Houston 2014

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Miesmacher Medien

Screenshot01Sie müssen immer alles mies machen. Das ist das große Problem der Medien. Besonders der deutschen Medien. Ich denke, die Briten und Amis und Franzosen und Spanier sind da etwas anders. Die können einer Niederlage auch mal etwas abgewinnen. Nur die Deutschen nicht. Die müssen immer alles nieder, alles mies, alles schlecht machen. Aktuelles Beispiel: Mehr als 12 Mio. sehen die bittere Niederlage der Bayern. Woher wollen die das wissen? Vielleicht sahen ja zwei Millionen von den zwölf Millionen einen Sieg von Real? Gut, zwei Millionen ist vielleicht ein wenig übertrieben. Mir ist schon klar, dass die Mehrheit der deutschen Fußballfans zu Bayern hält, weil man gern zu Gewinnern hält. Das gibt einem das Gefühl, selbst ein Sieger zu sein. Meistens zumindest. Gestern war es dann doch wohl eher eine Niederlage.

Aber zurück zum Miesmachen. Warum titelt man nicht mit einem Super Sieg für Real? Realer Sieg gegen Bayern?  Weil das eben nicht geht. Die deutschen Medien sind dazu nicht in der Lage. Das Glas ist immer halb leer, die Staus immer lang, das Wetter immer Scheiße. Man könnte ja auch melden, die meisten Autobahnkilometer sind ohne Stau und übermorgen scheint wieder die Sonne. Nee. Um Jottes Willen. Das geht gar nicht. In Deutschland ist eben alles schlecht. Und was nicht mies ist, wird von den Medien so gemacht. Und nicht nur von BILD & Co. Nein, da machen alle mit. Von taz bis Süddeutsche, von tagesschau bis RTL News. Alles eine gleiche Miesmacherei. Der Sommer ist zu kurz, dann zu heiß, mal zu kalt, der Frühling zu nass, oder zu trocken, im Winter zuviel Schnee oder es gibt gar keinen Winter. Das Wetter ist eben, wie der Fußball, wie die Politik oder wie der Zustand der Straßen, immer schlecht in Deutschland.  Vom Klima ganz zu schweigen. Allerdings denke ich, dass dies nicht an der globalen Klimaerwärmung liegt. Sondern eher am eisigen Klima in den deutschen Redaktionsstuben. Und an der Unfähigkeit, einer Niederlage etwas Positives abzugewinnen.

Tschüss, Klimawandel!

Er war gerade hier. Ganz kurz hat er sich blicken lassen. Fast ist mir die Tasse mit dem Glühwein aus der Hand gefallen. Denn der Klimawandel war hier.  Für  genau 3 Minuten und 42 Sekunden war es einigermaßen warm und trocken. Nun hat sich das Klima wieder gewandelt. In das Sommerwetter, wie wir es kennen. Kalt und nass. Tschüss, Klimawandel. War schön mit Dir.

Wem die Scheiße bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen

Was soll das? Der Oktober ist nun schon sieben Tage Vergangenheit und noch immer scheint die Sonne. Noch immer zeigt sich der Herbst von seiner goldenen Seit. Die Berliner sitzen draußen auf den See- und Caféterrassen, erobern die Plätze und Parks der Stadt. Hallo! Es ist November. Regen will ich. Und Nebel. Nasskalt muss es sein um diese Jahreszeit. Dunkel. Alles andere kann doch nur eine dieser postiven Marketing-Ideen des Deutschen Wetterdienstes sein. Bevor uns der Winter eiskalt erwischt, gibt es nochmal postive Wetter-Energie. Ja ja. Manche glauben es. Ich nicht mehr. Und außerdem geht es mir tierisch auf den Kranz, all dieses Positive neuerdings.

Wie die Neu-Kontrolleure in der U-Bahn. Kommen in Uniformen daher, mit ordentlichem Haarschnitt und reden freundlich. „Dürfte ich bitte Ihre Fahrkarte sehen, junge Frau? Lassen Sie sich ruhig Zeit, keine Hektik. Sie finden Ihre Fahrkarte nicht? Kein Problem. Ich komme nach der nächsten Station nochmal vorbei.“ Spinnt der? Das heißt: FAHRAUSWEISKONTROLLE!!! Dalli, dalli! Und nicht Bitte und Danke und so´n Schmusescheiß. Freundlichkeitsoffensive heißt das bei der BVG. Und Kundenbindung. So ein Quark. Das will doch keiner. Die Touris nicht, die verstehen eh kein Wort. Und die Berliner erst recht nicht. Die wollen ihre Ruhe haben. Unter ihren MP3-Kopfhörern. Das Ticket kurz hochhalten und tschüss.

