Reisetagebuch VII: Aliens, Nodding Donkeys & Musicans

P1110962Wenn ein kleiner Ort sich an einer Frage fest- und erhalten kann, dann ist das schon einen Besuch wert, dachten wir uns und fuhren nach einem Besuch bei Heisenberg in Albuquerque nach Roswell. Die Frage dort: waren sie nun da oder nicht? Wer? Die Aliens natürlich. Und hatten die Nazis schon Ufos? Nun, meine Meinung dazu hat dieser Besuch nicht geändert, ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass man diese Frage durchaus stellen sollte. Wenn auch meine Tendenz sich eher in Richtung natürlicher Erklärungen der Himmelsphänomene neigt. Aber das soll jeder glauben und denken wie er möchte. In der Wüste von New Mexico jedenfalls scheint sich so einiges abgespielt zu haben, wovon wir nicht alles wissen (sollen, dürfen).nodding_donkey_01Schlägt man von den Aliens den südöstlichen Weg ein, kommt man unweigerlich nach Texas, in unserem Fall zurück nach Texas. Denn dort hatte schließlich vor zweieinhalb Wochen unsere Reise begonnen. Nun, Texas ist riesig, die Fläche von Polen und Deutschland passt locker hinein, und somit gibt es auch viele unterschiedliche Erscheinungsformen des Loine Star States. Eine davon ist die Gegend um Midland, wo eine Nodding Donkey neben der anderen steht. Jeder hat hier (mindestens) eine auf seinem Grundstück stehen. Und wer keine eine hat, der hat viele. Die hierzulande Pferdekopfpumpen genannten Nodding Donkeys dienen alle dem selben Zweck: Erdöl an die Oberfläche zu pumpen. Und so nickt sich halb Texas reich, wie das schon J.R. anno dazumal gemacht hat.  Interessant anzusehen aber auch schön, wenn man gesund durchgekommen ist und wieder etwas anderes sieht.

P1120006Ganz anders aber so richtig Texas ist dann Austin, immerhin die Hauptstadt des Öl- und Rinderstaates. Hier stehtr, selbstverständlich, wie sollte es anders sein, das größte Capitol der USA, höher als das in Washington. Die Straßen sind hier breiter, der Himmel weiter und die Fleischmenge auf den Tellern der BBQ-Lokale größer noch als anderswo im Fleischesserstaat USA. Die perfekte Zubereitung von Pulled Pork und Beef Brisket, zum Beispiel im Stubb´s, gehört hier zum guten Ton wie eben auch jede Menge Live-Musik. Daran gibt es keinen Zweifel und somit kommt man mit beidem auch gut über den Abend oder eine Woche oder wahrscheinlich sogar über ein ganzes Jahr oder noch länger. Nach einem hervorragendem BBQ im Stubb´s gab es die Livemusik für uns diesmal im Mohawk gleich schräg gegenüber. Ein langer Abend mit viel Bier und (teils alten Bekannten) den Lonesome Heroes, Austin Lucas, Jon Snodgrass, Northcote und Jayke Orvis.

P1120453  Ein fast perfektes Ende eines Drei-Wochen-Trips durch fünf US-Staaten mit einer Strecke von insgesamt 5120 Meilen, das sind 8192 Kilometer. Wobei diese Zahl erst ganz am Ende auf dem Meilenzähler stand, also in Houston. Dort ging es neben einem Besuch von Downtown auch noch zum schönsten Ort der Gegend – nach Galveston. Nur knapp eine Stunde südöstlich der Stadt liegt das Wochenendparadies der Houstoner, direkt am Golf von Mexico. Dort konnten wir (fast allein) baden gehen – bei 30 Grad Luft- und geschätzten 24 Grad Wassertemperatur. Kaum ein Mensch zu sehen – klar – “The Season is over”. Das kannten wir ja schon von vorhergehenden Reisen in dieser und anderen Gegenden jenseits des Atlantiks.

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Reisetagebuch VI: Bratwurst vom Indianer

Wenn schon, denn schon. Wenn man schon einen Freund mit auf der Reise hat, der sich dank seiner Flugmeilen und Hotelpunkte puren Luxus leisten kann, dann kann man das auch mal mitnehmen. So landeten wir nach unserem Marihuana-Ausflug in Taos/New Mexico. Ein Ort voller Pueblo-Tradition, in dem die Pueblo-Indianer an ihrem Zigarettenkiosk doch tatsächlich gegrillte Bratwurst verschenken (It´s Customer-Day). Wir trauten zuerst unseren Augen und Ohren nicht – aber es war real: Vor dem Zigrettenladen wurde Bratwurst gegrillt, die dann kostenlos im Brötchen mit Senf verteilt wurde. UNd auch unter diesem Namen: BRATWURST.

P1110735Nun, das war nur der Anfang in Taos, später ging es dann noch weiter mit den Überraschungen. Denn unser Freund hatte Suiten im El Monte Sagrado gebucht, einem kleinen aber feinen Spa-Hotel inmitten der Adobe-Bauten der Altstadt von Taos. Die Suiten alle mit Schlafzimmer, Badezimmer, Wohnzimmer nebst Kamin. Das schönste aber der Spa-Bereich mit Sauna sowie der Aqua-Bereich mit großem Pool und Jacuzzi. Herrlich entspannend und am Abend der nächste Höhepunkt: Ein echtes Dinner im dazugehörigen Restaurant. Es begann mit “Seared Ahi Tuna with Siracha, Soy Syrup, Pickled Ginger, Wasabi & Pickled Cucumber Salad”, setzte sich mit “Smoked, Grilled & Glazed Pork Back Ribs, Black Beans & Poblano Slaw” fort und endete schließlich mit “Dulce De Leche Carmel Swirled into New York Style Cheesecake, Biscochito Cookie Crust”. Dazu gab es zunächst einen guten Weißwein aus Spanien, dann einen roten aus Neuseeland. Perfekt. Der Whisky Sour an der Bar zuvor und hernach wurde auf meinen Wunsch hin mit Woodford Reserve gemixt und war deshalb vorzüglich. Was will man mehr in der Wüste New Mexicos?

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Reisetagebuch V: Pueblos & Joints

P1110593Viele Dinge und Tatsachen glaubt man ja erst, wenn man sie gesehen hat. So ging es mir vorige Woche in Colorado mit der Marihuana-Legalisierung. Aber, es ist wie es ist, es ist tatsächlich legal. Der Shop in einem Gewerbegebiet war schnell gefunden, eine unscheinbare Tür mit der Aufschrift Durango Organics führte zunächst zu einem Vorraum, wo man unsere Pässe kontrollierte. Schließlich muss man das 21. Lebensjahr vollendet haben, um Gras oder Joints oder Kekse oder Kuchen oder was auch immer die Marihuana-Produktion hergibt, kaufen zu dürfen. Dann kam ein junger Mann (wie man ihn sich genu dort vorstellt) und führte unserer 5-Personen-Gruppe in den Hinterraum, wo sich der eigentliche Laden befand. Was soll ich sagen – das war und ist für Kiffer das Paradies schlechthin. Etliche Sorten Gras in großen Einmachgläsern, Kekse, Kuchen sowie fertig gedrehte Joints jeglicher Art in Platikhülsen (siehe oben).

Ein Gramm gubt es für 20 Dollar, eine viertel Unze (etwa 7 Gramm) für 100 Dollar, die Unze (etwas mehr als 28 Gramm) kann man ab 250 Dollar erwerben. Und es ist alles dabei: Zum Einschlafen, zum Aufwachen, zum Feiern, zum Relaxen, zum Wegbeamen usw usf… Kein Wunsch bleibt unerfüllt, kein Auge trocken, kein Bild klar. Alles dreht sich, alles bewegt sich, alles ist legal und so stehen die Konsumenten schon am Morgen Schlange, um ihre Lieblingssorten einzukaufen. Und so sind alle zufrieden, alle glücklich. Ein Shop wie jeder andere in den USA mit einem Unterschied: Mit Karte kann man hier nicht zahlen. Only Cash. Warum? Weil auch in Colorado keine Staats – sondern Bundesbanken sitzen, die keine Gelder aus Drogengeschäften annehmen.

Der Staat aber verdient kräftig mit – zu den üblichen 2,9 Prozent Steuer kommen bei Cannabis in Colorado noch einmal zehn Prozent oben drauf. Bleibt die Frage, wie kassiert Colorado diese Steuer aus Drogengeschäften? Wie auch immer, wir hatten uns für eine fertig gedrehte Variante entschieden und den Joint (ohne Tabak, reines Marihuana!!!) am Abend in Luft aufgehen lassen. Ich kann hier nicht für andere sprechen – ich jedenfalls war die darauf folgenden drei Stunden irgendwo zwischen Himmel und Erde sowie gleichzeitig etwas gelähmt, so dass ich beizeiten im Bett lag und bis zum Morgen auch nicht mehr aufstehen wollte. Wozu auch?

P1110405Natürlich gab es auch noch andere Reiseziele in Colorado. Zunächst war da der Black Canyon of the Gunnison (bereits erwähnt), dann die Canyons of the Ancients sowie der Mesa Verde Nationalpark. Orte, an denen Pueblo-Indianer, genauer die Anasazi, in Felshöhlen und Häuser gelebt haben. Irgendwann einmal vor alnger Zeit, bis sie sich entschieden, ihre Behausungen zu verlassen. Der Grund ihres Umzugs wohin auch immer ist bis heute ungeklärt.

P1110565 (2)Mein persönlicher Höhepunkt in Colorado (neben Durango Organics:-) war der Great Sand Dunes National Park. 80 Quadratmilometer groß, bis zu 230 Meter hoch – und das auf einer Höhe von über 2000 Meter über dem Meer. Irre. Nicht an der Ost-, nicht an der Nordsee, nicht am Pazifik, nicht am Atlantik – sondern mitten im Hochland Colorados liegt dieses aufgetürmte Sandmeer. Wer es schafft, kann bis auf die Klippen klettern. Wer schon einmal im Sand gewandert ist, weiß, was dies bedeutet. Ich hab mich mit der halben Höhe zufrieden gegeben – das hat gereicht. Ein unvergessener Tag nach einer fast vergessenen Nacht. Die folgende Nacht verbrachten wir in Alamosa, der letzten Station in Colorado. Meilenstand: 3300 (5280 Kilometer). Nächstes Ziel: Taos in New Mexico. Dazu später mehr.

Danke für 300.000 Besuche!

Heimlich still und leise hat letzte Nacht, also als es Nacht hier in den USA war, der 300.000 Leser meinem kleinen Privatblog einen Besuch abgestattet. Danke dafür! Besonders allen Stammlesern in Berlin, Halle, Jena, Erfurt, Leipzig, Oranienbaum, San Francisco und allen anderen überall, die mir die Leser-Treue gehalten haben. Es freut mich sehr, dass mein Hinrstoff ab und an Abnehmer findet. Danke also noch einmal und bis dieser Tage sowie vorerst mit herzlichen Urlaubsgrüßen aus New Mexico!

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Resietagebuch IV: Motels & Hotels

Die zweite Urlaubswoche unserer USA-Reise brach nun schon vor einer Woche an und ich bin noch nicht dazu gekommen, das Reisetagebuch weiter zu schreiben. Nun also Teil vier. Pünktlich zum Beginn der Woche zwei stieß ein Schulfreund zu uns, der mittlerweile in San Francisco lebt und in der ganzen Welt arbeitet. Weil das so ist, übernachtet er viel in Hotels (über 200 Tage/Jahr), fliegt viel (jede Woche mind. zwei Mal) und kann deshalb jede Menge Guthabenpunkte sammeln, die er dann wiederum für Hotelübernachtungen ausgeben kann. Das hatte zur Folge, dass wir fast eine Woche lang mit seinen Punkten (alle fünf) kostenlos übernachten konnten. Und das natürlich nicht in den uns gewohnten Motels, sondern in edlen Hotels. Das erste gleich in Grand Junction/Colorado, wo wir uns letzten Sonntag getroffen hatten.

P1110104Zuvor jedoch stand noch der Besuch des Arches Nationalparkes an. Ein Park voller wunderlicher roter Felsen mit Löchern darin. Mal so groß wir Brücken, mal so klein wie ein Teller. Beeindruckend allemal, nach Canyonlands und Monument Valley aber eher gemäßigt überwältigend. Eben anders. Aber anders großartig allemal.  Am Abend dann ein Highlight, zumindest für mich. Denn während meine mitfahrenden Freunde das Essen eher als notwendigen Lebenserhalt ansehen, ist es für mich doch wichtig, gut zu essen. Lieber einmal mehr gutes Essen und zwei Mal nichts, als drei Mal schlecht gegessen. Nun, dank unseres Freundes aus San Francisco gab es ein feines Dinner im 626 on Rood. Das “Porter Braised Wgyu Beef Roast with truffle mashed potatoes and Paw print Porter Jus” entschädigte mich für mehrere Tage Sandwiches und ähnliches. Ein 2012er Pinot Noir aus Oregon rundete das Essen und den Abend ab. Danach schliefen wir in unseren ungewohnt riesigen Hotelbetten schnell und gut ein und wurden doch am frühen Morgen von vorbeifahrenden Zügen geweckt. Da also unterscheiden sich die preiswerten Motels von den teuren Hotels nicht. Wohl aber der Indoor-Pool, den ich am nächten Morgen intensiv nutzte.

P1110202Nun  also waren wir zu fünft, dank unseres Chevy Tahoe kein Problem, da man in diesem locker zu dritt in zweiter Reihe sitzen kann, bzw. sogar eine dritte Sitzreihe aufklappen kann. Des doch üppigen Gepäcks wegen (und dazu kommenden Bier-Sixpacks) haben wir uns dann aber doch für die zu-dritt-Variante in zweiter Reihe entschieden. Platz war genug. Schließlich misst der Tahoe ja auch über zwei Meter in der Breite. Erstes Ziel zu fünft: Der Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Wieder in Canyon. Was sollte da noch kommen? Nach Canyonlands? Und doch war es wieder berauschend, überwältigend. Zum einen, weil man bis an den Rand des Canyons gehen konnte. Dorthin, wo es einen Meter weiter 550 Meter senkrecht in die Tiefe geht. Atemberaubend. An einigen Stellen gar leicht beängstigend, da das Geländer zwischen uns und Canyon ganz fehlte oder sehr niedrig war. Gaaaaanz vorsichtig noch ein Stück, noch einen halben Schritt. Nein, jetzt reicht´s. Sonst wird mir schwindelig… Black Caynon heißt er übrigens, weil bei seiner Tiefe und teilweise nur einer Breite von 300 Metern kaum Sonne hineinscheint.

P1110223Am Abend dann Ankunft in Ouray. Einer der höchsten Orte Colorados auf 2347 Metern Höhe. Und wieder das seltsame Gefühl: Wir sind zwar bergan gefahren, aber sooo viel nun  auch wieder nicht. Grund: Ganz Colorado liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 2000 Metern. Irgendwie überwältigend und teils verstörend, dass man sich nun schon seit Tagen ständig auf 2000 Metern Höhe bewegt, ohne dass man es so richtig mitbekommt. Man fühlt sich eher wie auf dem flachen land, wo es ab und an Berge gibt. Nun, hier ist eben vieles anders als woanders. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort und einem Dinner, an das ich mich nicht erinnern kann, haben wir dann recht gut in unserem Chalet Inn geschlafen und uns am nächsten Tag in Richtung Durango aufgemacht. Dazu später mehr.

 

 

 

 

 

 

Reisetagebuch III: Mormonen & Monumente

P1100737Na, das war doch mal eine Nacht. Das Rodeway Inn in Flagstaff ließ keine Wünsche offen und wir konnten wunderbar schlafen in diesen riesigen Ami-Betten. Nur eines stört den Schlaf ab und ab. Und das seit unserer Ankunft: Vorbeifahrende Güterzüge. Die sind nicht nur ewig lang, sondern auch laut. Das mussten wir vor allem in Alpine/Texas erfahren. Dort hupten die Züge mit vollen Kannen um Tiere von den Gleisen fern zu halten. So wussten wir aber schon kurz nach unserer Ankunft, warum zur Zimmerasstattung auch Ohrstöpsel gehörten. Nun also Frphstück in Flagstaff – einfach, aber ausreichend. Wenn wir schon mal ein Motel MIT Frühstück erwischen, dann machen wir das natürlich auch mit. Es gibt Toast, Bagels, Müsli, Marmelade und Kaffee. Reicht fürs erste.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Norden. Vojn Flagstaff aus geht auf der 89 nach Utah und gleichzeitig in die Navajo Nation hinein. Auffällig sind die Zäune, die auf der gesamten Strecke das komplette Land abzäunen (wobei den Navajos hier nur das Land, nicht aber die landmasse darunter gehört). Dann ist das erste Tagesziel endlich erreicht: Das Monument Valley. Majestätisch erheben sich die “Butten” aus dem “flachenLand”, das hier aber auch noch 1800 Meter hoch ist. Sowieso ein fast unfassbarer, zumindest schier unglaublicher Zustand: Wir bewegen uns seit Tagen auf über 1500 Meter Höhe und haben doch das Gefühl “unten” zu sein.Es ist heiß und es gibt falche Ebenen.

Der Weg zu den einzelnen “Butten” ist offroad und an einigen Stellen muss unser Tahoe ganze Arbeit verrichten. Aber schließlich ist er ja auch dafür gebaut worde. So können wir in Ruhe den Loop um die besten Fels-Erhebungen machen und entdecken dabei, wie alle anderen besucher auch, so manchen Ausblick, den wir bereits aus der Werbung oder aus Western kennen. Beeindruckend, phantastisch, überwältigend. Bis zu 500 Meter hoch ragen dieses steinernen Giganten aus der Hochebene und geben dem Valley hier diesen typischen Western-Touch.

Nach einer kalten (draußen) Nacht in der Prospector Motor Lodge in Blanding/Utah geht es am Samstag (schon wieder eine Woche rum) nun endlich zu meinem Hauptziel der Reise: Zum Canyonlands Nationalpark. Auf dem Weg dorthin ein kurzer Stopp in Monticello. Ein unscheinbarer Ort, an dessen Ende jedoch etwas besonderes steht: Ein Tempel der Mormonen. Sieht ein bisschen aus wie ein großes russisches Mausoleum. Und so richtig los ist da auch nichts, also machen wir nur ein paar Fotos und weiter geht es auf der 191 zum Nationalpark.

P1100781Dann sind wir endlich da: Der Canyonlands Nationalpark. Hier treffen zwei Canyons aufeinander: Der vom Colorado und der vom Green River. Wir haben Glück und kommen genau zum Beginn einer Führung an. Ein Ranger erklärt die Entsehung der Canyons, die Geologie der Steine. Wir verstehen etwa die Hälfte, das reicht aber aus, um zu verstehen, worum es hier geht: Um 60 Millionen Jahre Erdgeschichte. Links von uns der Canyon vom Colorado River. Der grundlegende Unterschied zum Grand Canyon? Der Canyon hier ist “nur” 500 bis 700 Meter tief, während es im großen Canyon doppelt so tief ist (1500 Meter). Allerdinsg ist der große lediglich 15 Meilen breit, der hier bis zu 40 Meilen. Wow. Was für Aussichten. Wir stehen und staunen. Überwältigend wäre ein schwacher Ausdruck für das Gefühl, das sich meiner ermächtigt. Am Ende der etwa 1,6 Kilometer langen bzw. kurzen Tour stehen wir dort, wo beide Canyon aufeinandertreffen. 500 Meter unter uns vereinigen sich Green und Colorado River in ihren jahrmillionen alten Flussbetten. Gigantisch.

P1100925Die Nacht verbringen wir dann in Green River, wo sich der Fluss eher braun farben durch den Ort schlängelt. Ort ist in diesem Falle die Beschreibung für sieben Motels, zwei Tankstellen und zwei Restaurants. In einem davon essen wir gut, es gibt Salat, Fisch und Rippchen. Dann geht es in die Waaherechte, im Kopf immer noch der Canyon, der mich auch die nächsten Tage nicht mehr loslassen wird. Die erste Woche ist um, unsere Strecke bisher: Houston – Fredericksburg – Alpine . Van Horn (alle Texas) – Lordsburg (New Mexico) – Tempe – Flagstaff (Arizona) – Blanding – Green River (Utah). Macht 2400 Meilen, also 3840 Kilometer. Nicht schlecht für die erste Woche.

Reisetagebuch II: Wüste & Harz

P1100900Den Grand Canyon hatten wir ja schon – vor mittlerweile sechs Jahren. Was also könnte da noch kommen? Was sollte man da noch nicht gesehen haben? Hatte ich mir so gedacht. Bis zum vorigen Samstag, als ich den Canyonlands Nationalpark betrat. Zwei Canyons auf einmal.  Und wir in der Mitte. Aber machen wir erst einmal dort weiter, wo wir im Teil eins aufgehört hatten. Auf dem Weg nach Sedona. Von Tempe ging es über Phoenis recht schnell nach Sedona, mit einem Stopp im Red Rock State Park. Ein kleiner Park nur, ein paar Wanderwege. Nach einer Stunde waren wir wieder draueßn. Die eigentlichen Attraktionen dort stehen aber sowie außerhalb. Hohe, rote Felsen, die verschiedenen Dingen ähneln: einer Kaffeekanne, einer Glocke. Beieindruckend aber auch ein wenig verstörend der Besuch einer Kirche, die auf den roten Fels gebaut wurde.

Nach einen Mittagsstopp in einer kleinen Pizzeria, deren Chef lange in Deutschland, in Bremen, lebte und sich deshalb auch noch etwas länger mit uns unterhielt, fuhren wir weiter Richtung Norden. Links und rechts der Straße großen Kakteen und Wüste. Dann wieder Wüste. Dann wieder Kakteen. Von oben brennt die Sonne. Über 30 Grad. Dann, von jetzt auf gleich, ändert sich alles. Wir fahren durch den Oak Creek Canyon. Eine Schlucht, eine Brücke und dann wird es blitzartig kalt. Unter 20 Grad. Die Umgebung gleicht dem Harz. Abgesehen von den roten Felsen, könnte man sich wirklich im deutschen Mittelgebirge befinden. Irre. Gerade noch in der sonnenheißen Wüste, jetzt im kalten Schatten von Nadelwädern.

Es wurde aber wieder warm. Unser nächster Stopp hieß Flagstaff. Ein guter Stopp. Das Rodeway Inn, unser Motel, mit beheiztem Außenpool, 40 Grad warmen Jacuzzi innen und großen Zimmern mit Balkon erlaubt uns einen erholsamen Stopp nach mittlerweile 1900 Meilen on the road. Ein guter Tag für eine erholsame Rast. Denn die nächsten 1000 Meilen warten schon. Nächste Ziele: Das Monument Valley und der Canyonlands Nationalpark. Später mehr.

 

 

 

 

 

 

 

Reisetagebuch I: Kein Schnee, sondern Sand von gestern

P1100178Es sieht aus wie Schnee. Es ist jedoch Sand. Sand von gestern. Millionen Jahre alt. Mitten in New Mexico. Für uns Ostsee-Urlauber nichts Neues. Aber doch faszinierend, da die White Sands doch weit weg vom Meer sind. Aber von Anfang an: Letzten Samstag Ankunft in Houston, guter Flug mit dem A380. Lockere und schnelle Immigration, zwischen Landung und Mietwagen-Abholung lagen gerade einmal 45 Minuten. Das ist neuer Rekord.

Dann ging es mit unserem Chevrolet Tahoe nach Fredericksburg – 400 Kilometer durch Texas. Sonntag weiter nach Alpine, Ausgangsort für den Big Bend Nationalpark. Viel Regen an den Vortagen sorgte für einen grünen Park, aber auch für einen gut gefüllten Rio Grande, so dass unser Trail durch den Santa Elena Canyon (Foto) ins Wasser fiel. Nun, auch so war´s schön. Montagabend Ankunft in Van Horn – ein Ort aus Motels, Tankstellen und Restaurants. Wohnhäuser? Nicht gesehen. Dienstag dann über die White Sands, El Paso bis Lordsburg. Wieder ein Ort voller Motels und Zubehör. Aber ein schöner kleiner Veterans-Park mit Panzer sowie eine Ghosttown, die am Morgen noch geschlossen war, so dass wir sie nur sporadisch fotografiert haben.

P1090892Am Mittwoch dann das erste Hauptziel: Tempe in Arizona. Wundervolle Fahrt durch die Wüsten Arizonas. Am Abend dann ins Marquee Theater zum Konzert. Against Me. Dann The Gaslight Anthem. Währenddessen und auch danach noch ein paar Bier in Tempe Downtown. Der erste späte Abend hier. Glücklicherweise haben wir aber seit Ankunft zwei Stunden gut gemacht, da wir schon eine Zeitzone überfahren haben und Arizona sich während der Sommerzeit an die pazifische Zeit hält. So können wir ausschlafen. Denn das nächste Ziel wartet schon: Sedona und der Red Rock State Park.

Charakter

zehn_euro_neu_2014_azehn_mark_ddr_mdn_aIch will nicht über den Wert dieser Scheine streiten. Aber Charakter hat nur einer von beiden. Der eine sieht aus wie aus dem Kinderkaufmannsladen, der andere sieht aus wie Geld – ist nur leider nicht mehr aktuell.

Klink & Burkhalter

Unglaublich aber wahr: Genauso alt wie ich. Produziert von 1965 bis1971. Und immer wieder gern gesehen. Damals schon Satire. Irre.

Zucker im Tank

farnesan_02Das wird dann vielleicht mal ein ganz süßer Urlaub: Lufthansa fliegt jetzt mit Zucker im Tank.  Farnesan. Klingt ein bisschen wie Parmesan. Oder Badusan. Wahrscheinlich ist´s ne Mischung aus Beidem.

Foto: Lufthansa

Die Wahrheit. Nichts als die Wahrheit

Ein Satz aus der taz. Aus der vielversprechenden taz-Serie Die Wahrheit. Ein Beitrag über gentechnisch verändertes Wasser. Gruselig. Zugegebenermaßen. Wie immer mit dem berühmten erhobenen taz-Zeigefinger, den sie sich gleich mal wieder sonstwohin stecken können. Die Zahl der Durstigen steigt wegen des gentechnisch veränderten Wassers jedes Jahr parallel zum Bevölkerungswachstum. Wirklich? Also noch mal: Je mehr Menschen es gibt, desto mehr Durstige gibt es? Schuld daran: die Gentechnik. Nee. Das kann nun wirklich nicht sein. Deshalb spricht ja auch keiner darüber. Gäbe es kein gentechnisch verändertes Wasser, würde die Zahl der Durstigen natürlich jedes Jahr abnehmen. Entgegengesetzt zum Bevölkerungswachstum. Logisch.

 

13 YEARS AGO

Was vor 13 Jahren so alles passiert ist – das meiste hab ich sicher vergessen oder verdrängt. Ganz genau weiß ich, was ich heute vor genau dreizehn Jahren getan habe. Ich saß nach einer langen Nachtschicht bereits am frühen Mittag (also nach Feierabend) in meiner Erfurter Stammkneipe und wir köpften zu dieser Stunde schon eine Flasche Whisky. Nach den TV-Bildern aus New York waren damals einige der Meinung, die Welt wäre nun total im Arsch und es könnte ja immerhin der letzte Whisky sein. Es war nicht der letzte.

 

Panzerpolizei

panzer_polizei_01aDeutsche Polizisten sind weit davon entfernt, wie ihre US-Kollegen mit gepanzerten Fahrzeugen und Granatwerfern auf Streife zu fahren.

Ein Satz aus der Zeit (online). Ja (ich geb´s zu), aus dem Zusammenhang gerissen. Steht aber trotzdem da. Also ob es usus wäre. Geschrieben von einer jungen Kollegin. Die kennt sich aus. Ist ja eine ausgebildete Journalistin. Die war schon so oft in den USA, dass sie weiß, was dort los ist. Da fährt die Polizei mit gepanzerten Fahrzeugen und Granatwerfern auf Streife. Sicher. Und ich war in den letzten Jahren nicht in den USA im Urlaub. Sondern in irgendeiner Parallelwelt. Und immer, wenn ich in Deutschland Polizeipanzer sehe, träume ich gerade. Klar.

Wir denken an Euch

mutti_01_01Es ist wohl nicht üblich. Noch nicht. Irgendwann wird es aber so kommen: Das virtuelle Andenken. Ich fange dann schon mal an. Und gedenke an dieser Stelle (und jederzeit überall anderswo) meiner Mutter (Foto, 22.01.1932 – 05.09.2013) und meinem Vater (05.12.1927 – 20.04.2013). Es vergeht kein Tag, ohne an Euch zu denken. Danke für alles. Danke!