sind es die schönen Erinnerungen, die mich immer wieder positiv in die Zukunft schauen lassen. Nicht der Glaube, sondern die Überzeugung, dass sich die guten Ereignisse der Vergangenheit wiederholen werden. So oder anders, das ist egal. Wichtig ist, dass wir weiterhin die Zeit für jene Menschen und Dinge haben, die uns wichtig sind. Zeit, die man sich manchmal auch nehmen muss. Manchmal reicht ein Lächeln, eine Berührung, ein Wort. Es müssen nicht immer die großen Gesten sein. Dazu noch das Wissen, dass Freundschaft auch weiterhin zählt, dass man sich auf jene verlassen kann, die einem viel bedeuten. Hat man das alles, ist man reich. Ich hab es. Das bedeutet Glück. Glück und Gesundheit wünsche ich allen Freunden und Lesern!

Silvester Sonne Sylt

Blick aus unserem dänischen Ferienhaus Silvester 2015

Blick aus unserem dänischen Ferienhaus Silvester 2015 (Richtung Sylt)

Dänisches Offline überlebt

Am Strand von Rømø

Am Strand von Rømø

Ich habe es tatsächlich überlebt: Eine Woche Offline. Eine Woche mit Freunden an der dänischen Nordseeküste. In einem fast perfekten Ferienhaus mit Kamin und Wattenmeer-Blick, mit Infrarot-Sauna und Whirlpool, mit Billard und einer Küchenausstattung, die (fast) jedes vorherige Ferienhaus erblassen lässt. Alles da. Nur kein Internet. Das WLAN war einfach nicht vorhanden. Trotz Ankündigung. Kein Router nirgends, keine Verbindung irgendwo. Also entschloss ich mich kurzfristig, offline zu gehen. Das Smartphone in den Flugmodus und das war´s. Tschüss Onlinewelt. Was soll ich sagen? Ich hab´s nicht nur überlebt, sondern ich hab´s auch nicht vermisst. Selbst dann nicht, als der Vermieter dann doch noch für (temporäres) Internet gesorgt hatte.

Statt Fratzenbuch & Twitter Fahrten ins benachbarte Tønder, nach Rømø, Spaziergänge am Wattenmeer und Ausflüge nach Højer und Umgebung. Statt Bloggen Kochen (jede Menge Nudeln, Pizza und Silvester Kesselgulasch), statt Candy Crush Rommé, statt Surfen Singen (mit Gitarre und mit Geige und mit Playstation-Singstar – ja, wirklich!), statt Posten Diskussionen über Showaddywaddy & Sherlock. Eine wunderbare Woche weit weg vom Gewohnten. Eine Woche offline – ein guter Start für 2016. Könnte man wiederholen, sollte man wiederholen, werde ich wiederholen. Und möchte diesen Post nutzen, allen bpb-Lesern online ein gesundes neues Jahr zu wünschen!  So ganz ohne geht´s (auf Dauer) eben doch nicht.

 

Guten Rutsch & gesundes Neues

Mit diesem Video lässt sich das vergangene gut verabschieden und das neue Jahr um so besser begrüßen. Denn da will ich auch nochmal hin. Irgendwann…

Party in der Schrottimmobilie

Mitte des 15. Jahrhundert war´s.  Da baute Vanek von Valesov auf einem Felsen nahe der Ortschaft Bosen im heutigen Böhmischen Paradies eine Burg. Mitten ins Landschaftsschutzgebiet.  Sei es drum, Vanek suchte einen Ort zum Feiern und hatte ihn gefunden. Er zahlte ein nicht geringes Entgelt der Naturschutzbehörde und durfte dann machen, was er wollte. Trotz des Protestes von Robin Hood und seinen grünen Gesellen errichtete Vanek seine Luxusvilla auf dem uralten Gestein. Nun hatte er endlich die Partylocation gefunden und auch sein Eventmanager war begeistert. Außerdem diente das etwas zu groß geratene Ferienhaus gut als Schutz gegen Einwanderer und andere Banditen.

