Schlagwort-Archive: New York

GENQUOTIENT 8713

Liebe bpb-Leser, es gibt Neuigkeiten zu meinem Buch: Der Titelschutz ist durch, ich kann den Titel also schon einmal verraten: „Genquotient 8713“ (sprich: siebenundachtzig dreizehn).  Dahinter verbirgt sich ein Code, der die Identität schützen soll. Aber auch der ist in der heutigen Zeit nicht mehr sicher… Zudem gibt es „hot codes“ und „cold codes“. Dazu später jedoch mehr…

Auch das Cover ist noch weiß bzw. grau. Aber auch da wird fleißig dran gearbeitet. Außerdem kamen einige Anfragen: Was machst Du jetzt eigentlich? Wo doch dein Manuskript beim Verlag liegt und der sich um alles Weitere kümmert? Immerhin sind es ja noch fünf Monate bis zum Erscheinendes Buches. Nun, die Frage kann ich relativ schnell und leicht beantworten: Ich schreibe an Teil zwei. Das Gerüst des zweiten Buches steht schon lange, auch habe ich das Ende schon vor einiger Zeit geschrieben (wie ich auch beim ersten Buch zuerst das Ende geschrieben hatte). Nun sollte ich eigentlich vorn beginnen und mich zum Ende hinschreiben. Das funktioniert bei mir allerdings, wie auch schon beim ersten Teil, nicht so richtig.

An manchen Tagen habe ich eine Idee, wie die eine oder andere Szene ablaufen könnte, die sich aber nun einmal nicht am Anfang des Buches, sondern eher in der hinteren Mitte abspielt. Also schreibe ich das auf und füge es dann später, wenn ich jene Stelle erreicht habe, dort ein. Natürlich wird die Szene dann nicht mehr komplett passen, weil sich die Story anders entwickelt hat, als es ursprünglich geplant war. Aber so ist das, wenn ich schreibe. Andere mögen es anders machen. Ich bleibe bei meiner Art. So komme ich auch recht gut voran, am Jahresende werde ich mit der ersten Fassung fertig sein. Dann aber gibt es zunächst einmal Wichtigeres: Lesungen, Lesungen, Lesungen. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

Zehn Jahre berlinpankowblogger

Irre. Unglaublich. Nicht zu fassen. So etwa dachte ich neulich, als mir bewusst wurde, dass mein Zehnjähriges näher rückt. Nun ist es soweit: Heute vor zehn Jahren ging berlinpankowblogger online. Wahnsinn. Zehn Jahre, in denen viel passiert ist in der Welt, in Deutschland, in Berlin. Zehn Jahre, in denen sich mein Blog entwickelt und gewandelt hat. Bevor ich anlässlich dieses Jubiläums ein paar Statistiken posten möchte – Vielen Dank allen Lesern und besonders den Stammlesern, die mir die Treue gehalten haben!

Zehn Jahre berlinpankowblogger – das sind knapp 400.000 Besuche, also im Schnitt etwa 40.000 pro Jahr. Wobei es klein anfing. 2007 freute ich mich über 1843 Besuche, ein Jahr später waren es schon 18.738. So steigerte sich das weiter bis zu 80.000. Pro Tag kommen hier zwischen 150 und 500 Leser vorbei. Ich habe 1307 Beiträge verfasst, eine Liste der Top 10 steht unten. Wie viel ich inzwischen über Reisen poste, zeigt die Topliste der Suchwörter, mit denen mein Blog gefunden wurde: Platz eins geht an New York (12.159 Suchanfragen), zwei an San Francisco (6108), Rang drei an „Regenbogen“ (3045). Insgesamt gab es 175.432 Suchanfragen im Netz, die hier endeten.

"New York" - über 12.000 Leser fanden mit diesem Suchwort zu meinem Blog

„New York“ – über 12.000 Leser fanden mit diesem Suchwort zu bpb

In den Jahren habe ich insgesamt fünf Designs bzw. WordPress-Themes ausprobiert, das aktuelle gibt es jetzt unverändert seit sieben Jahren. Ich habe 943 Follower, die Hälfte hier per RSS-Feed, die anderen bei Facebook und Twitter.  Als ich anfing, hieß das noch Weblogbuch und eigentlich sollte Block330 mein Hauptblog werden. Nun, es ist anders gekommen. Zu meiner Medien– ähm Blog-Gruppe gehören außerdem noch der berlinpankowknipser und seit einem Jahr das Online-Magazin Yachtblog – mein neuestes Projekt, das ich gemeinsam mit einem Freund betreibe. Hier aber nun ein Prosit! sowie die Top 10 der bpb-Leser:

  1. Kannst Du „Als ich wie ein Vogel war?“
  2. Freitags
  3. Kasse mit 465
  4. Ins linke Licht gerückt
  5. Als Penner
  6. Food Koop – Shoppingparadies & Arbeitshölle
  7. Radulf-Kevins Kinderkotze
  8. …und keiner fragt nach Bruno Gröning
  9. Badekappe Pflicht
  10. Ich bin so wild nach deinem Erdbeerhof

NYC alternativ V: Mit der East River Ferry von Long Island City nach Dumbo

Wer mit der Tram nach Roosevelt Island gefahren ist und nicht den gleichen Weg zurück nehmen möchte, der kann mit der Subway Richtung Queens fahren. Zunächst geht es tief hinunter – die Station auf dem Island liegt über 30 Meter unter der Erde, schließlich muss die Bahn hier den East River unterqueren. Die Bahn fährt parallel zur Queensboro Bridge, die erste Station nennt sich jedoch 21 Street Queensbridge/41 Ave. Wir steigen aus, weil wir ein weiteres Ziel haben, das sich direkt am Ufer des East River befindet und wir uns nicht soweit davon entfernen wollen. Das erste, was auffällt: Alle Wohnhäuser hier, die meisten sehen nach Sozialbauten aus, werden gerade saniert, fast jedes Gebäude verschwindet hinter einem Gerüst. Dann ein angepinnter Hinweis an einem Lampenmast – hier wurden Szenen für eine auch bei uns beliebte Serie (mit Tom Selleck) gedreht. Ah… ja. Hier also spielt das…lic01Zwischen Sozialbauten und East River ist alles grün und sauber und sehr ordentlich. Ein nicht zu übersehender Kontrast zu den Straßen dahinter. Durch einen Blick auf Plakate, die ein Festival ankündigen, wissen wir nun auch, wo wir uns genau befinden: In Long Island City (nach einer Woche auf Long Island nun endlich in der City), kurz LIC genannt. LIC ist nicht unbedingt die Gegend, wo man gern wohnen würde, dafür aber um so interessanter anzusehen. Zum einen wäre da der Blick hinüber nach Manhattan, den man so eben nur von hier hat (und was wiederum ein sehr cooler Blick aus dem Wohnzimmerfenster wäre). Zum anderen brodelt hier das (neue) Leben. Zwischen heruntergekommenen Bauten, Wohnhäusern und Industrieanlagen entwickelt sich auch hier die neue New Yorker Szene mit Kneipen, Restaurants und Bars.lic02DSC_9575lic04Kommt man der „City“ von LIC näher, fühlt man sich eher wie in einer amerikanischen Kleinstadt denn in einem Stadtteil New Yorks. Hinten links ein Kirchturm, eine Hauptstraße mit Kneipen und Läden, reger aber kein hektischer Verkehr. Nur ein paar Geschäftsleute in weißen Hemden und Krawatten hetzen zwischen den Einwohnern (meist südamerikanische Herkunft) hindurch. lic03 lic05Am Ende der Straße, kurz bevor es nach rechts zur East River Ferry abzweigt, lockt uns der Hunger in ein Deli. Drinnen eine große Auswahl an kalten und heißen Sandwiches. Für mich gibt es natürlich keine Frage: Ein Pastrami Sandwich soll es sein und wird es sein. Und es wird sehr lecker sein (es war sehr lecker). Inzwischen sind wir dann auch eine Stunde unterwegs und vor uns liegt noch ein Erlebnis der besonderen Art: Für vier Dollar kann man von hier aus mit der East River Ferry bis zur Pier 11 in Manhattan fahren, oder aber vorher in Brooklyn, genauer gesagt in Dumbo, aussteigen. Genau das haben wir vor und auf dem Weg dahin genießen wir die rasante Fahrt des Schnell-Katamarans und natürlich den Blick auf die Skyline Manhattans.lic06 lic07 lic08Dumbo liegt mehr oder weniger unter zwei Brücken: Unter der Brooklyn und der Manhattan Bridge. Auch hier etabliert sich die New Yorker Szene immer mehr. Kopfsteinpflaster und Schienen erinnern noch an die alten Industrie- und Hafenanlagen, die hier einst das (Arbeits)Leben bestimmten. Später zerfiel das alles mehr oder weniger und Dumbo war lange Zeit kein schöner Ort, sondern Treffpunkt zwielichtiger Gestalten, um es mal nett auszudrücken. Das ist noch gar nicht so lange her. Aber jetzt werden hier Filme gedreht, in tollen Industrie-Ateliers Kust ausgestellt und nebenan gibt es schicke Klamotten und schicken Läden, in denen schicke Verkäufer/innen T-Shirts für 150 Dollar anpreisen. Es gibt aber auch Straßenkunst (die Paparazzi Dogs) und Kneipen, die am nachmittag zur Happy Hour das Bier (u.a. Brooklyn Lager) für vier Dollar anbieten. Das ist natürlich genau unser Ding und so endet dieser Nachmittag unter der Manhattan Bridge mit einem gekühlten Lager vom Fass.dumbo_04dumbo_03dumbo_05dumbo_01 dumbo_02

NYC alternativ IV: Bushwick Collective

Der Brooklyner Stadtteil Bushwick ist inzwischen besonders für seine rege Künstlerszene bekannt. Hier gibt es Werkstätten und Galerien an fast jeder Ecke. Besonders um die Jefferson/Wyckhoff Avenue haben sich viele Kunstschaffende angesiedelt. Einer der Höhepunkte dort ist die Street Art Gallery Bushwick Collective. Der ganze Stadtteil ist sehenswert, die Graffiti-Werke aber besonders.us16192 us16189 us16193 us16194 us16197 us16198 us16199

NYC alternativ III: Roosevelt Island

tram_01Eigentlich gehört dieses Ziel zu den „normalen“ Touri-Plätzen in New York. Wir stufen es aber aus unserer Sicht dennoch in die alternative Ecke ein, da sich nicht jede(r) NYC-Gast bis zur 59./Ecke Lexington wagt. Der Central Park ganz in der Nähe ist zwar eines der beliebtesten Treffpunkte aller Anwohner und Gäste, führt aber oft dazu, dass man die Umgebung vergisst/bzw. vernachlässigt. Und damit auch alle weiteren Ziele in der näheren Umgebung. Dazu zählt ohne Zweifel die sogenannte „TRAM“, die eigentlich eine Seilbahn ist und alle, die es wollen, nach Roosevelt Island bringt. Am Seil. Der Ausblick ist berauschend und einmalig.  Die Gondel schwebt neben der Queensboroughbridge über den East River. Irre. Sollte man gesehen/erlebt haben. tram_02Trotz besten Wetters warteten nur überschaubare 50 Touristen aus aller Welt auf die nächste Seilbahn, und so konnten wir direkt in die nächste einsteigen und losfahren. Am Ende der Fahrt ein steiler Abstieg und schon ist man auf Roosevelt Island. tram_03Drüben angekommen, wird es derzeit etwas hektisch. Gefühlt hunderte Baufahrzeuge sind unterwegs, um ein Projekt/Bauwerk auf die Beine zu bringen.  Es fühlt sich etwas seltsam an, auf diesem Island. Aber am Ende erfährt man, dass es ein gutes Ende ist. Denn hier baut Cornell den neuen Campus… Wow. Hier studieren – das wäre mal ne coole Sache. Am Ende des Roosevelt-Islands stehen übrigens Mauern links und rechts. So dass einem der Ausblick verwehrt wird. Irgendwie erinnert mich das an… Nun ja, Mr. Roosevelt ist zu sehen. Sein Kopf.tram_04tram_06rooseveltJedenfalls hat man einen schönen Blick hinüber nach Queens – und da gehts natürlich hinterher hin… Auf Roosevelt Island geht es dazu erst einmal 30 Meter hinunter zur Subway. Die Bahn muss ja schließlich unter dem East River fahren. Und das ist tief. Wirklich tief. Von da ist man dann sehr schnell in Queens – in Long Island City. Doch dazu später mehr.pepsi_01roosevelt_01

 

NYC alternativ II: Die IKEA-Fähre

Jedem NYC-Besucher bestens bekannt ist die Staten Island Fähre, die man kostenlos nutzen kann. Und somit ist auch so ziemlich jeder Besucher einmal mit der Fähre gefahren. Eine weitere kostenlose Fähre ist die sogenannte IKEA-Fähre. Sie gehört zum New York Water Taxi und ist (nur) am Wochenende kostenfrei. Ziel der Fähre – das sagt der Name schon – ist IKEA. IKEA Brooklyn. Das schwedische Möbelhaus hat hier – was auch sonst – selbstverständlich sieben Tage in der Woche geöffnet. Damit auch am Wochenende genug Kunden den Weg zum Geld ausgeben finden, zahlt der Konzern die Wochenendtouren der Taxi-Fähre. Natürlich kann man – und das haben wir gemacht – die Fähre auch zunächst auf dem Rückweg nutzen und die eigentliche Hinfahrt zur Rückfahrt (ein Tipp unserer Freunde in Brooklyn).ikea_01Eigentlicher Start ist am Pier 11/Wall Street in Manhattan, Ziel ist IKEA in Red Hook/Brooklyn. Da wir in diesem Jahr etwas alternativ unterwegs waren, haben wir es also anders gemacht. Zuerst ging es mit dem Bus von Park Slope (7th Ave/9th St) nach Red Hook. Die Bushaltestelle dort kann man nicht verpassen, steht doch dort das so ziemliche jeder und jedem bekannte blau-gelbe schwedische Möbelkaufhaus. Wenn man dann, den auf gefühlte fünf Grad Celsius heruntergekühlten, Bus verlassen hat, erreicht man (im Juni bei gefühlten 30 Grad Celsius) in wenigen Fuß-Minuten den Fähranleger. Erwischt man die Fähre noch, geht es innerhalb kurzer Zeit los und schon legt der Katamaran wieder an. Denn es gibt am Fairway Market Red Hook eine Zwischenstopp.ikea_02Doch nach weiteren wenigen Minuten setzt die Fähre ein paar Meter zurück, wendet auf der Stelle und nimmt dann (so richtig) Fahrt in Richtung Manhattan auf. So schnell die Fahrt losging, ist sie auch schon wieder vorbei und wir sind inmitten Downtown Manhattans. Eine kurze, aber sehr sehenswerte Fährfahrt, denn man hat sehr gute Blicke auf Governors Island und auf die Skyline von Downtown Manhattan… Was die East River Ferry alles kann – später mehr an dieser Stelle.ikea_03 ikea_04 ikea_05

Abschied vom Dach

DSC_9847 (2)Wie schnell doch immer wieder die Urlaubstage vergehen. Acht Tage New York sind vorbei und wir machen uns langsam auf den Weg in Richtung Flughafen Newark. Zum Abschied durfte ich den Brooklynern in Park Slope noch aufs Dach steigen und konnte so dieses Abschiedsfoto schießen. Ein Blick, der ähnlich exklusiv ist, wie das Wohnen hier in diesem Viertel. Wir werden es vermissen und sind uns ziemlich sicher, dass wir zurückkehren werden. Nach einer Woche New York alternativ geht´s nun back to Berlin. Was wir hier noch alles erlebt haben, später an dieser Stelle.

Italien? Frankreich? Nö. New York!

DSC_9018 (2)Im ersten Moment dachte ich, ich träume. Oder bin ich gar nicht in New York? Was ist passiert? Die Aliens haben mich entführt und hernach an einem falschen Ort wieder abgesetzt. So musste es sein. Das konnte ja nicht Manhattan sein. Kopfsteinpflaster und so schicke kleine Häuschen ganz aus Holz. Und doch – wir waren immer noch in N ew York. In Washington Heights, um genau zu sein. Ganz im Norden von Manhattan befindet sich dieses Viertel, gleich hinter Harlem. Und dort, am höchsten Punkt, befindet sich die Morris-Jumel Mansion und eben jene Straße, die uns in Gedanken in den europäischen Süden versetzt hatte. So ein kleines bisschen unglaublich und irre. New York eben.

Badekappe Pflicht

IMAG3244Unser Besuch in New York ist in diesem Jahr nicht nur ein Besuch in New York, sondern vor allem ein Besuch bei Freunden. Die Familie aus Berlin lebt hier seit einem Jahr mit zwei Kindern in einem Brownstonehouse in Park Slope. Das ist ein nette Gegend in Brooklyn, in der Nähe vom Prospect Park. Hier lebt man nicht so hektisch wie in Manhattan, muss aber dennoch auf keine Annehmlichkeiten verzichten. Beide Freunde sind journalistisch tätig, die Kinder gehen zur Schule und Spielen Fuß- und Basketball. An den Wochenenden erkundet die ganze Familie Stadt und Umgebung mit Bahn, Mietwagen oder Fahrrädern.

Und so haben sie natürlich ein ganz anderes Bild vom Big Apple, wovon wir profitieren. Denn statt Timesquare, 5th Avenue, Highline oder Staten Island Ferry gibt es dieses Mal Bed Stuy, Bushwick, Brighton Beach, North Harlem, Bronx, IKEA-Fähre, Red Hook und andere Ziele, die wir allein wohl eher nicht aufgesucht hätten. Die Idee dazu stammt natürlich auch von uns, haben wir doch inzwischen das „normale“ Touristen-New-York zur Genüge gesehen. Da wäre jeder Manhattan-Besuch reine Zeitverschwendung – mit Ausnahmen natürlich. Außergewöhnlich und nur möglich mit Freunden hier aber ist z.B. ein Besuch der Schwimmhalle des YMCA.

Der YMCA hier am Prospect Park längst nichts mehr mit seinem Namen zu tun. Zumindest das Y vorn für youth stimmt auch hinten nicht mehr. Ins YMCA auf der 9th Street geht man Schwimmen, zu Pilatis oder Yoga.Im Umkleideraum steht der muskulöse junge Schwimmer neben dem eher dürren Senioren, der hier zum Wasser-Aerobic angetereten ist. Daneben ein Typ in meinem Alter, wir kommen sofort ins Gespräch. Seine Eltern stammen aus Polen, er wäre aber noch nie dort gewesen. Ich schon, sage ich und er will wissen, wie es dort so aussieht. Vielleicht werde ich es doch noch einmal schaffen, sagt er, nachdem ich ein paar polnische Urlaubserlebnisse ausgekramt habe.Er wünscht mir noch einen schönen Tag und einen sicheren Aufenthalt hier.

Was sofort auffällt – hier hilft jeder jeden. Ob es ein Problem mit dem klemmenden Schloss am Schrank gibt, mit der Dusche oder dem rutschigen Weg zum Pool in den Keller. Jeder ist für jeden da, alle sind freundlich, zuvorkommend und besorgt um den jeweils anderen. Etwas, das den Deutschen dermaßen fremd geworden ist, dass es einen manchmal gruselt.

Handtücher gibt´s beim YMCA aufs Haus, Gäste mit ID dürfen nach Registrierung kostenlos rein und auf den sieben Bahnen im 25-Meter-Schwimmbecken herrscht Ordnung. Nicht wie in Deutschland, wo jeder seine Kreuz-und-Quer-Bahnen schwimmt oder watet. Hier hat jede Bahn ihr Tempo. In der ersten dürfen Erwachsene nach ihrem Gusto schwimmen. Die  nächste Bahn ist für langsame Schwimmer reserviert und so setzt sich das fort bis hin zu den schnellen Sportlern. Jeder kann vorher schauen, welches Tempo zu ihm passt und sich dann entscheiden. Geschwommen wird zu zweit hin und her, jeder auf seiner Seite. Kommt ein Dritter hinzu, wird im Kreis geschwommen, so dass niemand den anderen behindert. Klare Regeln. Und die enden nicht beim Tempo. Badekappe ist hier Pflicht. Wer keine hat, dem wird eine Original-YMCA-Kappe übergeholfen. Springen vom Rand ist verboten wie auch das Kauen von Kaugummi. Aber wer macht das auch schon beim Schwimmen?

Schwimmen beim YMCA – mein erstes Alterbativ-Erlebnis in New York 2016. Weitere folgen an dieser Stelle.

Kennzeichen

Entdeckt auf Long Island…

DSC_8179 (2) DSC_8180 (2)

Long Island – luxuriöse Idylle III

7. bis 9. Juni

Hat man die Hamptons einmal hinter sich gelassen, kommt man auf die Southfork – auf das südliche Ende Long Islands. Hier wird alles etwas einfacher, jedenfalls ein klein wenig. Noch immer ist alles gut und teuer, aber es stinkt nicht mehr so nach Millionen-Luxus wie zuvor. Links und rechts der 27 East taucht das eine oder andere Weingut auf, manche mit großen Anbau- und Werbeflächen, andere eher klein und zurückhaltend. Dementsprechend sind die Preise für den lokalen Wein – unter 16 Dollar ist kaum ein Fläschchen zu haben. Viel mehr sollte man aber auch nicht ausgeben – den teuren Roten hier fehlt die Sonne Kaliforniens oder Frankreichs. Es gibt jedoch gute Tischweine in weiß und rosé. Wobei auch hier, wie immer, alles Geschmackssache ist.

DSC_7991_ergebnisAm Ende der 27 East duckt sich hinter einem Hochküstenwald das kleine Städtchen Montauk zwischen Island Sound und Atlantik. Hier kann man in kurzer Zeit beide Seiten des Islands erreichen oder gar das Ende, das südliche Ende. Daher auch der Beiname des Städtchens – The End. Das erste Ende des Ortes kam nach dem Börsencrash 1932. In den Jahren zuvore hatte sich ein Unternehmer viel vorgenommen: er wollte aus Montauk das neue Miami Beach machen – The North Beach. Ein Hotel und ein Yachthafen waren schon gebaut, dann kam der Crash und das Unternehmen den Bach hinunter. Geblieben sind Hafen und Hotel, aber kein Vergleich zu Miami Beach. Daran konnte auch der Schweizer Schriftsteller Max Frisch nichts ändern, der hier weilte und eines seiner Bücher nach dem Ort benannte.

DSC_7807 (2)Am äußeren Ende Montauks steht, wie sollte es anders sein, ein Leuchtturm. 1797 erbaut, 34 Meter hoch und das Wahrzeichen des Ortes. Berühmt ist der Turm nicht nur wegen seiner exponierten Lage, sondern auch weil 1. Teile des Romans „Der Schwarm“ dort spielen und weil 2. unweit davon das Radar des  Montauk-Projektes steht. Ansonsten hat Montauk ein schickes Hotel mit Sicht auf den Fort Pond sowie mehrere Motels und Hotels direkt am Atlantik und die üblichen Urlaubs-Läden von Pizzeria bis T-Shirt-Shop.

Der Hafen hat jedoch etwas Besonderes: er zeigt wie kaum ein anderer auf Long Island beide Seiten der Medaille. Auf der einen Hafenseite die halb verrostete Fischereiflotte. Die meisten der Schiffe dort waren wohl schon lange nicht mehr zum Fischen draußen. Sie liegen dort wie getrandete Wale, die auf den Gnadenschuss warten. Ganz anders ist das Bild ein paar Meter daneben: Da liegen schicke Motor-und Luxusyachten, dicke Hochseeangel-Boote und auch die eine oder andere Superyacht schaukelt ihren Millionenrumpf auf dem seichten Hafenschwell. Während die einen gegen den drohenden Untergang kämpfen, wissen andere nicht wohin mit den ganzen Millionen von der Wallstreet und anderswo.

DSC_7759 (2)DSC_7758 (2)DSC_7777 (2)Und dann gibt es da noch die Northfork Long Islands – aber dazu später mehr an dieser Stelle.

 

 

Long Island – luxuriöse Idylle I

Sonnabend, 4. Juni

Beim elften USA-Urlaub ist es irgendwie ein bisschen wie nach Hause kommen: Sobald ich hier bin, fühle ich mich wohl, frei und weit weg von allen Zwängen des Alltäglichen. Für viele sicher nicht nachvollziehbar, warum es mich (uns) ausgerechnet immer wieder in die Staaten zieht. Eine Erklärung ist auch nicht einfach. Trotzdessen kann man es kurz fassen: Die Kombi aus unvergleichlicher Landschaft, wunderbaren Menschen und einer besten Infrastruktur für Urlaubsreisen on the road. Jedes noch so kleine Nest hat wenigstens ein Motel, über all wird man zuvorkommend und freundliche empfangen (und das ist keineswegs oberflächlich) und über die Landschaft mit ihren National-und Stateparks muss man nicht viel erzählen – die sind einfach atembraubend oder wunderschln oder interessant oder alles zusammen.

2016 also Long Island und Brooklyn. Der Flug mit United fing nervend an. Wegen Überbuchungen mussten mehrere Fluggäste die Boeing 767-400 verlassen und natürlich auch ihr Gepäck mitnehmen. Das dauert 90 Minuten, die wir aber irgendwie aushielten. Der Flug selbst war dann wieder gut, zum ersten Mal bekamen wir in der Holzklasse ein Eis zum Dessert. Auch sonst war der Service besser als gwohnt und das essen schmackhafter. Die Einreisekontrolle verlief schnell und reibungslos, so dass wir 45 Minuten nach Landung bereits in unserem Cadillac in Richtung Bay Shore saßen, unser erstes Ziel auf Long Island. Einchecken, Umgebung checken, Kneipen erkunden. Nach dem ersten Burger sowie dem ersten local Draftbeer ging´s in die Betten der Travellodge Bay Shore.

DSC_7490 (2)

Sonntag, 5. Juni

Der zweite Tag war regnerisch kühl, weshalb wir uns entschlossen, den Shoppingtag vorzuziehen. Auf zum Tanger Outlet Riverhead, zu Kohl´s, zum Walmart sowie einen Abstecher nach Port Jefferson, damit der Tag auch ein richtiges Ziel hatte. Nach einem (oder zwei?) Bier at Tommys Place (30 Biersorten vom Fass) ging es wieder nach Bay Shore. Am Abend hatten wir (fast) alles, was wir wollten: Jeans, Jacken, Mützen, Ansichtskarten und Zahncreme für die Freunde daheim. Weil es am Abend zuvor so schön war, besuchten wir das gleiche Lokal namens Local gleich nochmal und wurden mit einem wunderbaren Pulled Pork Sandwich belohnt.

DSC_7475

Montag, 6. Juni

Schon beim Aufstehen (für mich sechs Uhr dreißig – ich brauche immer ein bisschen, um die Zeitumstellung auf die Reihe zu bekommen) ist klar: Das wird ein heißer Tag. Um acht sind es schon 28 Grad (in der Sonne) und so machen wir uns nach dem outcheck auf den Weg in Richtung Jones Beach State Park.  Nach einem kurzen Stopp am westlichen Ende des Islands fahren wir zu den Stränden des Stateparks, blechen zehn  Dollar, um parken zu dürfen und verlassen das Areal kurze Zeit wieder. Hier ist der Teufel los, als wäre ganz New York ausgerechnet heute hergekommen. Oder ist das immer so? Wir wissen es nicht und netschließen uns zur Weiterfahrt, es wird ja noch andere öffentliches Strände geben. Genauso ist es: ein paar Meilen weiter ist genügend Platz zum Parken und wir laufen (endlich) barfuß durch den sonnenwarmen Sand an einem breiten und langen Strand. Gilgo Beach heißt das hier und es ist so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Ein langer breiter Strand und die Wellen des atlantischen Ozeans umspülen unsere nackten Füße auf einer kurzen Wanderung in Richtung Osten. Die Seele baumelt und ich merke, wie sich alles in mir entspannt. Urlaub. Endlich Urlaub. Dann geht es weiter ans Ende von Long Island – nach Montauk Doch dazu später.

DSC_7504 (2) DSC_7508 (2)

Sonic Highways: Kniefall und Krönung

sonic_highways_coverMit Superlativen ist es eben nicht einfach, weil sie sich schnell abnutzen und nicht mehr wahrgenommen werde, wenn sie denn zu oft oder unberechtigt verwendet werden. Nichts Neues. Das wusste auch Hanns Joachim Friedrichs 1989 schon und viele andere immer dann, wenn die Ereignisse doch ein Superlativ einforderten. Eben auch ich habe deshalb oder überhaupt Respekt vor jenen. Und doch darf ich sie an dieser Stelle einmal wieder riskieren: das neue Foo-Fighters-Album ist das Beste, das die Band je produziert hat. Mit anderen Superlativen und Vergleichen halte ich mich zurück, da sich insbesondere über den Musikgeschmack eben nicht streiten lässt.

Sonic Highways stellt natürlich nicht alles andere in den Schatten – das wäre nun wirklich übertrieben. Aber Sonic Highways ist nicht weniger als die Essenz aller musikalischen Zutaten, die die Band bisher eingebracht hat. Das Ergebnis einer langen Aufgabe, einer Rechnung, um deren Lösung man sich Jahr für Jahr bemüht hatte. Das ist nicht übertrieben, nein, das kann man mit reinem Gewissen so aufschreiben. Jedoch braucht man für dieses Ergebnis mehr als nur ein schnelles Rechnen oder ein kurzes Reinhören. Darauf kommt man (ich) erst nach dem 20. Hören des kompletten Albums. Ist man aber erst einmal soweit gekommen, schwankt man zwischen Kniefall und Krönung. Oder aber man reicht die Krone knieend verneigten Hauptes nach oben. Ich komme nicht mehr los von dem, was da täglich aus den Boxen dröhnt.

Die Idee für das Album hätte man im ersten Moment für verstörend halten können und, okay – ich geb es zu, in meinen Augen und Ohren war sie wohl auch vom Wahnsinn des Dave Grohl getrieben: Acht Songs in acht verschiedenen US-Städten zu produzieren. Acht verschiedene Orte, acht unterschiedliche Studios. Kann das gut gehen? Warum? Was soll das? Aber, das zeigt sich nun, es macht nicht nur Sinn, sondern es ist tatsächlich eine Reise durch nicht nur verschiedene Städte, sondern vor allem durch den Sound der ausgewählten Orte. Produziert wurde in New York, Chicago, Austin, Los Angeles, Nashville, New Orleans, Seattle und Washington. Nicht, dass man als Normalsterblicher heraushören würde, an welchem Ort welcher Song eingespielt wurde. Und doch kann man den einen oder anderen Sound irgendwohin verorten.

