Archiv der Kategorie: Berlin

Allet aus Balin und den Balinan

Himmelfahrt 2013

Donnerstag, 9. Mai 2013, 9 Uhr. Am SPÄTVERKAUF in der Berliner Straße in Pankow sitzen die, die immer dort sitzen. Die zwei Biertischgarnituren sind voll besetzt. An einem Tisch gibt es leichte Meinungsverschiedenheiten. SIE: Nu mach ma langsam Alta. Hast doch schon zwee Kurze wech. ER: Halt die Fresse. Sei froh, dassde übahaupt hier sitzen darfst. SIE: Ick gloob ich spinne. Wer zahlt denn dit alles hier? ER: Na Du. Von meinem Jeld. SIE: Dit gloobste doch niche ma im Suff, Alta. ER: Nu sei stille. Wir wolln hier saufen und nich diskutiern. Die andern kieken schon. Außadem weeste doch: Ick hab nur bis Mittach Zeit. SIE: Wieso bis Mittach? ER: Na am Nachmittach muss ick wieda fit sein. Wir wolln doch dann Männertach feian. SIE: Ach so. Ja. Hast ja Recht.

Ding des Monats XIV

verfschutz_01Ausgerechnet türkische Decknamen soll die Polizei in Berlin nach Informationen der Zeitung „Hürriyet“ V-Leuten aus der Neonazi-Szene gegeben haben. So sei der V-Mann Thomas S., der der Polizei zehn Jahre lang Erkenntnisse über die Neonazi-Musikszene geliefert hatte und mit der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe liiert war, unter dem Namen „Ibrahim 562“ geführt worden, berichtet die Europa-Ausgabe von „Hürriyet“ online unter Berufung auf ein als geheim eingestuftes Papier des Landeskriminalamtes. Zwei weitere V-Leute hätten die Decknamen „Murat 620“ und „Adnan 672“ verpasst bekommen, ohne dass sie selbst davon gewusst hätten.

Mail-Osung

1-mai-plakatGespräch am 1. Mai 2013 (morgens) auf einer Parkbank in Pankow.

Jib ma noch n Bier rüba. Danke. Sach ma, weeßt Du wat ne Mail-Osung ist? Wat meinst Du? Na, eene Mail-Osung. Nie jehört. Wo hastn dit her? Stand uff nem Plakat. Mail-Osung? Ja. Mail-Osung. Sicher? Sicher. Weeste noch, wo? Ick gloob bei die Antifa. Jestan ahmd. Da stand uff dit Plakat: Unsare Mail-Osung heeßt soundos. Ach so. Was, ach so? Na dit is keene Mail-Osung, hat nüschd mit E-Mail zu tun. Die meinen eene Mai-Losung. Der Mai. Der Monat. Und die Losung. Vasteh ick nich. Wat vastehsten nich? Na Mai-Losung. Wat soll dit sein. Na, ne Losung. Zum ersten Mai, n Spruch, ne Parole. Ach soooo. Parole. Und warum schreibn se dit nich? Parole? Weeß ick nich. Na jut. Prösterchen! Prösterchen!

Kalle, gib ma taz!

no comment… ist auch nicht nötig;-)

 

Onanie statt East Side Gallery

P1130915Manchmal, um nicht zu sagen meistens, ist mir diese Stadt einfach unbegreiflich.  Da gibt es einerseits kein Geld für die Rettung eines Denkmals, keine Kohle für die Rettung der East Side Gallery

P1130916…während sie woanders Kohle rauschmeißen und sich einen runterholen für ein Comic zur Aufklärung zum Thema Straßenstrich.  Hoch lebe die Onanie, stärkt das Hemd, schwächt die Knie. Was haben wir gelacht. Unterm Pullerbusch.

Tiefer Osten. Tiefer Westen. Aber eigentlich Norden

Lieber Herr Peter Müller,

in Ihrem Artikel “Die Entrückte” über die CDU in der aktuellen Print-Ausgabe des Spiegel schreiben Sie auf Seite 27: “…Eigentlich wohnt Zimmermann im gutbürgerlichen Berliner Stadtteil Charlottenburg, doch als er 2009 in die CDU eintrat, tat er dies in Pankow, einem Bezirk weit draußen im Osten der Stadt…”

Nun, politisch gesehen mögen Sie da nicht ganz falsch liegen, sitzen doch immerhin elf Linke in der Bezirksverordnetenversammlung, Tendenz aber eher sinkend. Geografisch allerdings ist das Bockmist oder Schwachsinn oder schlichtweg falsch. Anbei eine Karte der Berliner Bezirke für künftige Reportagen, falls Sie mal wieder aus dem Osten berichten wollen, sowie die Telefonnummer Ihres Berliner Büros für nähere Information über Pankow: (030) 886688-100. Natürlich stehe auch ich gern Rede und Antwort.

berlinkarte

Danke an Anna List für den Hinweis auf Twitter

Waschraum-Mosaik

wust022b

Der geflieste Waschraum in alten Bahnhof am Lokschuppen Wustermark hat es mit irgendwie angetan…

Schwarz-Kasse

Weder überraschend noch neu und schon gar nicht im Zusammenhang mit dem Flughafen aber trotzdem immer wieder beeindruckend, wie gefallene Manager in Landesbetrieben weiter von Steuern durchs Leben finanziert werden…

Kleine Anfrage
des Abgeordneten Martin Delius (PIRATEN) vom 06. März 2013 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 08. März 2013) und Antwort

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Frage 1: Trifft es zu, dass der entlassene Sprecher der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft Berlin Bran- denburg GmbH, Herr Rainer Schwarz, auch nach seiner Entlassung ein monatliches Gehalt bezieht? Wenn ja, in welcher monatlichen Höhe?

Frage 2: Auf welcher Grundlage findet diese Gehalts- zahlung statt?

Antwort zu Frage 1 und 2: Der Aufsichtsrat der Flug- hafen Berlin Brandenburg GmbH hat die Bestellung von Herrn Prof. Dr. Rainer Schwarz zum Sprecher der Ge- schäftsführung widerrufen. Der Dienstvertrag von Herrn Prof. Dr. Schwarz bleibt davon zunächst unberührt und endet erst mit dem Abschluss eines Auflösungsvertrages oder einer Kündigung. Ob eine Kündigung möglich ist, soll im Rahmen einer Ursachenanalyse zu den verschobe- nen Eröffnungen ermittelt werden. Der Aufsichtsrat hat hierzu eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt und wird darüber hinaus eine Rechtsanwaltskanzlei ein- schalten.

Berlin, den 13. März 2013

Klaus Wowereit Regierender Bürgermeister

(Eingang beim Abgeordnetenhaus am 15. Mrz. 2013)

Klimaerwärmung II

Bildschirmfoto 2013-03-21 um 10.10.23Wo es in Europa schneit. Langsam aber sicher nehm ich´s persönlich…

Neue Klimastudie voller Hitzerekorde

CIMG8847Pankow, 19. März 2013

Eine neue Klima-Studie zeigt, dass monatliche Hitzerekorde gegenüber der Wahrscheinlichkeit, dass es keine globale Erwärmung gibt, fünfmal häufiger geworden sind. In manchen Regionen Europas, Afrikas und Südasiens habe sich die Zahl der monatlichen Hitzrekorde sogar verzehnfacht. Beim Lesen ist mir doch glatt der Glühwein aus der Hand gefallen:

The last decade has produced record-breaking heat waves in many parts of the world. At the same time, it was globally the warmest since sufficient measurements started in the 19th century. Here we show that, worldwide, the number of local record-breaking monthly temperature extremes is now on average five times larger than expected in a climate with no long-term warming. This implies that on average there is an 80 % chance that a new monthly heat record is due to climatic change. Large regional differences exist in the number of observed records. Summertime records, which are associated with prolonged heat waves, increased by more than a factor of ten in some continental regions including parts of Europe, Africa, southern Asia and Amazonia. Overall, these high record numbers are quantitatively consistent with those expected for the observed climatic warming trend with added stationary white noise. In addition, we find that the observed records cluster both in space and in time. Strong El Niño years see additional records superimposed on the expected long-term rise. Under a medium global warming scenario, by the 2040s we predict the number of monthly heat records globally to be more than 12 times as high as in a climate with no long-term warming.

