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Hupe, Schlau Schlau & die Anderen

Der Florakiez ist gleich um die Ecke bei uns. Zu Fuß etwa 20 Minuten. Und doch kenne ich ihn kaum. Weil das eben so ist, wenn man in einem Berliner Kiez lebt. Wir waren schon mehrfach beim Italiener dort, auch einmal Kaffee trinken. Ansonsten bin ich selten dort, ja, ich meide sogar diesen Teil Pankows. Das hat mehrere Gründe. Hauptsächlich aber wohl liegt es an den aufgesetzten Straßencafés dort. Die wollen alle so cool und hip sein (es gibt Cafés nur für Mütter und Kinder dort. Seitdem überlege ich ständig, ob ich nicht ein Väter-Söhne-Café aufmachen sollte). Eins haben jedenfalls alle Cafés dort gemeinsam: Ordentlichen und guten Kaffee können sie nicht zubereiten. Einige verwechseln sogar die Bezeichnungen. Man bekommt einen Milchkaffee als Latte Macchiato oder der bestellte doppelte Espresso Macchiato entpuppt sich als kleiner Kaffee mit Milch. Und überhaupt – irgendwie hat sich die Florastraße und Umgebung zum kleinen Prenzlauer Berg Alt-Pankows entwickelt.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Eine Buchvorstellung hat uns mal wieder dorthin verschlagen. Im Jugendzentrum Pankow, kurz JUP, las neulich  Johannes Krätschell aus seinem Buch „Herr Schlau Schlau wird erwachsen“ (Buch & MP3-CD, Hardcover, 178 S./104 min. 20,6×13,5 cm, ISBN: 978-3-95996-030-4, Edition Periplaneta). Er las das dort, weil in den Räumlichkeiten sich einst das „Stilbruch“ befand, des Autors früheres Schülercafé und somit auch Teil-Schauplatz seines Erstlingswerkes.  Lesenswerte und kurzweilig aufgeschriebene Kurzgeschichten, die zusammen eine kleine Geschichte ergeben. Herr Schlau Schlau fliegt mit 35 Jahren bei seinen Eltern raus und erbt eine 4000-Bücher-Bibliothek. Klassischer beginn einer langen Solo-Single-Karriere, könnte man meinen.

Nicht so bei Krätschell. Sein Protagonist trifft nicht nur auf den herzensguten (und bald besten Freund) Hupe. Nein, er trifft sogar Franziska, die bald schon seine Freundin werden soll (die Leute, die ich kenne, die mit 35 noch bei Mutti wohnten, haben heute noch keine Freundin). Und dann ist da noch Enrico – Hupes Sohn, der Holger aus dem Paket-Zeitungs-Shop, Herr Sobkowski und dessen Shop sowie weitere Freunde der Protagonisten. Sie alle vereint der Kiez und das Leben im Jetzt. Das Wohnen im Kiez ist nicht mehr billig und die Gäste in Geschäften und Kneipen ändern sich und somit ändert sich auch das Kiezgesicht.

Es sind Geschichten zwischen Herbst und Sommer, zwischen Bürgerpark und Florastraße, zwischen Lachen und Weinen. Zusammen eine wunderbare Erzählung von Freundschaft und den Kräften, die nur Freunde bei einem selbst und bei anderen freisetzen können. Prädikat: unbedingt lesenswert.

Unbedingt hörenswert sind übrigens die Lieder von Bastian Mayerhofer, der an jenem Abend im JUP die Geschichten von Krätschell perfekt ergänzte.  Die Lieder Mayerhofers zu beschreiben würde jeden Blogpost sprengen. Seht selbst:

Café-Sitzer

Ich gebe es gern zu: Auch ich arbeite hin und immer wieder im Cafés oder Kneipen. In solcherart Umgebungen bin ich oft kreativer als in meinem Arbeitszimmer daheim. Woran das liegt? Keine Ahnung. Ich vermute, dass so manche Szene, die ich beschreibe, besser gelingt, wenn ich sie sehen oder miterleben oder, besser noch, fühlen kann. Jedoch halte ich mich immer an gewisse Regeln, da ich selbst lang genug in der Gastronomie tätig war. Regel Nummer eins: Umsatz machen. Ich würde mir doof vorkommen, wenn ich einen Platz besetzen würde, ohne etwas zu konsumieren. Und so trinke ich Kaffee, Säfte, Wasser oder auch mal Bier oder Wein, wenn es passt. Aber scheinbar bin ich damit komplett aus der Mode. In dem Café, in dem ich es mir gerade gemütlich gemacht habe, passiert genau das Gegenteil. Also nicht bei mir – ich habe Cappuccino und Rhabarbersaftschorle vor mir stehen.

Die drei Mädels am Nachbartisch arbeiten an einem gemeinsamen Projekt für die Fachschule, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Sie waren schon da, als ich kam, sind also mindestens zwei Stunden hier. Auf dem Tisch stehen drei Laptops, die allesamt mit Strom des Cafés versorgt werden. Ebenfalls auf dem Tisch steht eine leere Tasse Kaffee mit schon angetrockneten Kaffee-Resten. Zu trinken haben die drei genug – allerdings nichts vom Café, sondern von daheim Mitgebrachtes. Die eine nippt an einer Plastikpulle Wasser, die sie immer wieder in ihrer Tasche versteckt, die anderen beiden holen sich regelmäßig Leitungswasser von Toilettenwaschbecken. Es sieht so aus, als ob sie noch eine Weile bleiben würden. Fazit: Ein besetzter Tisch für drei Stunden, Umsatz: 2,30 Euro.

Am Tisch daneben ein ähnliches Bild. Dort sitzen eine junge Frau und ein Typ, die beide wild auf die Tasten ihrer Macs einhämmern. Sie tun super wichtig, trinken oder essen aber – nichts! Die haben nicht einmal etwas bestellt oder gekauft. Kamen rein, stöpselten ihre Geräte in eine der reichlich vorhandenen Verteilerdosen, wählten sich (vermutlich) ins kostenlose Internet des Cafés und sitzen nun schon eine knappe Stunde dort. Fazit: Ein besetzter Tisch für wenigstens eine Stunde, Umsatz: Null.

Die spanischen Touristen am Tisch dahinter sind die Ausnahme: Sie trinken Saft und Kaffee und essen Sandwiches und Kuchen. Fazit: Ein besetzter Tisch für eine halbe Stunde, Umsatz: 25 Euro.

An den anderen fünf Tischen sitzt jeweils eine Person mit eingestöpselten Laptop und maximal einem Getränk. Gesamtfazit für die 90 Minuten meiner Anwesenheit: Den Umsatz von 50 Euro haben fünf von 15 Gästen gemacht. Unglaublich. Wie können sich die Betreiber das leisten? In dieser Gegend? Möchte nicht wissen, wie hoch hier die Miete ist. Und wie ein Geldwäschelokal sieht der Laden nicht unbedingt aus (man weiß es natürlich nicht). Ich trinke dann mal besser aus und gehe, bevor ich mich hier noch unbeliebt mache (bei den Gästen). Ich stelle mir vor, was ich denen sagen würde, wäre ich hier der Inhaber. Das lass ich hier aber mal weg, sonst ernte ich bloß wieder unqualifizierte Hasskommentare oder Shitstorm. Ich werde  trotzdem wieder hingehen. Denn bei all den Umsatzkillern hat der Laden, im Gegensatz zu vielen anderen in Berlin, einen entscheidenden Vorteil: Das Personal spricht Deutsch.

 

Zehn Jahre berlinpankowblogger

Irre. Unglaublich. Nicht zu fassen. So etwa dachte ich neulich, als mir bewusst wurde, dass mein Zehnjähriges näher rückt. Nun ist es soweit: Heute vor zehn Jahren ging berlinpankowblogger online. Wahnsinn. Zehn Jahre, in denen viel passiert ist in der Welt, in Deutschland, in Berlin. Zehn Jahre, in denen sich mein Blog entwickelt und gewandelt hat. Bevor ich anlässlich dieses Jubiläums ein paar Statistiken posten möchte – Vielen Dank allen Lesern und besonders den Stammlesern, die mir die Treue gehalten haben!

