Schlagwort-Archive: Mucke

R.I.P. Ray

Happy Birthday, Phil!

Unheimlich, still & leise: Unbekannt verzogen

unbekannt_verzogen_01Es war unheimlich still im Zimmer 16 in Pankow, als am Samstagabend Patricia “Patti” Heidrich und Hannes Funke von Unbekannt verzogen mit ihren leisen aber laut”starken” Liedern das Publikum verzauberten. Bei Kerzenschein, Bier und Wein hauchten die beiden diesem Abend eine unvergleichliche Stimmung ein. Funke an der Gitarre virtuos, genau wie an E-Piano und Mundhi, Heidrich mit ihrer Art und Stimme, die sie so einzigartig macht. Neben den eigenen Liedern wie Lass uns oder Nachtvögelin gab es dieses Mal ein Intermezzo mit fünf von Funke vertonten Else-Lasker-Schüler-Gedichten. Eines davon sang Funke selbst und stellte damit ungewollt seine Sängerin in die zweite Reihe. Aber natürlich nur bis zum nächsten Lied. Ein Bravo für diesen Abend wäre ein bescheidenes Urteil. Eher sollte man Beifall brüllen und Danke flüstern und mehr fordern und hoffen, dass man Unbekannt verzogen auch noch länger in einem so intimen Rahmen erleben darf. Denn wenn Patti & Co. weiter so herausragend dichten, komponieren, singen, tanzen, lachen, reden, quatschen, spielen und auftreten, wird ein Zimmer 16 das Publikum bald nicht mehr fassen können. Dann werden ganze Säle mitsummen und mitflüstern und mitschreien, wenn Heidrich als Zugabe So ne kleine Frau von Silly oder den Junimond von Rio an den Konzerthimmel malt.

You were Miles

An was ich mich besonders gern erinnere 2012? An das Konzert im Seneca Theater in Niagara Falls (Kanada) mit vielen Bands, u.a. The Black Flies.

Delikates zum Geburtstag

P1060621Ganz große Gefühle und Erinnerungen gabs am Freitagabend in der Wabe. Tamara Danz wäre an diesem Tag 60 Jahre alt geworden. Deshalb gabs alte Silly-Lieder und neue Songs. Großartig und herausragend Trixi Gerecke aus Oschersleben, die mit ihrem Gitarristen Uwe G. Ducke ihre ganz eigenenen Tamara-Songs dem Publikum vorsetzte wie ein perfektes 5-Sterne-Menue, verteilt über den gesamten Abend. Zwischendurch immer wieder andere Töne.

Die delikate Vorspeise servierten jedoch erst einmal Jan Preuß und Die geheime Gesellschaft. Songs zwischen Ton Steine Scherben, Gundermann und Silly. Nicht ganz verwunderlich, wenn man sich seine Gesellschaft so ansieht. Ein leckeres Zwischengericht brachte Fährmann mit. Herrlich und erfrischend einfach, aber ausgezeichnet im Geschmack. Mein Favorit und persönliches Hauptgericht des Abends: UNBEKANNT VERZOGEN (Foto Sängerin Patricia Heidrich). Leider alle viel zu kurz gespielt. Muss ich nachholen. Danke trotzdem für diesen Abend!

(nun mit dem richtigen Konzert inkl. Pattis “Gedicht” für Tamara)

Raritäten aus der Mottenkiste VIII

Gratuliert wird morgen, heute schon mal dieses Fundstück:

Handwritten

Einige konnten es ja kaum erwarten, das neue Album von The Gaslight Anthem. Nun ist es da, Handwritten der Name. Und die ersten Videos der neuen Tour sind natürlich auch schon online. Ich selbst hab mich noch nicht durchgehört, die Kritik und das Feuilleton feiern das Album jedenfalls. Ich werde es, da bin ich mir sicher, im diesjährigen Urlaub genügend um die Ohren bekommen. Bis dahin kann ich noch warten. Für alle anderen gibts hier mehr.

Raritäten aus der Mottenkiste IV

Diesmal wirklich eine Rarität. Ein Kurz-Portrait von LIFT und ihr Engagement für Soli-Beat.  Leider nur ein Ausschnitt, aber trotzdem einfach nur herrrrrlich.

Mehr Raritäten hier, hier und hier.

Raritäten aus der Mottenkiste III

My Sharona – durfte an keinem Party-Abend fehlen. Den Song hatte wohl jeder auf Kassette oder Tonband augenommen und mancher im Westen hatte sicherlich sogar den The-Knack-Hit von 1979 auf Vinyl.

