Ein Gedicht

War heute auf der Suche nach älteren Fotos diverser Ferienhäuser. Was habe ich gefunden? Ein Gedicht von etwa 1985:

 

regen im mai

 

traurigkeit und regen vereint

in den straßen so grau

in der ferne das licht

so dunkel erscheint

 

auf das dach so laut

die tropfen am fenster

gleichen takt trommelt

der schmerz auf der haut

 

schatten fliegen vorbei

ungesprochene worte im wind

kann man nicht fassen

regen im mai

 

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2019

Ich wünsche allen Buch- und BlogleserInnen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr! Danke für die Genesungswünsche und für ein gutes 2018 mit tollen Lesungen und vielen Buchverkäufen!

Florida Tag 15

Tag 15

Das war es also in St. Petersburg. Eine Woche Old Historic Northeast (District), eine Woche in dieser sehr schönen und coolen Stadt. Eine Stadt voller Kunst und Kultur und zusätzlich noch zwischen Tampa Bay und Golf von Mexico. Eine Kombination, die es so nur einmal gibt. Eine Stadt, in der es zu leben lohnt. Scheint es uns jedenfalls, denn hier herrscht trotz des Aufbruchs eine angenehme Ruhe im Vergleich zu den Städten an der Ostküste Floridas. Besonders unser „Kiez“ hat die Ruhe weg. Hier, etwa 15 bis 20 Minuten Fußweg von Downtown entfernt, hört man die Vögel zwitschern und ab und an einen Helikopter, der seine Touri-Runden über Bay und TriCity (St. Pete, Clearwater + Tampa) dreht. Was hier besonders auffällt: die alten Häuser im typischen Stil der Südstaaten haben ihre Terrassen zur Straße hin. Tim, der im Café nebenan gut geröstete Bohnen von Fairtradekaffees unters Volk bringt, weiß, was es damit auf sich hat: „Früher war es eine Art Schutz. Man konnte von der Terrasse aus sehen, wer kommt: Freund oder Feind? Bekannt oder fremd? Auch entstand so ein Gemeinschaftsgefühl mit Nachbarn, da sich alle immer sehen konnten“, erzählt Tim während er mir meinen Kaffee in meine Mug (nach drei Tagen habe ich bereits eine „Stammtasse“) gießt.

„Heute dagegen sitzt man wieder gern zur Straße hin und nutzt das, um vorbeikommende Nachbarn einzuladen. Man schwatzt, klatscht über andere Nachbarn, das Wetter oder die Politik und trinkt etwas. So entstehen teils wichtige Momente im Leben, die es mit Terrassen hinterm Haus nie gegeben hätte.“ Ich höre Tim zu und denke dabei an so manch Deutschen, dessen Zaun zum Nachbarn nicht hoch genug sein kann und an all die Terrassen hinter den Häusern, damit man seine Ruhe hat. A Neighborhood of Colonial and Palm Trees, schrieb passend die New York Times.

St. Petersburg also, ich denke, wir kommen wieder. Nun aber heißt es Abschied nehmen. Die letzten Tage hier in Florida brechen an und heute geht es mit dem Mietwagen an die Ostküste Floridas. Dort kommen wir am frühen Nachmittag an. Im Hotel fragen wir nach dem besten Strand: Jensen Beach. Nichts wie hin. Der Strand ist wild und schön aber heute dermaßen stürmisch, dass es uns den Sand und das Salz in die Augen treibt. Wir brechen ab und verbringen den Abend am Pool und auf dem Zimmer mit einem Caesar Salad vom Lieferservice und unserem wahrscheinlich letzten (für 2018) gerade erworbenen Zwölf-Pack Sam Adams Octoberfest.