Doch Hauptgrund war natürlich das Geld. Und Vanek sollte Recht behalten. Bald schon konnte er das Filetgrundstück samt Aufbauten an Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein verkaufen. Der hatte genügend Schotter, um auch den Immobilienmakler entschädigen zu können. Waldstein wiederum versilberte die Burg mit dem einmaligen Blick über das nordwestliche Böhmische Paradies, und verscherbelte es an das damals mächtige Immobilien-Imperium Wadstein. Die hatten schon lange ein Auge auf das Grundstück geworfen, waren doch jegliche Bestechungsgelder längst gezahlt worden. Ein Schnäppchen also.

Doch der weite Anfahrtsweg für das so dringend benötigte Pilsner für Konzerte und Hochzeits- und andere Events war denen der Wadsteins zu weit. So verließen auch jene die, unterdessen zur Schrottimmobilie verkommene, Burg und widmeten sich ihren anderen Besitztümern, die den Brauereien näher lagen. Die Burg Valecov war nun sich selbst und der zuständigen Stadtbehörde überlassen. Doch weder die Burg selbst, noch die Behörde taten etwas zur Erhaltung des Bauwerkes. Die Burg gammelte vor sich hin, Banditen und autonome, durchstreifende Banden, entkernten die Burg bis auf die Außenmauern. Und selbst die wurden teilweise von den Nachbarn Stein für Stein abgetragen, um sie für Datschen und Bungalows am See in Branzez zu verwenden.

Heute nun steht noch ein kläglicher Rest. Eine Schrottimmobilie ohne Aktienkurs, aber immerhin mit ein paar Besuchern pro Tag. Für knapp einen Euro pro darf man durch die Ruine schreiten, Treppen erklimmen und im Keller den einstigen Hungerturm ansehen. Auf Wunsch ertönt die schaurige Geschichte über bestechliche Naturschutzbehörden, bezahlte Senatoren und Heuschrecken ähnliche Finanzinvestoren auf verschiedenen Sprachen. Nur eins ist noch ehrlich und genau wie damals. Es wird immer noch gefeiert, es wird immer noch gesoffen. Mangels Dach nicht mehr in der Burg zwar, doch in einem Verschlag aus Stein und Holz im Hof sitzen sie heute noch. Rauchend bei Bier und Slibovitz, die nächsten Gäste erwartend, sitzen sie und werfen ab und an ein Scheit in den russischen Kanonenofen.

Es sind ihrer sechs, inklusive des deutsch sprechenden Wirtes. Der stellt auch uns ein Pils auf den Tisch und den Kindern eine Limonade hin. Auf zwei Stühlen schlafen die Hauskatzen, im TV läuft eine (welch Überraschung) tschechische Kochsendung, in den Gesichtern der Burgtrinker liegt eine seelige Zufriedenheit. Der Euro ist weit und Spekulanten auch (noch) und die Welt ist, heute und hier zumindest, noch in Ordnung.

Knall Bumm Krach

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Ein Nebeltag im November? Falsch. Die Silvesternacht 2008/2009, eine Stunde nach dem großen Knall. Wisbyer Straße/Ecke Prenzlauer Allee. Zwei Stunden vorher war hier noch klare Sicht. Doch die Deutschen und damit auch die Berliner konnten es auch in diesem Jahr nicht lassen. Mussten wieder Millionen Euronen in die Luft jagen. Knall Bumm Krach – etliche Tonnen chinesischer Feinstaub haben sich in Rauch aufgelöst.

Die Feinstaubwerte stiegen auf das 70-fache der zulässigen Höchstwerte. Mit bis zu 3500 Mikrogramm PM10 war die Luft verseucht. 50 ist der zulässige Höchstwert. Im Stundenmittel waren die Werte immerhin noch fünfmal so hoch (bis zu 250 Mikrogramm/qm). Geschätzte 58 Millionen Euro haben wir letzte Nacht pulverisiert. Eine stolze Summe für ein Land so kurz vor der Finanzkrise.

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Knall Bumm Krach, wieder fliegen ein paar hundert Euro in die Luft