Zweihunderttausend

corniche_01Nun habe ich sie doch verpasst. Oder ihn. Die oder den 200000. Besucher auf meinem Blog. War bei Freunden in Abu Dhabi zu Gast und saß mit ihnen und nem Sundowner auf dem Balkon (und hatte genau diesen Blick, siehe Foto). Dabei wollte ich doch einen Preis auslosen für sie oder ihn. Nun, jetzt wird es der 250000. Die oder der Viertelmillionste sozusagen. Den Preis denk ich mir noch aus. Vielleicht ein Buch? Mal sehen… Und ich brauch natürlich auch ein System, eine Software, die mir zeigt, WER genau die oder derjenige ist. Denn das geht noch nicht. Leider. Oder besser zum Glück? Was ich sehen kann: Aus welchen Ländern die Blogbesucher kommen. 112 Länder sind es inzwischen. Aus fünf Kontinenten. Tolle Sache. 100.000 war mal mein großes Ziel. Nun, diese Latte habe ich nun etwas höher gelegt. Vielen Dank an dieser Stelle! An alle treuen Leser und Besucher. Ab demnächst gibt es auch wieder mehr. Hab grad zuviele andere Sachen im Kopf. Also, Dankeschön!

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Desert Lights Trading Co.

DSCN8035Ich bin dann mal weg. Also nicht wirklich. Aber nach eingehenden Studien des Energiermarktes in Deutschland und Abu Dhabi habe ich mich selbstständig gemacht. Zumindest fast. Denn mir ist ein Licht aufgegangen. In Kooperation mit zwei ranghohen und vor allem reichen Sheiks (Scheichs) vor Ort haben wir heute die Desert Lights Trading Co. gegründet (Foto oben kurz nach der Vetragsunterzeichnung). Hauptbetätigungsfeld: Ex- und Import von Glühlampen.

Richtigen Glühlampen. Nicht der Energiespar-Dreck, den man in Deutschland kaufen muss. Sondern ehrliche und echte Glühlampen. 40-, 60-, 75- oder und 100-Watt-Lampen. Alles da. Wie früher bei uns. Und weil das Wort Sparen hier nicht existent ist, schon gar nicht in Zusammenhang mit Energie oder Strom oder Benzin oder Wasser oder überhaupt Irgendetwas, glauben wir alle an ein lohnendes Geschäft.

1,25 Dirham kostet die gute alte Lampe oder Birne hier im Supermarkt. Das wären dann etwa 25 Euro-Cent. Im Großmarkt gibt es natürlich ganz andere Preise. Geschätzte zehn Cent soll dort ne Birne kosten. Bei einem Weiterverkaufspreis von einem Euro je Lampe wird es sich für alle lohnen. Die Sheiks meinen, wir sollten gleich zwei Euro nehmen. Die Birnen würden auch dann noch wie warme Semmeln weggehen.

Recht haben sie. Denn der Deutsche wird sich freuen,  wenn er wieder ne echte Birne in seiner Fassung hat. Da muss er nicht mehr durchdrehen. Bei geschätzten 40 Millionen Deutschen, denen die Energiesparlampen genauso auf den Keks gehen wie mir, rechnet die Desert Lights Trading Co. im ersten Jahr mit einem Umsatz von 240 Millionen Euro. Davon ausgehend, dass jeder nur drei Glühbirnen kauft. Das Doppelte ist eher wahrscheinlich. Und dann holen wir uns die ganze EU.

Aber es geht noch weiter. Weil man sich in Abu Dhabi einen Dreck um die Umwelt schert, werden wir selbstverständlich defekte und verbrauchte Lampen hier entsorgen. Irgendein Platz in der Wüste oder im Meer findet sich in den Emiraten immer.  Da freut sich dann auch wieder das Umweltbundesamt. So, jetzt muss ich in den Großmarkt, die ersten Birnen abholen. Man sieht sich. So lange es hell ist. Übrigens: Suche noch Handelspartner. Die auch gerne mal ein gutes altes Ding in die Fassung drehen wollen.

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Beerige Verarsche

P1070186Manchmal freue ich mich über Sonderangebote. Oft lasse ich sie aber auch links liegen. Da ich ihnen nicht trauen will. Oder nicht kann. Wie gestern. In einem großen Supermarkt in den Schönhauser Allee Arkaden. Aktion! Aktion! Aktion! Erdbeeren. 8 Schalen für 1,75 Euro. Oder eine 250-Gramm-Schale für 22 Cent. Zwei.Und.Zwanzig Cent. Für 250 Gramm Erdbeeren. Das kann nicht sein. Das können keine Erdbeeren sein. Mal ganz davon abgesehen, dass ich im Februar keine Erdbeeren essen will. Und deshalb auch keine kaufen werde. Aber davon mal abgesehen. Wenn ein Kilo Erdbeeren 88 Cent kostet, dann MUSS da was faul sein. Sicher nicht die Nuss (zu denen die Erdbeeren gehört). Denn bei einem geschätzten sehr hohen Wasseranteil kann bei diesen Dingern, die als Erdbeeren verkauft werden, kaum etwas faulen.

Aber etwas anderes stinkt gewaltig. Bei 88 Cent für ein Kilo Obst ist ja noch nicht einmal Aufzucht und Ernte bezahlt. Geschweige denn Transport, Verpackung, Bereitstellung. Allein das Schild, auf dem die 22-Cent-Aktion angekündigt wurde, hat mehr gekostet. Nun kann man spekulieren, dass dies lediglich ein Köder ist, um den Kunden in den Markt zu locken. Klappt vielleicht auch bei Manchen. Bei mir nicht. Beeerige Verarsche, dachte ich mir. Und bin zur Konkurrenz gegangen. Tiefkühl-Lasagne koofen.

Fast Food Pony Express

pferdEs ist wirklich zum Wiehern. Anstatt dass sich die Menschen freuen, endlich mal ein bisschen Delikates in ihrem Essen zu haben, beschweren sie sich nun auch noch. Sollen sie doch froh sein. Denn, machen wir uns nichts vor, wer Tiefkühllasagne kauft um sie zu essen, der kann doch froh sein, dass überhaupt noch Fleisch darin ist. Und wenn es dann auch noch vom Pferd ist – Hallelujah, ein himmlisches Vergnügen für den Gaumen. Gibt es doch ganz andere Überraschungen in Lebensmitteln, die längst nicht so lecker und schmackhaft daher kommen wie gutes Pferdefleisch. Milchzucker in der veganen Schokolade,  Ei im Kuchenmehl,  Schweineborsten im Brot, Gelatine im Multivitaminsaft.

Und, was haben wir damals nicht für Zeit in Schlangen vor Fleischerfachgeschäften verbracht, um eine echte Knobländer-Bockwurst aus Pferdefleisch zu bekommen. Jeden Donnerstag der erste Job für Azubis und Angelernte: Ab zum Fleescher (“Aber im Galopp, mein Freund!”) und Knobländer für die jesamte Brigade holen. Zwar stand man da bis zu einer Stunde an, aber es war eben eine Stunde keine Arbeit. Auf dem Rückweg gleich noch zum Konsum geritten und ein paar Helle mitgenommen. Dienstag und Freitag gab´s frisches Jehacktes uffs Brötchen, Montag und Mittwoch Stulle von daheeme. Und Donnerstag war eben Pferdetag. Nur Helles gab´s jeden Tag.

Manchmal war allerdings auch der Sonntag Turniertag. Wenn ganze Heerscharen im Trab in ausgesuchte Thüringer Lokale stürmten um zu den obligatorischen Thüringer Klößen Sauerbraten vom Ross zu speisen. Das war ein Fest. Ist übrigens eine meiner Ideen für ein neues lukratives Geschäft. Pferdefleisch to Go. Also Pferdefleisch to Trab. Und einen Namen habe ich auch schon: Fast Food Pony Express.

Wir waren Papst. Wir nicht.

kirche_berlin_mitgliederNa? Wo stand die Mauer?