Oder die AOK. Nennt sich jetzt Gesundheitskasse. Wie bitte? Gesundheitskasse? Was hat die denn damit zu tun? Wenn wir gesund sind, zocken sie uns ab, dass wir krank werden. Und wenn wir krank sind, zahlt die Kasse ein wenig Schmerzensgeld zurück. Deshalb ist sie verdammt nochmal eine Krankenkasse. Krank werde ich auch, wenn ich das Neuberliner Wort „Wärmebus“ höre. Jahrelang fuhren im Winter Kältebusse durch die Berliner Nächte, um Obdachlosen und Bedürftigen Hilfe und Transport anzubieten. Sie fuhren und fahren immer noch durch die Kälte der Nacht. Und nennen sich seit einer Woche Wärmebus.Und Be Berlin heißt eigentlich Burn Berlin. Oder umgekehrt?

Niemand will die Dinge mehr beim Namen nennen. Solange sie auch nur einen kleinen negativen Touch haben. Selbst das auch in diesem Jahr unvermeidliche Winterchaos bei der Berliner S-Bahn nennt sich nun „Schneefahrplan“. Bedeutet: Verspätungen, Zugausfälle, Streckensperrungen. Heißt aber Schneefahrplan. Klingt doch gleich viel positiver. So ein bisschen Schneeflocke und ein bisschen Fahrplan. Als ob da irgendetwas fahrplanmäßig ablaufen würde, wenn es Schnee gibt. Aber das ist wohl gerade Mode. Selbst die Regierenden sprechen bei Milliardengräbern von Rettungspaketen und bei sinnentleerten Nutzlosigkeiten von erfolgreichen Koalitionsvereinbarungen. Immer schön positiv denken, arbeiten und vor allem das Volk positiv verschaukeln. Das kennt man ja nun schon länger. Andererseits, wie sagt schon ein altes griechisches Sprichwort? Wem die Scheiße bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen. Auch wieder wahr.

Smartes Phonen in der U-Bahn

Ja, ich muss es zugeben. Ich bin abhängig. In nur kürzester Zeit bin ich ein Sklave der mordernen Informationsgesellschaft geworden. Ohne geht gar nicht mehr, obwohl es ja davor lange Jahre funktioniert hat. Aber nun ist das, gerade neu angeschaffte Smartphone, ein Teil meiner selbst. Es lebt mit mir und ich mit ihm. Schon morgens in der U-Bahn lese ich die neusten internationalen Schlagzeilen, aktuelle Tweets und Posts auf diversen Blogs. Obwohl ich die gleichen Informationen kurze Zeit später auf dem Computer erhalten könnte.

Ich sehe jeden Morgen nach, wie das Wetter auf La Palma ist, obwohl es noch sechs Wochen bis zum Urlaub dort sind. Ich checke meine E-Mails, die das Smartphone von allen Fächern sammelt und nach Eingang geordnet anzeigt, obwohl ich das gerade erst zuhause am Rechner gemacht habe. Ich schau in den Smart-Kalender, ob er über Outlook- und andere Verbindungen neue Termine für mich gefunden hat. Obwohl dies ziemlich unmöglich ist. Ach ja, und wie ist das Wetter gerade an der Ostsee? Oder in New York? Ein Wisch mit dem Finger über den Bildschirm und schon bin ich auf dem neusten Stand.

Natürlich will ich auch wissen, welche Kneipen, Restaurants, Tankstellen oder Museen sich gerade in meiner Nähe befinden. Man weiß ja nie, könnte ja sein. Also kurz auf Places getippt und schon werden alle Ziele in der Umgebung angzeigt. Idealerweise gleich mit Bewertungen der Kunden oder Gäste. So, so, das Restaurant dort an der Ecke, wo ich schon immer mal hin wollte, wird also gar nicht empfohlen. Schade eigentlich, es wäre so schön nah zur Wohnung. Aber wenn die dort nicht kochen können…

Ein kurzes Signal und ein Blinken in der Infoleiste zeigt mir einen neuen E-Maileingang an. Also nix wie nachgeschaut und, dank vollwertiger, ausfahrbarer QWERTZ-Tastatur (die passender QWERTZUIOPÜASDFGHJKLÖÄYXCVBNM-Tastatur heißen müsste, denn sie hört ja beim Z nicht auf) natürlich gleich geantwortet und zusätzlich noch ein paar Grüße in die Runde geschickt.  Morgens aus der U-Bahn, zwischen Osloer Straße und Kurfürstendamm. Und dann, ich bin kaum aus der U-Bahn raus, passiert etwas Merkwürdiges: Das Handy spielt plötzlich, ohne mein Zutun, den Soundtrack der Serie „Futurama“. Was soll das denn? Wieso macht es das? Und dann fällt es mir ein: Die Musik habe ich als Klingelton installiert. Da ruft also wirklich jemand an. Ja, telefonieren kann man nämlich mit dem HTC Desire Z auch.

Gewitterhimmel über Pankow

Das erste Gewitterfoto mit meiner neuen Lumix DMC TZ10 (Blende 4, zehn Sekunden Belichtungszeit). Aufgenommen am 12. Juli 2010 um 22 Uhr.

Und wie man das Foto so bearbeiten kann, dass nicht nur das Motiv stimmt, zeigt Die Anmerkung:

Und natürlich bin auch ich des Bearbeitens nicht ganz so grün hinter den Ohren: