Ding des Monats XXI

Aus der Thüringer Allgemeinen:

Erfurt. Der neue Wasserwerfer der Thüringer Polizei ist bei einem Übungseinsatz beschädigt worden. Beamte der Bereitschaftspolizei attackierten das Spezialfahrzeug “Wasserwerfer 10.000″ innerhalb der Übung mit Eiern, Tennisbällen und kleinen Plastikflaschen. Dabei kam es laut Landespolizeidirektion zu “faustgroßen” Schäden am Sicherheitsglas des Einsatzfahrzeuges. Es sei nicht nachzuvollziehen, wie es zu einem solchen Schadensbild kommen konnte, erklärte ein Sprecher MDR Thüringen. Das rund eine Million Euro teure Spezialfahrzeug wurde für Polizei-Großeinsätze angeschafft. Nach Angaben der Landespolizeidirektion kam das Fahrzeug seit seiner Auslieferung im vergangenen Herbst drei Mal zum Einsatz.

Osterschwimmen. Oder: Jenau. Deshalb

Karfreitag 2014, 9.30 Uhr, Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park in Berlin Prenzlauer Berg. Zwischen Eingang und Kassenhäuschen stehen ein Mann, Mitte 60, korpulent, Glatze, Jeans, Jeanshemd, Jeansjacke, Turnschuhe, Rucksack und eine Frau, Mitte 50, gestrickte Hosen, gestrickter Pullover, gestrickte Jacke, gestrickter Umhängebeutel, zusammengeknotetes Haar, John-Lennon-Nickelbrille.

Er: Mensch, du hier? Zu Ostern?

Sie: Is nich Ostern.

Er: Doch. Is Ostern.

Sie: Nee! Karfreitag.

Er: Ach so. Karfreitag. Nich Ostern?

Sie: Nich Ostern. Aber sachma, was machstn hier?

Er: Icke? Schwimmen und so.

Sie: Und so?

Er: Na Schwimmen. Und so.

Sie: Ostern?

Er: Ist doch keen Ostern. Haste grad…

Sie: Ja, ja. Ick weeß. Aber du hier? Haste nich Familie?

Er: Ja, hab icke.

Sie: Und?

Er: Und wat?

Sie: Und ist die Familie da?

Er: Ja. Bei mir.

Sie: Und da jehste schwimmen?

Er: Jenau. Deshalb.

Wetten, dass ich es nie gesehen habe?

wettenAm Ende kamen dann doch noch Zweifel. Was ist, wenn ich bei Freunden bin, bei denen das zufällig läuft? Die Stadtwette in deren Stadt? Geh ich dann einfach hinaus, weg, tschüss und good bye? Aber diese Peinlichkeit ist mir erspart geblieben. Und ihnen auch. Dann war da noch die Möglichkeit, dienstlich dazu verdonnert zu werden. Wer weiß? Vielleicht kommt mal einer dahin, den du kennst und dann musst du natürlich weil man ja nicht wegschauen kann, wenn man einen kennt. Aber es kam keiner. Und nun muss ich, da ich glücklicherweise wieder freischaffend bin, auch dienstlich nicht mehr. Ich glaube auch nicht, dass sich bei den letzten Sendungen daran etwas ändern wird.Bei meiner Familie lief das auch nie. Oder ich war zu den Sendezeiten nie dort. Wie auch immer. So kann ich hier ohne Gewissensbisse und frei heraus sagen und schreiben: Wetten, dass ich nicht eine Wetten, dass-Sendung gesehen habe? Und es macht mich nicht traurig. Oder so. Nein, eigentlich empfinde ich rein gar nichts.

Vegane Kotzbrocken

veganes_haenchenDa fällt einem ja nix mehr zu ein. Ich meine, schlimm fand ich das schon immer. Dieses vegane Gehabe. Sollen sie doch Sojasprossen fressen. Nichts dagegen. Aber diese Fake-Kotzbrocken, die es überall in den linksdrehenden Öko- und Bio- und Natur- und Allnaturläden gibt, gehen mir lange schon auf den Sack. Meine Güte, wo ist das Problem? Warum muss es eine Wurst sein, wo keine Wurst drin ist? Warum eine Martinsgans aus Soja? Warum muss ich Burger drauf schreiben, wo der Inhalt mit Burgern soviel zu tun hat wie Äpfel mit Schweinenackensteaks? Und – was mich schon immer am meisten interessiert – wo kommt eigentlich der Geschmack her? Wie bekommt man irgendeinen Geschmack in Zeugs, das eigentlich wie Pappe oder schlimmer schmeckt? Oder nach gar nichts? Jetzt wissen wir es. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich´s genau angesehen. Die ganzen veganen Kotzbrocken: Zuviel Salz, zuviel Fett, zuviel Zucker. So hat der Veggie Burger deluxe ein Fettgehalt von 14,5 Prozent, je 100 Gramm weisen 1,7 Gramm Salz auf. Besser noch die Hähnchen Veggiebällchen in Sesamöl: 23 Prozent Fett. Angaben über Zucker- und Salzgehalt haben die Hersteller besser weggelassen.  So richtig lecker auch die “Käse-Alternative” Jeezini Santi: 23 Prozent Fett, 2,8 Prozent Salz. Empfehlenswert besonders für unsere kleinen Veganer, sind die Alnaviva Dinkel Knusper Kringel – die haben nämlich ganze 23 Prozent Zucker in sich. Na denn, Guten Appetit. ich geh dann mal zum Metzger. Hätte Appetit auf ein schönes saftiges Rindersteak (6,4 % Fett, kein Zucker, 0,1 % Salz).

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Fundstück der Woche: Die Angestellten und schlaffe Bauern in Holleben

freiheit_angestellteEs gab mal Zeiten, da war es eben nicht so einfach, ein Angestellter zu sein. 1946 zum Beispiel. Grund genug, für die Redakteure der neu gegründeten “Freiheit” in Halle, über jene zu berichten und deren Stellung kalr zu stellen. Klar, waren (und sind) doch die Redakteure auch Angestellte. Das Fundstück der Woche – aus der ersten “Freiheit”-Ausgabe vom 16. April 1946.

  • Aus Zuschriften, die wir laufend aus Angestelltenkreisen erhalten, geht hervor, daß die Angestellten heute vielfach als fünftes Rad am Wagen betrachtet und behandelt werden. Die Stärke und die Bedeutung der früheren Angestellten-Gewerkschaften sind ein Beweis dafür, welche Rolle die Angestellten im öffentlichen Leben, insbesondere aber in der Gewerkschaftsbewegung, gespielt haben. Die Gesamtzahl der Angestellten und Beamten wurde im Altreich auf etwa 4 Millionen geschätzt. Wenn die Angestellten auch keine Sonderstellung einnehmen können, so sind wir dennoch verpflichtet, dem Los der Angestellten im Rahmen des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes unsere volle Aufmerksamkeit zu widmen. Vergessen wir nicht, daß der Büroangestellte am Wideraufbau unserer Wirtschaft und Verwaltung ebenso beteiligt ist, wie der Arbeiter an der Werkbank. (…)
  • Es ist abwegig, diese Verwaltungsarbeit in irgendeiner Form zu diskriminieren. Hat nicht zum Beispiel der Einkäufer eines Werkes, der unter unsäglichen Schwierigkeiten Roh- und Hilfsstoffe heranschafft, das gleiche Recht auf die Würdigung seiner Leistung wie der Betriebsarbeiter, für den er die Voraussetzungen zur Arbeit schafft? (…)
  • Wenn die Bedeutung der Angestellten in den früheren Verbänden einen übertriebenen Ausdruck gefunden hat, so besteht jetzt der Eindruck, daß ihre wichtigen Funktionen heute bewußt oder ubewußt zu wenig beachtet werden. Es ist nicht sozialistisch, den Angestellten deshalb geringer zu schätzen, weil er infolge seiner anders gearteten Tätigkeit auch andere Gewohnheiten der Lebensführung angenommen hat. Von dem früher mit Recht verspotteten Standesdünkel der Angestellten ist nach den schweren sozialen Erschütterungen der beiden letzten Jahrzehnte nicht mehr viel übrig geblieben. Der Angestellte hat längst erkannt, daß er als Arbeitender den gleichen Gesetzen des Wirtschaftskampfes unterworfen ist, wie der Arbeiter.

Und gleich noch ein Fundstück aus der ersten “Freiheit”-Ausgabe. Unter der Überschrift “Sommergetreide zu 90 Prozent bestellt” kommen die Bauern in Holleben nicht gerade gut weg in diesem Artikel der Zeitung:

  • Holleben. Diese Gemeinde fällt aus dem großen Rahmen der rastlosen Tätigkeit aller Bauern und Werktätigen bei der Sicherung der deutschen Volksernährung erheblich heraus. Jezt sind noch 300 Morgen Acker zu pflügen. Es herrscht eine übergroße Schlaffheit und Lauheit unter den Bauern Hollebens. Allerdings berichten sie auch, daß man ihnen von behördlicher Seite nicht das heute notwendige Interesse entgegenbringt. So fehlt es an Kohlen für den Betrieb des Dampfpfluges. Die Behörden, die den Sinn der Frühjahrsbestellung noch immer nicht begriffen haben, werden zur Verantwortung gezogen werden.

Verdamp lang her

Eigentlich kaum zu glauben. Aber es ist wirklich 30 Jahre her. DREIßIG Jahre. Damals, als halb Halle-Neustadt und sicher auch halb Halle und überhaupt die DDR in aufrührerischer Vorfreude war. Auf DAS Konzert. SIE kommen wirklich. BAP. Keine Frage, da mussten wir alle hin. Und es gab auch Karten. Hatte der Jugendclub besorgt. Wenn ich mich recht erinnere. Vorher wurden T-Shirts bemalt, Texte gelernt und in nächtlichen Dauer-Aktionen versucht, zu übersetzen. Von Kölsch ins Deutsche. Das war nicht einfach. So ganz ohne Verbindungen “noh Kölle”. Aber irgendwie ging es. Einer war besonders gut darin, unser Freund Sven hörte sich die Songs immer und immer wieder an. Bis irgendwann auch der letzte Text übersetzt war. Aktuell war damals, glaube ich, Zwesche Salzjebäck un Bier. Vorher hatten wir natürlich schon all die anderen Platten gehört. Wolfgang Niedecken`s BAP rockt andre kölsche Leeder. Affjetaut. Für usszeschnigge. Von drinne noh drusse.

Irgendeiner hatte die Platten. Ich glaube, Sven hatte sie. Alle. Und damit hatten wir sie alle auf Kassette. Oder Tonband. Egal. BAP war BAP. Ob auf Platte (was natürlich schon die beste variante war) oder auf Kassette. T-Shirts wurden gemalt. Auch von Sven. Der konnte mit Textilfarben und Talent “echte” BAP-T-Shirts malen. Ich hatte mir damals aus einer alten, zerissenen schwarzen lederhose die Buchstaben so ausgeschnitten, wie man BAP schrieb. Und immer noch schreibt. Und dann auf eine ebenfalls selbst (von Mutti) geschneiderte Jeansweste genäht. Das war was. BAP-Schriftzug auf ner Jeansweste. Wenn ich auch heute glaube, dass die Weste von vielen belächelt worden ist. Damals. Aber egal. Ich hatte eine BAP-Weste. Und dann kamen sie nicht. Deshalv spill mer he. Und alles war vorbei. Am Abend des Konzertes haben wir dann vor dem Konzertsaal gesessen und Kerzen angezündet. Bis die Vopos kamen.

Sechs Jahre später dann war ich auf einmal Journalist. Von heute auf morgen. Vom Schlosser zum Schreiber. Freischaffend vorerst. Und hatte auf einmal Kollegen, die fast alle aus Köln kamen. Mein Chef damals Rudi. Der war erstaunt, dass ich BAP so gut kannte. Und lud mich ein. Nach Köln. Und organisierte dort ein Treffen mit BAP. Im Chlodwig-Eck. In der Südstadt (kannte ich ja schon, aus der Ferne: Südstadt verzäll nix) Wirklich? Ich treffe BAP? Kann nicht sein. Doch, du machst das schon. Mach ein Interview. Dann sehen wir weiter. Ich war im Chlodwig-Eck. November 1990. BAP war nicht da. Nicht vollständig. Aber Wolfgang Niedecken war da. Und Major Heuser. Ein Interview ist es nie geworden. Zu aufgeregt war ich als Neu-Journalist. Als Ossi im Westen. Aber der Abend – unvergessen. Kölsch bis zum Abwinken. Und erzählt (verzällt) haben wir bis zum Abwinken. Besonders über das Konzert. Das nie stattgefunden hatte. Wir holen das nach. Hatte Wolfgang damals versprochen. So war es dann auch. Zwei Monate später. Am 14. Januar 1991 in der Erfurter Thüringenhalle. Und auch das ist schon wieder 23 Jahre (verdamp lang) her.

Aktuelles von BAP gibt´s hier.

Wenn der Postmann nicht klingelt

post_sendung_01Sehr geehrte Damen und Herren der Deutschen Post,

hiermit kündige ich alle Verträge mit Ihnen. Ich schmeiße Sie raus, ich kündige Ihnen fristlos. Nicht, dass wir überhaupt einen Vertrag hätten. Jedenfalls kann ich m ich nicht daran erinnern, jemals mit Ihnen etwas vereinbart zu haben. Dennoch gehen Sie doch eine Art Vertrag ein, wenn Sie sich verpflichten, gegen Bezahlung etwas für mich zu tun. Und so frage ich mich und vor allem Sie: Wieso tun Sie es dann nicht? Ihr Job ist doch eigentlich gar nicht sooo schwer. Sie holen an diversen Sammelstellen Briefe, Päckchen oder Pakete ab oder Sie nehmen diese in Ihren (noch vorhandenen) Postämtern entgegen. Da liegt wahrscheinlich schon das erste Problem: Sie sind ein Amt. Denn wären Sie ein Unternehmen, würden Sie so nicht überleben können. Dann, wenn Sie alles eingesammelt oder entgegen genommen haben, müssen Sie diese Briefe, Päckchen oder Pakete demjenigen zustellen, dessen Anschrift auf dem Brief oder Päckchen oder Paket angebene ist. Bisher alles verstanden? Okay.

Dann gibt es natürlich Spezialbriefe, für die der Absender, oder, und das ist in diesem Fall das Entscheidende, der Empfänger, extra viel Geld bezahlt. Zum Beispiel ein Einschreiben. Dafür habe ich bei einer Bestellung mehr Geld bezahlt, als es fürt einen gewöhnlichen Brief nötig gewesen wäre. Kommen Sie  noch mit? Gut. Ich habe also zwei Konzertkarten bestellt und extra mehr Geld bezahlt, damit mir der Brief persönlich zugestellt wird. Der Verkäufer der Konzerttickets hat mir heute morgen mitgeteilt (per E-Mail, falls Sie wissen, was das ist, wenn nicht, schauen Sie doch mal ins Internet, falls Sie wissen, was das ist, ansonsten fragen Sie doch einfach mal jemanden, den Sie kennen, der weiß, was das Internet ist), dass der Einschreibebrief mit den Tickets (wahrscheinlich) heute zugestellt wird. Soweit noch alles klar? Dann kann´s ja weitergehen.

Ich habe mir also heute frei genommen, Termine und den Arztbesuch verschoben und bin zuhause geblieben, damit der Postbote oder die Postbotin oder das ZustellerIn mich auch wirklich antreffen kann. Meine Verabredung war nicht gerade glücklich über meine Absage und der Arztbesuch verschiebt sich nicht auf morgen, sondern auf den nächsten Monat. Aber was tut man nicht alles, um den Service Ihres Amtes in Anspruch zu nehmen. Das schöne Wetter hatte heute außerdem dafür gesorgt, dass ich meine Heimarbeit (denn schließlich muss es sich ja auch ein wenig lohnen, wenn ich daheim bleibe), auf dem Balkon verlegen konnte. Ich saß also da mit meinem Netbook und einer Tasse Kaffee und dann, kurz vor 14 Uhr (früher kam die Post früher), sah ich ihn: Den Postboten. Er kam aus Richtung Osten in unserer Straße daher geradelt und hielt am Nachbarhaus, um dort seine Briefe in die die Briefkästen einzuwerfen. Höchste Zeit, den balkon zu verlassen. Denn dort hätte ich das Klingeln des Boten vielleicht überhört.

Also ging ich auf Nummer sicher und wartete in der Wohnung auf das Klingeln. Wartete auf mein Einschreiben. Was dann passierte, war – nichts. Kein Klingeln. Kein Klopfen. Kein Rufen. Kein Anruf. Kein gar nichts. Ich öffnete die Wohnungstür. Vielleicht war der Bote gerade auf dem Weg zu meiner Wohnung? Und war irgendwo dazwischen auf dem Treppenabsatz stehen gebleiben? Um sich auszuruhen. Ein Päuschen in Ehren kann niemand verwehren. Keine Panik, dachte ich mir, der schwatzt mit den Nachbarn, weil die ein großes Paket für andere nachbarn entgegennehmen müssen. Das ist usus hier bei uns. Es vergeht keine Woche, ind er nicht der eine oder andere Hausbewohner für einen anderen irgendeine Sendung entgegen nimmt. Wie das rechtlich funktioniert, weiß ich zwar nicht, aber es ist eben so und funktioniert im Normalfall auch.

Nun, nach etwa fünf Minuten des Wartens und des Horchens, wurde mir klar: Der Verkäufer und Versender meiner Tickets hatte sich geirrt. Nicht heute, sondern morgen erst kommt der Brief hier an. Ärgerlich, aber nicht dramatisch. Dramatisch wurde es dann aber doch noch. Denn als ich (ich ahnte es, wollte es aber nicht wahr haben) dann doch in den Briefkasten schaute, fand ich – was? Sie werden es vermuten: Richtig! Eine Benachrichtigung Ihres Postboten. IHRE SENDUNG IST DA! Steht dort auf einem gelben Zettel geschrieben. Das war nicht nur gelogen, sondern außerdem eine Frechheit, eine Zumutung, eine Verarschung. Ich muss es leider so sagen. Denn ich fühlte in diesem Moment nur eins: Ich fühlte mich verarscht. Ich buchstabiere es noch einmal: V.E.R.A.R.S.C.H.T. Denn die Sendung ist NICHT DA. Sie wäre dagewesen, wenn der Postbote in der Lage gewesen wäre, in der Zeit, in der er diesen Zettel ausgefüllt hat, bei uns zu klingeln. Dann wäre die Sendung da. So aber ist nichts da. Außer diesem Wisch, den Sie sich sonstwo hinstecken können. Entschuldigung, aber höflich kann man an dieser Stelle nicht mehr bleiben.

Der Führer der Reiseführer

Iwan_dreigutIn diesem Falle heißt der Führer mal nicht Hitler. Und es geht auch gar nicht um ihn. Auch nicht um des Führers Magazin Der Spiegel. Nein, an dieser Stelle muss ich mal Werbung machen. Werbung für den Führer unter den Reiseführern. Ob USA (Westen, Osten, Florida, Nordosten, Südwesten, New York usw), Korfu, Barcelona, Emirate, La Palma, Teneriffa – bei uns kommt seit Jahren nur noch einer mit auf die Reise: Iwanowski`s. Einst als Außenseiter unter den Plazthirschen Lonely Planet, Marco Polo, DuMont oder Baedeker entzdeckt, gehört er seitdem zur festen Reiseplanung. Kein anderer kam uns im Urlaub bisher kompetenter, informativer und trotzdem kurzweiliger vor als dieser. Und dass es nun auch noch einen Blog mit Restaurantkritiken gibt, macht das noch sympathischer. Also gibt es auch auf künftigen Reisen nur ihn – den Iwanowski´s.

World Trade Center

wtc_01Wow, das ist mal eine Idee. Unbedingt sehenswert. Für alle New-York-Fans. Für Fotografen. Und alle anderen auch. Das Original kann man drehen und wenden wie man möchte. Einfach anklicken und bewegen. Phantastisch!

http://time.com/world-trade-center/

Kann man nicht hitlern, muss man sexeln

spiegel_hure_01Dass sich so manche Story besser verkauft, wenn es dazu ein entsprechendes Foto gibt, ist allgemein bekannt. Dass man mit Titten oder dem Führer auf Titelseiten Auflage machen kann, haben auch alle begriffen. Besonders natürlich “Der Spiegel”, der, in meinen Augen zumindest, immer mehr Hitler wird. Ohne dem geht gar nichts mehr. Jede Woche wird ein bisschen gehitlert. Oder geadolft. Mal mehr. Mal weniger. Führerlos ist selten. Und wenn es dann doch spiegel_hitler_02mal nix über den Mann zu berichten gibt, dann muss man eben die Themen nehmen, die sonst noch so auf dem Markt sind. Ist ja nicht schlimm. Auch der “allwissende Spiegel” (ppq) greift ab und an auf Nachrichten zurück, die auch andere schon haben. Und wenn es dann auch noch um angebliche sexuelle Belästigung geht, um eine Studentin, einen Professor, eine Abschlussarbeit und ein paar Zeilen auf Papier, dann kann man (kann der Spiegel) natürlich kein Bild einer Uni zeigen. Auch nicht das Foto aus einem Hörsaal. Geht gar nicht. Da muss schon das Bild einer Nutte her. Klar. Kann man nicht hitlern, muss man eben sexeln.

HUVR Board

Genial gemacht.

Wie viele von denen ham noch nichemal jeklächt

Das musste mal gesagt bzw. gepostet werden. Danke an Steffen. Und natürlich an Herrn Waldemar Schmidt aus Merseburg.

Kann ja sein

Kann ja sein, dass ich alt werde. Kann ja sein, dass ich sentimental werde. Kann auch sein, dass Beides zutrifft. Kann auch sein, dass mich die Ereignisse der letzten Monate schwach gemacht haben. Kann auch sein, dass mich eine Nachricht von heute euphorisch gemacht hat. Sicher, es kann auch sein, dass ich zu nah am Wasser gebaut bin. Und ja, es kann sein, dass ich nicht immer New Model Army, Creed, Foo Fighters, Queens Of The Stone Age, Macbeth oder ähnliches höre. Manchmal ist es eben etwas anderes. Was mich berührt. In diesem Fall ist es Ella Henderson. 16 Jahre jung. Kommt auf die Bühne bei dieser fetten Show. Und singt ein Lied. Ein eigenes Lied. Geschrieben für ihren verstorbenen Großvater. Wow. Das hat mich umgehaun. So ist das. Kann ja sein.

Ding des Monats XX

Deutschland hat eine neue No-Go-Area. Ochsenfurt im Landkreis Würzburg. Wehe dem, der sich da traut zu Waschen oder zu Trocknen. Folgende Meldung aus der Mainpost (oder war es doch der Postillon?)

Frisch gewaschenes Bettlaken zerschnitten, Polizei sucht Zeugen

Ein Unbekannter hat in der Zeit von Sonntagmittag bis Donnerstagmittag ein zum Trocknen im Freien aufgehängtes Bettlaken in Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) zerschnitten. Die Polizei sucht nun nach Zeugen. Der Wäscheständer stand im überdachten Außenbereich eines Wohnanwesens im Goßmannsdorfer Weg. Der Unbekannte hinterließ ein Schnittmuster, das eine Reparatur des Lakens unmöglich macht, berichtet die Polizei weiter. Der Schaden wird auf 15 Euro geschätzt. Die Polizei sucht nun nach Zeugen und fragt, wer im genannten Zeitraum Beobachtungen gemacht hat, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten.

Hinweise nimmt die Polizei-Inspektion Ochsenfurt unter Tel. (0 93 31) 87 41-0 entgegen.

R.I.P. Paco

Es war Mitte der 80er. In Erfurt. Die Partywohnung von Freunden hatte ihrem Namen mal wieder alle Ehre gemacht und am Morgen danach lagen geschätzte zwanzig bis dreißig trunken-verschlafene Leute in der Wohnung in ihren Schlafsäcken. Bei dem einem im Zimmer, bei dem anderen. Und auch im Flur, der, so groß wie manche Bar, mit Tresen, zu besten Zeiten gefühlte 100 Gäste aufnehmen konnte. An einem Morgen jedenfalls, es war ein Samstag, die Party also noch lange nicht vorbei, legte einer der beiden Wohnungsmieter “Friday Night In San Francisco” auf den Plattenteller. Nach und nach wurde die Partygemeinde wach. Was ist das? Das geht doch nicht. So schnell kann man nicht spielen. Oder doch?

Besonders beeindruckt, ich werde es nie vergessen, war einer der Musikerfreunde. Selbst Gitarrist, und kein schlechter, saß halb noch in seinem Schlafsack, rieb sich Augen (und wahrscheinlich besonders die Ohren), sah zu mir herüber und sagte: “Ich schmeiß meine Klampfe weg. Am besten gleich hier in den Ofen.” Er hat es nicht getan. Spielt auch heute noch in ner Band. Hört auch heute noch “Friday Night In San Francisco”. Auf so mancher Party. Und nun ist Paco gegangen. Wieder einer der Guten, der zu früh diese Welt verlässt. R.I.P. Paco!