Pietraperzia

Nun sind wir also angekommen. In unserer Ferienwohnung in Pietraperzia. Hier, in Zentral-Sizilien, ticken die Uhren noch anders. Touristen gibt es zwar auch, doch die meisten fahren durch oder dran vorbei. Petraperzia – eine 7000-Seelen-Gemeinde im Herzen der Insel – ist ein Städtchen, wie wir es mögen. Eine alte Stadt mit einem noch älterem Castello, ein paar Bars, Kneipen und zwei Restaurants. Wir wohnen im Zentrum an der Piazza Vittorio Emanuele. Morgens und Abends treffen sich unter unserem Balkon die Männer des Ortes auf einen Espresso (morgens) oder auf ein Bier am Abend. Der Espresso, der herausragend schmeckt, kostet hier 70 Cent. Das Bier einen Euro. So lässt es sich leben. Das Leben kann so einfach und schön sein. Bleibt die Frage, von was die Männer leben. Okay, ein paar sind sicher schon in Rente. Aber bei Weitem nicht alle. Natürlich kommt schnell ein Verdacht auf. Ist doch Sizilien nicht nur seines guten Kaffees und seiner Weine berühmt. Die Geschichte lässt sich eben nicht verleugnen. Aber über dieses Thema spricht man hier nicht. Jedenfalls nicht als Außenstehender oder Besucher. Das sagt schon der Name: Cosa Nostra – Unsere Sache.

Wir fühlen uns jedenfalls sehr wohl hier. Am Abend gibt es einen regelrechten Auto-Corso um die Piazza und wir fragen uns, was das eigentlich soll. Aber die Einheimischen werden schon einen Grund haben, hier ihre Runden zu drehen. Die Männer in den Bars der Piazza scheint das wenig zu stören. Sie reden und diskutieren weiter. Über was auch immer. Wir verstehen kein italienisch. Und schon gar nicht den speziellen Dialekt hier. Zudem sind wir im Urlaub. Ausschlafen, in Ruhe frühstücken (natürlich auf unserer Terrasse mit BLick auf die Piazza), Ausflüge in die Umgebung oder weiter weg – was man eben so macht auf einer Urlaubsreise. In Zentral-Sizilien. Wo man weit weg von Touristentrubel und Hotelbetrieben die Zeit genießen kann.

 

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