Festival of Lights

Noch im Bau und schon einer der „Höhepunkte“ beim Festival of Lights in Berlin: Das neue Zoofenster-Hotel-Hochhaus mit Lights-Schrift, vom Europacenter einmal ins Mehrfachlicht gerückt…

…einmal heran gezoomt…

…und noch ein buntes.

Zoofenster überflügelt Kirchturm

Lange Zeit bewies der alte Turm der Gedächtniskirche seine wahre Größe und dominierte die Berliner City West am Breitscheidplatz. Das ist nun vorbei. Zwar haben moderne Lasermessungen ergeben, dass der Turm nicht wie bisher gedacht 68, sondern 71 Meter hoch ist, aber die Höhendominanz musste er nun abgeben. Das noch im Bau befindliche Zoofenster-Hotel hat ihn überflügelt. Bald nun aber verschwindet der Kirchturm komplett. Etwa für zwei Jahre ist von den alten Mauern nichts zu sehen. Während der Sanierung wird der Turm mit Aluminium eingeplattet.

Von Null auf 32

Lange ist es her, doch wie auf einigen DDR-Baustellen gearbeitet oder auch nicht gearbeitet wurde, weiß ich noch immer ganz gut. Mal fehlte das eine Material, mal das andere. Oft waren auch Maschinen oder Werkzeuge defekt, wo dann die Ersatzteile fehlten. So war das eben.

Um so erstaunlicher ist es für mich, wie lange auch heute noch einige Bauvorhaben dauern. Allein die Planungsphasen dauern teilweise Jahre. Und wenn dann nach Jahren Planungs- und bauzeit mal eine Straße endlich fertig geworden ist, wird sie gleich wieder aufgerissen. Weil nun doch noch die neuen Wasserrohre oder Leitungen verlegt werden. Beobachten kann man dies überall in Berlin, auch Pankow gleicht schon seit Jahren einer Großbaustelle.

Es geht aber auch anders. Von meinem Arbeistplatz aus kann ich auf das neue Zoofenster blicken. Ein 32-Etagen-Haus wird da gebaut. Mit Luxus-Hotel, Büros, Einzelhandel und Wohnungen. Und weil ich das jeden Tag sehen kann, weiß ich auch, wie schnell die Jungs dort sind. Jede Woche eine Etage, vier im Monat, 32 in acht Monaten. Die haben also Anfang des Jahres begonnen und sind im Herbst bei der 32. Etage angekommen. Wow, da wird einem schon beim Zuschauen schwindlig.  Und manchmal dann wünsch ich mir meinen alten Job zurück. Obwohl, Bierbowle und Monteurskaffee sind heute wohl eher passé.

Woche acht, Etage acht: das neue Zoofenster

Ein letzter Blick

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Einen letzten Blick gestattete man mir aus dem Schimmelpfenghaus. Vom Dach und aus der neunten Etage. Das letzte Stündlein des bekannten Charlottenburger Hauses, benannt nach einem ehemaligen Mieter, der  Schimmelpfeng GmbH, hat nun geschlagen. Knapp 50 Jahre hat das Brückenhaus über der Kantstraße die Berliner City West am Breitscheidplatz geprägt. Nun wird das einst unter Denkmalschutz stehende Haus Stück für Stück abgerissen. Es macht Platz für das 112 Meter hohe Zoofenster. Hier wird das Hilton-Nobelhotel Waldorf Astoria einziehen. Und beides, Abriss und Neubau, spaltet nun (West)Berlin. Schade um das Schimmelpfenghaus, das neue zu hoch, zu modern, zu dicht an der Gedächtniskirche – sagen die einen. Die anderen sind froh, dass der „hässliche“ Bau weg ist und endlich Leben an die Gegend rund um den Bahnhof Zoo kommt. Eins steht fest: Es wird ein teures Leben.

schimmel3aLetzte Blicke vom, ins und aus dem Schimmelpfenghaus

Tschüss Schimmelpfeng! Hallo Paris! Oder doch eher Ute?

Nun ist es amtlich. Anfang April rücken die Abrissbagger an, das Schimmelpfenghaus in der Berliner Kantstraße wird abgerissen. Jedoch nur zum Teil. Lediglich das Brückengebäude fällt. Daneben baut die Harvest United Enterprises aus Abu Dhabi mitten in die Finanzkrise hinein für 200 Millionen Euro das neue Zoofenster – ein 118 Meter hohes Haus mit Luxuswohnungen, Büros, Ladenflächen sowie mit der kleinen Schwester des großen New Yorker Waldorf Astoria Hotels. Ein Luxushotel der Familie Hilton. Deshalb hofft nun halb (Männer)-Berlin und der ganze deutsche Rest der geilen TV-Geschädigten auf die Eröffnung. Denn laut unbestätigten Meldungen soll die berühmt-berüchtigte Tochter des Hauses zur Einweihung der Luxusherberge kommen. Dabei haben die Hiltons mit ihrer Hotelkette schon lange nichts mehr zu tun. Die ist nämlich schon länger im Besitz einer New Yorker Firma, die sich auch die DDR-Interhotels unter den Nagel gerissen hat. Könnte also sein, dass statt Paris Hilton dann doch eher Ute Freudenberg zur Eröffnung kommt.

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Das Sexkino ist umgezogen, das Haus wird abgerissen, das Luxushotel kommt