Zehn Jahre berlinpankowblogger – das sind knapp 400.000 Besuche, also im Schnitt etwa 40.000 pro Jahr. Wobei es klein anfing. 2007 freute ich mich über 1843 Besuche, ein Jahr später waren es schon 18.738. So steigerte sich das weiter bis zu 80.000. Pro Tag kommen hier zwischen 150 und 500 Leser vorbei. Ich habe 1307 Beiträge verfasst, eine Liste der Top 10 steht unten. Wie viel ich inzwischen über Reisen poste, zeigt die Topliste der Suchwörter, mit denen mein Blog gefunden wurde: Platz eins geht an New York (12.159 Suchanfragen), zwei an San Francisco (6108), Rang drei an „Regenbogen“ (3045). Insgesamt gab es 175.432 Suchanfragen im Netz, die hier endeten.

"New York" - über 12.000 Leser fanden mit diesem Suchwort zu meinem Blog

„New York“ – über 12.000 Leser fanden mit diesem Suchwort zu bpb

In den Jahren habe ich insgesamt fünf Designs bzw. WordPress-Themes ausprobiert, das aktuelle gibt es jetzt unverändert seit sieben Jahren. Ich habe 943 Follower, die Hälfte hier per RSS-Feed, die anderen bei Facebook und Twitter.  Als ich anfing, hieß das noch Weblogbuch und eigentlich sollte Block330 mein Hauptblog werden. Nun, es ist anders gekommen. Zu meiner Medien– ähm Blog-Gruppe gehören außerdem noch der berlinpankowknipser und seit einem Jahr das Online-Magazin Yachtblog – mein neuestes Projekt, das ich gemeinsam mit einem Freund betreibe. Hier aber nun ein Prosit! sowie die Top 10 der bpb-Leser:

  1. Kannst Du „Als ich wie ein Vogel war?“
  2. Freitags
  3. Kasse mit 465
  4. Ins linke Licht gerückt
  5. Als Penner
  6. Food Koop – Shoppingparadies & Arbeitshölle
  7. Radulf-Kevins Kinderkotze
  8. …und keiner fragt nach Bruno Gröning
  9. Badekappe Pflicht
  10. Ich bin so wild nach deinem Erdbeerhof

Vermisst: Der Kiezneurotiker

kiezneurotiker_offline_01Wer hat den Kiezneurotiker gesehen? Also seinen Blog? Seit ein paar Tagen, oder vielleicht auch schon länger, ist sein Blog nicht mehr zu finden. Dort, wo einst die besten Gastro-Kritiken der Stadt standen, wo mit spitzer Zunge das Kiezleben in Prenzlauer Berg verfolgt und dokumentiert wurde,  wo immer wieder auch meine Posts verlinkt wurden – da ist nichts mehr zu lesen, nichts mehr zu sehen.  Der Kiezneurotiker hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern regelmäßig meine düsteren Tage gerettet.  Doch nicht nur das. Zwischen berlinpankowblogger und kiezneurotiker gab es eine, zumindest aus meiner Sicht, besondere Beziehung. Nicht nur, dass wir uns regelmäßig verlinkt haben. Wir hatten haben ähnliche Interessen, was gastronomische Einrichtungen und Urlaubsziele betrifft. So waren wir 2015 zur gleichen Zeit in Binz, ohne uns jemals zu begegnen. Allein anhand geposteter Fotos mussten wir feststellen, dass wir beide auf Rügen sind. Auf eine persönliche Begegnung habe ich seitdem immer wieder gehofft. Leider ist es nie dazu gekommen. Wo bist Du? Melde Dich doch mal. Viele Leser vermissen Dich und Dein Blog!

Edit: Es gibt (unbestätigte) Informationen, nach denen der kiezneurotiker seine Blogposts als eBook herausbringen wird und das Blog deshalb offline ist.