Bisher gefahrene Kilometer: 2143

Gelaufen (inkl. New York): 101 km

Unterkunft: Days Inn Fort Pierce

Florida Tage 13 & 14

Florida Tage 13 & 14

Tag 13

Heute sollte es sein: eine Bootstour „wohin auch immer“ „von wo auch immer“. Tja. Wir hatten mit allem gerechnet: ausgebuchte Boote, schlechtes Wetter, Abfahrt verpassen… Was wir nicht ahnten: die Parkplatzsituation. Aber klar doch, es ist Freitag in Clearwater. Da haben noch viele andere die gleiche Idee. Wie auch immer, in der Nähe der Bootsabfahrten und Ticketverkaufsbuden darf man maximal 30 Minuten parken. Was tun? Wir haben 30 Minuten geparkt, uns kurz neu sortiert und umgestellt und ab ging es nach Weeki Wachee im Norden St. Petersburgs, wo wir eh noch hinwollten. Der Weeki Wachee Springs State Park war einmal der älteste Vergnügungspark Floridas, in dem man „Meerjungfrauen“ in einer Unterwassershow beobachten konnte. Als Disney & Co. kamen war es vorbei mit dem Besucherstrom und 2008 kaufte der Staat Florida den Park auf und machte einen State Parke draus. Noch immer kann man in dem klaren Quellwasser baden gehen und eine Bootstour auf dem Quellfluss machen, denn noch immer sprudeln täglich 440 Millionen Liter aus der unterirdischen Quelle (Fotos eins bis sieben). Natürlich gibt es auch noch die „Meerjungfrauen“, die wir uns jedoch geschenkt haben. Schließlich mussten wir noch an den Beach. Für einen Spaziergang hat es dann nicht mehr gereicht, aber immerhin noch für einen Besuch in unserer inzwischen schon „Stamm-Beach-Bar“ Woody´s Waterfront.

Tag 14

Der letzte vollständige Tag in Saint Petersburg gehört am Vormittag den Sunken Gardens, die wir dank unserer großartigen Lage zu Fuß erreichen können. Der kleine Park zwischen drei Blocks ist eine über einhunert Jahre alte Oase der Ruhe, „ein botanisches und biologisches Fest für die Sinne mit über 50.000 tropischen Pflanzen (aus über 500 Arten) sowie Flamingos und anderen exotischen Vögeln“.

Wir können nebenbei noch eine Hochzeit beobachten, die hier unter dem Geschrei von diversem Geflog stattfindet. Ein gute Stunde später sind wir durch und haben unseren Sinnen mit vielen Farben und wirklicher Ruhe einen großen Gefallen getan. Zeit für den Strand: Heute soll es der Indian Rock Beach sein. Auch sehr schön und am Ende von St. Petersburg bleibt immer noch Zeit für „Woody´s“ und ein abschließendes Ribs-Mahl samt Bier in der Old Northeast Tavern um die Ecke, wo wir wieder mit Handschlag begrüßt werden und wo wier verprechen müssen, wiederzukommen. Versprochen!

Bisher gefahrene Kilometer: 1867

Bisher gelaufen (inkl. New York): 98 km

Unterkunft: Airbnb-Home im Historic Old Northeast St Pete

 

 

Florida Tag 12

Salvador Dali. Schon lange bewundere ich seine Bilder und nun kann ich einige von ihnen endlich mal aus der Nähe betrachten. Wir gehen ins Dali Museum St Petersburg, das die größte Dali-Sammlung außerhalb Spaniens beherbergt. 2140 Werke umfasst die Sammlung, darunter 96 Ölgemälde, über 100 Aquarelle und Zeichnungen, 1300 Grafiken, Fotografien, Skulpturen und andere Kunstobjekte. Der deutsche Audio-Guide ist ausführlich und es ist einmal mehr interessant, die Geschichte einiger Bilder zu hören. Besonders beeindruckend waren dort für mich die Gemälde: Gala blickt aufs Mittelmeer (mit dem Porträt Abraham Lincolns), Sklavenmarkt mit unsichtbarer Büste Voltaires sowie Der halluzinogene Torero. Ein weiteres Highlight in der Ausstellung ist die virtuelle 3-Minuten-Tour in Dalis Träume (siehe Video). Mittels einem „Virtual Reality Headset“ kann man sich in einem der Kunstwerke Dalis „bewegen“: Ein lohnenswerter Besuch, den ich gern weiterempfehlen kann. Den Nachmittag verbringen wir schon fast traditionell am Strand. Heute ist es der Beach im Fort De Soto Park. Ein wunderschöner Park mit jeder Menge Geflog und Geschwimm. Und vor allem leer und ruhig – die Saison ist sichtbar (siehe Parkplatz unten) vorbei.