Raritäten aus der Mottenkiste II

Die Nummer zwei in der neuen bpb-serie ist ein Klassiker, der auch heute noch so manche (Ost UND West)-Party begleitet. Ja selbst auf Silvesterfeiern in Tschechien ein Lied, das auch nach dem Sekt noch alle mitsingen können. Da braucht man kein Puhdys-Fan zu sein: den Text kennt, irgendwie, jeder.

Et bliev länger hell jetz

Es gibt ja verschiedene Gründe, warum einem immer mal wieder der eine oder andere Song einfällt. Aus längst vergangenen Jugendtagen. Mal ist es eine Party, auf der die Mucke von damals gespielt wird, mal läuft jenes Lied im Radio. Seltener aber ist es, zumindest bei mir, dass sich ein Lied regelmäßig in das Hirn schleicht. Um dort für wenigstens ein paar Stunden zu verweilen. Manches Jahr sind es sogar ein paar Tage, die mich jener Song nicht loslassen will. So geht es mir seit heute, seit gerade eben wieder. Ein Blick nach draußen (es ist noch hell) und ein Blick auf die Uhr (gleich um fünf) haben das Lied wieder hervorgekramt. “Alexandra, nit nor do” von BAP. Warum? BAP-Fans werden´s wissen: Wegen der ersten Zeile: Et bliev länger hell jetz, obwohl: et es immer noch Februar.

Bomber

Klassiker von Macbeth. Immer wieder gern gehört.

New Model Army im (meinem) Rampenlicht

Damals war es, 2001. Hardy hatte mich eingeladen. Zum Taubertal Festival. Ein kleines, aber feines Open Air unterhalb der und von Rothenburg. Ob der Tauber. Klar, ich bin hingefahren. Spielte doch meine Lieblingsband. New Model Army. Hardy war  T.L. Wie man im Jargon der Roadies sagt. Technischer Leiter. Ein Freund von ihm war der Chef vom Licht. Thronte das ganze Festival da oben auf seinem Turm. Mit dem besten Blick.

Und die beiden erfüllten mir einen Traum. Einmal “Spot fahren” bei New Model Army. Also den Spot im richtigen Moment auf den richtigen Musiker richten. An und Aus. Hell und Dunkel. Gelb und Blau. Grün und Rot. Nach Anweisung. Über Kopfhörer. Es gab aber eine Bedingung: Also, wenn Du bei der Army Spot fahren willst, musst Du es auch bei Travis tun. Okay, warum nicht? Gesagt, getan. Na, jedenfalls fast. Nie werde ich den Licht-Boss von Travis vergessen. Der da in seinem Sessel thronte und seine Anweisungen gab. Yellow on Stage! Five, four, three, two… and go. Wehe, wenn dann auf der Bühne das gelbe Licht nicht anging. Dann war Polen offen. Beziehungsweise das Taubertal.

Und es kam, wie es kommen musste. Auf das Kommando “Go Yellow” war auf einmal die ganze Bühne in blaues Licht getaucht. Und in den Kopfhörern aller Light-Hands war nur noch eins zu hören: Das Brüllen des Licht-Chefs: What the fuck is the blue light on stage? Yellow, I need Yellow!!! Now!!! Vor lauter Aufregung schwenkte ich meinen Spot kurz weit über die Köpfe der Band. Dachte, ich hätte das Blue Light verzapft. Aber ich war es nicht. Es war Hardys Kumpel. Der da den blauen Mist gebaut hatte.  Welch ein Glück. Dachte ich. Und Glück hatte ich wirklich. Denn wegen der Blauen-Licht-Affäre hatte niemand meinen kurzen Ausreißer nach oben mitbekommen.

Und so durfte ich dann auch bei der Army den “Spot fahren”. Natürlich den wichtigsten: Der auf Justin. Welch ein Erlebnis. Unvergessen. Und nun hab ich auch noch ein Video davon entdeckt…

Hohe Maßstäbe an den Wert gesetzt

Es kommt ja immer mal wieder vor, dass man nicht nur von den guten alten, sondern auch von den weniger guten alten Zeit spricht. So war ich dieser Tage mit einem Freund aus Erfurt bei einem Metalkonzert in einem Berliner Club, währenddessen wir eben auch auf jene Zeit zu sprechen kamen. Und nun, zwei Wochen später, fiel mir auch noch beim aufräumen ein Teil meier Akte in die Hände. Schön, dass man heute darüber lachen kann. Für alle die mitlachen wollen, hier ein paar der schönsten Sätze eines Autors, dessen Authentizität ich bis heute nicht klären konnte. Ich habe Vermutungen, aber die wurden nie so richtig bestätigt. Inzwischen ist es aber auch egal (in Klammern kommentiere ich falsche Behauptungen). Und ab und an kann einem das Lachen auch heute noch vergehen:

Ermittlungsbericht. Halle, den 25. Januar 1988

Politische Haltung, gesellschaftliche Aktivitäten

Der K. erhielt durch seien Eltern eine positive Erziehung im Sinne der gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR. Als Schüler in der Oberschule gehörte er der FDJ an. An der Bezirksmusikschule Halle, dem Konservatorium “Georg-Friedrich-Händel”, erhielt er eine abgeschlossene Ausbildung auf dem Instrument Violine (FALSCH. Violine lernte ich in Merseburg, in Halle lernte ich Gitarre). Während dieser Ausbildung wurde er zu vielen gesellschaftlichen Höhepunkten in der DDR delegiert, um als Musikschaffender teilnehmen zu können (hihihi)…

…Seit ca. 1986 änderte er sich zunehmend ins einem Charakter und in seiner politischen Haltung. Während seiner Lehrzeit war er mit zwei weiteren Lehrlingen mehrere Tage in der VR Ungarn. Im Jugendclub erzählte der K. dann, daß er von dem Konsumgüterangebot in Ungarn erfreut war und er wäre der Meinung daß alles dort viel besser wäre als in der DDR, zumal die vieles aus der Produktion westlicher Länder haben.

In weiteren Gesprächen mit dem K. kam dann zum Ausdruck, daß er sich durch negative Meinungen beeinflussen lässt, ohne dabei die Hintergründe zu erkennen. Zu Veranstaltungen von Volkloregruppen (Folklore mit V geschrieben lässt vermuten, dass es ein Volkspolizist geschrieben hat) reiste der K. oft nach Erfurt (FALSCH. Nach Erfurt fuhr ich meistens zu Feten in der Partywohnung). Selbst erzählte er, daß in seiner Musikgruppe 72 Musiker aus der ganzen DDR mitwirken (da hat einer das Folkfestival mit der Band verwechselt). Viele Teilnehmer sind konfessionell gebunden.

Der K. erzählte dann auch, daß er nur noch seinen Grundwehrdienst ableisten will. Er wäre davon überzeugt, daß man nur noch “Frieden schaffen kann ohne Waffen”. Er will seinen Grudnwehrdienst ohne Waffe ableisten. Auf Hinweise von Jugendlichen, die ihn auf seinen Fehler aufmerksam machten, ging er nicht ein. Es wird von einer Auskunftsperson vermutet, daß der K. von seinen Eltern zu streng erzogen wurde…

…Die Familie K. bewohnt eine 4-Raum-Wohnung in einem Neubau. Alle Zimmer sind modisch und wohnlich eingerichtet. Beim Kauf der Möbel wurden hohe Maßstäbe an den Wert gesetzt. Die Familie ist im Besitz eines PKW Typ “Wartburg” und eines Gartens (FALSCH. Haben wir nie besessen). In den Sommermonaten an den Wochenenden über hält sich vorallem das Ehepaar im Garten auf. Nähere Angaben hierzu wurden nicht festgestellt. Der K. H. (mein Vater) ist oft außerhalb der Stadft Halle beschäftigt und kommt deshalb unregelmäßig und spät nach Hause. Schwatzhafte Situationen wurden bei den Eltern des K. nicht bekannt…

…Seit ca. Oktober 1987 wohnt der K. ständig in Erfurt. Er soll dort bei einem Mitglied der Volkloregruppe wohnen, der ihm auch eine berufliche Tätigkeit verschaffte (FALSCH). Der K. soll jetzt in einer LPG als Reparaturschlosser arbeiten (FALSCH)…

…Eine Auskunftsperson aus seinem näheren freundschaftlichen Umfeld in Erfurt erzählte, daß der K. bei mehreren Gelegenheiten immer wieder davon gesprochen hätte, daß er den Grundwehrdienst verweigern will. Der Auskunftsperson erzählte der K. außerdem, er hätte Kontakte nach dem NSW. Es würde sich um den L. T. und die V. D. aus Limburg handeln. Hierzu hat die Auskunftsperson weitere Ergebnisse erarbeitet und Ermittlungen durchgeführt…

Schluss mit lustig in Bayern

Nun gibts gar nix mehr zu Lachen bei den Bayern. Die Biermösl Blosn hat zum letzten Moi geblosn.