Against Me

Es war ein großartiger Abend im SO36.  Schon wegen der beiden Vorbands Mobina Galore und Milk Teeth hätte sich der Besuch gelohnt. Punk aus Kanada und aus England. Herrlich einfach und schnöde, kein Rumgezicke auf den Instrumenten. Klarer geht Punk wohl kaum. Dann aber standen sie endlich auf der Bühne: Laura Jane Grace, James Bowman, Inge Johansson und Atom Willard von Against Me. Ich hatte die Band aus Gainesville/Florida zuletzt 2014 in Tempe/Arizona als Support von The Gaslight Anthem gesehen. Ich kannte sie vorher schon, auch aus der Zeit, Lara noch Tom (Gabel) war. Nicht jedoch live, Tempe war die Premiere für mich.  Und damals stand fest: Das nächste Konzert in Deutschland darf ich nicht verpassen. Nachdem ich dann auch noch das neue Album Shape Shift with Me (eine „Transperspektive“ auf Liebe und Sex) gehört hatte, war klar, dass ein Konzerbesuch Pflicht sein würde. Und es kam wie erwartet: Laut, schrill, grandios. Transgender Laura & Kollegen hauten einen Song nach dem anderen von der Bühne, neue Songs, alte Hits mit dermaßen viel Power und guter Laune, dass das komplette SO36 ausflippte. Ich hab (leider nur) mit dem Handy einen Klassiker aufgenommen. Und für alle, die weder Sängerin Lara noch Tom kennen, hier die Version, als Lara noch als Tom auf der Bühne und im Leben stand:

 

 

Heute mal eine Schleuse

Heute gibt es hier mal eine ganz andere Geschichte und ein bisschen Eigenwerbung ist es auch. Das Team unseres neuen Yachtblogs  war letzte Woche in der Mühlendamm-Schleuse in Berlin Mitte zu Gast. Was dabei herausgekommen ist, kann man hier sehen:

Zitat des Tages

Aus dem Checkpoint (Tagesspiegel) von heute (15.08.16):

„Hanfparade bleibt friedlich“, meldete die Morgenpost am Sonntag. Wer hätte denn was anderes erwartet? Das Zeug wirkt ja auch verboten gut.

Fellfressen im Kniebundstyle

Es muss irgendwann in den letzten Monaten passiert sein. Unbemerkt von den meisten. Oder auch nur von mir. Früher jedenfalls, wobei früher soviel wie „bis vor wenigen Wochen“ heißt, kamen mir in der erweiterten Nachbarschaft – also z.B. am Kollwitzplatz, in der Schönhauser Allee, auf der Wisbyer Straße – junge Väter entgegen, die einen Kinderwagen vor sich her schoben. Manchmal mit, manchmal ohne Frau. Immer öfter ohne. So kam es mir jedenfalls vor. Sie (die Väter) trugen Jeans, teure Turnschuhe. Manche hatten auch diese schwarzen oder braunen Lederschuhe an, nach Maß gefertigt in London. In der Jeans steckte ein hellblaue/weiß gestreiftes Hemd, oder auch nur  hellblau. Manchmal auch grün. Oder rosa. An warmen Tagen war´s dann dann auch schon, an kühleren Tagen, die es auch im Sommer immer mal wieder geben soll, hatte der eine oder andere Papa ein Jackett an, lässig über Hemd und Jeans getragen. Natürlich Schurwolle. Selbstverständlich.

Im Gesicht trugen die Väter einen lässigen Dreitagebart. Bis auf jene, die ihrer Gesichtshaut jeden Morgen eine frische Rasur gönnten.  Passend dazu schoben sie den Inglesina Classica, kurz vor der Geburt des lieben Kleinen für 1250 Euro günstig bei Ebay geschossen. Oder, besonders hier beliebt, der Domino Twin oder gar der TFK Trio Twist. So war das hier. So ist es aber nicht mehr. Jetzt verkehrt man hier dort anders. Ganz anders. Manche Exemplare machen mir inzwischen Angst. Bei einigen der – jenseits der Wisbyer ansässigen – Väter überlege ich regelmäßig, ob der Kinderwagen Fake ist. So ganz ohne Kind(er). Einfach nur so, weil´s zum Image hier passt. Die Zeit der DreitagebartOderGlattRasiertenVäter ist vorbei.

