Ding des Monats XIV

verfschutz_01Ausgerechnet türkische Decknamen soll die Polizei in Berlin nach Informationen der Zeitung „Hürriyet“ V-Leuten aus der Neonazi-Szene gegeben haben. So sei der V-Mann Thomas S., der der Polizei zehn Jahre lang Erkenntnisse über die Neonazi-Musikszene geliefert hatte und mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe liiert war, unter dem Namen „Ibrahim 562“ geführt worden, berichtet die Europa-Ausgabe von „Hürriyet“ online unter Berufung auf ein als geheim eingestuftes Papier des Landeskriminalamtes. Zwei weitere V-Leute hätten die Decknamen „Murat 620“ und „Adnan 672“ verpasst bekommen, ohne dass sie selbst davon gewusst hätten.

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Noch eine Affäre: Innensenator wird vom Staatsfernsehen bezahlt

 

Ich habe es ja schon immer geahnt. Die meisten sind gekauft. Die einen vom Verfassungsschutz, andere von der Industrie. Und noch andere lassen sich gleich mal vom Staatsfernsehen bezahlen. Nun also auch Berlins Innensenator Henkel. Ein rbb-Politiker! Nach dem Rücktritt der Berliner Verfassungsschutz-Chefin Schmid hat Innensenator Frank Henkel scharfe Kritik an den Strukturen im Verfassungsschutz geübt, heißt es da auf der Seite vom Rundfunk Berlin BRandenburg. Und weiter: Dort seien die Fehler zu suchen, die für die Schredder-Affären verantwortlich seien, sagte der rbb-Poliitiker am Mittwoch dem rbb. Die Behörde sei im personellen Bereich in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt worden. Warum er aber nun ein Poliitiker sein soll, versteh ich nicht. Aber das wird das Staats-TV schon noch klären.

Offiziell inoffiziell

Am Wochenende auf einer Geburtstagsparty eines Parlamentariers in Erfurt (Thüringen). Gastgeber, schon etwas lallend, fragt einen späten Gast: „Sag mal, Heinsss, bissdu heude Ahmd als Enbedeeler hier oder als Verfassungsschützer oder als Ennessuuuhler, haaa, haaa, haaa.“ Antwort von Heinz F. (nüchtern): „Du, ich muss mal in meinen Terminplaner schauen. Ob ich heute hier bei dir privat oder dienstlich eingeladen war.“

Kennzeichen 88

Das wird sich mein Bekannter wohl noch einmal überlegen müssen. Denn sollte er sein Wunsch-Kennzeichen für sein neues Auto wirklich bekommen, könnte er schon bald ins Visier des Verfassungsschutzes oder auch der Links-Autonomen geraten. Denn mein Bekannter heißt Hans Jörgensen und ist nunmehr seit 14 Jahren mit seiner Frau zusammen. Also will Hans auf seinem neuen Ford Kuga nach dem Orts-Kennzeichen die Kombination HJ 14 haben. Das wird er sich jetzt wohl noch einmal überlegen müssen.

Der Verfassungschutz Brandenburg hat jetzt eine Broschüre veröffentlicht, in denen „Kritische Erkennungsnummern“ der Rechtsextremisten aufgeführt sind. Abgebildet sind auch zehn Beispiel-Kennzeichen. Wie TF HJ 032 (HJ=Hitlerjugend), P NS 065 (NS=Nationalsozialismus) usw. Auch Nummern und Zahlen haben eine tiefere Bedeutung und sind deshalb auf der kritischen Liste: So ist die 14 eine Abkürzung der Parole eines amerikanischen Neonazi-Führers, 18 steht für den ersten und den achten Buchstaben des deutschen Alphabetes und somit für AH (Adolf Hitler).

Also Vorsicht ihr Nils Steffens, Konrad Zabels, Siegfried Schultzes, Susanne Adelberts: Und wenn ihr auch noch 14 Jahre verliebt seid oder 18 Jahre verheiratet oder in der Hausnummer 28 wohnt oder Euch alles egal ist wie 88, dann könnte sich bald der Geheimdienst mit Euch befassen. Aber vielleicht sind die Jungs ja so schlau und erkennen, dass eure Kennzeichen für harmlose Namen und Daten stehen. Denn immerhin ein Satz in der Broschüre heißt: „Häufig gibt es Menschen, die auf ihren Kfz-Kennzeichen ihre Initialen und das Geburtsjahr verwenden möchten…