Genquotient 8713

Ich bedanke mich bei Nele für diese Buch-Rezension:

Unfassbar packend

Genquotient 8713 von Ole Pankow hat mir eine schlafarme Nacht bereitet- genau so wie  ein wirklich guter Thriller sein sollte.
Ein Anschlag in der Berliner U-Bahn, einer in einem Restaurant am anderen Ende der Welt, es gibt Tote und viele Verletzte.
Schnell wird das Augenmerk auf den islamistischen Staat als Attentäter gelegt, nur der ehemalige Kommissar Doering sucht auch nach anderen Tätern. Was er im Laufe der Ermittlungen herausfindet lässt einen gruseln.
Endlich mal wieder ein ganz normaler Kommissar, der nicht alkoholabhängig und rumpöbelnd durch die Gegend läuft. Dennoch hat auch er ein Problem, seine Augenkrankheit und Ex-Kollegen mit denen er  nicht so auf einer Wellenlänge liegt.
Der Schauplatz Berlin hat mir sehr gut gefallen und ist äußerst stimmig.
Dem Autor ist es hervorragend gelungen nach einer paar Seiten eine Spannung aufzubauen und diese bis zum Ende ohne Probleme zu halten. Durch den excellenten Sprachstil entstanden keinerlei Längen.
Ole Pankow hat unheimlich viele Fährten ausgelegt, denen ich als Leserin nur zu gern gefolgt bin, um dann am Ende doch noch überrascht zu werden.
Genquotient 8713 ist ein außergewöhnlich und hervorragendes Debut welches weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient.
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Ein Gedicht

War heute auf der Suche nach älteren Fotos diverser Ferienhäuser. Was habe ich gefunden? Ein Gedicht von etwa 1985:

 

regen im mai

 

traurigkeit und regen vereint

in den straßen so grau

in der ferne das licht

so dunkel erscheint

 

auf das dach so laut

die tropfen am fenster

gleichen takt trommelt

der schmerz auf der haut

 

schatten fliegen vorbei

ungesprochene worte im wind

kann man nicht fassen

regen im mai

 

2019

Ich wünsche allen Buch- und BlogleserInnen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr! Danke für die Genesungswünsche und für ein gutes 2018 mit tollen Lesungen und vielen Buchverkäufen!

Florida Tag 15

Tag 15

Das war es also in St. Petersburg. Eine Woche Old Historic Northeast (District), eine Woche in dieser sehr schönen und coolen Stadt. Eine Stadt voller Kunst und Kultur und zusätzlich noch zwischen Tampa Bay und Golf von Mexico. Eine Kombination, die es so nur einmal gibt. Eine Stadt, in der es zu leben lohnt. Scheint es uns jedenfalls, denn hier herrscht trotz des Aufbruchs eine angenehme Ruhe im Vergleich zu den Städten an der Ostküste Floridas. Besonders unser „Kiez“ hat die Ruhe weg. Hier, etwa 15 bis 20 Minuten Fußweg von Downtown entfernt, hört man die Vögel zwitschern und ab und an einen Helikopter, der seine Touri-Runden über Bay und TriCity (St. Pete, Clearwater + Tampa) dreht. Was hier besonders auffällt: die alten Häuser im typischen Stil der Südstaaten haben ihre Terrassen zur Straße hin. Tim, der im Café nebenan gut geröstete Bohnen von Fairtradekaffees unters Volk bringt, weiß, was es damit auf sich hat: „Früher war es eine Art Schutz. Man konnte von der Terrasse aus sehen, wer kommt: Freund oder Feind? Bekannt oder fremd? Auch entstand so ein Gemeinschaftsgefühl mit Nachbarn, da sich alle immer sehen konnten“, erzählt Tim während er mir meinen Kaffee in meine Mug (nach drei Tagen habe ich bereits eine „Stammtasse“) gießt.

„Heute dagegen sitzt man wieder gern zur Straße hin und nutzt das, um vorbeikommende Nachbarn einzuladen. Man schwatzt, klatscht über andere Nachbarn, das Wetter oder die Politik und trinkt etwas. So entstehen teils wichtige Momente im Leben, die es mit Terrassen hinterm Haus nie gegeben hätte.“ Ich höre Tim zu und denke dabei an so manch Deutschen, dessen Zaun zum Nachbarn nicht hoch genug sein kann und an all die Terrassen hinter den Häusern, damit man seine Ruhe hat. A Neighborhood of Colonial and Palm Trees, schrieb passend die New York Times.

St. Petersburg also, ich denke, wir kommen wieder. Nun aber heißt es Abschied nehmen. Die letzten Tage hier in Florida brechen an und heute geht es mit dem Mietwagen an die Ostküste Floridas. Dort kommen wir am frühen Nachmittag an. Im Hotel fragen wir nach dem besten Strand: Jensen Beach. Nichts wie hin. Der Strand ist wild und schön aber heute dermaßen stürmisch, dass es uns den Sand und das Salz in die Augen treibt. Wir brechen ab und verbringen den Abend am Pool und auf dem Zimmer mit einem Caesar Salad vom Lieferservice und unserem wahrscheinlich letzten (für 2018) gerade erworbenen Zwölf-Pack Sam Adams Octoberfest.