Am Ende jedoch ist es ein Konzeptalbum, das man am besten gesamt, aber durchaus und ohne Problem auch stückweise hören kann. Am schönsten ist aber das Gesamtkunstwerk, wie es sich auch auf dem Cover schon zeigt.  Eine imaginäre Stadt aus allen Aufnahme-Orten zusammengesetzt. In der Mitte steht ein Haus in Form einer Acht (acht Songs, acht Städte), daneben die Space Needle von Seattle direkt neben dem Hollywood-Schriftzug von L.A., dahinter das John Hancock Center Chicago, aus Manhattan sehen wir Chrysler Building, One World Center Tower, Empire State Building und Freiheitsstatue, dann folgt das Washington Monument mit Reflecting Pool, darunter das Panthenon Nashville neben Superdome New Orleans und schließlich noch der Frost Bank Tower Austin. Alles in einer Stadt, und alles passt. Und überall ist eine 8 zu sehen – als Autobahnkreuz, als Parkweg, als Hausnummer. Acht Städte, acht Songs, unendlos gut.

sonic_highways_innenSchon der Opener zeigt, was (eventuell) noch folgen wird. „Something from Nothing“, eingespielt in Chicago unter Mithilfe des Cheap-Trick-Gitarristen Rick Nielsen, mag zu Beginn ungewöhnlich kantig klingen, steigert sich von Takt zu Takt jedoch zu einem typischen Fighter-Song. Bei Nummer zwei geht es dann richtig ab. „The Feast and The Famine“ (produziert in Arlington bei Washington) stolpert sich rein, als wäre ein Kratzer auf der Platte, bevor es dann gewaltig los rockt. Dave Grohl in Beststimmung, Taylor Hawkins (dr), Pat Smear (git), Nate Mendel (b) und Chris Shiflett (git)  schieben und drücken von hinten dermaßen gewaltig, dass man bei dieser Nummer nicht ruhig sitzen bleiben kann. Ein zorniger Revoluzzer-Song mit offenen Fragen und unklaren Aussichten. Hey, where is the monuments to the dreams we forget? We need a monument.  And a change will come. And a change will come. Is there anybody there? Anybody there? There?! 

Nummer drei stammt aus Nashville und ist der erste Höhepunkt auf Sonic Highways. „Congregation“ protzt nur so von Sound und Rock, dass einem schwindlig werden kann. Mittendrin auf einmal Orgelsound wie einst von Deep Purple oder Manfred Mann´s Earthband gewohnt. Rock-Klassische Klasse. Nummer vier sind eigentlich zwei Songs. „What Did I Do?/God As My Witness“ (Austin) spaltet sich auf, beginnt eher harmlos, wird nach der Hälfte erst wirklich spannend. Zusammen aber eben doch hörbar gut und nach und nach immer besser.  Dann folgt (für mich) der Höhepunkt des Albums. „Outside“ beginnt ungewöhnlich, gar nicht FF-like. Das mag an Eagles-Gitarrist Joe Walsh liegen, der hier seine Finger im Spiel hat, oder am Einspielort Joshua Tree. Oder an Sänger Grohl, der die ersten Takte in ungewohnter Ton- und Gesangslage eher flüstert denn schreit. Spätestens ab Minute 1:11 ist klar, dass es eben doch die Fighters sind.

Auffallend, aber nicht neu, sind mal wieder die teils nichts sagenden Texte. Texte, die sich ohne Sinn und Aussage irgendwie durch den Song schlängeln. Aber das war und ist bekannt – Dave „the fucking drummer of Nirvana“ Grohl kann richtig gute Musik machen, mit dem Texten hat er´s nicht so. Das tut aber, wieder einmal, dem Hörgenuss keinen Abbruch und so sind auch „In The Clear“, „Subterranena“ und „I Am A River“ hörenswert. Besonders letzterer sticht noch einmal heraus. Eine nicht enden wollende Hymne (7:08 Minuten lang) inklusive Streichorchester, gewaltigem Chorus und dann doch nochmal Text: The channels changing. The heart is racing. From voices on the wire. The soul is yearning. The coal is burning. The embers start a fire. Can we recover love for each other?

So, wer bis hier durchgehalten hat, sollte spätestens jetzt Sonic Highways einlegen und sich damit einen Gefallen tun. Denn dieses Album macht große Laune und ich bin mir nun sicher, wem die Krone gebührt.

13 YEARS AGO

Was vor 13 Jahren so alles passiert ist – das meiste hab ich sicher vergessen oder verdrängt. Ganz genau weiß ich, was ich heute vor genau dreizehn Jahren getan habe. Ich saß nach einer langen Nachtschicht bereits am frühen Mittag (also nach Feierabend) in meiner Erfurter Stammkneipe und wir köpften zu dieser Stunde schon eine Flasche Whisky. Nach den TV-Bildern aus New York waren damals einige der Meinung, die Welt wäre nun total im Arsch und es könnte ja immerhin der letzte Whisky sein. Es war nicht der letzte.

 

World Trade Center

wtc_01Wow, das ist mal eine Idee. Unbedingt sehenswert. Für alle New-York-Fans. Für Fotografen. Und alle anderen auch. Das Original kann man drehen und wenden wie man möchte. Einfach anklicken und bewegen. Phantastisch!

http://time.com/world-trade-center/