Alle tragen Bart. Richtig Bart. So einen langen Bart. Fellfresse hieß das bei uns früher. Unten Kinderwagen. Oben Bart. (Wahrscheinlich) unten rasiert. Oben nicht. Aber das ist noch nicht alles. Statt Turn- oder Maßschuhen tragen die Herren nun Travelin Trekking Boots. Oder gleich Springerstiefel. In Rot. Selbstverständlich. Ginge ja vielleicht noch. Aber warum müssen es ausgerechnet diese Hosen sein? Country Line Trachtenhose im Kniebundstyle.  Ziegenvelour Wildbock. Gibt´s wirklich. Da komm ich nicht mehr mit. Das ist nicht mehr lustig. Das retten auch Army-Tarn-Shirt und Outdoor-Softshell-Funktions-Jacke nicht mehr. Ganz im Gegenteil. Fellfressen im Kniebundstyle. Was kommt danach?

 

Ding des Monats

Gefunden heute im Checkpoint (Tagesspiegel):

  • Die Innenverwaltung beschäftigt offenbar einen Komiker, der unter dem Namen „Staatssekretär Statzkowski“ lästige Anfragen beantwortet. Zum Beispiel diese des Abgeordneten Schatz: Wer kommt für die Mehrkosten auf, die verhinderten Meldewilligen wegen der chaotischen Zustände im Bürgeramt entstehen? Antwort: „Da ein Umzug in der Regel mehrere Monate im Voraus feststeht, ist es jeder Bürgerin/jedem Bürger möglich, sich rechtzeitig um einen Termin im Bürgeramt zu bemühen. Damit können die dargestellten Mehrkosten durch Eigeninitiative vermieden werden.“ Ist das also auch mal klar: Der Senat hält nicht die Bürgerämter für zu langsam, sondern die Leute für zu blöd.

Nkongonocash Oder: Crystal Meth online

5000euro_01Berlin, Nähe Görlitzer Park. Irgendwann in naher Zukunft in der Abenddämmerung: Der Dealer (mutmaßlich Schwarzafrikaner) so zum Crystal-Meth-Lieferanten (mutmaßlich Araber): Gib nix Bargeld. Überweisung! Und der Lieferant so: Alda! Was? Überweisung? Dealer: Na, Konto! Und der Lieferant: Na Kongo? Dealer: Nee. Konto. No cash. Lieferant: Nkongonocash? Dealer: Alda! Ich schick Kohle online. Lieferant: Schick ich Disch online. Kohle her! Dealer: Geht nisch. Kohle gegen Gesetz, Alda. Lieferant: Misch egal. No Cash, No Drugs. Dealer: Kohle muss online! Lieferant: Muss Crystal Meth auch online. Dealer: Mist! Lieferant: No mist. Meth!

Braumeisterlich & Bitterness

Auch wenn ich befürchten muss, dass (auch) aus dieser Brauereikneipe ein Schickimickiladen werden könnte, muss ich doch an dieser Stelle mal auf eine Neueröffnung hinweisen, die es mir angetan hat. Das Straßenbräu in der Neuen Bahnhofstraße am Ostkreuz öffnete gestern die Hähne und ließ ganze zehn Biersorten aus Fässern laufen. Zehn Sorten Selbstgebrautes – und da ist nicht einmal ein Pils dabei. Nein, Straßenbräu orientiert sich nicht an deutschen Braugewohnheiten. Straßenbräu ist international, erinnert mehr an die USA und Belgien. Kein Wunder, ist einer der Brauer, Sebastian Pfister, doch teils belgischer Abstammung. Auch Timo Thoennißen und Paul Schmidt sind nicht minder Fans des Craft-Bieres.

Und so kamen nicht nur Hopfen und Malz  zusammen, sondern auch drei junge Menschen mit einer guten Idee. Seit gestern werden nun Pale Ale, India Pale Ale (IPA), Red Ale und andere Sorten gebraut und gezapft. Meine Favoriten: das Dark Ale sowie das IPA, das für meinen Geschmack (US-erfahren) natürlich noch bitterer sein könnte. Aber auch da haben sich die Jungs natürlich Gedanken gemacht. „Ein bitteres IPA wie in den USA würde sich hier wohl kaum verkaufen, deshalb halten wir uns da etwas zurück“, erklärte mir Sebastian Pfister am Eröffnungsabend. Damit hat er wohl Recht und man muss es ja auch nicht gleich übertreiben. Und die Bier-Bitterness kann sich ja noch entwickeln.