Bisher gefahrene Kilometer: 2143

Gelaufen (inkl. New York): 101 km

Unterkunft: Days Inn Fort Pierce

Florida Tage 13 & 14

Florida Tage 13 & 14

Tag 13

Heute sollte es sein: eine Bootstour „wohin auch immer“ „von wo auch immer“. Tja. Wir hatten mit allem gerechnet: ausgebuchte Boote, schlechtes Wetter, Abfahrt verpassen… Was wir nicht ahnten: die Parkplatzsituation. Aber klar doch, es ist Freitag in Clearwater. Da haben noch viele andere die gleiche Idee. Wie auch immer, in der Nähe der Bootsabfahrten und Ticketverkaufsbuden darf man maximal 30 Minuten parken. Was tun? Wir haben 30 Minuten geparkt, uns kurz neu sortiert und umgestellt und ab ging es nach Weeki Wachee im Norden St. Petersburgs, wo wir eh noch hinwollten. Der Weeki Wachee Springs State Park war einmal der älteste Vergnügungspark Floridas, in dem man „Meerjungfrauen“ in einer Unterwassershow beobachten konnte. Als Disney & Co. kamen war es vorbei mit dem Besucherstrom und 2008 kaufte der Staat Florida den Park auf und machte einen State Parke draus. Noch immer kann man in dem klaren Quellwasser baden gehen und eine Bootstour auf dem Quellfluss machen, denn noch immer sprudeln täglich 440 Millionen Liter aus der unterirdischen Quelle (Fotos eins bis sieben). Natürlich gibt es auch noch die „Meerjungfrauen“, die wir uns jedoch geschenkt haben. Schließlich mussten wir noch an den Beach. Für einen Spaziergang hat es dann nicht mehr gereicht, aber immerhin noch für einen Besuch in unserer inzwischen schon „Stamm-Beach-Bar“ Woody´s Waterfront.

Tag 14

Der letzte vollständige Tag in Saint Petersburg gehört am Vormittag den Sunken Gardens, die wir dank unserer großartigen Lage zu Fuß erreichen können. Der kleine Park zwischen drei Blocks ist eine über einhunert Jahre alte Oase der Ruhe, „ein botanisches und biologisches Fest für die Sinne mit über 50.000 tropischen Pflanzen (aus über 500 Arten) sowie Flamingos und anderen exotischen Vögeln“.

Wir können nebenbei noch eine Hochzeit beobachten, die hier unter dem Geschrei von diversem Geflog stattfindet. Ein gute Stunde später sind wir durch und haben unseren Sinnen mit vielen Farben und wirklicher Ruhe einen großen Gefallen getan. Zeit für den Strand: Heute soll es der Indian Rock Beach sein. Auch sehr schön und am Ende von St. Petersburg bleibt immer noch Zeit für „Woody´s“ und ein abschließendes Ribs-Mahl samt Bier in der Old Northeast Tavern um die Ecke, wo wir wieder mit Handschlag begrüßt werden und wo wier verprechen müssen, wiederzukommen. Versprochen!

Bisher gefahrene Kilometer: 1867

Bisher gelaufen (inkl. New York): 98 km

Unterkunft: Airbnb-Home im Historic Old Northeast St Pete

 

 

Florida Tag 12

Salvador Dali. Schon lange bewundere ich seine Bilder und nun kann ich einige von ihnen endlich mal aus der Nähe betrachten. Wir gehen ins Dali Museum St Petersburg, das die größte Dali-Sammlung außerhalb Spaniens beherbergt. 2140 Werke umfasst die Sammlung, darunter 96 Ölgemälde, über 100 Aquarelle und Zeichnungen, 1300 Grafiken, Fotografien, Skulpturen und andere Kunstobjekte. Der deutsche Audio-Guide ist ausführlich und es ist einmal mehr interessant, die Geschichte einiger Bilder zu hören. Besonders beeindruckend waren dort für mich die Gemälde: Gala blickt aufs Mittelmeer (mit dem Porträt Abraham Lincolns), Sklavenmarkt mit unsichtbarer Büste Voltaires sowie Der halluzinogene Torero. Ein weiteres Highlight in der Ausstellung ist die virtuelle 3-Minuten-Tour in Dalis Träume (siehe Video). Mittels einem „Virtual Reality Headset“ kann man sich in einem der Kunstwerke Dalis „bewegen“: Ein lohnenswerter Besuch, den ich gern weiterempfehlen kann. Den Nachmittag verbringen wir schon fast traditionell am Strand. Heute ist es der Beach im Fort De Soto Park. Ein wunderschöner Park mit jeder Menge Geflog und Geschwimm. Und vor allem leer und ruhig – die Saison ist sichtbar (siehe Parkplatz unten) vorbei.