Florida Tag 11

Heute geht es ins Stadion. Es gibt kein Spiel und es ist auch keine Mannschaft da. Darum geht es auch nicht. Heute schauen wir uns das Tropicana Field an – das Baseballstadion der Tampa Bay Rays. Für n Zehner pro Person werden knapp zwei Stunden zu den wichtigsten Orten innerhalb dieser riesigen Sportanlage geführt. Wir sehen das Kontrollzentrum, in dem alle Videos und Bilder zusammenlaufen. Hier werden Zeitlupen erstellt und im Zweifel den Schiedsrichtern zur Verfügung gestellt. Hier darf normal niemand rein, aber unser netter guide Clara hat sich als jahrelanger Fan stark gemacht und wir durften rein. Natürlich dürfen wir auch unten auf Infield und Outfield stehen, auf den Bänken der Rays sitzen. Zum ersten Mal sehe ich den Abstand zwischen Pitcher (Werfer) und Batter (Schlagmann) – das sind 18 Meter. Wow. Jetzt wird klar, was die Pitcher leisten. Es geht weiter zu Clubräumen, zu den Plätzen der lokalen Presse und den TV-Plätzen, ins Museum mit der Hall of Fame und wir erfahren Einzelheiten zum legendären Spiel 2008, als die Rays zum ersten Mal die Postseason erreichen konnten. Am Ende geht es noch zur VIP-Lounge und natürlich – wie am jeden Ende einer Tour in den USA – in den Giftshop. Und schwups, landet ein Basecape der Rays in meiner Tasche. War kaum zu vermeiden 😉

Nun haben wir uns eine Auszeit verdient und deshalb geht es direkt zum Strand – diesmal an den Madeira Beach. Auch dort beenden wir den Tag mit einem Bier an der Beachbar und landen am Abend wieder einmal in unserer „Stamm“-Three Birds Tavern.

Bisher gefahrene Kilometer: 1721

Bisher gelaufen (inkl. New York): 91

Unterkunft: Airbnb-Home im Historic Old Northeast St Pete

Florida Tage 9 und 10

Am Montag und auch am Dienstag fahren wie zunächst, jeweils am Vormittag, nach Sarasota zurück. Denn am Sonntagabend, kurz vor der Einkehr in eine Taverne, stellten wir fest, dass eine Brille fehlt. Eine wichtige Brille für die Fernsicht im Dunkeln, beim Autofahren am Abend also unbedingt erforderlich. Die Aufregung ist groß, wo kann sie nur sein? Eigentlich nur im letzten Hotel in Sarasota. Ein Anruf dort am Sonntagabend bringt Gewissheit: Die Brille ist dort, wir können sie  Montagvormittag abholen. In Sarasota angekommen stellt sich jedoch schnell raus: Es ist nicht DIE Brille, sondern eine Sonnenbrille anderer Gäste. Enttäuscht fahren wir zurück, hinterlassen aber hoffnungsvoll noch eine Email-Adresse, man kann ja nie wissen. Und tatsächlich: Am Abend trudelt eine Nachricht ein, anbei ein Foto des richtigen Etuis. Die nette Pam vom Empfang hatte sich noch einmal beim Housekeeping umgehört und so das Etui am Ende doch noch gefunden. Blieb eine Frage: Ist die Brille im Etui? Klären kann das  nur eine erneute Fahrt nach Sarasota. Also Dienstagmorgen auf in Richtung Süden. Die Erleichterung ist groß, die Brille ist im Etui. Alles gut. Und noch etwas Gutes hatten die beiden Fahrten: Sie führten jeweils zwei Mal (hin und zurück) über die Sunshine Skyway Bridge. Das Fahren über diese lohnt sich immer und somit waren es keine lästigen Fahrten sondern wunderbare Ausflüge.

Die beiden Nachmittage haben wir für Zeit an Stränden genutzt. Am Montag ein Strand in St Pete Beach, am Dienstag einer in Clearwater. Allesamt schöne, breite Strände, jedoch teils voller kleiner Muschelreste, die das Barfußlaufen im Wasser erschweren. Aber das tat dem Stranderlebnis keinen Abbruch und am Ende gab es, wie bei allen folgenden Strandbesuchen, das obligatorische Bier in einer der vielen Beachbars. Die eine (Foto) gibt es übrigens seit 1927…) Ein Besuch zum Dinner in der Three Birds Tavern in unserem Kiez rundeten beide Tage ab. Endlich gab es mal ein Egg Salad Sandwich. Großartig!

Bisher gefahrene Kilometer: 1683

Bisher gelaufen (inkl. New York): 87

Unterkunft: Airbnb-Hom im Historic Old Northeast St Pete