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Das Straßenbräu-Team: Sebastian Pfister, Paul Schmidt, Timo Thoennißen (v.l.)

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…und plötzlich kam Schnee

P1180034P1180035Winterdienst? Was ist Winterdienst? Alle Jahre wieder fragt sich das Berlin aufs Neue. Alle Jahre wieder kommt plötzlich Schnee. Von heute auf morgen von jetzt auf gleich. Und dann ist auch 16 Stunden nach dem unerwartetem Starkschneefall weit und breit nichts zu sehen von einem Räumdienst. Dit is Berlin, schreiben sie auf Twitter.  Recht haben sie. Warum soll´s ausgerechnet beim Winterdienst anders laufen als beim Lageso, auf dem BER, in der Staatsoper, beim U-Bahnbau oder sonstwo? Wäre ja nich Berlin.

BER vs Checkpoint

Ein Jahr lang schon konnten Leser vom Checkpoint (Tagesspiegel) täglich lesen, was in Berlin so los ist und was nicht. Zwei Themen bildeten dabei im ersten Jahr den roten Faden: die Bürgerämter und ihre nicht vorhandenen Termine für die Bürger und natürlich der allseits beliebte Flughafenneu- an- bzw. umbau des BER in Schönefeld. Ein Jahr lang gab es mehr oder weniger in der Mitte des Checkpoints eine Anzeige: Meist für Wein, gutes Essen oder Ähnliches. Nun aber hat sich das geändert. Schon den zweiten Tag in Folge hat der BER den Anzeigenplatz übernommen. Gate nicht? Gibt´s nicht! wirbt der Flughafen in der heutigen Anzeige. Gestern wollte man aus aus dem Count up einen Countdown machen. BER-Anzeigen im Checkpoint – das ist wie Cannabiswerbung auf der Seite der Fachstelle für Suchtprävention.

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Stammtisch-Satire

kommentare_stasi_opEs ist doch immer wieder schön, wenn (meine) Stammtisch-Satire die Biergläser erklingen lässt und so mancher Mitbürger der Meinung ist, das wäre alles keine. Der macht ja gar keine Witze. Der meint das alles ernst. Das ist alles so gar nicht erfunden. Das stimmt ja alles und überhaupt.

Doch so ist es eben nicht meine Damen und Herren. Alle Jahre wieder muss ich das dementieren. Was immer wieder belustigend ist. Besondere Aufmerksamkeit bitte ich jetzt bei den Menschen S. und M.S.! Ich gebe zu: Ich habe alles erfunden. Alles Satire. Natürlich hat jede Satiere, und somit auch meine, einen ernsten oder halbernsten oder nicht ganz so ernsten oder überhaupt einen Hintergrund. Wo sollte sie sonst auch herkommen, die Satire. Muss ja irgendwo existieren. Komplett erfundene Geschichten sind keine Satire. Können keine sein. Ich kann Ihnen versichern, dass der Stammtisch OE so nicht existiert. Auch das Lokal habe ich mir ausgedacht, die Wirtin und alle Beteiligten. Und noch eins, Herr S.: Ich hatte zwar irgendwie mit der Stasi zu tun. Jedoch nicht, wie Sie sich das vorstellen (siehe unten).

stasi_akte_auszug_002Da gibt es übrigens eine Gemeinsamkeit: Auch damals schon gab es Leute, die so einiges verwechselt haben: Zu jener Zeit kannte man wohl den Unterschied zwischen Aufregung und Erregung nicht (was für ne arme Socke). Aber kein Grund zur Aufregung. Ist lange her. Eins steht aber auch fest: Das damals war keine Satire. Im Gegensatz zum Stammtisch Operativer Einsatz.

Bester Baumschmuck 2015

Das ist mein Lieblingsbaumschmuck in diesem Jahr

Mein Lieblingsbaumschmuck in diesem Jahr

Ein neu gepflanzter Baum vor unserem Haus trägt einen tollen Schmuck

Ein neu gepflanzter Baum vor unserem Haus trägt ein kleines aber tolles Schild